Erster neuer AKN-Zug auf Probefahrt gesichtet

Bis Dezember soll die AKN 14 nagelneue Dieseltriebwagen bekommen. Der erste Zug ist offenbar schon fast fertig. Vorgestern wurde er in Lehrte (Niedersachsen) gesichtet – vermutlich auf einer Probefahrt.
Christian Hinkelmann
Ein LINT-Triebwagen der AKN.
Ein LINT-Triebwagen der AKN.

Die Lackierung des neuen Fahrzeugs vom Typ LINT ist auf dem Foto zwar schon fertig, allerdings fehlen noch die Logos der AKN.

Die neuen Triebwagen sind mit 54 Metern Länge fast doppelt so lang, wie die bisherigen Dieselfahrzeuge der AKN. Sie sind bis zu 120 Km/h schnell, verfügen über vier Türen pro Fahrzeugseite, zwei große Mehrzweckbereiche, ein modernes Fahrgastinformationssystem und Klimaanlage.

Hergestellt werden die neuen AKN-Triebwagen vom Fahrzeugbauer Alstom in Salzgitter.

Die LINT-Züge (Leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen) sollen hauptsächlich auf der AKN-Stimmlinie zwischen Hamburg-Eidelstedt und Neumünster fahren und die ältesten Dieseltriebwagen aus den 1970er Jahren ersetzen.

Kostenpunkt pro Zug: rund 4,3 Millionen Euro.

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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13 Antworten auf „Erster neuer AKN-Zug auf Probefahrt gesichtet“

@spm9153:

Der Coradia Lint kann in unterschiedlichen Versionen mit unterschiedlichen Motorisierungen geliefert werden. Die AKN bekommt eine stärkere Version, die bei 54 Metern Länge 3 Triebwerke à 335 kW eingebaut haben wird. Die Kraftübertragung ist mechanisch. Die bisherigen Züge haben meines Wissens bei ca 30 Metern Länge 2 Triebwerke à 117 kW, die Generatoren antreiben. Der eigentliche Antrieb ist elektrisch und zum Anfahren steht zusätzlich gespeicherter Strom aus den Kondensatoren zur Verfügung. Über den Daumen kommt es dann schon hin, dass die Coradia Lint 54 (AKN-Version) etwa doppelt so schnell von 0 auf 60 km/h beschleunigen wie die alten Züge.

Ich habe so meine Bedenken, ob die LINT geeignet sind für eine S-Bahn-ähnliche Vorortbahn mit dichter Haltestellenfolge wie die AKN. Klar ist die Höchstgeschwindigkeit höher, als die der heutigen VTE und VTA, dafür ist aber die Beschleunigung auch deutlich geringer. Die Höchstgeschwindigkeit wird man nur auf wenigen Abschnitten ausfahren können. Außerdem haben diese Züge im Vergleich zu ihrer Länge zu wenig und zu schmale Türen um einen optimalen Fahrgastfluß auf einer so stark frequentierten Strecke zu gewährleisten. Später wird man sie auch nur auf der Strecke Kaltenkirchen – Neumünster einsetzen können, für die Alsternordbahn mit ihren sehr kurzen Haltestellenabständen sind sie überhaupt nicht geeignet.

Die Sache mit den begrenzten Eingängen war ja diskutiert worden. Man entschied sich aus Kostengründen, ein serienmäßig verfügbares Fahrzeug zu bestellen. Normalerweise wird der auf Strecken mit weniger Haltestellen und Fahrgastwechseln eingesetzt. Das Fahrzeug läuft außerdem anderswo anscheinend zur großen Zufriedenheit.

Endlich kommt mal etwas neues auf der AKN! Seltsamerweise laufen gerade die Züge aus den 90er Jahren mit einem ohrenbetäubenden Lärm im Fahrgastraum und liegen auch nicht so gut wie die älteren, sie hüpfen und ruckeln. Die Ankündigung, dass die Beschleunigung 0-60 km/h beim Coradia Lint doppelt so gut sein soll, werden die Fahrgäste sicher auch gut aufnehmen. Bisher zieht sich das immer unter größter Lärmentwicklung in die Länge.

Nach der Einführung der S-Bahn ist es sinnvoll, auch auf A2 und A3 nur noch mit den Lint zu fahren.

Die fahren auch auf der RE10 Hannover – Hildesheim – Bad Harzburg. Viel Platz und angenehmes Fahren, sehr schöne Fahrzeuge!

@VerkehrsprojekteHamburg
Diese Überlegungen habe ich bisher auch gelesen.
Frage: Wie lange gilt für die alten VTA und VTE noch die Betriebserlaubnis? Reicht das bis die S-Bahn bis KK fährt? Muss es eine Zwischenlösung geben oder können die LINTs an andere Bahnen verkauft werden?

@Jan
Diese Bedenken kann ich nur unterstreichen.
Zusätzlich gebe ich zu bedenken: In der Werbubg wird der LINT als „Barrierefrei“ beschrieben = Gut. Das heisst aber auch das Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle ebenfalls im Türbereich (oder direkt daneben) stehen werden und damit ggf. den engen Bereich noch weiter beschränken.
Ich möchte gern wissen, werd sich dieses Konzept ausdenken konnte. Oder wurden solche Fahrgäste, die weitere Dinge mitbringen, vergessen?
Mal sehen wie das zur Hauptverkehrszeit in „Eidelstedt“ funktioniert.

@Bob, geht es Ihnen nur um Äußerlichkeiten? Mir geht es eher um Fahrzeiten und vielleicht noch um Sitzkomfort. Hässliche Futur-Optik stufe ich eher negativ ein.

Fast doppelt so lang wie bisher und nur vier Türen pro Seite? Ist das gut wenn viele Leute einsteigen müssen?

@ VerkehrsprojekteHamburg: Auf der A2 habe ich seit Jahren nie alte Wagen gesehen. Ich denke, bin mir aber nicht sicher, dass auf der A1 dann ein Mischverkehr existieren wird.

Nachtrag: Die 120km/h wären 40km/h mehr als die alten.

Macht, selbst wenn die Strecke es hergeben würde aber
auch keinen Sinn, solange die Alten Triebwagen auf der
Strecke noch unterwegs sind.

Gruß
Jan

wie ein modernes Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts siehts aber leider trotzdem nicht aus. Schade eigentlich. Der DT5 der Hochbahn sieht da futuristischer aus.

Mmmmhhhh,

Doppelt so lang wie die bisherigen ? Das wären bisher 8 Türen je Seite, nun werden es nur noch 4 ?
Mache ich einen Denkfehler ?

Gruß
Jan

@Gruniiboy
Auf den verbleibenden AKN-Trassen (A1:Kaltenkirchen – Neumünster, A2: Norderstedt – Ulzburg/Kaltenkirchen; A3: Elmshorn – Ulzburg) fahren ja auch noch ältere Triebwagen, die dann ersetzt werden können bzw. müssen.

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