Das ist die U4-Verlängerung über die Elbe

Die Verlängerung der U4 bis zu den Elbbrücken in der HafenCity läuft auf Hochtouren. Die Hochbahn plant aber schon den nächsten Schritt: Den Sprung über die Elbe bis zum Kleinen Grasbrook und dem geplanten Olympiagelände. Lesen Sie hier im NahverkehrHAMBURG-Fakten-Check, wo die Linie verlaufen soll und welche ober- und unterirdischen Varianten es gibt.
Von Christian Hinkelmann
Visualisierung: U4-Endhaltestelle Elbbrücken
Visualisierung: Die geplante U4-Endhaltestelle an den Elbbrücken
Foto: Hochbahn (gmp-Architekten)

Lange sah es so aus, als würde die U4 für viele Jahre an den Elbbrücken enden und möglicherweise nie weiter verlängert werden, doch seit einigen Monaten hat das Thema eine neue Dynamik gekommen. Beflügelt durch die Olympia-Bewerbung plant die Hochbahn jetzt einen schnellen Sprung über die Elbe bis auf den Kleinen Grasbrook, wo das Olympia-Zentrum entstehen soll. Die neue Bahnanbindung soll allerdings nicht während der olympischen Spiele, sondern für die Zeit danach genutzt werden, wenn bis zu 10.000 Menschen in das ehemalige olympische Dorf eingezogen sind.

Favorit der Hochbahn ist eine komplett oberirdische Trasse entlang der Dessauer Straße.

Lesen Sie hier im NahverkehrHAMBURG-Fakten-Check alle Einzelheiten zur Linienverlängerung.

  • Linie: U4
  • Länge: ca. 1,5 km
  • Haltestellen: 1
  • Neu erschlossene Einwohner: ca. 10.000 (Nachnutzung Olympisches Dorf)
  • Planungsbeginn 2015
  • Beginn Planfeststellung 2017
  • Baubeginn (geplant): 2019
  • Inbetriebnahme (geplant): nach 2024

 

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19 Antworten auf „Das ist die U4-Verlängerung über die Elbe“

Gott, warum plant man nicht gleich richtig und verlängert die Trasse mindestens bis ins Reiherstiegviertel? So wird das mIt dem viel beschworenen »Sprung über die Elbe« nie, nie, nie etwas.

Ein Trauerspiel!

Sehr zielstrebig diese Planung.
Wie wäre es mit einem Schlenker vorher noch auf die Peute z.B. zu Aurubis, gemäß Hamburger neotraditioneller Trassenplanungsmanier ?

Oder soll das dann ggf. später im Anschluss an die Verlängerung zum Grasbrook weiter kurvenfreudig über die Peute nach Rothenburgsort erfolgen ? Da könnte man dann auch noch die alten historischen Klärbecken und den Elbpark auf Entenwerder mit einer eigenen U-Bahn-Station anbinden. Von Rothenburgsort ist es ja dann auch nicht mehr so weit nach Billbrook. Dort wäre dann sogar für eine neue Abstellanlage für die U4 an der alten Schule in der Berzeliusstrasse mehr als ausreichend Platz vorhanden.

(Wer es noch nicht gemerkt haben sollte: Das war ironisch gemeint)

Überraschend dynamisch. Hab nicht gedacht, dass das ganze plötzlich so schnell geht. Würde mir wünschen, dass es auch anderswo in Hamburg so zügig vorangeht…

Schade, dass ich es nicht mehr miterleben werde, da ich nächstes Jahr wegziehe.

Vielleicht bekommen die Wilhelmsburger, dank Olympia, schneller ihre U-Bahn als gedacht. Die oberirdische Streckenführung ist aber auf jeden Fall zu bevorzugen, auch von die Haltestelle Kleiner Grasbrook weniger zentral gelegen ist, da eine unterirdische Haltestelle wegen der Unterquerung der Hafenbecken wieder sehr tief liegen müßte und nur über lange Treppen/Rolltreppen/Fahrstühle zu erreichen wäre. Außerdem sind bei der oberirdischen Lösung die Chancen größer, rechtzeitig fertig zu werden.

Mal sehen ob die schnellen Planungen für den Elbsprung genausoschnell wieder ins Archiv wandern wenn Hamburg wie erwartet nicht den Zuschlag für Olympia erhält. Dann heißt es bei der Hochbahn bestimmt plötzlich “Viel zu teuer, leider nicht machbar…”

und schon wieder ein Versprechen den Verkehr nach Süden zu entzerren. Das ist natürlich ein gutes Argument für die Olympia-Befürworter. Da das Ganze jedoch ohnehin erst nach den Spielen fertig und benutzbar sein soll, kann man die Linie auch ohne die Spiele planen und bauen. Den Kleinen Grasbrook kann man auch ohne die Spiele entwickeln und zwar mit bezahlbarem Wohnungsbau und viel schneller als zu olympia. Wohnungen brauchen wir doch, warum bis Olympia warten????.

Im Allgemeinen halte ich es für wichtig, dass die Planung für den neuen Abschnitt schon jetzt während des Baus des Abschnitts bis zu den Elbbrücken beginnt. Dies ist auch ein deutlicher Erfolg für die U4 im Vergleich zu den bisherigen Planung, die U4 an den Elbbrücken enden zu lassen.

Ich frage mich allerdings, weshalb man die U4 nicht gleich bis zum S-Bahnhof Veddel verlängert. In dem Fall ließe sich der S-Bahnhaltepunkt an den Elbbrücken sparen. Diese Haltestelle, das wurde ich hier schon häufiger diskutiert, lässt meines Erachtens keine attraktive Umsteigesituation zu. Außerdem liegt die Haltestelle im Gefälle und verlängert die Fahrzeit der S3. In Veddel müsste kein S-Bahnhof gebaut werden, da vorhanden.

Wenn ich allerdings die aktuelle Planungszeit beim neuen S-Bahnhalt in Ottensen betrachte, würde es mich nicht wundern, wenn die U4-Verlängerung auf den Grasbrook vor dem S-Bahnhalt an den Elbbrücken fertig ist. Vielleicht entscheidet man sich dann noch um.

Mit vielen Grüßen
Jan-Peter Heckel

Für eine gerade Verlängerung der U4 von den Elbbrücken bis zum Kleinen Grasbrook würde die oberirdische Variante besser. Zumal die U-Bahn schon kurz vor der zukünftigen Station Elbbrücken ans Sonnenlicht rollt – und dann hinter der Station wieder in den Untergrund? Hört sich nicht gut an. Man könnte die dort entstehende Station in einen Fußball oder ähnliches bauen – wäre ein Andenken an die Olympiade in Hamburg.

Wenn Hamburg sie dann tatsächlich bekommt.

Es fehlt eindeutig der Masterplan.

Es kommt mir so vor, als wird hier und dort ein paar Kilometer Gleis rangefrickelt. Hat da jemand auch mal die Gesamtfahrzeiten vom Stadtrand in die City im Blick? Das einzig Vernünftige Richtung Süden ist die S-Bahn Richtung Harburg (13 Min. ab/bis Hauptbahnhof!). Die U-Bahn fährt in Schleifen doch maximal bis Wilhelmsburg.

Eins verstehe ich nicht. Wenn sich der Senat schon gegen die Stadtbahn und für die U-Bahn entscheidet, wieso wird die U-Bahn dann wie eine Stadtbahn geplant? U- und S-Bahnen sollen entfernte Stadtteile schnell verbinden, dafür braucht es schnelle, gerade Verbindungen mit nicht zu vielen Haltepunkten. Die U4-/U5-Planungen sind nichts weiter als Stadtbahnstrecken, die für das 5-fache Geld als U-Bahn gebaut werden.

Die preiswerteste und am schnellsten zu realisierende Möglichkeit der Elbquerung ist die Umstellung der Buslinie 13 auf Stadtbahn. Dann kann man sich immer noch überlegen wo man mit der U 4 eigentlich im Endausbau hin möchte!

Eine Frage hätte ich da noch:
Würden sich die Haltestellen Veddel (S-Bahn) und Kleiner Grasbrook (U-Bahn) nicht gegenseitig kannibalisieren ?

(Sorry, ich kann diese ganze heutige U-Bahnplanerei in Hamburg nur noch mit einem Höchstmaß von Humor ertragen !)

Gruß
Mr.C

Ich vermute, dass es meistens trotzdem schneller geht, mit der S-Bahn zu fahren. Die U-Bahn macht einen Schlenker nach dem anderen, hat viel kürzere Haltestellenabstände.

Leider kann man aus Kostengründen nur noch eine U-Bahn bauen wo keiner wohnt und nicht dort wo man sie eigentlich dringend brauchen würde weil da viele Menschen leben wie z.B. eine Verlängerung in die Horner Geest.
Die Vorschläge zum U-Bahnbau werden immer absurder ( s. auch U5 – Beitrag ) aber das mit der Olympia-Bewerbung erledigt sich von selbst weil die Staustadt Hamburg weder im Individual- noch im ÖPNV überhaupt in der Lage sein wird diese Verkehrs- und Menschenmassen zu bewältigen.

Für die jetzt ansässigen Grasbrook-Betriebe gibt es noch kein Nutzungskonzept für die Zukunft und für Olympia kein Finanzierungskonzept, siehe Brandbrief des LRH von letzter Woche und ich gehe mal davon aus daß diese Mädels und Jungs rechnen können im Gegensatz zu den meisten Politikern. Den Finanzsenator lasse ich mal aus meinem Verdacht raus. Aber er ist ein leiser Typ, nicht so ein Medienbrüller.

Desweiteren kommen Dinge hinzu wie das Finanzrahmengesetz bzw. die Schuldenbremse, eine wieder aufflammende von China aktuell ausgelöste Wirtschaftskrise, gegen die 2008 eine Lachnummer war ( der Hafenumschlag dorthin geht schon jetzt zurück ), die Kosten der Migrationsflut zu bewältigen und somit die einhergehende Notwendigkeit im soz. Wohnungsbau eine weitere Schippe draufzulegen, der teure Austausch veralteter Rohrsysteme im Netz (sieht man z.Zt. überall in der Stadt ), der Bau einer neuen Köhlbrandbrücke weil die alte vor sich hinbröselt, erdrückende Pensionslasten u.v.m. nur um einige Dinge zu nennen und dies alles unter dem Szenario zurückgehender Steuereinnahmen. Boston lässt grüßen.

Träumt’ schön weiter von Olympia, die Realität holt Euch ein und wenn eines Tages an der U4-Endhaltestelle der Angestellte aus der Hafencity in die Elbe springt weil er aus Angst daß ihm in der S3/S31 sein Laptop entwendet wird dann doch lieber dort seine Fahrt beendet, ist das erreicht was maximal möglich war im Ausbau des U- und S-Bahn- Netzes.

Bei dem Streckenverlauf wird einem ja schwindelig. Wo soll es danach hingehen? Im großen Bögen nach Hammerbrook? Mindestens fünf Jahre Bauzeit für das kurze Stück?

Due U-Bahnen in Hamburg haben generell keine zu kurzen Stationsabstände, der Gegenteil ist der Fall:

Die U4 hat bspw einen mittleren Stationsabstand von 1,7km(!) zwischen Jungfernstieg und Elbbrücken, kaum weniger als eine S-Bahn – anders gesagt, diese U-Bahn fährt an Fahrgästen vorbei, statt sie mitzunehmen.

Die U4 ist i.a. eine groteske und völlig überdrehte ÖV-Planung, die wohl niemals ihren zweifelhaften Ruf als “Investorenbahn” loswerden wird. Würde sogar soweit gehen, daß sie auch niemals einen Kosten-Nutzen-Faktor > 1 erreichen wird:
Während anderenorts das modernste Bussystems des Kontinents (…) die Anforderungen an den Hamburger ÖPNV ausreichend erfüllt (bzw. angeblich erfüllen soll…), hätte es eine Metrobuslinie durch die HafenCity über die Elbe bis zur Veringstraße oder eine der beiden Insel-S-Bahnstationen Veddel/W’burg ohnehin getan. Oder?

Wird der KNF eigentlich irgendwann mal gegengecheckt!?

Ehrlich gesagt, kann ich das alles nicht recht glauben. U-Bahn zum kleinen Grasbrook und anschließend (in der Ausführung zeitgleich) die U-Bahn nach Bramfeld, vorher noch fix die U-Bahn zur Horner Geest… Ich tippe ja mal darauf, dass die Horner Geest zurückgestellt wird.

Ich bin ja mal gespannt, wie der Nachfolger von Herrn Elste zu diesen ganzen U-Bahnplanungen steht. Der neue Vorstand Herr Falk kommt ja von der BVG, wo man gerade ja negative Erfahrungen mit dem dortigen U 5 – Lückenschluss sammelt (Baukosten 220 Mio pro km). In Berlin möchten jedenfalls sowohl die Politik als auch die BVG künftig eher Straßenbahnen bauen als teuere U-Bahnen.

Die führende Partei in Hamburg wird’s schon richten, und wenn der Bürgermeister sein Basta! dazugeben muss…

Vielleicht wird ja auch eine U-S-Bahn gebaut. (Die Kurven der Buchstaben zeigen die Kurven durch die Stadt an 😉

Und immer daran denken: Alle zukünftigen Linien über Jungfernstieg und Hauptbahnhof führen, denn es rennen sich dort noch zu wenig Leute gegenseitig über den Haufen!

Oder vielleicht doch besser auch U- und S-Bahn auf Bustrassen umstellen, wie es jemand auf “Linie Fünf” vorgeschlagen hatte: Dann bräuchte man nur noch einen Verkehrsträger und wäre gleich beim großen BRT-Vorbild aus der Hauptstadt des korrupten Kokainlandes angekommen. (BRT = Dritte-Welt-BusRapidTransit)

Die U4 ist – wie hier ja schon mehrfach beschrieben wurde – tatsächlich eine Kurvenlinie. Allerdings finde ich die Kurve, die jetzt vorgestellt wurde, nicht so schlimm. Wie soll die U-Bahn den Sprung über die Elbe denn anders bewerkstelligen? Ich würde sogar noch mehr Kurven akzeptieren, wenn die U4 den Anschluss an die S-Bahn am Bahnhof Veddel bekommt. Einen S-Bahnhof Elbbrücken halte ich tatsächlich für falsch. Und dann sollte tatsächlich nach dem Veddeler Bahnhof noch eine Kurve geplant werden, um wenigstens das Reiherstiegviertel, am besten auch den Harburger Hafen anzuschließen. Auf dieser Strecke sollte die U-Bahn allerdings möglichst gerade verlaufen. Aber auch ich habe meine Zweifel, ob das alles so kommt. Der Senat plant und am Ende ist bestimmt kein Geld mehr da. Und warum mit der U5 erst nach der nächsten Bürgerschaftswahl begonnen wird, kann man sich wohl nur so erklären, dass ein neuer Senat diese Planung noch stoppen kann…und schon ist alles zerronnen…

Warum die unterirdische Variante ? So kann man auch Geld verbrennen. Oder es werden sich wie in der HafenCity wieder hanebüchene städtebauliche Argumente finden, um die Trasse mit 4 fachen Kosten unter die Erde zu bringen.
Neben dem Wachtelkönig (im Hafen eher selten) bieten sich die historischen Lagerhallen an der Dessauer Strasse an.
Oder muss man unter die Erde um das tschechische Territorium zu unterfahren ?
Das die geplanten Anwohner des Grassbrooks max. 1200 m bis zur Dessauer Strasse laufen müssen könnte ja den Grundstücks wert erheblich verringern.
Viel wichtiger wäre es die Trasse bis hinter den Spreehafen zu verlängern, um die vorhanden.Anwohner anzubinden. Die erlauben aber keine lukrativen Immobiliengeschäfte, wie das Erschließen des Nirgendwo , was die U 4 bisher auszeichnet.Deshalb wird das noch ewig Dauern.

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