Coronavirus: Vordere Türen in HVV-Bussen bleiben ab morgen verschlossen

Nach vielen anderen Städten lässt ab morgen auch der HVV Fahrgäste nur noch durch die hinteren Türen in Busse einsteigen, um die Fahrerinnen und Fahrer vor dem Coronavirus zu schützen.
Einstieg vorn: Zwei Frauen steigen an der vorderen Tür beim Busfahrer ein
Einstieg vorn: Zwei Frauen steigen in der Mönckebergstraße in Hamburg an der vorderen Tür in einen Bus ein. Der Einstieg vorn ist beim HVV seit einigen Jahren auf den meisten Linien ganztags Pflicht.

Nach Berlin, Kiel, Stuttgart, Bremen, Mainz, Heilbronn, Jena und Ulm dürfen ab Samstag auch in Hamburg HVV-Fahrgäste wegen des Coronavirus nur noch durch die hinten Türen in Busse einstiegen. Mit dem Ende der Ferienzeit und einem zu erwarteten Anstieg der Fahrgastzahlen bleiben die vorderen Türen der Busse ab dem 14. März 2020 geschlossen. Das teilte der HVV mit.

Der Ticketverkauf über die Fahrerinnen und Fahrer wird somit bis auf Weiteres ausgesetzt. Fahrgäste werden laut HVV gebeten, ihre Tickets vor Antritt der Fahrt an einem der mehr als 700 Fahrkartenautomaten sowie über die HVV-App  oder den HVV-Onlineshop zu kaufen.

Die Maßnahme wird nach Angaben des Verkehrsverbunds vorsorglich getroffen. Nach aktuellem Stand wird das Coronavirus primär über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Schmierinfektion spielt demnach eine denkbare, jedoch nachgeordnete Rolle. “Da unsere Fahrerinnen und Fahrer jedoch entscheidend dafür sind, den öffentlichen Nahverkehr so lange wie möglich aufrecht zu erhalten und potenziell im direkten Kontakt mit jedem einsteigenden Fahrgast stehen, sollen sie durch die Maßnahme besonders geschützt werden”, schreibt der HVV in einer Pressemitteilung zum Thema Covid-19.

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13 Antworten auf „Coronavirus: Vordere Türen in HVV-Bussen bleiben ab morgen verschlossen“

Nein, die werden tagsüber aufgestellt, damit man sie auch sieht.
Im Ernst: Das Ö in ÖPNV steht für “öffentlich” und da gibt es in Deutschland eine Beförderungspflicht. Und dieser Beförderungspflicht entgeht der Verkehrsbetrieb nicht da durch, dass er keine Fahrkarten mehr verkauft. Tatsächlich lässt es sich auch vernünftig mit dem Bus bis zur nächsten Bahn-Haltestelle ohne Fahrschein fahren. Ausprobiert, hat funktioniert. Letztlich geht es um eine Haftungsfrage bei einem vom Verkehrsbetrieb bzw. deren Mitarbeitern verschuldeten Unfall, bei dem Du einen Haftungsanspruch aus dem Beförderungsvertrag hast. Das abgezählte Geld für einen auf dieser Strecke gültigen Fahrschein in der Tasche dürfte ausreichen um nachzuweisen, dass Du Deiner Verpflichtung nachgekommen bis und deshalb der Verkehrbetrieb den Beförderungsbetrag hat eingehen müssen und dessen “Weigerung” ihn nicht von der Haftung frei stellt.

Das wird leider nicht möglich sein. Viele besitzen sowieso ein Smartphone. Einfach APP laden und sparen, da die Fahrkarten etwas preisgünstiger sind als beim Fahrer.

@Dokakl: Nicht jeder hat ein Smartphone, bzw. mobiles Internet!

Sehr kurz GEDACHT.

In einem weiteren Kommentar ist der HVV-Kritiker schon weiter.

… “sowie über die HVV-App oder den HVV-Onlineshop zu kaufen.”

Aber na gut, im Hinterwald Wandsbek kann man natürlich nicht von den Menschen erwarten, dieses neulandige Internet bereits zu verstehen. Gerade in Sondersituationen wie der aktuellen beharrt man natürlich aus Bequemlichkeit darauf, Gewohnheiten aus dem letzten Jahrhundert nicht abzulegen und möchte stattdessen Reliquien benutzen, die der HVV ohnehin längst lieber gänzlich abschaffen würde.

Ach ja, “Hinterwald Wandsbek”. Loki reloaded.
1. Ich selbst habe ein ProfiTicket, es könnte mich also gar nicht interessieren.
2. Aber ich denke natürlich auch an ältere Leute, die vielleicht kein Smartphone haben oder für die die Bedienung einer App nicht so einfach ist. Nennt sich Hilfsbereitschaft und Empathie.
3. Ist es eine Tatsache, dass die etwa 700 Automaten in HH sehr ungleich verteilt sind. Oder einfach gesagt: Super Schnellbahnerschließung und viele “busbeschleunigte” Linien = viele Haltestellen mit Automaten, das Gegenteil = fast keine Haltestellen mit Automaten.

Ok, aber das heißt, dass die Prüfung wegen Schwarzfahren jetzt ausgesetzt werden oder kommen jetzt mehr Kontrollen in Busse und Bahnen? Was ist mit den DT4 der Hochbahn? Können diese zentrall geöffnet werden? Beim DT3 wird wahrscheinlich nicht möglich sein. Wie ist es bei der S-Bahn mit den 474? Beim noch verkehrenden Modell 472 wird wahrscheinlich es auch nicht möglich sein, die Türen zentrall zu öffnen.
Wie sieht es bei der AKN aus? Hier wurde im Artikel mit keinen Wort erwähnt. Beim LINT54 ist eine zentralle Öffnung möglich. Das hatte ich gesehen. Beim VTA wird das wahrscheinlich nicht möglich sein. Ich habe das nie gesehen, dass alle Türen geöffnet wurden. Aber beim Stand in der Endhaltestellen öffnen die Fahrer immer beiden Seiten der Türen, obwohl an vielen Stationen kein zweiter Bahnsteig gibt. Das ist in Elmshorn, Neumünster und Eidelstedt lebensgefährlich, wenn einer die Tür öffnet und ein Regio oder Fernzug braust vorbei.

Die Türen werden nicht geöffnet sondern nur entriegelt, das passiert wenn vorne der Schlüssel abgezogen wird. Und man sollte schon erwarten, das ein normal denkender Mensch sieht wo er auszusteigen hat.

Es wird allerhöchste) Zeit, dass die verkehrsverbuende in Deutschland über ein landesweite einheitliches Ticketing-system mit Check-in / check-out Fahrgastdatenerfassung ubd best-Price-abrechnung nachdenken, wie es in den Niederlanden schon umgesetzt ist. Dann entfiele der kostentraechtige Verkauf von Einzelfahrscheinen generell und durch Fahrer in Bussen (den z.B. Beim RMV schon seit 20 ;ahren nicht mehr gibt). Nach Corona sollten einfach manche Dinge neu ueberlegt werden, die vorher an Einspruechen diverser Interessengruppen gescheitert waren.

Hallo Herr Josef, wenn Sie schon Beleidigungen ausspucken, dann bitte unter ihrem vollen Namen! Vielleicht kennen Sie Frankfurt und den RMV nicht. Aber Fahrkartenverkauf in Bussen und Straßenbahnen gibt es dort schon seit jahrzehnten nicht mehr, und das ist auch gut so, weil sich der Fahrer auf das konzentrieren kann, was er soll, fahren, Und es gerät auch kein Fahrplan wegen Fahrscheinverkauf durcheinander! Ferner ist die Abrechnung der verkauften Fahrscheine, das Zurverfügungstellen von Wechselgeld etc. ein höchst kostneträchtiger Aufwand.

Die meisten Metros der Welt öffnen ihre Türen automatisch. Zumindest in Tunnelstationen und im Sommer kann das gerne auch in Hamburg immer so gemacht werden, denn das beschleunigt auch den Fahrgastwechsel.

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