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CDU fordert günstigere Ticketpreise im HVV – Finanzierung offen

Nach der bundesweiten Diskussion um einen kostenlosen Nahverkehr fordert die Hamburger CDU günstigere HVV-Fahrpreise für junge Leute und ein neues 24-Stunden-Ticket.
Christian Hinkelmann
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 auf der Linie U3 an den Landungsbrücken in Hamburg
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 auf der Linie U3 an den Landungsbrücken in Hamburg

Die Hamburger CDU fordert günstigere HVV-Tickets für junge Leute. Für Schüler soll es künftig eine Ganztagskarte geben, die nicht mehr als die reguläre 9-Uhr-Tageskarte kosten soll, heißt es laut Hamburger Abendblatt in einem Antrag, den die CDU-Fraktion in die Bürgerschaft eingebracht hat.

Demnach müssen Schüler ab 15 Jahren, für die sich keine Schüler-Monatskarte lohnt und die über den HVV-Nahbereich hinaus unterwegs sind, derzeit reguläre Ganztagesfahrkarten für 7,70 Euro kaufen, da die 9-Uhr-Tageskarte für 6,40 Euro morgens zu Schulbeginn nicht gilt.

Junge Leute sollen günstiger mit dem HVV fahren

Außerdem fordert die CDU, dass junge kindergeldberechtigte Erwachsene, die ein Praktikum absolvieren, Zeitkarten zum Preis bekommen, den auch Auszubildende oder Studierende zahlen müssen.

Derzeit muss diese Kundengruppe für eine Monatskarte im Großraum Hamburg 106,40 Euro, bzw. 87,20 Euro im Abo zahlen. Azubis und Studenten zahlen dagegen nur 79,80 Euro, bzw. 65,40 Euro im Abo.

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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8 Antworten auf „CDU fordert günstigere Ticketpreise im HVV – Finanzierung offen“

Sehr geehrter Herr Hinkelmann,

ich würde es fair finden, wenn -wie bei seriösen Journalisten üblich- Sie Ihren Kommentar von der Nachricht deutlich trennen würden:

Während der CDU-Zeit sind die Preise erhöht worden, seit 2011 sind die HVV Preise aber deutlich höher gestiegen als zur Regierungszeit der CDU.
Außerdem steht es jeder Opposition zu, Vorschläge zu machen.

Sie weisen zwar daraufhin, daß „wie die CDU nun die geforderten günstigeren HVV-Fahrpreise finanzieren will, steht laut Abendblatt nicht in dem Antrag.“, Sie wollen doch aber eigentlich auch mit Ihrem Infodienst erreichen, daß der ÖPNV noch stärker genutzt wird.

Ihr regelmäßiger Leser
Wolfgang Kühl

Sehr geehrter Herr Kühl,
vielen Dank für Ihre Anmerkungen, auf die ich gern eingehen möchte.
Der Verweis in dem Artikel auf die Preissteigerungen im HVV unter den letzten CDU-geführten Senaten ist eine Faktum – siehe Diagramm im Artikel. Aus diesem Diagramm lässt sich auch herauslesen, dass die Fahrpreise seit 2011 mitnichten stärker angestiegen sind als zuvor.

Legt man die Preissteigerungen auf die einzelnen Regierungsjahre um, sind die HVV-Preise zu CDU-Zeiten (2002 bis 2011) genau so stark gestiegen, wie in den anschließenden SPD-geführten Senaten (2011 bis 2018) – nämlich um knapp 2,4 Prozent.
In den Regierungsjahren der CDU stiegen die HVV-Preise um insgesamt 23,6 Prozent, in den Regierungsjahren der SPD um bislang 16,6 Prozent.

Ich hoffe, ich konnte das Missverständnis hiermit aufklären.

Herzliche Grüße,

Christian Hinkelmann

„Demnach müssen Schüler ab 15 Jahren, für die sich keine Schüler-Monatskarte lohnt und die über den HVV-Nahbereich hinaus unterwegs sind, derzeit reguläre Ganztagesfahrkarten für 7,70 Euro kaufen, da die 9-Uhr-Tageskarte für 6,40 Euro morgens zu Schulbeginn nicht gilt.“
Häh.
Wenn die Schüler mit Öffis zur Schule fahren, tun sie das (theoretisch) so oft, dass sich eine Monatskarte lohnt. Wenn die Schüler nicht mit den Öffis zur Schule fahren, sollten sie vor 9 Uhr sowieso keine großen Fahrten unternehmen, sondern in der Schule sitzen oder am Wochenende entspannt ausschlafen. Wo ist also der Sinn?

Das könnte zum Beispiel Schüler betreffen, die bei gutem Wetter mit dem Fahrrad zur Schule fahren können und sonst öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Im Sommer gibt es das HVV-Sommerferienticket. Allerdings hat der HVV offenbar die Meinung, dass Hamburger Schüler in den Ferien ruhig ausschlafen sollen, bevor sie in die heiligen Verkehrsmittel steigen. Das Ticket, nur für Schüler allgemeinbildender Schulen im Kleinverdiener-Alter von 6 bis 19 Jahren erhältlich, gilt nämlich erst ab 9 Uhr. Kapazität wird das Argument nicht sein, sind doch auch die Sperrzeiten für Fahrräder in den Ferien aufgehoben. Kann natürlich sein, dass der HVV zwischen 6 und 9 Uhr in den Sommerferien lieber Fahrräder befördert als Schüler auf dem Weg zu Freunden oder einem Ausflug. Nachvollziehbar, die könnten womöglich wenige Jahre später Vollzahler-Kunden zum HVV-Schnäppchentarif von 100 €/Monat sein! Da gibt es wirklich gar keine Gründe, gute Angebote zur Werbung zu machen.

Das ganze HVV-Tarifsystem ist so verstaubt – wenn man das ausklopft, wird man in Hamburg tagelang nur zwei Meter weit gucken können. Da atmen die 60er Jahre aus jeder grauen Pore. Beispiel für Schüler: Der „Freizeitpass“ gilt Mo-Fr ab 14 Uhr. Das war mal so gedacht, damit Schlitzohren-Schüler nicht einfach günstiger zum Unterricht oder nach Schulschluss nach Hause fahren damit. Früher ging ja spätestens um 13 Uhr der Tageslichtprojektor aus, die Kreidetafel klappte zu und die Schüler kauften sich für 0,50 DM einen Raider-Riegel im MiniMal-Supermarkt nebenan. Da passte das gut mit den 14 Uhr. Bald, also: seit vielen Jahren, also, um ehrlich zu sein: seit mindestens einer Schülergeneration, gibt es diese Ganztagsschulen und die Schüler sind bis nach 14 Uhr in der Schule. Wäre der HVV einigermaßen uptodate, würden sie die Zeitgrenze verschieben. Vielleicht auf 9 Uhr, gibt ja auch mal schulinterne freie Tage?

Statt immer populistisch noch ein Ticket für irgendeine Randgruppe zu fordern, warum nicht einmal den gesamten Tarif neu strukturieren und entrümpeln und preislich insgesamt für alle attraktiver gestalten, vor allem auch für die Leistungsträger, also insbesondere alle Vollzahler, alle die keine Möglichkeit haben ein Großkundenabo zu erwerben weil der Betrieb zu klein ist u.Ä.. Gegenfinanzierung über Erhöhung der Parkgebühren, Unternehmensabgaben (z.B. Hotels, Veranstalter ohne KombiTicket-Vereinbarung, …), schärfere Kontrollen im ÖPNV, weniger Vertriebskosten durch weniger Tarif- und Kaufoptionen im ÖPNV – Warum z.B. muss eigentlich jedes ÖPNV-Unternehmen im HVV einen eigenen Vertrieb haben? – usw., aber mal zielgerichtet als Steuerinstrument und nicht wieder aus der Gießkanne, d.h. aus dem allgemeinen Steueraufkommen gegenfinanzieren.

Da ist m.E. in der Tat einiges zu tun und würde viel bringen, ich selbst rätsel immer, ist es nun Kurzstrecke, Nahstrecke oder Normal , echt zum verzweifeln.

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