Diese provisorische Fahrradstraße baut Hamburg um US-Konsulat herum

Jahrelang hat Hamburg vergeblich darauf gewartet, dass die USA ihr Konsulat an der Alster aufgeben und Platz für eine breite Fahrradstraße machen. Jetzt baut die Stadt einfach drumherum.
Von Matthias Schinck
Das US-Generalkonsulat am Alsterufer. Die Flagge auf Halbmast in Gedenken für 500.000 Corona-Opfer in den vereinigten Staaten.
Das US-Generalkonsulat am Alsterufer. Die Flagge auf Halbmast in Gedenken für 500.000 Corona-Opfer in den vereinigten Staaten.
Foto: Matthias Schinck

Die Stadt Hamburg investiert weiter in das Radwegenetz. Die Fahrradachse zwischen Rathaus und Alsterdorf, die Veloroute 4, wird seit Jahren Stück für Stück ausgebaut.

Zuletzt wurde im vergangenen Jahr die Krugkoppelbrücke saniert, die an der Nordseite der Außenalster zwischen Hamburg-Harvestehude und Winterhude die Alster überspannt. Durch die Verlängerung der Fahrradstraße im Harvestehuder Weg bis zur Krugkoppel und die Anlage von Fahrradstreifen im Straßenzug Krugkoppel/Fernsicht wurden die Radwege verbessert. Dort steht auch eine der meist frequentierten Zählstellen für Radfahrer:innen in ganz Hamburg, die zeigt, wie dringend eine Verbesserung des Radwegenetzes war und ist (siehe hier). 

Der bis dato einzige “Schönheitsfehler” auf der gesamten Veloroute zwischen Innenstadt und Alsterdorf ist die Absperrung um das US-Generalkonsulat am Westufer der Außenalster. Dort endet die von Norden kommende gut ausgebaute Veloroute an einem Zaun, der vor 20 Jahren nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erreicht worden war und die gesamte Straße versperrt. Radfahrende und Fußgänger:innen müssen auf einem schmalen Weg um das eingezäunte Straßenstück herumlaufen, bzw. -fahren.

Karte: Hier sollte die Fahrradstraße ursprünglich gebaut werden, sobald das US-Konsulat von der Alster wegzieht.
Matthias Schinck Karte: Hier sollte die Fahrradstraße ursprünglich gebaut werden, sobald das US-Konsulat von der Alster wegzieht.

Seit Jahren will die Stadt Hamburg dieses Ärgernis beseitigen und die von Norden kommende Fahrradstraße am US-Konsulat vorbei bis zur Alsterglacis verlängern, doch dafür muss erst das Konsulat mitsamt dem Zaun verschwinden.

Eigentlich hatten die USA so einen Wegzug schon vor Jahren angekündigt, was bislang aber nicht geschah. 

So soll der neue Radweg am Konsulat aussehen

Doch seit einigen Wochen wird direkt vor dem US-Konsulat tatsächlich gebuddelt. Realisieren die Amerikaner nun endlich ihr Vorhaben und ziehen aus dem “Weißen Haus an der Alster” in die HafenCity und machen somit den Weg frei für eine Fahrradstraße?

Nein, erst einmal nicht. Zwar hat das US-Generalkonsulat bereits Räume im Amundsenhaus in der Straße Kehrwieder 8-12 angemietet. Das Amundsenhaus, das zum Gebäudekomplex des Hanseatic Trade Centers gehört, ist im Besitz der R+V Versicherung. Tanja Gorr, Pressesprecherin der R+V bestätigte gegenüber NAHVERKEHR HAMBURG die Anmietung. Aber ob die Räume nur zusätzlich zu dem bestehenden Konsulat genutzt werden, weiß auch die R+V Versicherung nicht. „Wir können nicht sagen, wann und wie das Konsulat die Räume bezieht“, sagte Gorr.

Genaueres weiß auch die Verkehrsbehörde nicht zu sagen. Auf die Frage von NAHVERKEHR HAMBURG, wann und wie die Pläne für den Alsterradweg konkret umgesetzt werden sollen, sagte Behördensprecher Dennis Heinert: „…

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3 Antworten auf „Diese provisorische Fahrradstraße baut Hamburg um US-Konsulat herum“

Also ich finde die Planung wirklich gut, solange das Konsulat da ist sehe ich keine bessere Lösung.

(Und demenstprechend finde ich den Kommentar von Dirk Lau von ADFC auch total daneben. Man stelle sich mal vor die adelöhr am Generalkonsulat nicht wirklich attraktiv. „Vielleicht muss die Verkehrsbehörde hätte vorgeschlagen irgendwas am Mittelweg zu machen und das Alterufer so zu lassen wie es jetzt ist – jede Wette da hätte der ADFC laut geschrien dass das so nicht geht!)

Die jetzt gefundenen Lösung hätte man schon vor 10 Jahren realisieren können. Aber Hamburg will in allem immer den Mercedes haben, plant dafür ewig und bekommt realtiv wenig realisiert. Für die Radler ist dieser Engpass nicht der Schlimmste. Viel schlimmer ist der schlechte Radwegebelag auf der Kennedy-Brücke und der zu schmale Radweg am Ostufer der Alster. Dort schafft man es noch nicht einmal, durch regelmäßigen Grünschnitt die volle Breite des Radweges zu nutzen. Ferner ist man nicht in der Lage durch Fahrbahnmarkierungen (durchgezonene Linie in der Mitte) auf dem Radweg sicherzustellen, dass an unübersichtlichen Stellen auf dem Radweg nicht überholt wird, da dies ein Zweirichtungsradweg ist. So kommt es dort häufig zu Unfällen weil der Gegenverkehr in der Mitte oder auf der falschen Seite des Radweges fährt.

Das hätte man vor dem Bau des Gebäudes im Jahre 1882 schon bedenken müssen!!!

Vor allem mit Blick darauf, dass der Umzug 2014 bekannt wurde und es bis heute keinen Termin gibt. Das wussten schon unsere Vorfahren, aber da man nur Hamburg kennt, lässt sich sagen: typisch Hamburg, das gibt’s sonst nirgendwo auf der Welt.

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