Hamburg fordert Autobahn-Osttangente

Im Zuge der geplanten festen Fehmarnbeltquerung fordern Niedersachsen und Hamburg eine östliche Umgehungsautobahn, die von Bargteheide über Geesthacht bis zur A7 führen soll. Schleswig-Holstein ist empört.
Von Christian Hinkelmann
Symbolbild: Autobahn in Hamburg
Symbolbild: Autobahn in Hamburg

Eigentlich läuft für die Planer der A20 in Schleswig-Holstein alles rund. Ende des Jahres sollen in Bad Segeberg die Bauarbeiten für die Verlängerung in Richtung Westen beginnen, die Planfeststellungsverfahren für die kommenden Abschnitte laufen und für den Elbtunnel bei Glückstadt wird sogar schon in diesem Jahr das Baurecht erwartet.

Doch zwei Männer bringen diese Pläne gerade gehörig ins Wanken: David McAllister, Ministerpräsident von Niedersachsen und Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Geschäftsführer der Handelskammer Hamburg.

Beide plädieren seit einigen Wochen auffallend laut für eine ganz andere Elbquerung – und zwar östlich von Hamburg. Dabei soll die A21 von Bargteheide aus im Verlauf der B 404 verlängert werden, bei Geesthacht die Elbe überqueren und könnte dann entweder bei Wolfsburg auf die A39 oder bei Egestorf auf die A7 treffen.

Tatsächlich hat der Vorschlag Charme. Die neue Autobahn würde zum Bypass für die chronisch überlastete A1 im Bereich Hamburg werden und könnte den gesamten Skandinavienverkehr, der nicht gezielt in den Hamburger Hafen muss, wirkungsvoll an der Hansestadt vorbeileiten. Gerade mit Hinblick auf die feste Fehmarnbeltquerung und dem damit verbundenen Anstieg des Skandinavien-Güterverkehrs scheint dies eine attraktive Lösung, um die bestehenden Autobahnen in Hamburg vor einem Kollaps zu bewahren. Kein Wunder, dass die Hamburger Handelskammer diese Pläne forciert.

Aber auch Niedersachsen verspricht sich von der Hamburger Ostumfahrung große Vorteile: Sie bietet deutlich mehr Nutzungspotential al…

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