Erster Spatenstich für S-Bahnlinie S4 verschoben

Eigentlich sollte der Bau der S4 im März mit einer offiziellen Feier so richtig beginnen. Doch die Bahn hat den Termin verschoben. So sieht es aktuell auf der Baustelle aus und deswegen werden Teile einer neuen Unterführung wieder abgerissen.
Von Matthias Schinck
Kaum gebaut - schon wieder abgerissen: Teile der erst Ende 2019 fertiggestellten Bahnunterführung an der Hammer Straße werden für die Gleise der S4 wieder entfernt.
Kaum gebaut - schon wieder abgerissen: Teile der erst Ende 2019 fertiggestellten Bahnunterführung an der Hammer Straße werden für die Gleise der S4 wieder entfernt.
Foto: Christian Hinkelmann

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Die Bauarbeiten für die neue S-Bahnlinie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe sind im Bereich Wandsbek schon seit Monaten in vollem Gange und eigentlich sollte im März ganz offiziell der obligatorische erste Spatenstich mit Polit-Prominenz und Feierstunde stattfinden – doch der Termin kam bis jetzt nicht zustande. Die Deutsche Bahn hat ihn verschoben. Die Ursachen dafür sind nicht bekannt, die anhaltende Corona-Pandemie könnte einer der Gründe sein.

Doch die Bahn hat inzwischen einen neuen Termin ins Auge gefasst, wie NAHVERKEHR HAMBURG auf Nachfrage vom zuständigen Sprecher Peter Mantik erfuhr. Demnach soll die offizielle Feier Anfang Mai mit Präsenz vor Ort und einer Live-Übertragung im Netz veranstaltet wird. “Ob wir im Mai den Beginn der S4-Bauarbeiten feiern können, hängt nun an einer Zusage des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer zu dem Termin”, so Mantik zu NAHVERKEHR-HAMBURG. Ein genaues Datum möchte die Bahn noch nicht mitteilen.

Bauarbeiten in Wandsbek kommen sichtbar voran

Ungeachtet dessen gehen die Arbeiten im ersten Bauabschnitt der S4 zwischen den Bahnhöfen Hasselbrook und Wandsbek weiter. Offiziell sind es nur Vorarbeiten vor dem ersten Spatenstich, in der Realität geht es vor Ort schon richtig zur Sache: Im Gleisdreieck nördlich des Bahnhofs Hasselbrook – dort, wo die S4 in Zukunft aus dem bestehenden S-Bahn-Netz ausfädeln soll – wurde eine Kleingartensiedlung inzwischen komplett dem Erdboden gleich gemacht. Eine…

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10 Antworten auf „Erster Spatenstich für S-Bahnlinie S4 verschoben“

Schön, dass sich was tut.
Nur das mit der Vorleistung hätte man definitiv besser machen können. Das ist ja der Sinn einer Vorleistung. Man baut etwas zusätzlich was nur geplant ist, weil man dadurch später Geld sparen könnte. Manchmal wird das dann auch nie gebraucht, aber wenn jede Vorleistung schon planfestgestellt und finanziert sein muss, kann man es auch gleich “ersten Bauabschnitt” nennen…

Da könnten noch andere Dinge abgerissen werden müssen. Wenn es im Rahmen des Personverkehrs auf der Güterumgehungsbahn einen zweigleisigen Haltepunkt unterhalb der neuen S 4 geben soll, könnte die neue Brücke über die Güterumgehungsbahn nicht lang genug sein. Die Brüber der Lübecker Bahn müsste für einen neuen “Turmbahnhof” ohnehin erneuert werden.

Erst einmal ist es wirklich schön, dass es ernsthaft losgegangen ist mit dem S4-Bau, auch wenn sich die Großkopferten noch nicht getroffen haben. Soweit war man in den ganzen letzten Jahr(zehnt)en nicht gekommen.
Was nun den Trog der Hammer Straße betrifft, fallen mir da wirklich kaum noch Worte ein, zumal ja immer von Bauvorleistungen gesprochen wurde. Ich hatte immer gerätselt, wo sich diese befinden würden. Aber offensichtlich gab es keine. Wenn, dann hätte man zumindest die Mauern/Verblendungen in dem Bereich der S4-Überführung provisorisch errichtet. (So etwas soll z.B. an U Elbbrücken bezüglich der Verlängerung nach Süden gemacht worden sein.) Jetzt müssen die Mauern mit schwerem Gerät bearbeitet werden, auf die Gefahr der Bildung von Mikrorissen hin.
Das Argument des zum Zeitpunkt der Planfeststellung des Troges noch nicht feststehenden S4-Projektes zieht für mich nicht. Das die S4 irgendwann gebaut wird, war da schon politisch gewollt. Spätestens als während des Baus die S4 realistischer wurde, hätte man bestimmt noch die betreffenden Trog-Teile abändern können. (Oder ist so etwas dann nicht mehr zulässig?)
Übrigens, als ich diese Woche ebenfalls die bewusste Stelle fotografiert hatte, wurde ich von den Bauleuten angeschaut wie: Jetzt kommt schon wieder jemand und knipst. 🙄

Euch/Ihnen allen trotz aller Einschränkungen ein schönes Osterfest!🙂

Heute scheint wohl der Endstand erreicht zu sein. Es wurde auf beiden Seiten der Unterführung mehr abgetragen als nur die oberen Mauern. Auch zwei Lagen der Backsteinverblendung sind entfernt worden. Hoffentlich reicht nach dem Einbau der Brücke noch die Durchfahrtshöhe aus, da die Straße dort bereits wieder ansteigt. Nicht, dass wir am Ende eine “Bovestraße 2.0” bekommen!
Übrigens wurde auf der Güterzugbrücke für die “Horner Kurve” nicht nur Platz für ein zweites Gleis gelassen, sondern auch schon ein unbenutztes Mastfundament für dieses gesetzt, also schon sehr konkrete Vorleistungen erbracht.

Tut mir ehrlich leid, dass ich mich hier noch mal melden muss, aber mein gestriger Beitrag ist schon wieder überholt. Ab heute wird noch mehr abgebrochen (Betonmauer und Verkleidung) als das bisher erreichte Level. Jetzt frage ich mich ernsthaft, wie tief das noch gehen soll, und ob außerdem überhaupt die Breite der Lücke für zwei Gleise ausreichen wird.

Was bei der S4 abgeht ist die ypische Planugnsinkompetenz der DB. ERst Brücke bauen, dann abreißen. Wer zahlt für den Schaden? Vermutlich wir, der Steuerzahler. Ferner wird die Planfeststellung für den ersten Abschnitt der S4 noch beklagt und die Hauptverhandlung vor dem BVerwG dürfte nicht vor September 2021 stattfinden. Bis dahin wird die DB vorsichtig sein, allzu große Bauarbeiten vorzunehmen, denn sollte sie die Klage verlieren, müsste sie den Ursprungszustand wiederherstellen.
Ein weiterer Grund für die Verschiebung des offiziellen 1. Spatenstichs ist, dass die Finanzierugnsverträge mit dem Bund noch immer nicht gezeichnet sind. Und am Ende der Tage dürfte die S4 auch nur bis Rahlstedt gehen, für mehr wird das Geld nicht reichen. So sind bisher auch die Planfeststellungsunterlagen für den 2. Bauabschnitt der S4 noch nicht abschließend bearbeitet und ein Planfeststellungsbeschluss in weiter Ferne. Die Unterlagen für den 3. Bauabschnitt sind noch gar nicht erstellt. Daher ist eine Fertigstellung bis Bad Oldesloe bis 2027 eher eine Illusion.
Aber um Action zu zeigen werden erst einmal Kleingaratenanlagen platt gemacht und das so wichtige Stadtgründ dezimiert, darin ist die DB Spitze, und bewirbt sich dabei als “der schnellste Klimaschützer Deutschlands”, das Gegenteil ist der Fall.

Moin Michael,
ich gehe mal davon aus, dass die Klimaziele tatsächlich, nunja, nicht völlig verfehlt werden sollen und gleichzeitig Mobilität weiter möglich sein soll. Bei Finanzierung frage ich mich dann vor allem, warum weiter Autobahnen gebaut werden sollen, wo doch für das Auto vielleicht gerade noch aber für den LKW keine Lösung existiert, diese ausschließlich mit tatsächlich verfügbarer regenerativer Energie zu betreiben?
Die Eisenbahn wurde hingegen in den letzten 30 Jahren vor allem zurück gebaut, siehe Bahnhof Altona, siehe Freihafenelbbrücke, usw.. Und nun haben wir hier endlich ein Projekt, das sicher schon ein halbes Jahrhundert vorgesehen ist und wo die S-Bahn bereits die Planungen zur Aufhebung der niveaugleichen Bahnübergänge aus den frühen 1990er berücksichtigt wird, so die politischen Beschlüsse, endlich begonnen. Endlich bekommen die Stadtteile im Hamburger Nord-Osten, die in den 1960er Jahren in beeindruckender Größe und Geschwindikeit aus dem Boden gestampft wurden, einen Schnellbahnanschluss zumindest in die weitere Umgebung und dazu, ganz im Gegensatz zur U5, auch zu überschaubaren Kosten je Kilometer. Und jetzt wird gemeckert. Das ärgert mich.
Ja, es hätte bessere Planungen geben können und die DB macht nicht alles richtig. Wie denn auch, wenn in Norddeutschland fast nichts gebaut wurde? Wo sollen denn die kompenten Planer her kommen? Entweder das findet jetzt statt, oder es wird mit der Fehmarnbelt-Querung so peinlich wie beim Gotthart-Zulauf durch den Oberrheingraben. Nur dass es hier innerhalb der EU klare Regelungen gibt: Der Regionalverkehr fällt dann zu Gunsten des Transeuropäischen Verkehrs aus. Es hätte Fördermittel gegeben, die Verwendung ist aber nicht zwingend.

Die Ausrede mit den Vorleistungen ist aber wirklich sehr billig. Man hätte ja nicht zwangsweise die Brücke bereits breiter errichten müssen, sondern einfach nur Widerlagerbänke gießen können, auf denen dann ein weiterer Überbau gelagert werden kann.
Und schließlich sind nahezu alle Brücken im S4-Verlauf für eine viergleisige Trasse ausgelegt…

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