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CDU kritisiert: Hamburg beschafft verstärkt Dieselbusse

Ab 2020 sollen in Hamburg nur noch Elektro-Linienbusse angeschafft werden. Doch kurz davor bestellt die Stadt noch einmal verstärkt Dieselbusse, kritisiert die CDU.
Christian Hinkelmann
Solaris-Elektrobus der Hamburger Hochbahn
Solaris-Elektrobus der Hamburger Hochbahn

Das Jahr 2020 wird für den Busverkehr in Hamburg eine historische Zäsur bedeuten: Dann werden die beiden städtischen Verkehrsbetriebe Hochbahn und VHH nur noch Linienbusse mit emissionsfreien Antrieben einkaufen. So hatte es Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) Im März 2011 in seiner ersten Regierungserklärung versprochen (siehe hier) und bis heute gebetsmühlenartig wiederholt.

Die Hamburger CDU kritisiert nun, dass die Stadt aber kurz vor diesem Datum noch einmal „verstärkt Dieselbusse bestellt“. Die Partei beruft sich dabei auf die Antwort des Senats auf eine Anfrage zum Thema (Drucksache 21/11912).

Dieselbus-Neuanschaffungen steigen sprunghaft

Demnach ist vor allem bei der Hochbahn die Zahl der Dieselbus-Neuanschaffungen im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Zwischen 2011 und 2016 hatte das Unternehmen zwischen 25 und 86 neue Dieselbusse angesc…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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8 Antworten auf „CDU kritisiert: Hamburg beschafft verstärkt Dieselbusse“

Welche E-Busse? Die Tatsache ist doch „Hamburg kann nicht E-Busse!!!! :-(((
Deshalb finde ich es gut, wenn die HHA neue „saubere“ Dieselbusse bestellt.
Beispiel Line 5: von den 25 XXL Doppelgelenkbussen sind immer noch 13 im täglichen Dauerbetrieb.
Jetzt im elften Betriebsjahr, obwohl die Flotte Ende 2016 aus dem Verkehr gezogen werden sollte.
Der EvoBus MB CapaCity L wird den VanhooL-Bus aus Kapazitätsgründen nicht ersetzen können.
Also muss man noch 20Jahre auf die U5 warten müssen. Übrigens der ExquiCity 24 von van Hool fährt bereits im Normalbetrieb in Malmö, Barcelona, Metz und Genf!

Wo sind eigentlich die E-Busse in Hamburg geblieben: Man sieht die nur noch in Schenefeld auf dem Betriebshof stehen. Zwischen Lurup und Altona sieht man die seit Monaten nicht mehr fahren. Sind die nicht wintertauglich ?

Im Prinzip schon, jedoch wie auch jeder E-Autofahrer weiß, ist die Leistungsfähigkeit der Batterie bei Kälte herabgesetzt und das Heizen des Busses geht mit Batterie erst recht nicht (an den Haltestellen die Türen auf bedeutet eben auch einmal fast komplett den Bus wieder aufzuheizen). Zudem ist das Laden bei geringen Temperaturen nicht so effizient. Wie heißt es doch so schön: Willkommen in der Wirklichkeit. E-Mobilität ist gut, aber nur, wenn das Gefährt an der Leitung hängt wie bei Bundes-, S-, U- und Straßenbahn. Ich bin mal gespannt wie lange es dauert bis auch bei den E-Auto-Befürwortern, der Politik und der Presse der Groschen gefallen ist. Vermutlich erst, wenn in einem kalten Winter im Jahre 2035 die E-Busflotte komplett ausfällt, kein Diesel-Ersatz-Bus mehr da ist und sich alle die Frage stellen wie es nur so weit kommen konnte. Meine Antwort würde dann lauten: Man hat halt das physikalische und chemische Wissen der Vergangenheit durch den Konsens ersetzt.

Das ist Blödsinn! Eins der Fahrzeuge hatte einen technischen defekt, weswegen beide aus Sicherheitsgründen nicht unterwegs gewesen waren. Da es sich um Testfahrzeuge handelt, müssen Ersatzteile in den meisten Fällen erst einmal extra gefertigt werden. Das hatte somit nichts mit dem Antrieb oder der Batterie selbst zu tun. Die Fahrzeuge der HOCHBAHN, sind bei so einem Wetter auch weiterhin im Einsatz gewesen. Die Fahrzeuge der VHH werden so in den Schichten aufgeladen, das man die Umläufe ohne Probleme bewältigen kann.

Bei den VHH sehe ich keine Steigerungen oder Auffälligkeiten in den kommenden Jahren. Hier handelt es sich offensichtlich um reine Ersatzbeschaffung: ältere, auszumusternde Busse werden durch neue ersetzt – mehr nicht.

Bei der Hochbahn kann man die Zahlen so isoliert auch nicht beurteilen. Dazu müsste man zunächst wissen, wie viele Busse in den vergangenen Jahren angeschafft wurden und nun aus Altersgründen, technischen Defekten oder Unfällen ersetzt werden müssen. Dazu kommen dann noch die Fahrzeuge, die für die von der Hochbahn angekündigten Angebotsausweitungen und Taktverdichtungen nötig sind. Da Elektrobusse gemäß dem obigen Artikel schwer zu beschaffen sind – erst recht solche, für die die z. B. am ZOB gebauten Ladestationen auch passen – müsste man für Verbesserungen zunächst Dieselbusse anschaffen, will man diese Verbesserungen nicht in die ferne Zukunft verlegen.

Erst wenn die o. g. Beschaffungszahlen deutlich über diesem Bedarf liegen, verdienen sie Kritik.

So blöd das klingt, ich würde es genauso machen! Denn wenn die europäischen Hersteller, allen voran die deutschen, mit den Elektrobussen nicht aus dem Quark kommen, dann möchte ich nicht das Gejaule der CDU hören, wenn auch nur ein einziger Elektrobus in China bestellt wird!
Und letztendlich, Öko-Versprechen hin oder her, hat der HVV einen Beförderungsauftrag, und der ist zu erfüllen …

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