Deutschlands meistgenutzter Bahnhof – mitten im Berufsverkehr

Geisterhafte Leere – da, wo sich sonst täglich eine halbe Million Menschen tummeln. Der Hamburger Hauptbahnhof wirkt wegen des Coronavirus wie ausgestorben. Bedrückende Fotoserie.
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Kaum Menschen auf den Bahnsteigen des Hamburger Hauptbahnhofs in Corona-Zeiten
Foto: Christian Hinkelmann

Der Hamburger Hauptbahnhof ist mit täglich knapp 550.000 Reisenden und Besuchern der meistgenutzte Bahnhof ist ganz Deutschland und rangiert auch europaweit ganz vorn. Jeden Tag fahren dort über 800 Fern- und Regionalzüge sowie rund 1.200 S-Bahnen ab.

Normalerweise schieben sich zu Spitzenzeiten solche Menschenmassen über Bahnsteige und Treppen, dass einem da schon mulmig werden kann.

Doch wegen des Coronavirus ist in diesen Tagen alles anders: Die meisten Züge fahren zwar noch, aber es gibt kaum noch Fahrgäste. Bahnsteige und Züge sind fast menschenleer. Wer kann, der meidet die Bahn derzeit.

Unser Fotoreporter war am Donnerstagnachmittag – mitten im Berufsverkehr – im Hamburger Hauptbahnhof unterwegs und hat surreal und auch bedrückende Fotos aus einer Welt mitgebracht, die vor einigen Wochen noch unmöglich erschien: Die meisten Geschäfte geschlossen, leergefegte Bahnsteige, stillstehende Rolltreppen und Menschen mit Mundschutz im Gesicht, die sich im großen Bogen gegenseitig aus dem Weg gehen…

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6 Antworten auf „Deutschlands meistgenutzter Bahnhof – mitten im Berufsverkehr“

Meine Freundin und ich waren am Dienstag am Hauptbahnhof. Wenn man bedenkt, wie brechend voll es sonst dort ist, waren wir mitten am Tag fast komplett alleine…
Nur sehr vereinzelt liefen dort ein paar Menschlein rum.
Die Situation war schon echt strange und unheimlich.

Die Zahl von 1200 Zügen bei der S-Bahn ist veraltet. Inzwischen sind es schon 1400. Bitte die aktuelle Zahl verwenden.

Gut, dass das hier einmal dokumentiert wurde. Das glauben wir vermutlich in 10 Jahren selbst nicht mehr. Ich hatte schon den Fahrradschuppen in Elmshorn gegen 7:00 Uhr morgens an einem “fast normalen” Werktag fotografiert – so leer wie sonst nur am 25. Dezember um 10:00 Uhr vormittags.

Hallo,

ich stimme zu, der Hbf Hamburg ist aktuell sehr überlastet und war sogar einmal Samstag nachts effektiv leer.

Dennoch wählen Sie hier zum vergleich den 7. August 2018 – meiner Erinnerung nach, das Bild für eine kritisierte Fehlorganisation des SEVs für drei Wochen auf der Südstrecke, welches eben zu diesen Bildern führte. Ebenso, August 2013, wo es mich jetzt nicht wundern würde, wenn dort auch wieder ein SEV gewesen war.
Das fände ich boulevardesk und verzerrent es unkommentiert so als “bessere Zeit” auszuschreiben. Wenn dem tatsächlich so war, hätte es genannt werden sollen.

Unbestritten, ist der HBF jedoch ein überlasteter Bahnhof.

VG

Das sind schon gespenstische Bilder. Ich pendele weiterhin täglich über den Hauptbahnhof und habe letzte Woche die eingefangene Stimmung empfunden. Diese Woche war wieder etwas mehr los. Auf der S3 wird es jetzt erwartungsgemäß schwierig auch nur halbwegs vernünftig Abstand zu halten, weshalb ich diese häufig habe fahren lassen und die S31 genommen habe.
Die gezeigten Bilder sind am Nachmittag gemacht, wo sich sonst der Feierabendverkehr mit dem für Freizeit, Geselligkeit, Sport, Politik usw. trifft. Morgens um halb acht sieht es schon etwas belebter aus. Aber die Jobs, z.B. in der Industrie, die so gar nicht aus dem Home-Office gehen fangen meist um 7 Uhr an, in Pflege und Logistik sogar noch eher. Zudem gibt es zum Beginn des regulären Betriebs zwischen 4 und 5 Uhr schon einen Schub, der wohl vor allem morgens Büros reinigt. Wäre interessant zu wissen, ob die mittlerweile auf üblichere Arbeitszeiten gewechselt wurden, zumal wohl die allermeisten weiter arbeitenden Firmen die Anstrengungen zur Hygiene im Betrieb deutlich verstärkt haben.
Meinen Dank an dieser Stelle an alle Triebfahrzeugführer und Fahrer, dass Ihr weiterhin fast das volle Programm fahrt! Ohne Euren Einsatz würde tatsächlich ein großes Risiko zur Ansteckung in den Öffies entstehen.
So wie derzeit geht es m.E.. Die Stadt Hamburg sollte sich aber um Abhilfe im Nadelöhr Norderelbbrücken kümmen. Und sei es, dass dort eine Kfz-Spur für den Radverkehr Veddel bis Innenstadt abgezweigt wird. Oder aber direkte (Reise-)Busse von Neuwiedental nach Othmarschen.

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