Ex-ADFC-Vorsitzende soll Radverkehr in Hamburg koordinieren

Die ehemalige ADFC-Landesvorsitzende Kirsten Pfaue soll ab Oktober in der Verkehrsbehörde den geplanten Ausbau des Radverkehrs koordinieren. Zuspruch kommt von der Linken – Kritik von der CDU. Unterdessen wurde bekannt, dass die Radwegpläne auf dem Ring 3 in Osdorf offenbar abgespeckt wurden.
Von Christian Hinkelmann
Fahrradfahrer auf einem Radweg am Dammtorbahnhof in Hamburg
Fahrradfahrer auf einem Radweg am Dammtorbahnhof in Hamburg

Hamburg bekommt eine eigene Radverkehrskoordinatorin. Die ehemalige Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und Leiterin des Rechtsamtes im Bezirk Wandsbek, Kirsten Pfaue, soll ab Oktober für die Verkehrsbehörde arbeiten und den Ausbau des Radverkehrs koordinieren.

Zusammen mit den Bezirksämtern und den relevanten Fachbehörden soll sie das vor einem halben Jahr vom rot-grünen Senat versprochene “Bündnis für den Radverkehr” vorbereiten.

“Wir freuen uns außerordentlich darüber, dass wir Frau Pfaue für diese Aufgabe gewinnen konnten. Sie ist seit langem eine begeisterte und ehrenamtlich engagierte Radfahrerin und weiß daher genau, welche Potenziale das Radfahren für unsere Stadt hat”, so Verkehrssenator Frank Horch (parteilos).

Kritik an der neuen Position kommt von der Hamburger CDU. “SPD und Grüne machen eine Fahrradlobbyistin zur Chefkoordinatorin ihrer Verkehrspolitik”, so der verkehrspolitische Sprecher Dennis Thering. “Die Grünen machen ihre Drohung wahr, Hamburg zur Fahrradstadt umzukrempeln.”

Dem widerspricht die LINKE: “Das Aufheulen von CDU und FDP und deren plumper Versuch, eine Radverkehrsexpertin als reine Lobbyistin zu diffamieren, zeigen die Empfindlichkeit der Autofetischisten.”

Der ADFC in Hamburg begrüßt die Entscheidung des Senats: “Wir erwarten, dass sich Kirsten Pfaue für sichere und attraktive Radverkehrsführungen stark macht”, so die Landesvorsitzende …

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7 Antworten auf „Ex-ADFC-Vorsitzende soll Radverkehr in Hamburg koordinieren“

Eine Fahrradbeauftragte, die vom ADFC kommt. Ja – nee, alles klar, würde Atze Schröder dazu sagen.
In Osdorf (Ring 3) war der Widerstand der Stadtteilpolitiker auch aus den Reihen der SPD zu groß. Dort fahren kaum Radler und wenn doch sind die Fußgängerwege breit genug.
Außerdem glaube ich daß in Anbetracht der zukünftigen Ausgaben, welche der Senat immer noch glaubt mit Haushalts-Umschichtungen finanzieren zu können, also sozusagen aus der Portokasse, der ganze Fahradwegeausbau unbezahlbar sein wird sofern man nicht das Finanzrahmengesetz reißen will. Das Ganze ist halt dem Koalitionsvertrag geschuldet aber zu jener Zeit war nicht einmal ansatzweise klar welche Ausgaben nun auf uns zukommen werden.

Dort an der Rugenfeld fährt doch fast keiner Fahrrad! Dafür fahren umso mehr Kfz, und zwar schnell. Was soll denn so ein Unsinn? Dafür wollen die Geld ausgeben? Es geht dort so völlig ausreichend und man ist abseits der Fahrbahn sicherer.
An ganz anderen Stellen ist es problematisch. Z.B. im Bereich Dammtor – Grindel – Hoheluftbrücke. Oder im Schanzenviertel. An vielen Stellen in Eimsbüttel. Sicher “überall” in ähnlich gelagerten Fällen.
Jedenfalls findet Radfahren meistens nicht auf dem Ring 3 irgendwo zwischen Blankenese und Lurup statt, sondern kleinteiliger als Kurzstreckenverkehr, im Zweifelsfall in beiden Fahrtrichtungen.

Es tausende von kleinen Stellen, an denen es einen Zumutung ist. Immer mal wieder ein Stück. Vielfach wäre es schon ein großer Gewinn, wenn diese unglaublich holprigen Radwege geglättet würden.
Oder dieses ewige Auf und Ab und Gerumpel an jeder Grundstücksauffahrt, weil man meint, der jeweilige Grundstücksbesitzer sei für seine Auffahrt (finanziell) zuständig – was dazu führt, dass der Radstreifen nicht in einem Guss ausgeführt wird (!!).
Oder diese viel zu steilen Auf- und Abfahrten an Einmündungen, die bei 25 km/h zu Sprungschanzen werden, bei denen man (fast) unweigerlich dann den Fußweg mitnutzen muss, weil die folgende Kurve viel zu eng ist.
Oder dass man vom Rad aus schon sieht, dass die nächste Ampel grün ist, aber vorher noch eine rote Ampel einen daran hindert, die Rechtsabbiegerspur zu überqueren. WIrd die dann grün, ist die nächste rot.
Immer wieder Bettelampeln, die Durchkommen stoppen.
Oder dass man den Radweg mit 32 oder 36 km/h befahren muss, damit man an der nächsten Ampel nicht wieder gestoppt wird, denn das ist die Mindestgeschwindigkeit, die für Autos eingestellt ist.
Oder dass man überall immer wieder wild irgendwelchen Schildermasten ausweichen muss.
Oder Fußgänger, die nicht durch deutlichere Kennzeichnung der Radstreifen daran gehindert werden, immer in sie hineinzulaufen als gehörten sie zum Fußweg. (Ist aber auch alles zu schmal).

“JH” hat Recht. Am Rugenbarg ist es nun wirklich für Radfahrer gut. Die Radwege sind breit genug, es laufen da kaum Fußgänger und auch der Zustand der Radwege ist gut. Ich behaupte mal, dass man das nur deshalb dort machen möchte, um “auf Kiliometer zu kommen”..Man will sich ja am Jahresende nicht nachsagen lassen, man hätte das Ziel von 50km nicht erreicht

@ JH
Wissen Sie was ein Radstreifen ist ? Es ist kein klassischer Radweg ( der mit den roten Steinen).
Es ist eine aufgezeichnete Spur auf der Fahrbahn, die nur von Radfahrerinnen benutzt werden darf.

Wenn ich Ihre Zeilen lese, scheint mir diese Klarstellung notwendig

Mir ist noch nicht ganz klar, was Frau Pfaue koordinieren soll.
Das Problem bei der Förderung des Radverkehrs in HH ist, dass es viele Hindernisse bei der Umsetzung gibt.
Da tut sich insbesondere die Innenbehörde mit ihren Straßenverkehrsbehörden hervor. Dazu noch die BWVI selbst, deren Mitarbeiter seit Jahrzehnten nur in Autoverkehr denken und planen. Dann noch Handelskammer und Gewerbetreibende, die nur Parkplätze und Autoverkehr im Kopf haben. Nicht zu vergessen die Presse ( Bild + Abendblatt). Es ist wahrscheinlich etwas viel verlangt, diese Gemengelage zu koordinieren und man sollte nicht zu viel von Frau Pfaue verlangen.

Weil die Dame bei der Verkehrsbehörde arbeitet ist sie letztendlich an den Weisungen des Verkehrssenators gebunden.
Meine Beobachtungen gehen dahin dass dieser Senat (trotz anderer Formulierungen) dem Auto (fast) überall Vorrang einräumt. Wie soll da eine Koordinatorin (egal mit welchem Hintergrund) ein eigenes Profil entwickeln können?

Ich hoffe das die Berufung nicht zu einem Feigenblatt der Politik wird.

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