Ferngesteuerte Mietautos in Hamburg: Es tut sich was

Neuer Telefahrdienst Vay wollte bereits vor zwei Jahren in Hamburg starten, doch bis heute steht nicht fest, wann es losgehen soll, weil die gesetzliche Grundlage fehlt. Jetzt kommt Bewegung ins Thema – und das Testgebiet in Hamburg wird ausgeweitet.
Christian Hinkelmann
Der Fahrer sitzt im Büro: So werden die Autos beim Carsharing-Dienst Vay ferngesteuert.
Der Fahrer sitzt im Büro: So werden die Autos beim Carsharing-Dienst Vay ferngesteuert.

Die Idee klang revolutionär, die Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks vor mehr als zweieinhalb Jahren präsentierte: Carsharing-Autos, die von einem Fahrer aus einem Büro ferngesteuert werden und bis vor die eigene Haustür fahren. Dort kann man dann selbst das Steuer übernehmen. Also eine Mischung aus klassischem Carsharing und autonom fahrenden Shuttles. Die Vorteile für Kundschaft, Anbieter und Städte liegen auf der Hand: Die lästige Suche nach dem nächstgelegenen freien Wagen entfällt und die Autos werden besser ausgelastet, weil sie öfter in Bewegung sind. Das spart wiederum wertvollen Parkraum. Eine Win-win-win-Situation.

„Vay“ heißt das Berliner Start-up, das diesen Dienst in die Hansestadt bringen wollte – und zwar bis 2022. Doch aus dem vollmundigen Versprechen ist bis heute nichts geworden. Lediglich ein kleines Testgebiet für interne Fahrten wurde Ende 2022 in Hamburg-Bergedorf eingerichtet. Die Versuche liefen laut Vay gut, doch ein Betriebsstart in Hamburg ließ weiter auf sich warten.

Lieber Las Vegas statt Hamburg

Stattdessen startete Vay mit seinem Dienst dann ganz woanders durch: in Las Vegas. Seit Jahresbeginn sind die ferngesteuerten Autos regulär in der amerikanischen Glitzer-Metropole im Einsatz. 30 Cent kostet die Fahr pro Minute, bezahlt wird nur für die Zeit, in der man selbst am Steuer sitzt. Die ferngesteuerte An- und Abfahrt ist für die Kundschaft kostenlos.

Der Grund, warum das Berliner Unternehmen lieber in die USA ausge…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

S-Bahn am Bahnhof Hamburg-Jungfernstieg. (Foto: Christian Hinkelmann)

Das ändert sich am 14. Dezember im HVV – die finale Übersicht

Besseres Nachtbussystem und mehr Regionalzüge zum Hauptbahnhof einerseits und weniger AKN-Züge und ein abgehängter Bahnhof Altona andererseits. Der neue HVV-Fahrplan bringt für Fahrgäste Licht und Schatten. Hier die vollständige Übersicht.

Zwei Frauen kaufen ein HVV-Ticket in Hamburg.

Neue HVV-Preise: Diese Menschen trifft es besonders hart

Zum Jahreswechsel sollen die HVV-Fahrpreise weit über der Inflationsrate steigen. Ein Ticket sticht besonders krass heraus. Es soll sich um knapp 13 Prozent verteuern, nachdem es bereits in den vergangenen Jahren heftige Preissprünge gab.

Abgeschaltet wegen Erfolglosigkeit: HVV Any. (Foto: Christian Hinkelmann)

HVV Any: Warum das automatische Ticket wirklich sterben musste

Der HVV nennt das Deutschlandticket als Grund. Doch Daten zeigen: Woanders boomen ähnliche Systeme. Das waren die eigentlichen Hintergründe für das Ende von HVV Any und deswegen wurden durch eine bestimmte Technik-Wahl möglicherweise Millionen verschwendet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner