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Ferngesteuerte Autos: Vorwürfe gegen Fahrdienst Vay

Ist der Telefahrdienst Vay, der derzeit mit einer Sondererlaubnis in Hamburg-Bergedorf erprobt wird, möglicherweise unsicher? Der Springer-Verlag berichtet von Vorfällen bei Testfahrten. Das Unternehmen und die Hamburger Verkehrsbehörde weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Diese NAHVERKEHR HAMBURG-Fragen lassen sie aber unbeantwortet.
Christian Hinkelmann
So werden die Vay-Carsharing-Fahrzeuge ferngesteuert zum Einstiegsort gefahren: Eine Telefahrerin hat viel mehr im Blick als hinter einem echten Steuer im Auto - behauptet zumindest das Unternehmen.
So werden die Vay-Carsharing-Fahrzeuge ferngesteuert zum Einstiegsort gefahren: Eine Telefahrerin hat viel mehr im Blick als hinter einem echten Steuer im Auto - behauptet zumindest das Unternehmen.
Foto: Vay

Es klingt nach einer genialen Idee: Damit man auf der Suche nach dem nächsten freien Carsharing-Auto nicht lange suchen und laufen muss, kommt der nächstbeste leere Wagen einfach auf Bestellung zu einem hingefahren – ferngesteuert von Fahrpersonal, das weit entfernt in der Firmenzentrale in einem nachgebauten Auto-Cockpit am Bildschirm sitzt.

An der Startadresse angekommen, können dann die Fahrgäste einsteigen und für ihre Fahrt selbst das Steuer übernehmen – wie in einem ganz normalen Mietwagen.

Für die Nutzerinnen und Nutzer wird Carsharing damit bequemer, weil der Fußweg zum nächsten freien Wagen entfällt, für Carsharing-Anbieter wird der Betrieb günstiger, weil man mit weniger und besser ausgelasteten Fahrzeugen auskommt und die Städte sparen Platz, weil nicht tausende leerstehende Mietautos wertvollen Parkraum blockieren. Eine Win-Win-Win-Situation.

Hinter der Idee steckt das Berliner Startup Vay, das seit rund drei Jahren an seiner Idee tüftelt, die im Grunde eine günstige Vorstufe zum vollständig autonomen Fahren ist. Technisch und gesetzlich ist die Sache Neuland, denn die deutschen Gesetze sehen ferngesteuerte Autos im öffentlichen Straßenverkehr bisher nicht vor. 

Dementsprechend aufwändig und langwierig war die Zulassungsprozedur für ein kleines Testgebiet im Hamburger Osten, um die Autos dort ohne Menschen an Bord im ganz normalen Straßenverkehr fahren lassen zu können. Eigentlich wollte der Dienst schon im Sommer vergangenen Jahres in der Nähe des S-Bahnhofs Nettelnburg im Stadtteil Bergedorf starten, doch das Zulassungsverfahren zog s…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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3 Antworten auf „Ferngesteuerte Autos: Vorwürfe gegen Fahrdienst Vay“

„Der Vorfall zeigt exemplarisch, welches Risiko die Stadt Hamburg mit ihrer Innovationsfreude im Verkehrssektor eingeht.“

Naja nun. Es gab keine Verletzten. Nicht einmal einen Blechschaden. Zeitgleich gibt’s Zigtausende polizeilich dokumentierte Unfälle jedes Jahr in Hamburg, leider oft mit Verletzten und Toten. Die Schuld liegt dabei fast nie an der Technik. Aufgrund der Demographie werden es wahrscheinlich auch nicht weniger in absehbarer Zeit.

Wow. Warst du nicht der, der sich neulich hier über die fehlenden Unfallforschung- und Statistikkenntnissen der Verkehrsdirektion beklagte? Dafür dass du hier öfter mal gegen die Statistikkenntnisse und generell die Sachkunde anderer austeilst, ist das ja auch mal wieder ein wahnsinnig disqualifizierender Vergleich von dir. Mit deinen Statistikkenntnissen scheint es jedenfalls auch nicht weit her zu sein, wenn du das tatsächlich für ein valides Argument hältst.
Wie viele Fahrzeugkilometer liegen denn der polizeilichen Unfallstatistik zugrunde, und wie viele Vay? Einfach nur die absoluten Vorkommnisse heranzuziehen ist ja nun wirklich ein Grundschulfehler.
Wie unsicher Vay ist oder nicht, insbesondere im Vergleich zu normal gesteuerten Autos, lässt sich so jedenfalls nicht beurteilen.
Schade, dass solche unqualifizierten Leute wie du anderen immer so lautstark Unqualifiziertheit vorwerfen.

Ich würde ja denken, solange wir keine Details über die Vorfälle haben sind Spekulationen darüber was oder wer schuld ist, glaube ich eher sinnlos. Und das mit anderen vielleicht schlimmeren Unfällen zu marginalisieren, halte ich auch nicht so für klug.

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