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Doch kein paralleler Baustart bei der neuen U5?

SPD und Grüne haben es bei den Koalitionsverhandlungen im Frühjahr als großen Erfolg gefeiert: Planung und Bau der neuen U-Bahnlinie U5 sollen beschleunigt werden, indem von beiden Linienenden aus möglichst parallel Richtung Innenstadt gebuddelt wird. Doch aktuell sehen die Planungen nicht danach aus. Derzeit liegen mindestens fünf Jahre zwischen den avisierten Baustarts in Bramfeld und Osdorf.
Christian Hinkelmann
Fotomontage: Ein Zug der Linie U5 Richtung Osdorf
Fotomontage: Ein Zug der Linie U5 Richtung Osdorf

Montag, 9. März 2015 im Hamburger Rathaus: SPD und Grüne verkünden nach tagelangen Koalitionsverhandlungen einen Durchbruch in der Verkehrspolitik: Es wird keine Stadtbahn gebaut – dafür soll der Bau der neuen U-Bahn-Linie U5 beschleunigt werden, in dem der Tunnel von den beiden Streckenenden in Bramfeld und Osdorf aus möglichst parallel Richtung Innenstadt gegraben wird. „Wir haben uns das technisch erläutern lassen. Diese Schildvortriebsmaschinen kann man sich ein halbes oder ein Jahr zeitversetzt liefern lassen und das ist der entscheidende Fortschritt, den wir erzielt haben“, so SPD-Fraktionschef Andreas Dressel damals (siehe hier).

Und im fertigen Koalitionsvertrag hieß es ein paar Tage später: „Um einen zügigen Ausbau zu gewährleisten, werden wir sowohl im Osten als auch im Westen der Stadt mit den Planungen und in der Folge mit den Bauarbeiten möglichst parallel beginnen.“

Doch gut ein halbes Jahr später spricht noch nicht viel dafür. Nach aktuellen Planungen des Senats soll am östlichen Linienende in Bramfeld zwar ab 2021 gebaut werden, am anderen Ende in Osdorf steht aber noch nicht einmal fest, ob die U5 je dorthin kommen wird oder ob eine S-Bahn die bessere Alternative wäre. Baubeginn soll nach jüngsten Senatsangaben irgendwann zwischen 2026 und 2027 sein – also mindestens fünf Jahre nachdem der Tunnelbohrer in Bramfeld losgelegt hat (siehe hier).

Ist das Versprechen im rot-grünen Koalitionsvertrag damit gebrochen?

So sieht es zumindest der verkehrspolitische Sprecher der Ha…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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18 Antworten auf „Doch kein paralleler Baustart bei der neuen U5?“

Mit dem Nein zu Olympia haben sich leider auch die meisten Verkehrsprojekte in Hamburg erledigt. Die U5 wird sicher nicht kommen, die S4 auch nicht. Ja, wahrscheinlich wird die Haltestelle Oldenfelde gebaut, ja evtl, wird auch die U4 Richtung Horner Geest ausgefädelt und vielleicht übernimmt die S21 die Strecke der AKN, wobei der Vorteil dieser Streckenübernahme keine Ausweitung des Hamburger Nahverkehrs wäre. Also werden wir auch in 50 Jahren noch in überfüllten Bussen im Stau stehen. Schade, Hamburg. Es läuft einfach nicht(s)…,,

@ Fred, Holger & Josef :
Anscheinend wird diese Idee aus Kapazitätsgründen verworfen. Ich hatte bereits vor über 10 Jahren (damals war die Ausfädelung der Bramfelder Strecke aus der U3 noch aktuell) im Hochbahnhaus nachgefragt, warum man die Bramfelder U-Bahn nicht hinter Alter Teichweg unterirdisch Richtung Habichtstraße, Steilshoop und Bramfeld plant und stattdessen die U3 in die Walddörfer schickt. Man hat mir geantwortet, daß 1) die U3 nicht in der Lage wäre, die Fahrgäste der Walddörfer Bahn aufzunehmen (6 Wagen Züge) und 2) die Kapazität der Wandsbeker Linie nicht ausreichen würde, sowohl die Fahrgäste der Walddörfer und der Bramfelder Linie aufzunehmen.

@ Fred + Holger:
Hoffentlich sind diese durchaus bedenkenswerten Ideen auch bei den Planern herumgegeistert und wurden aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen in die Versenkung geschoben.

Wenn sich die Planung mit anderen Städten in Europa abstimmt, könnte man ja den Bohrkopf mehrfach nutzen. Dann muss man allerdings auf technische Feinheiten (Hamburgensien) verzichten und mal über den Tellerrand sehen.
Oder wie in Shanghai vorgehen, wo 500 km U-Bahn in 10 Jahren gebaut wurden. Da waren sicher mehrere Bohrköpfe im Einsatz .Hamburg schafft ja gerade 0,25 km je Jahr, wenn es gut läuft.
So wird das nichts mit Olympia, jedenfalls nicht vor 2030.

@Fred
Ihren Vorschlag ab Wandsbek-Gartenstadt zum Rübenkamp zu fahren finde ich gut.
Wenn man das Gedankenspiel noch einen Schritt weiter denkt würde ich vom Rübenkamp weiter zur Sengelmannstraße vorschlagen. Dann haben wir einen zweiten deutlich größeren Ring = U1 R
Ich halte eine Ausfedelung zwischen Trabrennbahn und Farmsen ebenso für denkbar. Wenn ein Gleisdreieck gebaut würde könnten viele neue Relationen geschaffen werden.

Das wird ja doch nichts, aber man darf ja seine Phantasie spielen lassen.

Das wird so ohnehin nicht gebaut….eine weitere City-Querung mit der U-Bahn ist eigentlich überflüssig.
Mein Vorschlag: Statt der U5 eine U11….auf dem Westast aus der U1 am Stephansplatz ausfädeln, auf dem Ostast ab Wandsbek Gartentadt über Bramfeld und Steilshoop bis zum Rübekamp. Dadurch wäre der Takt auf der U1 auf 2-3 Minuten verdichtet, was ja eigentlich möglich sein müsste.

Das gößte Problem bei der Sache ist das deutsche bauplanungsrecht. Hier darf jeder der sich in irgendeiner Weise tangiert fühlt mitreden und gegebenen Falls mit einer Klage einen Baustopp erwirken, weil in 20m Tiefe eine U-Bahn/S-Bahn unter seinem Häuschen durch fährt. Daher wird alles so haarklein geplant, damit sich bloß niemand auf den Schlips getreten fühlt.

Wenn man bedenkt, dass das Thema der Stadtbahn bereits nach der vorletzten Wahl im Januar 2011 beerdigt wurde, muss man sagen, dass bisher fast nichts vorangekommen ist. Nach meiner Einschätzung wird Bramfeld – wenn überhaupt – frühestens 2030 eine U-Bahn haben. Sonderbar ist auch, dass es bisher noch nicht einmal grobe Kostenschätzungen gibt. Realistisch ist, dass die Anbindung Osdorfs wahrscheinlich nie kommen wird.

Da das Thema Olympia in Norddeutschland spätestens seit den Ereignissen in Hannover wohl endgültig zu Grabe getragen worden ist ( heult los, aber es ist nunmal so), werden wieder Planungs- und Baukapazitäten frei.
Der Westen Hamburgs ist nun einmal „S-Bahn-Gebiet“ und so ist eine Ausfädelung zwischen Diebsteich und Stellingen durch den Volkspark (Arenen) d i r e k t (ohne Schlenker) nach Lurup und dem „Born“ schon aufgrund der geographischen und siedlungstechnischen Infrastruktur garantiert die preisgünstigste und vor allen Dingen schnellste Möglichkeit einen S-Bahn-Anschluss dorthin zu realisieren. Das wurde den Anwohnern auch versprochen seit Jahrzehnten. Das würde auch den neuen Bahnhof Altona-Nord aufwerten.
Wenn man den Lurupern schon die S21 bedingt durch die Kaki-S-Bahn wegnimmt muss man wenigstens einen adäquaten Ersatz bieten, denn S-Elbgaustrasse ist der zentrale Umsteigepunkt für Luruper und Borner mit dem 21er und dem 186er.
Daher : Endlich den Realitäten ins Auge sehen, und das Szenario akzeptieren daß mehrtägige internationale Sport- und Musik-Großveranstaltungen zukünftig nicht mehr durchführbar sein werden und die freigewordenen Kapazitäten dazu nutzen endlich anfangen zu bauen, wovon die Bürger immer etwas haben und nicht nur 16 Tage.

Wenn die SPD dann endlich mal durchgerechnet hat, was die ganze U- Bahn Buddelei wirklich kostet, wird das Projekt eingestellt und die Leute fahren weiter mit den Zuckelbussen, die im Stau stehen.

P.s. Selbst wenn Olympia kommen sollte, was der Stadt hoffentlich erspart bleibt, wird kein einziger KM Schiene bis zur Olympiade fertiggestellt

Weiter so, Autohauptstadt Hamburg.

Maschienen für den Tunnelbau sind teuer und nicht im Baumarkt erhältlich.
Bevor man vollmundig einen gleichzeitigen Baustart verspricht.
Sollte man sich informieren ,ob die entsprechenden Gerätschaften lieferbar sind.
Man muss bei Politikern , eben damit rechnen . Das Parallel nicht unbedingt zeitgleich heißen muss .
Man muss diese Vorhaben beschleunigen. Für den Olympia- Wahnsinn sollen Milliarden investiert werden .
Aber bei wichtigen , neuen U- Bahn Strecken . Die wir Hamburger brauchen wird gezaudert .
Für Osdorf ist es egal , ob im Tunnel eine S-Bahn oder U-Bahn fährt . Sie muss aber möglichst schnell gebaut werden .
Entscheidungen sind gefragt .

Der Streckenverlauf sieht sehr interessant aus. Könnte man nicht noch ein paar weitere Schlenker einfügen? Vielleicht einmal um den Stadtpark herum? Die Binnenalster könnte man auch nochmal umrunden…

Horch hat sich doch schon 2013 in seinem „Masterplan“ gegen eine U-Bahn-Verbindung in die westlichen Stadtteile ausgesprochen. Warum sollte er seine Meinung ändern. Ich verstehe die Diskussionen nicht. Jetzt ist es schon wieder Ende 2015 und wir sind nicht weiter als ein Dialog-Forum. Da Scholz mit Horch auf der gleiche Wellenlänge sind, spielen die Grünen mal wieder hier keine Rolle, um hier im Sinne der Bevölkerung zu entscheiden.
Eine S32 von Stellingen nach Osdorf tut es doch auch und ist erheblich günstiger als eine U-Bahn.

Das größte Problem der Politik ist deren Glaubwürdigkeit. Durch diese ganzen dämlichen Werbe-Sprech-Erfolgsmeldungen, die später nichts mehr wert sind, glaubt man den Damen und Herren der Regierung nichts mehr. Dadurch wird die Partei der Nicht-Wähler nur noch größer. Nach JEDER Wahl wird sich der wieder „Sieger“ hochjubeln und sagen, wie toll die Partei das alles gemacht hat und dass sie vom Wähler belohnt wurde.

Aber dass die NWP (Nicht-Wähler-Partei) in den letzten Jahren meist gleichauf mit dem „Sieger“ ist, wird kaum hinterfragt. Und das juckt offenbar keinen so richtig, obwohl dadurch deutlich wird, dass ein Großteil sich aus der Gesellschaft verabschiedet hat.

Das wäre die einzige vernünftige Entscheidung : U5 Bramfeld – Siemersplatz, und Anbindung von Osdorf und Lurup mit der S-Bahn, wobei eine Ausfädelung aus der Blankeneser Strecke vielleicht teurer aber sinnvoller wäre, als eine Fahrt durch menschenleeres Gebiet durch den Volkspark. Für die U5 bleibt zudem die Möglichkeit offen, die Strecke später über den Siemersplatz hinaus nach z.B. Groß Borstel oder Niendorf und Schnelsen zu verlängern.

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