Das ändert sich alles zum HVV-Fahrplanwechsel im Dezember

Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember gibt es nur wenig Verbesserungen und sogar zwei konkrete Nachteile für die Fahrgäste. Das sind die geplanten Veränderungen im Überblick.
Von Christian Hinkelmann
Ein Fahrgast mit Mund-Nasen-Schutz am S-Bahnhof Dammtor
Ein Fahrgast mit Mund-Nasen-Schutz am S-Bahnhof Dammtor
Foto: Christian Hinkelmann

Selten gab es in den vergangenen Jahren so wenig Angebotsverbesserungen im HVV wie zum anstehenden Fahrplanwechsel am 12. Dezember. Hatte der Verkehrsverbund im vergangenen Dezember noch 200 Verbesserungen angekündigt (siehe hier), sind es in diesem Winter nur 39 Maßnahmen, wie aus einer aktuellen Senatsmitteilung hervorgeht. Davon sind mindestens zwei Maßnahmen keine Angebotsverbesserungen, sondern für Fahrgäste konkret von Nachteil. Dazu gehören die Stilllegung des Bahnhofs Wandsbek (siehe hier) und die Taktausdünnungen auf der vielgenutzen Metrobuslinie 15 zwischen Altona und Alster (siehe hier).

Bleiben also noch 37 Fahrplanverbesserungen, von denen allein elf auf Initiative des Landes Schleswig-Holstein beruhen (im AKN-Netz verbessert sich so viel wie seit Jahren nicht) und die meisten übrigen Maßnahmen mit dem Ersatz der letzten bisher noch verbliebenen Schnellbuslinien in Hamburg zu tun haben, die im Dezember abgeschafft und durch zuschlagfreie Buslinien ersetzt werden sollen – dies ist tatsächlich ein deutlicher Gewinn für die HVV-Fahrgäste. Aufgrund der wegfallenden Schnellbusse werden unter anderem eine neue Metrobus- und eine neue Xpressbuslinie eingerichtet.

Bei der S-Bahn gibt es zwei wesentliche Fahrplanverbesserungen auf den Außenästen nach Pinneberg und Aumühle, während sich bei der U-Bahn und bei den Hafenfähren offenbar nichts ändert.

Lesen Sie hier alle bisher bekannten Änderungen zum Fahrplanwechsel im Überblick:

Bahnverkehr

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8 Antworten auf „Das ändert sich alles zum HVV-Fahrplanwechsel im Dezember“

Die 155 ist ja auch eine extreme Verschlechterung, da sie das Reiherstiegviertel komplett meidet und nur vormittags außerhalb der HVZ zum Hbf wenige Male fährt. Die IBA will frühestens 2025 im Niemandsland (alte Reichsstraße) mit dem Hochbau beginnen. Bis dahin ist die Linie eh wieder eingestellt mangels Fahrgästen.

Für heutige Arbeitnehmer, aber auch Studenten (UHH), also absolut irrelevant, zumal die umständlichen Wege auch an der Veddel zu den Elbbrücken keine Alternative zur S-Bahn darstellt. Aber nun gut, Wilhelmsburg halt. Die Verhältnisse kann man ja gerne zusätzlich verschlechtern und nördlich der Elbe kriegt man davon nichts mit. Attraktive Expressbusse gibt’s nur dort, wo man den Zuschlag schon sozialverträglich abgeschafft hat.

Mich hat diese Lösung auch stark verwundert. In der Hochphase der Pandemie und ohne Homeoffice-Möglichkeit hatte ich mir die 1.Klasse gegönnt und bin vom Hbf mit der 37 zur Arbeitsstelle gefahren. Da war mir aufgefallen, dass die 17 planmäßig an der Kirchenallee überholt hat und die 37 dann meist hinterher fuhr. Außerdem trafen sich in der gleichen Fahrplanlage dann auch noch 16 und 34 im Steintorwall. Für mich sah das so aus, als sollten in Zukunft 16 und 17 die 37 in der City und im Westen ersetzen und dann die Reste von 37 und 34 zu einer Nord-Süd-Xpressbus-Linie zusammen gelegt werden. Das erschien mir auch logisch und vernünftig. Aber so ist nun wieder mal eine unbefriedigende Lösung für den Engpass Norderelbe entstanden.

Für mich war es trotz des Preises auch attraktiv. Nun soll mein Profiticket günstiger werden, aber mein Bedarf ist aufgrund der ersatzlos eingestellten Linie dahin. Bevor ich das Leben in vollen Zügen und Bussen genießen darf, steige ich wieder aufs Rad und kündige das Abo. Für wenige Schlechtwettertage lohnt es sich nicht. Aber vielleicht ist das ja das politische Ziel dieser Angebotsreduzierung, die kaum hinterfragt wird. Irgendwo muss halt gespart werden und in Wilhelmsburg ist der Widerstand halt aus Gründen leiser als in gutbürgerlichen Vierteln.

Den Quatsch von S-Veddel zu den Elbbrücken zu fahren hatten wir doch zeitweise im Sommer, als diverse Metronome ihre Fahrgäste in Harburg in die S-Bahn kippen sollten und deshalb die 13 bis Elbbrücken durchgebunden wurde. Erscheint zunächst plausibel, hat sich aber in der Praxis als völlig untauglich erwiesen. Die Fahrzeit für den Bus variiert zwischen den, wenn ich recht erinnere, 8 Minuten im Fahrplan und 30 Minuten bei Staulage auf den Straßen, z.B. weil die S-Bahn nicht fährt. Wenn die S-Bahn fährt, braucht sie nur 2 Minuten von Veddel bis Elbbrücken. Der Schnellbus schafft normal auch die 19 Minuten vom Vogelhüttendeich zum Hbf (!) in der HVZ wegen der eigenen Bustrasse. Bei extremem Stau dauert es auch mal länger, weil leider nicht überall Bustrasse ist. Jetzt, wo die Treppen vom Schnellbus, direkt auf den Bahnsteig montiert werden, wird der Schnellbus eingestellt. Nee, ist klar, Komfort fürs Reiherstiegviertel darf es nicht geben.
Ich komme langsam nicht mehr umhin, dies als Kampfansage zu werten: Wir kriegen den Modalsplit im Reiherstiegviertel noch schlecht, auch wenn die Einstellung der Straßenbahn nicht genügte. Mit der kaputten S-Bahn und der unbedingten Verweigerung brauchbarer Buslinien in die Innenstadt wird es gelingen.

An der von Dir genannten Haltestelle Vogelhüttendeich stapeln sich von früh bis spät die Leute, aber nun gurkt ein Solobus durch die Rubbertstraße parallel zum Reichsstraße, während die vorigen Fahrgäste der 34 auch noch in die 13 sowie S3 müssen.

Die 155 soll auch nicht, anders als die verlängerte 13, direkt bei der U-Bahn halten. Mit den Zwischenhalten und dem Anfahren der Busanlagen Wilhelmsburg und Veddel verschlechtert sich die Fahrzeit noch weiter. Für Kirchdorfer also fast wie die 13 bis S Wilhelmsburg, wo man gen Norden eh in die Bahn steigt. Danach geht’s durchs unbewohnte Gewerbegebiet, wo wenige Arbeitsplätze auf großer Fläche sind, und dann in die Harburger Chaussee, von wo man auch fußläufig zur S-Bahn Veddel kommt. Ein sinnfreieres Angebot ist wohl kaum denkbar. Wäre wohl zu viel verlangt, wenn einfach ein Expressbus alle 10 oder 20 Minuten durch die Georg-Wilhelm-Straße den Verlauf der 34 nimmt und bis zur City oder Dammtor fährt (oder gar wieder bis Flughafen). Immerhin war die 13 die einzige Linie ohne Sommerfahrplan, weil der Bedarf trotz Corona so hoch war. Und dort verschlechtert man das Angebot noch weiter. Tolle “Mobilitätswende”.

Und im Frühjahr erfahren wir bestimmt, dass die U4 zu teuer wäre und mit ihr nicht einmal 2040 nicht zu rechnen ist.

Aber die Politik kann dann stolz sagen, dass im Sinne des Sprungs über die Elbe nun ein Angebot zu den Elbbrücken neu eingeführt wurde. 🤣

“Bleiben also noch 37 Fahrplanverbesserungen, von denen allein auf Initiative des Landes Schleswig-Holstein beruhen” Fehlt da ein Wort?

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