Dürfen ab Mai elektrische Tretroller durch Hamburg sausen?

Auf Hamburgs Straßen dürfen neben Autos und Fahrrädern ab Mai voraussichtlich auch elektrische Tretroller unterwegs sein. Der Bund ist dabei, die Weichen dafür zu stellen.
Christian Hinkelmann
Verkehrsschild für benutzungspflichtigen Radweg
Verkehrsschild für einen Fahrradweg, der benutzungspflichtig ist
Foto: Christian Hinkelmann

Autofahrer und Radfahrer kämpfen bereits heute auf Hamburgs Straßen um ihren Platz – in Zukunft kommt wohl noch ein weiteres Verkehrsmittel dazu: Elektrokleinstfahrzeuge, wie beispielsweise elektrische Tretroller.

Derzeit ist der Bund dabei die gesetzlichen Voraussetzungen für so einen Betrieb auf Straßen zu schaffen.

Nachdem sich der Verkehrsausschuss des Bundestags am vergangenen Mittwoch abschließend mit dem Thema befasst hat, ist es offenbar zu einem Durchbruch gekommen, wie der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christioph Ploß gegenüber NahverkehrHAMBURG erklärte.

E-Tretroller sollen auf Radwegen und Straßen fahren dürfen

Demnach sollen Elektrokleinstfahrzeuge ab Mai mittels einer Verordnung des Bundesverkehrsministeriums in Großstädten wie Hamburg erlaubt werden.

Laut Ploß müssen die Fahrzeuge, wie beispielsweise E-Roller, mit einer Geschwindigkeit zwischen 6 und 20 Km/h unterwegs sein und sollen auch in U- und S-Bahnen mitgenommen werden dürfen.

Langsame Roller mit einer Geschwindigkeit bis 12 Km/h dürfen auf Gehwegen fahren, die schnelleren Modelle sollen Radwege benutzen. Wenn diese nicht vorhanden sind, muss laut Ploß auf der Straße gefahren werden. Am 17 Mai soll der Bundesrat die Verordnung beschließen.

“Elektrokleinstfahrzeuge spielen in modernen Mobilitätskonzepten eine …

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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9 Antworten auf „Dürfen ab Mai elektrische Tretroller durch Hamburg sausen?“

Als Radfahrer kann ich nur halb so viel essen, wie ich brechen muss, wenn ich das lese. Ich habe gerade eine Jugendliche mit so einem Ding fahren sehen. Rechter Bürgersteig – linker Bürgersteig – und immer mit 20 km/h Minimum. Ich bin auf der Fahrbahn kaum hinterher gekommen, weil ich auch noch den Verkehr beachtete. So kann man das Rentenproblem auch lösen. Umgefahrene Rentner beanspruchen nach einen Oberschenkelhalsbruch nur noch ein paaar Wochen Krankenhausbehandlung und dann ab nach Ohlsdorf.

Auch kann ich nicht verstehen, wieso plötzlich Kraftfahrzeuge in die U-Bahn und S-Bahn dürfen sollen. Das darf man nicht mal mit dem Fahrrad ganztägig. Und das kann die Verwaltung auch nicht per StVO anordnen.

Man darf Fahrräder auch mit in die U- und S-Bahn nehmen. Sind es keine Klappräder, ist man aus der HVZ ausgeschlossen. Der HVV bietet sogar eigene Räder an, die 24/7 mitgenommen werden dürfen, da sie deutlich kleiner sind (und noch immer größer als diese Tretroller). Das gilt für alle Altersgruppen, auch wenn man es nicht immer merkt, da einige halt darauf pfeifen. Und bitte keine eigenen Definitionen von Begriffen.

“Keine Kraftfahrzeuge sind:

Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und

mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und

beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher,
wenn der Fahrer im Treten einhält, unterbrochen wird.”
https://www.haufe.de/finance/steuern-finanzen/ueberlassung-von-e-bikes-zur-privaten-nutzung-von-arbeitnehmern/klassifizierung-als-fahrrad-oder-kraftfahrzeug_190_303630.html

Ein Definition für das Steuerrecht ist zwar nett, aber im Straßenverkehr nicht immer hilfreich. Ferner paßt der Sachverhalt nicht immer. Es geht hier nicht Geräte mit E-Unterstützung sondern um Kfz mit E-Motor:

In der vorliegenden Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) werden Regelungen sowohl für die Fahrzeuge, die bisher von der MobHV erfasst waren, als auch für weitere selbstbalancierende Fahrzeuge und für weitere Fahrzeuge ohne Sitz getroffen. Alle diese Fahrzeuge werden im Folgenden als Elektrokleinstfahrzeuge bezeichnet. Da Elektrokleinstfahrzeuge über einen elektrischen Antriebsmotor verfügen, sind sie Kraftfahrzeuge
nach § 1 Absatz 2 StVG. Deshalb gelten für sie die Rahmenbedingungen wie für andere Kraftfahrzeuge.” (Aus dem Referentenentwurf vom 26. Februar 2019, https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/Gesetze-19/II-15-referentenentwurf-ekfv-enorm.pdf?__blob=publicationFile).

Ergänzend: aber danke für den Schmunzler. Jährlich sterben alleine in Deutschland rund 3500 Personen durch Unfälle mit Pkw, Lkw oder als Organspender auf Motorrädern. Man hat sich dran gewöhnt.

Und eine Überfüllung Ohlsdorfs befürchtet man nun aufgrund kleiner Tretroller, die höchstens 20 km/h fahren dürfen und teilweise mit 6 km/h als Höchsttempo minimal schneller sind als ein normaler Fußgänger.

#justgermanthings

Sie werden auf Gehwegen fahren. Und da haben die BünaBe schon jetzt viel Spaß mit Kindern und Feiglingen auf Fahrrädern, die Fußgänger gefährden.

Ich werde das schon tun, wenn es mit den Gesetzen soweit ist. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht der Einzige sein werde.

Fahrräder gibt es, E-Bikes auch. Wo ist der Vorteil eines elektrischen Tretroller? Kleinere Räder und schlechtere Bremsen hat der Roller auf jeden Fall, wie sieht`s mit dem Licht aus, wie verhält sich der Roller wenn man Einkäufe dabei hat?

Ich werde es auch tun! Der Vorteil ist, dass ich den Roller einfach so mit in die Bahn oder Bus nehmen kann. Gerade Hamburgs Nahverkehr ist außerhalb des Zentrums nicht gerade das, was man von einer Großstadt erwarten würde. Wenn ich da mit so einem Roller eben nicht 15 Minuten bis zur nächsten U-Bahnstation laufen muss… Top! Un wenn ich nun nicht dreimal umsteigen muss um ans Ziel zu kommen. Weil ich Schlump aussteigen kann und dann eben die letzten 7 Minuten bis Hallerstraße mit dem Roller fahren kann. Dann wird der Nahverkehr auch wieder interessanter. Es geht für mich nicht darum vom Auto auf den Roller zu wechseln, sondern dank des Rollers auf den HVV wechseln zu können.

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