Fahrgastverband kritisiert Pläne für neuen Bahnhof Altona

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Planungen für den neuen Bahnhof Altona. Er bemängelt, dass die seit Jahren diskutierte S-Bahn Richtung Elmshorn (S4 West) in den Plänen nicht berücksichtigt wird. Außerdem hält der Verband den geplanten S-Bahnsteig im neuen Fernbahnhof für unterdimensioniert und fordert Korrekturen.
Christian Hinkelmann
Stationsschild: Bahnhof Hamburg-Altona
Stationsschild: Bahnhof Hamburg-Altona

Ist der zukünftige neue Bahnhof Altona am Diebsteich zu klein geplant? Genau das befürchtet der Fahrgastverband Pro Bahn und warnt vor Engpässen. Konkret bemängelt der Verband, dass der geplante S-Bahnsteig in dem neuen Fernverkehrsbahnhof nicht ausreichen wird.

“Der S-Bahn-Teil des neuen Fernbahnhofes Hamburg-Altona Nord wird mit den künftig dort verkehrenden S-Bahn-Linien S21, S3, S32 und S4 deutlich stärker belastet sein als dies bisher der Fall ist”, so der Vorsitzende des Pro Bahn-Regionalverbandes Hamburg, Hans-Uwe Kolle. “Mit der verkehrlich sinnvollen und mittelfristig umsetzbaren Einführung einer S-Bahn-Linie Blankenese – Hamburg-Altona Nord wird der S-Bahn-Teil des Fernbahnhofes einen Engpass darstellen.”

Der Verband fordert einen zweiten S-Bahnsteig und die Möglichkeit, dass S-Bahnen aus Richtung Altona (alt) und Holstenstraße parallel einfahren können, damit Fahrgäste bequemer umsteigen können.

Pro Bahn kritisiert außerdem, dass in den Bahnhofs-Plänen keine Voraussetzungen für die lang geplante S-Bahnlinie Richtung Elmshorn, Itzehoe und Wrist (S4 West) gegeben sind, die möglicherweise im kommenden Jahrzehnt realisiert werden soll. “Eine planerische und bauliche Vorleistung für eine Ausfädelung im Nordkopf des Bahnhofs ist zwingend Voraussetzung für die S4 West und für die direkte Anbindung der Verkehrsachse Elmshorn – Hamburg an die Hamburger Innenstadt”, so der Pro Bahn-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann.

Tatsächlich hatte der Hamburger Senat erst kürzlich auf Nachfrage des Hamburger FDP-Verkehrspolitikers Wieland Schinnenburg eingeräumt, dass am neuen Bahnhof Altona keine Gleisverbindung zwischen S-Bahn und Fernbahn vorgesehen ist. Hintergrund seien die noch nicht fertigen Pläne fü…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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6 Antworten auf „Fahrgastverband kritisiert Pläne für neuen Bahnhof Altona“

Das habe ich damals schon hier auf der Homepage erläutert dass, ein zweiter S-Bahn-Anschluss im neuen Altona Nord Bahnhof mit eingerichtet werden muss denn, die derzeitige Bahnsteigebene der S-Bahn-Linien S3 und S21 später auch die Verstärkerlinie S32 fahren auf dem Stammnetz der S-Bahn. Anders soll es mit der zukünftigen S4 West aussehen die ja auf den Fernbahngleisen Richtung Elmshorn verkehren soll dass heißt das sie aus der Stromschiene aus der Hamburger Innenstadt später ins Oberleitungssystem wechseln muss.

So soll es auch auf östlicher Richtung aussehen. Damit der Weg nach Elmshorn reibungslos funktioniert müsste die Deutsche Bahn das dritte Gleis bauen allein die ReginalExpress-Züge zu entlasten weil immer mehr Güterzüge und ICs und ICEs auf den bestehenden Gleisen fahren.

Warum Vorleistungen ?
Bei der S4 Ost wird doch auch 70 % der Oberleitung und der Lärmschutzmaßnahmen , die seit 2005 gebaut wurden wieder umgebaut. Ist doch alles kein Problem, zahlt doch der Steuerzahler.
Und das dann noch mal 2 Jahre SEV drohen, ist sowieso klar.

Die Kritik von Pro Bahn geht an dem Grundproblem vorbei: der Standort Diebsteich ist denkbar ungeeignet. Für einen zweiten S-Bahnsteig ist in Diebsteich (neu) kein Platz, es sei denn man verzichtete auf einen der Fernbahnsteige, aber dann ließe sich nich nicht einmal das gegenwärtig über den Bahnhof Altona abgewickelte Betriebsprogramm im Fern- und Regionalverkehr störungsfrei abwickeln. Für eine S-Bahn, die aus dem Hamburger Westen kommend in Diebsteich enden oder darüber hinaus führen soll, müssten neue Überwerfungsbauwerke gebaut werden. Eine Bestellung von zusätzlichen-Bahnleisteungen hat derzeit in hamburg aber niemand in der Planung und im Budget. Daher, was soll die ganze Behanhofsverlegung. Der Bahnhof soll am alten Standort bleiben, lediglich Ein- und Ausfahrtgleis müssten parallel zu den S-Bahngleisen neu trassiert werden und dann könnte das abgängige Brückenbauwerk abgerissen und zügig (mindesten 5-7 Jahre früher als bei der Bahnhofsverlegung mit dem Bau von Wohnungn in der Neuen Mitte Altona Phase II begonnen werden. Die Bahnhofsverlegung ist nicht im Interesse der Fahrgäste! Sie dient einzig der DB AG, die durch den Bahnhofsneubau am Diebsteich und Abriss der Altanlagen in Altona (die die Stadt separat bezahlen soll) den Ersatz von abgängigen Bauwerken aus Bundesmitteln bestreiten kann, statt bei reiner Ersatzbeschaffung aus Eigenmitteln finanzieren muss. Es gibt eine Büprgerinitiative “Prellbock Altona, Unser Bahnhof bleibt, wo er ist”, die sich für den Erhalt des Fern- und REgionalbahnhofs am gegenwwärtigen stadnort einsetzt.

Die Hamburger und Schleswig-Holsteiner Verkehrspolitiker haben sich nun einmal unbeirrbar auf die Regio-S-Bahn 4 nach jwd (würde der Berliner sagen) festgelegt. Soll’n ‘se nur machen, Gegenargumente spielen eh’ keine Rolle. Soll’n ‘se ruhig ins offene Messer laufen: mit jährlichen Pünktlichkeitsraten so um die 80% für die S-Bahn Hamburg. Strafzahlungen an den HVV gewiss.

Bitte KEINE S4-West ! Das würde das Ende der Zuverlässigkeit unserer S-Bahn bedeuten.
Die Hamburger S-Bahn ist nun mal ein rein innerstädtisches Verkehrsmittel, eine etwas zu großgeratene U-Bahn, mit einem sehr dichten Takt. Die legendäre Unpünktlichkeit der Fernbahnlinien (keiner muß versuchen das schönzureden, die Realität ist da) würde verheerende Folgen auf das S-Bahnnetz haben. Diese Funktion muß bei der Regionalbahn bleiben, oder es muß eine Regional-S-Bahn gegründet werden, die aber gänzlich separat der eigentlichen S-Bahn verlaufen muß.
Trotzdem hätte man die Bahnsteige in Altona Nord anders planen können: 4 reine Fernbahnsteige, 2 Regionalbahnsteige und 2 S-Bahnsteige, wobei ich letztere im Richtungsverkehr eingerichtet hätte, d.h. Regionalbahn und S-Bahn jeweils nebeneinander an einem Bahnsteig. Dies ist ohne weiteres möglich. Richtung Süden gibt es sowieso kein Problem dieses zu bauen, Richtung Norden kann das Gleisbett der ehemaligen AKN-Güterstrecke genutzt werden bis Stellingen, bevor das Gleis zwischen Stellingen und Eidelstedt mit einer Brücke über die S-Bahngleise geleitet wird.
Für eine S-Bahn Blankenese – Altona Nord sehe ich keine Notwendigkeit. Viel sinnvoller wäre eine Direktverbindung Bahrenfeld – Holstenstraße, wodurch die Fahrgäste aus Blankenese bis zu 8 Minuten Fahrzeit Richtung Dammtor und Hauptbahnhof gewinnen könnten.

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