Der vergessene U-Bahnhof am Hamburger Rödingsmarkt

Das berühmte U-Bahn-Viadukt zwischen Baumwall und Rödingsmarkt in Hamburg sollte vor Jahrzehnten unter die Erde verlegt werden. Laut Hochbahn wurde dafür vor 50 Jahren sogar schon ein kurzes Tunnelstück unter einem Geschäftshaus gebaut. So sah es damals auf der Baustelle aus.
Christian Hinkelmann
Der U-Bahnhof Rödingsmarkt sollte vor Jahren mitsamt der ikonischen Viaduktstrecke unter die Erde verlegt werden. (Foto: Christian Hinkelmann)
Der U-Bahnhof Rödingsmarkt sollte vor Jahren mitsamt der ikonischen Viaduktstrecke unter die Erde verlegt werden. (Foto: Christian Hinkelmann)

Das U-Bahn-Viadukt am Hamburger Hafen ist ein Klassiker im Nahverkehr und ein beliebter Touristen-Hotspot. Mehr als 110 Jahre alt. Die erste Hochbahnstrecke der Stadt. Alle drei bis fünf Minuten fährt hier ein Zug über das stählerne Gerüst an der Hafenkante. Hinter dem Rödingsmarkt verschwinden die Bahnen dann quietschend und rumpelnd im Untergrund. Es ist die steilste und engste U-Bahn-Kurve in ganz Deutschland.

Die Tunnelrampe zwischen dem U-Bahnhof Rathaus und der hochgelegenen Station am Rödingsmarkt. Innerhalb von nur 200 Metern müssen die Züge hier einen Höhenunterschied von mehr als zehn Metern überwinden. Eine Steigung von 48,3 Promille, was im Bahnverkehr extrem und im Hamburger U-Bahn-Netz ein Rekord ist. Die Belastung für Schienen und Räder ist enorm. Beides nutzt in dieser engen Kurve besonders schnell ab. Und laut ist es auch, wenn die Züge hier über die Gleise fräsen.

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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2 Antworten auf „Der vergessene U-Bahnhof am Hamburger Rödingsmarkt“

Das Gebäude-Foto in der „Fahr mit uns“ zeigt die Westseite der Straße Kleiner Bustah aus dem Großen Burstah gesehen (Blickrichtung Südwesten). Am linken Bildrand ist noch ein Teil des Hindenburghauses zu erkennen, in dem damals ein sehr großes Ladengeschäft von „Lenffer“ war.

Der Tunnel wäre irgendwann unter dem Fotografen hindurch verlaufen, hätte also zum Teil auch das am rechten Rand sichtbare Gebäude unterfahren müssen. Da dieses Gebäude schon etwas älter zu sein scheint als der für 1976 sehr moderne Neubau in der MItte, könnte m an daraus schließen, dass nach dem oben abgebildeten Planauszug die Vorleistung nur im Hinterhof des gezeigten Gebäudes lag und sich Richtung Süden bis Görttwiete erstreckte. Das wären etwa 60 Meter.

Es scheint, dass Anfang der 2010er Jahre die komplette Häuserzeile abgerissen wurde. Dann ist beim Bau der neuen Fundamente von den Vorleistungen nichts mehr übrig und könnte die Lücke am Hafen auch bebaut werden und die Freihaltung aus dem Plan gestrichen werden.

Interessant wäre aber, ob sich die Bauträger damals eine Freigabe geholt haben und die Hochbahn dazu gehört wurde – oder ob das wie am Glockengießerwall für den U4-Tunnel „vergessen“ wurde.

Sehr interessant. Von diesem Plan wusste ich noch nichts. Gut, dass er nicht umgesetzt wurde; die U-Bahn Strecke so wie sie ist -auch mit der kurvigen und steilen Fahrt am Rödingsmarkt – ist jedenfalls für Fahrgäste eine Attraktion.

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