Fahrgastzahlen im HVV sind erneut drastisch angestiegen

Die Fahrgastzahlen im HVV haben im vergangenen Jahr offenbar schon wieder einen neuen Rekord erreicht. Nach vorläufiger Prognose fuhren 716,8 Millionen Menschen mit Bahnen, Bussen und Hafenfähren.
Christian Hinkelmann
Zahlreiche Menschen drängen sich am Hamburger Hauptbahnhof auf einem U-Bahnsteig
Zahlreiche Menschen drängen sich am Hamburger Hauptbahnhof auf einem U-Bahnsteig

Das sind 2,9 Prozent, bzw. 20 Millionen Fahrgäste mehr als noch im Jahr 2011 (696,7 Mio.), wie aus einer Senatsantwort auf eine entsprechende Anfrage der SPD-Verkehrspolitikerin Martina Koeppen hervorgeht (Drucksache: 20/6406).

Die endgültigen Fahrgastzahlen sollen demnach voraussichtlich erst im Mai vorgelegt werden.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Hamburger Hochbahn neue vorläufige Rekordzahlen aus ihren Verkehrsmitteln gemeldet. Demnach verzeichnete das Unternehmen im vergangenen Jahr 435 Millionen Fahrgastfahrten – 20 Millionen mehr als noch in 2011.

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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7 Antworten auf „Fahrgastzahlen im HVV sind erneut drastisch angestiegen“

…und es wären noch mehr Fahrgäste, wenn es die Stadtbahn gäbe. Bereits der Fahrgastzuwachs zeigt deutlich, dass es eben doch schneller mit den Planungen und der Ausführung einer Stadtbahn gehen muss. Aus rein ideologischen Gründen wurde die bereits geplante Stadtbahn gekippt und nun will man sich nicht eingestehen, dass das ein Fehler war. Besonders bemerkenswert und opportunistisch die Aussage von Herrn Elste, dass “der Bus als Verkehrsmittel immer beliebter werde”. Mangels eines besseren Verkehrssystems bleibt ja wohl auch keine Wahl für die Hamburger, wenn die den öffentlichen Personennahverkehr benutzen wollen, so dass sich diese Aussage schnell relativiert und auch nicht wirklich ernst zu nehmen ist. Wie bereits mehrfach von verschiedenen Kommentatoren richtig ausgeführt, es führt kein Weg an der Stadtbahn vorbei, wenn sich Hamburg nicht endgültig aus dem Chor der Weltstädte verabschieden will. Eine Stadtbahn ist auch Lebensqualität und wer noch die alte vernachlässigte Hamburger Strassenbahn wie ich kennt, der weiß, was Hamburg durch die damalige Fehlentscheidung (endgültig?) verloren hat. Nicht das Interesse der Bürger steht bei veilen Politikern im Vordergrund, sondern nur das eigene Fortkommen, schade.

Hamburg kann – was den ÖPNV angeht – schon lange nicht mehr mit anderen Städten mithalten. Die “kleine” Stadt Oldenburg (Oldenburg) in Niedersachsen z.B. hat in meinen Augen ein wirklich modernes Bussystem; eine gute Linien- und Routenstruktur, oft Vorrangschaltung an Lichtzeichenanlagen und vor allem schon einen großen Anteil an Erdgasbusse. Und auch Bremen, Frankfurt & Co. sind schon lange an Hamburg vorbeigezogen. Das Münchener U-Bahn- und Tram-Netz ist ein wahrer Traum; effizient, gut strukturiert, sauber. Man merkt in all diesen Städten, daß das Thema öffentlicher Nahverkehr hier ernst- und wichtig genommen wird und nicht lapidar abgetan wird. Hamburg kann mit seinen 4 bzw. 6 S-Bahn- (denen ich weitaus größere Bedeutung zurechne als den 3 1/2 U-Bahn-Linien, in München werden auf annähernd gleicher Netzlänge fast doppelt so viele Fahrgäste befördert) und den Metro- und Stadtbussen mit kaum einer größeren Stadt mehr mithalten – es wirkt in diesem Punkt träge und von wie gestern. Mehr Fahrgastzahlen jedes Jahr wieder und wieder sollten der Hochbahn und auch den verantwortlichen Politikern doch mehr als deutlich aufzeigen, daß die Menschen bereit sind, Alternativen zum Auto in Anspruch zu nehmen. Wenn schon so vermeintlich wirtschaftlich gedacht wird, warum erkennt man hier nicht, daß eine Straßenbahn die Fahrgastzahlen nochmals nach oben treiben, gleichzeitig aber auch für ein gutes Image und zufriedenere Kunden und letztlich Bürger führt? Ich versteh’ das nicht…

2,9% Fahrgastzuwachs wären, wenn sich die neuen Fahrgäste verhältnismäßig genauso in Einzelticketer, Tagesticketer, Jahresticketer, usw. aufteilen wiedie Bestandskunden auch 2,9% mehr Einnahmen für den HVV.
Und dennoch ist die nächste Fahrpreiserhöhung in gleicher prozentualer Höhe zum kleinen Fahrplanwechsel so sicher wie das Amen in der Kirche. Also wie jedes Jahr mehr Einnahmen durch Tickets und mehr Einnahmen durch Fahrpreiserhöhungen. Warum schiebt der Senat da nicht mal nen Riege vor indem sie dem HVV sagen “Du hast 2,9% mehr Fahrgäste als im Jahr zuvor, das sind 2,9% mehr Einnahmen. Warum willst du dann nochmal 2,9% Fahrpreiserhöhung?”

Wie werden eigentlich die Fahrgastzahlen im ÖPNV prognostiziert? Werden Fahrgastzählungen an bestimmten Knotenpunkten durchgeführt und dann mittels Hochrechnungen die Gesamtanzahl geschätzt? Allein am Fahrscheinverkauf ist eine Berechnung sicherlich nicht möglich. Wie werde ich als ProfiCard-Inhaber zum Beispiel erfasst?

Immer diese Milchmädchen-Rechnungen mit den Fahrpreiserhöhungen.
Wenn mehr Leute Auto fahren, wird das Benzin schließlich auch nicht billiger…

Fakt ist, dass du mit deinem Ticketpreis nur 60% der entstanden Kosten trägst. Den Rest erwirtschaften die VUs durch Werbeeinnahmen und sonstiges (z.B. Vermietung von Ladenlokalen auf Bahnhöfen etc.). Der dann verbleibende Rest wird als Defizit vom Steuerzahler ausgeglichen.
Wenn nun 2,9 Prozent mehr Fahrgäste befördert werden, muss auch das Angebot ausgeweitet werden (alleine die Ausweitungen im Dezember schlagen mit 8 Mio. EUR zu Buche). Es müssen mehr Busse angeschafft werden, Personal eingestellt werden, Diesel eingekauft werden etc. Wenn du Pech hast, passen die zusätzlichen Busse nicht mehr auf den Betriebshof und du musst einen neuen bauen –> noch mehr Kosten. Oder auf Gelenkbus umstellen und Haltestellen dafür umbauen –> noch mehr Kosten. Da sind deine niedlichen 2,9 Prozent mehr Einnahmen schonmal futsch.
Dazu kommen dann noch die Kostensteigerungen bei Energie, Personalkosten etc. Fast jeder von uns hat gerade eine Strompreiserhöhung in der Größenordnung von 10% bekommen. Alleine beim Stromverbrauch der U-Bahn würden da Millionen EUR an Mehrkosten entstehen. Airlines gehen wegen der hohen Spritkosten reihenweise pleite oder erhöhen die Preise (selbst die Billigflieger). Aber vom HVV wird erwartet, dass er das bitteschön kostenneutral abwickeln kann. Ich versteh es nicht!

Ich freue mich genauso wenig über diese Preissteigerung wie jeder andere. Und sicher ist der Nahverkehr nicht der preiswerteste in Hamburg. Aber man muss auch mal ein bisschen weiterdenken, statt nur zu meckern.

Na ja, also das mit den nur 60% aus Fahrgeldeinnahmen stimmt so wirklich nicht.
Die Hamburger Hochbahn hat eine Kostendeckung um die 89%.
Der Fehlbetrag (vom Steuerzahler auszugleichen) liegt bei um die 50 Mio. Euro.
Aus Werbung etc. kommt nur ein eher kleiner Teil rein, die Fahrgeldeinnahmen dürften eher um die 90% der Gesamteinnahmen ausmachen.

Zudem ist der Kostendeckungsgrad kontinuierlich gestiegen – im Jahr 2000 lag der noch bei 82%.
Und das trotz gestiegener Energiepreise und ausgeweitetem Angebot.

Daher ist es eine politische Entscheidung, was da gerade in Hamburg stattfindet:
Komplette Finanzierung durch den Fahrgast, zumindest tendenziell…

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