Fahrradstraße an der Alster: Viele Autos fahren zu schnell

In der neuen Fahrradstraße im Harvestehuder Weg an der Alster sind viele Autos noch immer zu schnell. Eigentlich ist hier nur Tempo 30 erlaubt. Bei einer NahverkehrHAMBURG-Stichprobe am vergangenen Samstag fuhren allerdings in nur einer halben Stunde neun Wagen zu schnell.
Von Christian Hinkelmann
Fahrradstraße Leinpfad in Hamburg
Fahrradstraße Leinpfad in Hamburg
Foto: Christian Hinkelmann

Spitzenreiter war ein Mini-Fahrer mit 41 Km/h – obwohl seit einigen Tagen in der ganzen Straße Tempo-30-Schilder stehen.

Die Hamburger Polizei hat inzwischen reagiert. Seit Anfang der Woche macht die Behörde laut Hamburger Abendblatt mit einer Laserpistole Jagd auf Raser. Wer mindestens fünf Km/h zu schnell fährt, muss 15 Euro oder mehr zahlen.

Die Fahrradstraße im Harvestehuder Weg sorgt seit ihrer Einführung vor einem halben Jahr für Diskussionen: Der Durchgangsverkehr hat seit Eröffnung offenbar nicht abgenommen, Autos fahren zu schnell und Radfahrer müssen im Slalom um auf der Straße parkende Wagen herumfahren. Viele Radfahrer nutzen deswegen weiterhin lieber den alten Radweg im parallelen Alsterpark.

Die Verkehrsbehörde hat inzwischen Nachbesserungen angekündigt: Die Parkplätze auf der Fahrbahn sollen demnächst verschwinden und wieder zurück auf den Straßenrand verlegt werden, außerdem soll der alte Radweg im Park erhalten bleiben.

 

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13 Antworten auf „Fahrradstraße an der Alster: Viele Autos fahren zu schnell“

Das sind in 30er Zonen absolut übliche Geschwindigkeiten. Wer sich hier empört, der kennt Autofahren wohl nur aus der Theorie. Raserei geht anders.

Ein peinliches Desaster. Alles wieder Retoure und die Millionen nur so aus dem Fenster geworfen. Bisher konnte ich die meisten Maßnahmen des Senats betreffend Verkehrspolitik nachvollziehen und unterstützen. Allerdings ist diese Fahrradstraße und die verkehrliche Kakophonie vom Mühlenkamp, schon eine Art Versagen auf ganzer Linie.

@ WW

Ja leider ist es in Deutschland bei 99,9% der Autofahrer üblig immer 10-20km/h über dem jeweils geltenden Tempolimit zu fahren. Egal, ob 30km/h, 50km/h oder 100km/h. Die Gefahr dafür überhaupt bestraft zu werden ist ja verschwindend gering und die Strafen nicht nennenswert. Nicht umsonst liegen die durchschnittlichen Bußgelder in Deutschland sehr weit unter dem europäischen Durchschnitt.
Aber das heißt doch trotzdem noch lange nicht, dass das in Ordnung ist.

Ich fahre übrigens auch Auto, versuche mich aber penibel an die Tempolimits zu halten. Was meist auch recht gut klappt, wenn man denn nur darauf achtet.

Radpendler,
nicht jene, die sich penibel an die Regeln halten, tragen zur Verkehrssicherheit bei, sondern das tun jene, die jenseits der Regeln mitdenken und vorausschauend fahren. Dass die Einhaltung von Verkehrsregeln an sich keine Sicherheit bedeutet, entzieht sich der Vorstellung vieler.

Die Kommentare zur Geschwindigkeit finden sich überall wieder …. und am Ende hängen die ach so sicheren und vorausschauenden, aber zu schnellen Fahrer zuerst am Straßenbaum.

Schade, dass manche Autofahrer die Radfahrer so mutwillig in Gefahr bringen nur um 1 Minute schneller irgendwo zu sein. Ein bisschen mehr Gelassenheit und Rücksicht täte allen gut (übrigens auch manchem Radfahrer!).

Auf Wiedersehen,
ihr Claquer

Vorausschauendes Fahren geht wunderbar im Einklang mit den Verkehrsregeln – ich hoffe, dass kann sich jeder vorstellen.

Ich glaube nicht dass es eine Situation gibt, in der zu schnelles Fahren die Sicherheit erhöht und das Einhalten von Stopp-Schildern oder das ordnungsgemäße Gewähren von Vorfahrt eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer verursacht. Das entzieht sich tatsächlich meiner Vorstellungskraft. Zu schnelles Fahren nötigt in jedem Fall auch die anderen zu schnell zu fahren und verursacht Stress, der die Sicherheit aller gefährdet.

Wer in einer Tempo 30-Zone meint einen 20 km/h fahrenden Radfahrer mit 45 km/h und unzureichendem Seitenabstand weniger als 1,5 m (“passt doch!”) sicher überholen zu können, sollte vielleicht auf sein psychische Eignung zum Betreiben von tonnenschweren, beweglichen Maschinen überprüft werden. Oder mal selbst Rad fahren.

Diese sogenannte Fahrradstraße ist der größte Blödsinn der Verkehrsplaner. Die hätten mal auf der anderen, östlichen Seite der Alster den höchst gefährlichen Radweg begradigen und ebnen sollen oder die Straße unter die Erde verlegen oder was auch immer, da hätte sich jede Maßnahme gelohnt. Aber westlich der Alster war das so überflüssig wie ein Kropf.

Jene, die jenseits der Regeln mitdenken. Jene, die an Ampeln auf Sicht fahren und “denken” dass das kein Problem ist, weil mitdenken ja reicht. Das ist wohl nicht das, was ww meinte, aber diese Leute denken auch immer, dass sie alles unter Kontrolle haben, weil sie das immer so machen. Heute wird mal auf der falschen Seite gefahren und morgen mal ohne Licht und nächste Woche wird dann komplett auf Regeln gepfiffen.

Es ist interessant, wie schnell man als jemand, der etwas zu schnell fährt, zum Verkehrsrowdy erklärt wird, der eine allgemeine Gefahr darstellt und auf alle Regeln pfeift. Keine Übertreibung scheint zu absurd.

Ein KFZ das zügig und mit gebotenem Abstand an mir als Radler vorbeifährt, ist mir sehr viel lieber als ein Fahrzeug, das mich langsam und eng überholt und mich am nächsten in die Fahrbahn hineinragenden Fahrzeug scheitern lässt.

Ach je. Diese Geschwindigkeitsanzeigen sind doch völliger Quatsch, wenn es darum gehen sollte, überhöhte Geschwindigkeiten einzudämmen. Hinweise via Straßenschilder helfen da nicht. An die Vernunft appellieren, hilft nicht. Ankündigen, dass Kontrollen bevorstehen, helfen nicht. Das einzige, was hilft, ist an die Geldbörse von Rasern und Rotfahrern zu gehen, und zwar immer und überall. Man darf sich nicht sicher sein, dass nix passiert, wenn man die Regeln übertritt. Nur so geht das.

Allerdings kann ich WW und Busfahrer (beide ganz oben) nur beipflichten. Und der Fahrradstraßenmeider hat ja auch sowas von Recht: die Einrichtung am Westufer ist rausgeschmissenes Steuergeld (das geht aber nicht auf die Verkehrsplaner zurück, sondern auf die Politik, die das wollte).

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