Diebsteich: Dieses Quartier wird sich in den nächsten Jahren stark verändern

In den nächsten Jahren wird sich das Quartier rund um den geplanten neuen Fernbahnhof Altona stark verändern. Die Stadt beginnt jetzt mit der Planung und hat zur Diskussion eingeladen.
Von Christian Hinkelmann
Die Stadt Hamburg will das beschauliche Diebsteich-Quartier zu einem urbanen Ort entwickeln
Die Stadt Hamburg will das beschauliche Diebsteich-Quartier zu einem urbanen Ort entwickeln

Noch sieht es an der Waidmannstraße am S-Bahnhof Diebsteich beschaulich aus: Kopfsteinpflaster, viel Grün, Wohnungen, Gewerbe.

Doch in den nächsten Jahren wird sich dieses Gebiet stark verändern. Wenn nämlich 2024 dort der neue Fernbahnhof Altona in Betrieb geht, wird das bislang eher wenig beachtete Quartier mit einem Schlag zum zentralen Eingangstor der Hansestadt.

Stadt startet mit Überplanung des Diebsteich-Areals

Aus diesem Grund hat die Stadtentwicklungsbehörde vor wenigen Wochen mit den vorbereitenden Untersuchungen für einen Umbau des rund 70 Hektar großen Areals begonnen. Das bedeutet, dass im ersten Schritt erst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht und das Gespräch mit den Betroffenen gesucht werden soll. Danach sollen dann Ziele für die anschließende Planung definiert werden.

Am vergangenen Montagabend gab es eine erste öffentliche Veranstaltung zum Thema, um die Bürger mit ins Boot zu holen. Sicher ist bis jetzt nur, dass direkt am Bahnhof zwei Hochhäuser gebaut werden solle…

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25 Antworten auf „Diebsteich: Dieses Quartier wird sich in den nächsten Jahren stark verändern“

Nahverkehr hamburg hätte auch ruhig einmal die Kritikpunkte, die auf der Veranstaltung am 7.5. in der Fabrik von den Bürgerinitiativen Prellbock-Altona, diebsteich23 und Langenfelder Signal gegen das verkehrlich völlig unsinnige Bahnhofsprojekt vorgebracht werden darstedllen können. Es wird nämloich so kommen, dass aufgrund der beengten Platzverhältnisse am Diebsteich der S-Bahnhof nur 2 Gleise haben wird, was einen Ausbau der S4 WEst und der S32 nach Osdorf verunmöglicht. Wie wenig der neue Bahnhof-Standort in das bestehende und künftige Verkehrsnetz eingebunden sien wird zeigt sich daran, dass ein U5 Haltepunkt am diebsteicherst gar nicht diskutiert wird, sondern angeblich die Verknüpfung mit der S-Bahn in Stellingen stattfindne soll.

Lieber Michael, vielen Dank für das kritische Feedback. NahverkehrHAMBURG hat in der Vergangenheit immer wieder ausführlich über Kritik am neuen Fernbahnhof Altona berichtet und dabei auch speziell die Dimensionen des geplanten neuen S-Bahnhofs sowie die Einbindung einer möglichen S4-West beleuchtet. Auch die erwähnten Initiativen gegen die Bahnhofsverlegung kamen dabei regelmäßig zu Wort. Hier ein paar Berichte zu diesen Themen:
https://test.nahverkehrhamburg.de/s-bahn-nach-elmshorn-spielt-im-neuen-bahnhof-altona-keine-rolle-3382/
https://test.nahverkehrhamburg.de/fahrgastverband-kritisiert-plaene-fuer-neuen-bahnhof-altona-3392/
https://test.nahverkehrhamburg.de/auch-bezirk-altona-kritisiert-plaene-fuer-neuen-fernbahnhof-am-diebsteich-3393/
https://test.nahverkehrhamburg.de/spiegel-bahnhofsverlegung-altona-bringt-mehr-nachteile-als-nutzen-8833/
https://test.nahverkehrhamburg.de/bauvorbereitungen-fuer-neuen-bahnhof-altona-sind-gestartet-9268/
https://test.nahverkehrhamburg.de/neuer-bahnhof-altona-stadt-haelt-vertragsdetails-geheim-9448/

Die Anwohner sind schon zu beneiden, dass ihr Viertel mit so viel Geld aufgehübscht und zugleich ihre Anbindung verbessert wird. Schön auch, dass Stadt- und Verkehrsplanung zusammen bzw. integriert angegangen werden. Vielleicht enden die “Aber da ist doch nichts”-Rufe eines Tages. Das war ja auch beim U4-Bau sehr skurril, wenn Wutbürger beklagten, dass man eine U-Bahn in die Wüste baut. Einmal in die Zukunft luschern und das Rätsels Lösung wäre nicht zu übersehen. Etwas schade erscheint mir der fehlende ZOB. Insb. für Fernbusse aus dem Norden (B4, A23, A7, B432, …) wäre das ganz charmant, um die Personen dort abzuladen, sodass sie multimodale Angebote vorfinden, um an ihr Endziel zu kommen, sofern sie nicht fußläufig bedient sind. Den ZOB beim Hbf. wird man jedenfalls nicht ewig ausbauen können und sonderlich plietsch erscheint es auch nicht, so ziemlich jeden Fernbus dort abzuwickeln (plus ein paar wenige demnächst in Fuhlsbüttel). Aber vermutlich ist die Fläche beim sehr schönen neuen Fernbahnhof Diebsteich einfach zu lütt und/oder man wollte sicher gehen, dass es nicht zu einer schädlichen Flächenumwidmung in exorbitant vielen Jahren kommt. Das wäre sehr weitsichtig.

Außer das er seine (nur von ihm) heißgeliebten Busse wieder irgendwo unterbringen will, bin ich dieses Mal mit Lokstedter wirklich einverstanden. Eine Stadt ist nun mal da um sich weiterzuentwickeln. In den 90er Jahren haben sich alle (inklusive Zeitungen und Journalisten) beklagt, daß Hamburg das Potenzial hätte um im Range von aufsteigenden Städten wie Barcelona oder Madrid mitzuspielen, und nichts getan wird. Heute, wo wirklich von Seiten der Stadt viel geplant und tatsächlich gebaut und umgebaut wird, beklagen sich alle, daß das Bestehende nicht so gelassen wird wie es ist. Das Viertel um den Diebsteich herum zählt nun wirklich nicht gerade zu den attraktivsten, trotz der zentralen Lage (brachliegende ehemalige Bahnanlagen, Schmierereien an allen Wänden,…). Da kann man sich doch eigentlich nur freuen, daß daraus etwas gemacht wird und zum Wohnen und Arbeiten hergerichtet wird. Das gleiche gilt auch für die Hafencity: wozu sollte man die seit Jahrzehnten brachliegenden Hafenanlagen nutzen ? Die Elbe ist an der Stelle nicht mehr tief und breit genug für die Containerriesen, ein Wohn- und Arbeitsviertel ist doch dementsprechend ideal, und das in zentralster Lage, zumal die Menschen gerne am Wasser leben und flanieren. Sein wir doch mal ehrlich, wer hat früher die Speicherstadt besichtigt ? Heute wird dieses historisch wertvolle Ensemble von der ganzen Welt besucht und gesehen. Ich hatte mich 2003, am Anfang des Baus der Hafencity auch kritisch gegenüber dem Direktor des Museums für Kunst und Geschichte während einer Jugendstiltour durch Brüssel ausgelassen, und der hat mir geantwortet “Würden wir dort schöne klassische Villen bauen, würden wir von Anfang an eine tote Schlafstadt bauen, mit der Extravaganz der modernen Bauten kommt die ganze Welt dorthin um sich das anzusehen…”. Wie recht er doch hatte !

Lokstedter

Und was macht man mit den Pendlern die kommend mit der S1 aus Richtung Wedel laut HVV Fahrplanauskunft bis zu 24 Minuten längere Wegezeiten Nebenzeiten brauchen, haben sie das schon mal für eine Woche, Monat oder Jahr umgerechnet?
Natürlich gibt es noch viele andere Pendler die mit Busen zum alten Altonaer Bahnhof kommen, alle brauchen wesentlich längere Fahrtzeiten.

Wie schon anderweitig geschrieben: Ich selber werde geradezu genötigt die Linken ( die ich eigentlich nie wählen würde) zu wählen, weil sie die einzigen sind, die dagegen angehen, mit den anderen Politikern ist es nicht mehr möglich über dieses Thema zu sprechen.

Bin am Überlegen ob ich mir dann ein Minifahrrad zulege, darf auch in der Bahn mitgenommen werden, dann könnte ich von Altona schnell umsteigen und weiter nach Diebsteich fahren, aber eben auch gefährlich, siehe vor kurzem in Eimsbüttel wo sie wieder eine Fahrradfahrerin totgefahren haben, und bei jedem Wetter macht Fahrradfahren auch kein Spaß, mir zumindest.

Hamburg sollte sich was einfallen lassen das es Spaß macht im Hauptbahnhof umzusteigen, die Bahnsteige sind manchmal so voll das man schon bis zu 5 Minuten braucht nur um zu den Treppen zu kommen. Es ist sogar schon passiert das die S-Bahn nicht alle Leute mitnehmen konnte, so voll war sie, und das bei den mit teuersten Fahrpreisen in der Welt.

Ist der Hauptbahnhof nicht ein Durchgangsbahnhof, oder warum wird er als Sackbahnhof von so vielen Nahverkehrszügen benutzt, oder haben wir in Hamburg zu viele Personen/Planer die das nicht in die Reihe hinbekommen.

Berlin und München haben noch einige andere größere Bahnhöfe, hier in Hamburg gibt es nur den Harburger und den Altonaer Bahnhof, sonst konzentriert sich alles um den Hauptbahnhof, so wie der neue Bahnhof Diebsteich geplant ist, wird er nicht die Kapazität des alten Bahnhofs erreichen.

München hat/hatte wahrscheinlich auch die besseren Politiker, was die in den letzten 50 Jahren an Schienenkilometern für den ÖPNV erreicht haben, mein Kompliment, sollte dort der Sackbahnhof nicht auch verschwinden, die Münchener sind zufrieden damit das kein neuer Bahnhof errichtet wurde, geben das Geld wohl für nützlichere Dinge aus.
Alleine die Tram dort hat schon fast so viele Schienenkilometern wie in Hamburg die U-Bahn, auch wenn noch einiges fehlt.

Wenn im neuen Bahnhof D. mal ein Zug liegen bleibt, da hat man sich gleich wieder ein Engpass eingehandelt, dolle Planung,
Zukunftsweisend, oder sollen die S1, S32, U5 und viele Buslinien alle über Diebsteich geführt werden?

Als Alternative kommt für mich wenn ich dann umsteigen muss noch das Auto in Frage, ich hoffe deshalb das unsere guten Politiker für viele Parkplätze um den neuen Bahnhof Diebsteich sorgen, Kleingärten und Friedhof platt machen, dann ist auch genügend Fläche vorhanden.

Sagen unsere Politiker nicht immer das wir vom Auto in den ÖVP umsteigen sollen, oder habe ich etwas Missverstanden?

Angelito: mir ist das Problem nicht ganz klar. Es wird der Fernbahnhof verlegt. Und wie kommen Sie auf 24 Minuten für alle S1-Fahrer westlich des Altonaer Bahnhofs (alt)? Wo sollen die stehen und wo wollen sie hin? Und worauf beziehen sich Ihre “Kapazitäten”? Nah- und Fernverkehr zusammen? Man sollte nicht alles glauben, was in irgendwelchen Blogs steht. Altona (alt) verliert keine Nahverkehrskapazitäten, während Altona (neu) für den Schienenpersonenfernverkehr ertüchtigt wird und zugleich eine bessere äußere Erschließung (im Vergleich zu heute) bekommt. Da geht nichts verloren.

Das Problem am Hbf kenne ich auch und meide ihn in der HVZ möglichst, wenn es ohne größere Verzögerung geht. Jungfernstieg ist da häufig entspannter und Dammtor sowieso. Auto kommt da für mich nicht in Frage. Dauert viel zu lange und ich empfinde kein Fahrvergnügen, wenn ich im Stau stehe. Im wunderbaren 5er mit Buch in der Hand ist es hingegen okay.

Um mich da mal einzumischen. Ganz einfach. Wenn ich von Bahrenfeld nach sylt etc. möche, also vom westen hamburgs in den nordwesten sh und umgekehrt, braucht man wesentlich länger, betrifft ja auch die busse.

Wesentlich länger? Sie werden nur die Wartezeit + die Fahrtzeit länger brauchen, gleichzeitig wird Altona je Stunde aber auch einen Berufspendlerzug in Richtung Pinneberg und zurück gewinnen, da zukünftig beide Züge in Altona halten werden, vielleicht werden sogar beide am Hauptbahnhof starten.

Aber ich denke Ihre Fahrt nach Altona bildet nur eine Ausnahme.

Ich weiß nicht warum man immer auf Züge spekuliert, welche liegen bleiben können, insbesondere bei der S-Bahn.

Man muss nur einmal auf die andere Seite der Elbe gucken, der Harburger S-Bahnhof hat ebenfalls nur 2 Gleise für die S-Bahn und erst am Bahnhof Harburg-Rathaus findet man 3 Gleise, aber auch nur weil dort einige Züge enden, was beim Bahnhof Diebsteich nicht der Fall sein wird.

Auch sollte man sich die Frage stellen, warum aus Richtung Wedel sich die Fahrzeiten für Pendler verlängern sollte, sicherlich nur wenn der Pendler außerhalb von Hamburg arbeitet, z.B. in Itzehoe.

Eine Direktverbindung Bahrenfeld – Holstenstraße (unter Umgehung des Bahnhofs Altona) ist eigentlich seit Jahrzehnten überfällig, würde die Fahrzeit von Blankenese nach Sternschanze, Dammtor, Hauptbahnhof und darüber hinaus um gut 10 Minuten verkürzen. Das ganze am besten mit einem Turmbahnhof / Kreuzungsbahnhof dort wo diese Direktverbindung die City-S-Bahn kreuzt, und schon hat man eine ganz korrekte Anbindung von Blankenese nach Diebsteich und eine zentrale Haltestelle für den neuen Stadtteil Altona Neue Mitte.
Beides hat es übrigens schon einmal gegeben : Während des Umbaus des Bahnhofes Altona 1977-78 gab es S-Bahnzüge, die direkt von Holstenstraße nach Bahrenfeld und umgekehrt fuhren, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (also vor der Elektrifizierung der Stadt- und Vorortbahn) gab es eine kleine Haltestelle “Kreuzweg”, die genau dort lag, wo der neue Kreuzungsbahnhof entstehen könnte.

Berechtigte Kritik ist jedoch, daß der S-Bahnteil nicht 4-gleisig ausgebaut wird, um zukünftige Linien aufnehmen zu können und vernünftige Umsteigemöglichkeiten zwischen den Zügen der City-S-Bahn und der Verbindungsbahn à la Hauptbahnhof geschaffen werden.

Sicher, aber mich deucht, den Veränderungsgegnern geht’s nicht darum, dass Diebsteich noch größer wird. Ich selbst fände weitere Gleise für die Zukunft auch sinnvoll, aber betrachte es erst einmal holistisch. Sprich, erscheinen die zusammenhängende Projekte als Endergebnis wie eine deutliche Verbesserung — und falls ja, sind die Kosten verhältnismäßig — oder nicht? Und da bin ich sehr optimistisch, dass da ein vernünftiges Ergebnis bei rumkommt. Dass die Stadt nochmal Geld in die Hand nimmt, um den Bahnhof attraktiver zu gestalten, halte ich auch für sinnvoll (und nicht als Aufgabe der Bahn). Aber ja, der geliebte Bus darf niemals fehlen 😉

Ist das jetzt Ironie, meinen Sie das ernst, oder ne Mischung?

Wo da jetzt Stadt- und Verkehrsplanung integtriert stattfinden soll, sehe ich nicht. Die Bahn hat entschieden, bekommt Geld für einen alten Bahnhof, welchen sie dafür nicht teuer sanieren muss.
Es ist nur späte Reaktion auf Entscheidungen, keine integrierte Planung. Und was die Stadt da jetzt genau will erschließt sich mir bislang auch nicht ganz: Es soll sich entwickeln und lebendiger werden, gleichzeitig soll es beschaulich bleiben, weil man kein Bahnhofsviertel will. Es soll sich deutlich verändern, gleichzeitig soll niemand und vor allem kein Gewerbe verdrängt werden. Das ist doch alles jenseits von Gut und Böse, aus meiner Sicht.
Die Bewohner haben in erster Linie die nächsten Jahre Baustellen vor der Tür. Wenn alles feritg ist, werden wohl einige wegziehen müssen, da mit der “besseren Anbindung” und dank der jetzt schon sicherlich laufenden Immobilienspekulation die Miet- und Kaufpreise nochmal deutlich nach Oben gehen werden.
Und für mich ist es mehr als schade, dass da kein ZOB hinkommt. Ohne gute Anbindung und ohne Querverbindungen, macht der Bahnhof aus meiner Sicht keinen wirklichen Sinn. Dann wird es nämlich kein Eingangstor für Hamburg, sondern ein untergenutzter Fernbahnhof in B-Lage.
Vielleicht macht ja Flixbus bald einen Halt am jetzigen Bahnhof Altona auf. Dann kann die Stadt in Zukunft neue Konzepte gestalten wie Altona Neu und Alt besser verunden werden können.

Ist eigentlich recht einfach. Die ganze Verlagerung ist ein Raumentwicklungsprojekt. Es wird nämlich nicht nur der Fernverkehr durch einen Durchgangsbahnhof optimiert, sondern eben auch Stadtentwicklung betrieben; ob bei der Neuen Mitte Altona, die u.a. auf ehemaligen Bahnarealen steht, als auch das Umfeld beim Diebsteich, welches revitalisiert wird durch neuen Wohnraum und Platz für Gewerbe. Zur Zeit ist der Bahnhof und sein Umfeld ja so attraktiv wie die Stationen Eidelstedt oder Elbgaustraße. Tun Sie sich das mal an, steigen Sie dort aus und gehen in irgendeine Richtung fünf Minuten spazieren. Schön ist das nicht. Verdrängen kann man da ja kaum jemanden

Und natürlich ist das nicht A-Lage und wird es nicht — soll es ja auch gar nicht. Dafür gibt’s den Hbf., der durch mehrere B-Lage-Bahnhöfe entlastet wird. Sicherlich wird spekuliert; das wird mit jedem Quadratmeter in der Stadt. Deshalb hat die öffentliche Hand ja bereits, wie im Artikel steht, einige Flächen aufgekauft. Dass man da nun keine zweite Hafencity hinhaut, wofür es aus meiner Sicht auch gar keine Nachfrage geben würde, ist doch nun kein Kritikpunkt oder eine Aufforderung, gar nichts zu unternehmen, um die wachsende Stadt anzupassen. Urbane Räume leben eben von Dynamik und sind keine Naturschutzgebiete für veraltete Geschäftsmodelle.

Flixbus als Verbindung von Altona alt und neu ist unwahrscheinlich. Das Gesetz lässt keine Strecken unter 50 km zu, weil Fernbusse nicht mit dem Nahverkehr konkurrieren dürfen. Möglich wäre eine längere Strecke, z.B. bis nach Flensburg. Aber wer kauft sich in Altona ein Ticket für Flensburg, wenn er zum Diebsteich will bzw. dort einfach rausspringt? Gut, ich habe ja schon mitbekommen, dass für manch einen in Ottensen 1,9km gefühlt das andere Stadtende sind oder vielleicht sogar weit draußen im Outback, aber daran muss man sich ja nicht orientieren…

Genau das glaube ich nicht so ganz, auch wenn es immer wieder so verkauft wird. Ich meine zuerst war da die Idee der DB in den 1990er Jahren den Bahnhof zu verlagern, dann erst wurde der Stadt langsam bewusst, dass man da was machen muss bzw. dieses Projekt für sich nutzen kann. Eigentlich sind Bahnhofsverlegung und die umliegende Stadtentwicklung getrennte Geschichten. Nicht nur rechtlich / technisch, sondern schon von der Idee, Problemdefinition, Motivation etc. her.
Für die DB ist es eine betriebswirtschaftliche Überlegung, nicht mehr und nicht weniger. Die haben analysiert, was der Neubau kostet, welche betriebstechnischen Vorteile es gibt dort vs. was kostet eine Instandsetzung von Altona-Alt. Direkte Erreichbarkeit und Pendlerströme waren hierbei offensichtlich nicht so wichtig.
Der Senat wiederum befand sich insbesondere in den späten 2000ern in einer schlechten Lage bezüglich der Recht-auf-Stadt- und der Verdrängungsdebatten. Auch zur Bürgerschaftswahl 2011 standen die Themen Mietpreissteigerung und Gentrifizierung im Vordergrund. Vor allem die SPD mit Scholz war gut darin den Diskurs aufzugreifen und in ein Wahlprogramm zu übersetzen. Der Grundidee: Wohnungsbau, massenhaft, durch privat-öffentliche Allianzen, damit ein Überschuss beim Neubau entsteht, der durch Verlagerungen von Einwohnern vor allem preisgünstigen Altbau entlastet. Dies wurde gewürzt mit der Idee wieder mehr in sozialen Wohnungsbau zu investieren. Gentrifizierungsproblem gelöst! Es ist hierbei eigentlich egal, ob das was bringt, ob da tatsächlich genug Wohnungen gebaut werden aber es war eine verdammt gute Werbestrategie, weil es eine einfache Formel ist. Und die Mitte Altona passte da sehr gut rein, um diese neue Politik beispielhaft vorzuführen. Über 3.000 Wohnungen, Schule und Gewerbe hören sich ja ganz nett an. Dass sich das Projekt wahrscheinlich über 20 Jahre erstrecken würde und eine Verlagerung noch nicht endgültig beschlossen wurde, war nicht so relevant für den Moment. So zog der Senat die Planungen an sich, bezeichnete Mitte Altona als zweitwichtigstes Projekt nach der Hafen City und sprach sich auch eher für die Verlagerung aus. Die Stadt hatte aber offensichtlich nur mittelmäßiges Interesse daran, was dann genau am Diebsteich passieren würde. Schließlich konnte man sich nicht sicher sein, ob und wann die Verlagerung passiert.
Als dann die DB 2014 für sich entschied die Verlagerung durchzuführen, begann beim Senat erst der richtige Denkprozess. Und offensichtlich waren viele mit den Planungen der DB nicht so ganz zufrieden. “Hundehütte” (nicht werbewirksam für Hamburg), keine gute Verbindung für Radfahrer usw. Jetzt plötzlich äußerte die Stadt konkrete Forderungen an eine Entwicklung und setzte sich auch inhaltlich mit den Plänen der DB auseinander. Die Behörde für Stadtentwicklung war auch ein Einwender bei der Planfeststellung. Und auch die Entwicklung des Umfeldes wurde jetzt erst in Angriff genommen. Obwohl die Preise mit Sicherheit bereits mit der Bekanntgabe der DB kräftig stiegen, schließlich wurde der Diebsteich damit endgültig zum Bauerwartungsland, begann man erst jetzt mit Untersuchungen nach BauGB und mit dem Aufkauf von Grundstücken. Die Stadt ist aus meiner Sicht also verdammt spät dran. (Wobei der Bezirk schon 2010 konkrete Entwicklungen durchgespielt hat)
Man versucht das Projekt jetzt irgendwie in das politische Programm der Wachsenden Stadt einzupflegen. Auf der einen Seite, soll der neue Bahnhof als großer neuer Impulsgeber, inklusive Hochhaus verkauft werden, auf der anderen Seite möchte man Erwartungen nicht zu hoch schrauben bzw. Anwohner und Firmen nicht beunruhigen. So lese ich die Planungen zumindest.
Für mich ging da nichts Hand in Hand, ist es keine ganzheitliche Raumentwicklung. Ich erkenne da keine besonders schlaue Strategie hinter. Nicht in Bezug auf den Verkehr, nicht im Hinblick auf die Stadtentwicklung allgemein. Die Stadt geht es nicht offensiv an, sondern fährt auf Sicht und reagiert auf Ereignisse. Vor allem deswegen bin ich nicht so begeistert von dem ganzen Projekt und klopfe der Stadt nicht auf die Schulter.
Zugegeben: Vielleicht wird es ja in 20 Jahren ein ganz nettes Viertel, das will ich gar nicht bestreiten. Ich muss auch sagen, dass ich nichts dagegen habe, wenn innenstadtnahe Gebiete dichter besiedelt werden. Ich hoffe auch ehrlich, dass da dann Platz für verschiedene Einkommen sein wird und nicht nur für Leute, die deutlich mehr als 2.000 Euro netto im Monat verdienen.
Aber wenn da was Gutes bei rumkommt, dann wird es nicht aufgrund der Politik des Senats passieren, sondern entgegen des Senats. Und auch wenn es keine Katastrophe zur Folge haben wird, der Fern- und Regioverkehr wird im Hamburger Westen eher geschwächt als gestärkt, der Hbf wird höchstwahrscheinlich mehr belastet und das gewachsene Zentrum Altonas verliert eine wichtige Funktion.

Man mag zu Diebsteich stehen, wie man will; Michael Jung natürlich wie immer dagegen. Auf meiner Wunschliste steht ganz oben, dass den Schmierfinken das Handwerk gelegt wird, und sie ihre Sudeleien nicht gleich wieder an einem neuen Bahnhofsgebäude anbringen können, so wie sie die jetzige Umgebung von Diebsteich verschandelt haben.

Ich weiß gar nicht, was diese vorbereitenden Untersuchungen sollen: Die gibt es schon!!!!!!!!!!
Auch was die Bürger wollen, ist längst abgefragt und dokumentiert. Alles nachlesbar unter: http://www.hamburg.de/altona/zukunftsplan-altona/ . Diese Planung hat den Bezirk seinerzeit mehr als 250.000 Euro gekostet. Die Bezirkspolitik hat den Bürgern zugesichert die Ergebnisse zu berücksichtigen.
Für den Bereich östlich des Bahnhofs Diebsteig sind die Vorentwürfe so konkret, daß diese einfach in B-Pläne umgesetzt werden können. Es läuft also mal wieder darauf hinaus, dass der Bürger wissentlich nicht mitgenommen werden soll, der Planungsprozess seinerzeit nur eine Beruhigungspille für die aufgebrachten Bürger war.

Zur fehlenden Ausbaumöglichkeit der S-Bahn möchte ich auf die letzten 3 Bilder verweisen. Bei dem Wasserkanal handelt es sich um den abgesoffenen Trog der alten Postbahn (die Pumpen laufen nicht, bzw. sind kaputt oder der Strom war zu teuer). Dieser Trog ist in der Minus-1-Ebene und bietet sich damit als Ausbaumöglichkeit für 2 weitere S-Bahngleise (im Zweifel also mindestens 2 neue S-Bahn-Linien) an. Man muss nur in der Untergeschossebene der neuen Gebäude den Rohbau für einen S-Bahnhof vorsehen (man kann diesen Rohbau ja so gestalten, dass er bis zum Ausbaubeschluss anderweitig nutzbar ist. Wichtig ist nur, dass dieser Rohbau groß genug ist um neben einer Schallisolierung auch eine vom Rest des Gebäudes abgekoppelte Beton-Röhre für einen S-Bahnhof nebst Zugängen nachträglich einzubauen.

Endlich einmal wird es angesprochen, die alten Postzufahrtswege im “Trog”. Sie ließen sich prima für einen späteren S-Bahn Ausbau einbinden als Ausfädelung der S4 West (Fernbahngleise direkt daneben), sowie optional einen zusätzlichen Abzweig , mit Unterquerung der Fernbahngleise in Richtung Arenen, auf deren Höhe man mit der Unterquerung wieder gut an die Oberfläche käme, und danach weiter in Richtung Lurup und Osdorf. Vorausgesetzt, wie Carlos Kater richtig anmerkte, das EG in Altona Nord würde einen unterirdischen S-Bahnhof als Bauvorleistung in Ebene -1 bekommen ( logische “Verlängerung” des “Troges”).
So würde “das Konstrukt” neuer Fernbahnhof Altona einen (!) nahverkehrstechnischen Sinn ergeben.

Soviel von einem “Hamburger”, der seit 50 Jahren in München lebt, aber die Entwicklung, gerade auf der Schiene, brennend weiterverfolgt und Euch ” da oben” alles Gute wünscht.

Peter, München

Dabei gilt aber die genaue Richtung des Verlaufes zu prüfen. Gen Westen ist es ja kein Problem, da es aber auch keine Sackgasse werden, so müssten man gen Osten gucken. Daher müsste man das Postzentrum und die Metro abreißen, jedenfalls aber ersteres.

Vergessen Sie mal diese Minus-1-Idee. Den Bahnhof auf blauen Dunst zweistöckig zu bauen, wäre erstens wirtschaftlich unsinnig. Egal, ob es da Tröge gibt oder nicht. Denn, zweitens, sind die querenden Erschließungen (Fußgängertunnel, Straßen weiter südlich…) im Weg und machen diese Idee unerschwinglich.

Was von den Kritikern häufig übersehen wird: Mit dem neuen Bahnhof bekommt auch das dichtbesiedelte Eimsbüttel einen nahegelegenen Bahnanschluss. Die Osterstraße liegt näher am neuen Bahnhof, als der alte Bahnhof Altona!

Bisher liegt der Diebsteich aber im toten Winkel. Kaum ein Eimsbütteler verirrt sich dorthin – auch, weil die Autoschneise Kieler Straße dazwischen liegt. Und wenn nicht gerade ein paar Büsche und Bäume die Tristesse verdecken, ist die Ostseite der heutigen S-Bahnstation ein ziemlich unattraktiver Ort.

Mit dem neuen Bahnhof und dem geplanten Stadtquartier werden sich völlig neue Verkehrsbeziehungen zwischen Altona/Ottensen/Bahrenfeld und Eimsbüttel ergeben. Zumindest wird es neue Buslinien geben. Und langfristig wird wahrscheinlich sogar der Verkehrslärm der Kieler Straße gebändigt, wenn auf dieser Achse das Interesse an attraktiven Rad- und Fußwegen wächst.

Da kommt ja eine neue Veloroute von der Sternschanze Richtung Volkspark.
Die wird aber nicht unter den Gleisen in einem Tunnel geführt, sondern Veloisten müssen den Umweg über die Plöner Straße Brücke fahren. Bergauf, Bergab. Zwischen 4 neuen Buslinien und einer neuen Durchgangsstraße. Die schlappen 400 m sinnloser Umweg halten Hamburgs Radfahrer fit. Oder verleiten zum Fahren im Fußgängertunnel.
Wieder mal die Kosten für einen Tunnel gespart. Hauptsache der Büroturm wird geil hoch.

Habe mir die Diskussionsbeiträge genau durchgelesen und muss leider feststellen:
Der Artikel seitens des Kollegen Hinckelmann macht um die wesentlichen Fragen einen Bogen:
1.Was kostet das ?
Die Experten sagen: alles zusammen 1000 Mio€
Und Altona zu sanieren: höchstens 1/3
2.Was wird da auf die BürgerInnen 5 Jahre an Baulärm, Staub, Sperrungen, S-Bahn Diebsteich 1 Jahr nicht vorhanden, etc. zu kommen?
Was sind da noch für Bauvorhaben: Sternbürcke sanieren, etc.
Bei einer Sanierung von Altona kann ganz anders vorgegangen werden, und es ist sehr viel Co2 ärmer und ökologischer.Das sagt sogar die Deutsche Bahn!!!
3.Diebsteich bleibt als F+R Bahnhof eine Hundehütte. Und die Glitzertürme des Herrn Barth können das nicht verdecken.
Und die Kapazität wird eingeschränkt, Hauptbahnhof bekommt noch mehr Fahrgäste und Dammtor ist als F+R Bahnhof in Gefahr.
Ich finde es zusammengefasst schon fast mehr als unseriös, dass ein exakter Vergelich:
Diebsteich zu jetzt Altona niemand ausser Prellbock wagt.
SPD, grüne, Nahverkehr alle machen um einen exakten Vergleich einen Tieftauchgang.
Senat, SPD und Grüne verweigern sich der Diskussion.
Auf http://www.ilovealtona.org derr SPD Altona war der häufigste Wunsch: Bahnhof Altona erhalten und modernisieren

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