Morgen steht der Verkehrsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft vor einer schwierigen Entscheidung. Es geht darum, ob der Hochbahn weitere 1,1 Milliarden Euro bewilligt werden, damit sie im ersten Abschnitt der U5 zwischen der City Nord und Bramfeld mit den Hauptarbeiten beginnen kann. Doch tatsächlich geht es um mehr.
Bewilligt der Ausschuss das Geld (und folgen ihm Haushaltsausschuss und Bürgerschaft), wird Hamburg nämlich praktisch dazu “gezwungen” sein, die gesamte U5 bis zum letzten Meter fertigzustellen. Nur dann ist voraussichtlich eine Förderung durch den Bund möglich. Andernfalls müsste die Stadt den ersten Abschnitt komplett aus eigener Tasche zahlen, was am Ende wohl genauso teuer käme wie der Bau der übrigen drei Viertel der Strecke mit bis zu 75 Prozent Bundesförderung, die sich der Senat erhofft. Das könnte die Bürgerschaft später auch nur schwer ablehnen.
Doch befremdlich ist dabei, dass weder den Bürgern noch den Abgeordneten bis heute Kostenschätzungen für das Gesamtprojekt bekannt sind. Das lässt nichts Gutes erwarten.
Außerdem steckt der Ausschuss in einer Zwickmühle: Lehnt er die Nachbewilligung ab, würde die U5 sich um längere Zeit verzögern oder gar scheitern. Acht Jahre Planungszeit und bereits ausgegebene Millionen für vorbereitende Baumaßnahmen wären damit vergebens gewesen – ähnlich wie bei der in letzter Sekunde abgebrochenen Stadtbahn-Planung im Jahr 2011. Aber sind die Hauptarbeiten erst einmal beauftragt, würde ein späterer Stopp des Projekts fast unmöglich.
Hamburg steht damit einmal mehr vor der Alles-oder-nichts-Frage – eine Frage, die in der Verkehrsgeschichte der Stadt schon so oft beantwortet werden musste, denn der U-Bahn-Bau in Hamburg war eigentlich schon immer zu langsam, zu teuer und zu unflexibel – und deckte die Mobilitätsbedürfnisse der Stadt nie wirklich ausreichend ab.
Kommen Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit und erfahren Sie, wie oft der U-Bahn-Bau in Hamburg schon zur Debatte stand, welche günstigeren und flexibleren Alternativen diskutiert und verworfen wurden und wieso aus Kostengründen immer wieder Entscheidungen getroffen wurden, die bis heute Nachteile für die Fahrgäste bedeuten.
Und vielleicht verstecken sich in dieser Geschichte auch Optionen für die zukünftige Mobilität in Hamburg?
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