Finanzlücke: Droht im HVV ein Kahlschlag?

Das sind die wichtigsten Mobilitätsnachrichten der Woche für Hamburg und Umland: Länder drohen dem Bund mit Angebotskürzungen im öffentlichen Verkehr, der beste und der schlechteste Bahnhof in Schleswig-Holstein stehen fest und ein neues Deutschlandticket-Angebot in Hamburg löst eine starke Nachfrage aus.
Christian Hinkelmann
AKN-Triebwagen im S-Bahnhof Hamburg-Eidelstedt auf einem Abstellgleis vor einem roten Signal. (Foto: Christian Hinkelmann)
AKN-Triebwagen im S-Bahnhof Hamburg-Eidelstedt auf einem Abstellgleis vor einem roten Signal. (Foto: Christian Hinkelmann)

Was war diese Woche im Hamburger Verkehrssektor wichtig? Hier fassen wir für Sie die relevantesten Nachrichten zusammen, damit Sie den Überblick behalten und Zeit sparen.

Finanzlücke: Droht im HVV ein Kahlschlag?

Droht nach Schleswig-Holstein möglicherweise bald auch in Hamburg ein Kahlschlag bei Bahn- und Busfahrplänen?

Den Verkehrsunternehmen in Deutschland fehlt aufgrund der stark steigenden Kosten immer mehr Geld. Dazu kommt das jüngste EuGH-Urteil, durch das die Kosten für die Nutzung der Schienen der DB InfraGO deutlich steigen könnten.

Um massive Angebotskürzungen zu vermeiden, haben die Verkehrsminister der Länder diese Woche auf ihrer Verkehrsministerkonferenz beschlossen, vom Bund bis 2031 zusätzlich 14 Milliarden Euro für den öffentlichen Verkehr zu fordern. Das zusätzliche Geld sei nötig, damit künftig nicht weniger Fahrzeuge im Regionalverkehr unterwegs sind, hieß es.

Derzeit erhalten die Länder vom Bund jährlich 12 Milliarden Euro Regionalisierungsmittel, um davon den Regionalverkehr zu bestellen. Die Mittel erhöhen sich jährlich um drei Prozent. Den Ländern reicht das nicht. Sie verweisen auf st…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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12 Antworten auf „Finanzlücke: Droht im HVV ein Kahlschlag?“

Also erstmal ist ja nicht gesagt dass die Trassenpreise steigen. Dass Gericht hat nur die derzeitige Berechnungsgrundlage für die Deckelung verworfen.

Es ist wirklich nicht so schwierig niedrigere Preise rechtssicher festzulegen – z.B. auf den selben Betrag den Autos für die Benutzung der Autobahnen zahlen…

Für eine Frechheit halte ich aber dass verschiedene DB-Töchter gegen einen politischen Beschluss ihres Eigentümers klagen

Bezüglich des SEV wegen der gesperrten Lübecker Strecke infolge des Abrisses der Berlinertordammbrücke (Grüße an wgr und alle anderen „Rätselfreunde“ im anderen Forum 😉) kann ich Folgendes berichten. Ich konnte wegen einer längeren Wanderung heute so einige meist mäßig besetze „SEV 8X“-Busse beobachten. Es wurden offenbar die abgerocktesten Fahrzeuge eingesetzt, hauptsächlich Autokraft, aber auch irgendwelche Subunternehmer mit verschiedenen Farben. Gelb war auch dabei, vermutlich wohl Umbrella.

Der Wochenüberblick ist immer sehr hilfreich. Leider gibt es so gut wie keine positiven Nachrichten. Eigentlich gäbe es Kommentare und Anmerkungen zu allen der Einzelmeldungen. Aber am dramatischsten halte ich die angedrohten Angebotskürzungen im Nahverkehr. Da hegt die Stadt hochtrabende Pläne für Olympia und betreibt überflüssige Ausbauprojekte (z.B. S4 nördlich von Rahlstedt, U5 durch die Innenstadt) und kann dann am Ende der Tage nicht einmal ausreichende Leistungen für die neue Infrastruktur bestellen. Schlimmer noch selbst das Bestandsangebot ist bedroht, weil zunehmend Geld in die Kriegsfinanzierung und Aufrüstung fließt. Wann endlich beschränkt man sich bei den Neubauprojekten auf einfache und bezahlbare Lösungen (Straßenbahn statt südhaft teurer U5 und S6), die schnell Verbesserungen für die Fahrgäste bringen und für die dann auch ausreichende Leistungen bestellt werden können. Da wird von einem 90 Sekunden Takt auf einigen U-Bahnlinien gesprochen und Sicherungs- und Leittechnik dafür bestellt, aber das Geld entsprechend die Züge darauf fahren zu lassen fehlt. Einfach nur peinlich!

Auf Ihre immergleichen falschen Aussagen zur U5 und vor allem der S4 (Alternative Bimmelbahnen?) gehe ich nicht mehr ein, aber was natürlich immer offensichtlicher wird, ist, daß Anjes Tjarks eine Fehlbesetzung ist. Es geht ja nicht nur um die EU Entscheidung, die mutmaßlich die ÖPNV Nutzung teurer macht. Hinzu kommt noch, daß es überhaupt kein Konzept gibt, den Klimaentscheid von 2025 umzusetzen. In dem Zusammenhang könnte in der Tat über die Einführung einer Stadtbahn zwischen Farmsen, Bramfeld und Niendorf (Grossburgwedel) nachgedacht werden zb. Anjes Tjarks ist jetzt 5 Jahre+ im Amt und es gibt von ihm nicht eine verkehrspolitische Initiative. Stattdessen wird er für Olympia und lobt die DEUTSCHE BAHN und als Krönung der Parkplatzkompromiß mit der Blecheimerlobby in Hamburg (hier übrigens ein video von einem US Amerikaner, der sich über die Situation des Ausbaus von Radwegen weltweit ausgelassen hat und da auch..ja…in Hamburg gewesen ist: https://www.youtube.com/watch?v=IkvuMNRGtzI (In Germany cycling is normalized but marginalized) Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.

„daß Anjes Tjarks eine Fehlbesetzung ist“ Hmm, naja, unter keimen Verkehrssenator der letzten 50 Jahre wurde mehr für den ÖPNV gemacht (und für den Radverkehr) als unter Tjarks.

Man kann sich ja immer mehr wünschen, aber zu sagen dass es unter ihm keine verkehrspolitische Initiative gab ist nun ziemlich lachhaft…

Naja, das möchte ich so auch gar nicht abstreiten. Es kommt bei ihm vermutlich nur auf die jeweilige Gegend in Hamburg an.
An unserer angeblichen „Großbaustelle“ habe ich ihn nur als Promoter dieser albernen Lärmschutzwände erlebt, deren Durchsichtigkeit, ich will’s mal so sagen, „diskutabel“ ist. (Dafür treiben die die Kosten noch mehr in die Höhe.) Als „Schlüsselerlebnis“ ist mir ein Geburtstags(?)-Jubelbeitrag im „Wochenblatt“ (oder war’s „Wandsbek aktuell“) in Erinnerung geblieben, in dem er über seine Kindheit in Jenfeld (lang, lang ist’s her …) erzählte und dann die Anbindung von Jenfeld mit Bussen bejubelte.

Wie ich schon mal schrieb, verkaufen sich gute Meldungen einfach nicht. Natürlich könnte nahverkehrhamburg.de auch berichten von den über 90 Prozent der Busse und Bahnen, welche pünktlich ihr Ziel erreichen, von freundlichen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fahrdienst, welche den Fahrgästen hilfreich zur Seite stehen, von Baustellen, welche termingerecht vorankommen und, und, und … Aber das will kaum einer lesen.

Wir sind leider zu einer extrem verwöhnten Gesellschaft verkommen, die alles Gute voraussetzt und es nicht mehr würdigen kann. Diese Dekadenz führt unweigerlich zum Fall und bereitet den Nährboden für die Extremisten in der Politik.

Vielen Dank für Ihren Kommentar – Sie sprechen einen wichtigen Punkt an, den man tatsächlich differenziert betrachten sollte.

Sie haben völlig recht: Ein Großteil des Verkehrs in Hamburg funktioniert im Alltag zuverlässig. Die allermeisten Fahrten verlaufen ohne größere Probleme, viele Baustellen werden planmäßig umgesetzt, und es gibt zahlreiche Entwicklungen, die positiv sind. Auch darüber berichten und schreiben wir regelmäßig in unseren Analysen.

Gleichzeitig verfolgen wir aber einen klaren journalistischen Ansatz: Wir schauen uns besonders genau die Stellen an, an denen es noch nicht gut läuft – und an denen es Verbesserungspotenzial gibt.

Dabei geht es uns ausdrücklich nicht um „Negativität“ im Sinne von bloßem Meckern. Diese Art von destruktiver Kritik halten wir selbst für wenig hilfreich. Unser Anspruch ist ein anderer: konstruktiv-kritischer Journalismus.

Das bedeutet konkret:
Wir legen den Finger in die Wunde, wenn es Probleme gibt – nicht um schlechtzureden, sondern um sichtbar zu machen, wo es hakt. Wir analysieren Ursachen, ordnen ein und zeigen, wie andere Städte ähnliche Herausforderungen lösen. Genau dadurch entsteht überhaupt erst die Grundlage, um Dinge besser zu machen.

Wenn man ausschließlich das betrachtet, was bereits gut funktioniert, bleiben strukturelle Schwächen oft unsichtbar – und damit auch unverändert. Unser Ziel ist es hingegen, Entwicklungen anzustoßen und Verbesserungen möglich zu machen.

In diesem Sinne verstehen wir kritische Berichterstattung als etwas grundsätzlich Positives: als Beitrag dazu, dass sich die Mobilität in Hamburg weiterentwickelt – im Interesse der Fahrgäste.

Und genau daran lassen wir uns messen.

Beste Grüße

Christian Hinkelmann

Eine interessante Diskussion.
Was mich zum Beispiel hier an den ganzen Verspätungsdiskussionen zur S-Bahn in der Frostperiode geärgert hatte, war diese Perspektive von Fahrgästen, die im Normalfall einen gut gehenden engen Takt haben.
Was gleich aussieht, ist oftmals überhaupt nicht gleich: Auf dem >hvv „USAR-Plan“ gibt es mehrere schwarze Linien, aber nur eine davon ist die einzige Schienenanbindung einer ganzen Stadtregion. Die anderen sind u.U. einfach nur zusätzlicher Komfort, um z.B. schneller als die S-Bahn in Bergedorf zu sein.
Es macht schon einen Unterschied, ob diese einzige Linie nur noch jede Stunde, evtl. sogar überhaupt nicht fährt oder ob auf U oder S2 mal für eine Stunde der 5-Minuten-Takt ausfällt.
Wie schwer es offenbar ist, andere Perspektiven einzunehmen, als die eigene, zeigte sich unlängst bei der Reaktion auf meinen Streiktagsbericht. An eine Alternative zur U1 hatte ich zwar auch, aber nicht vordergründig gedacht. Vorrangig bewegte mich, wie die vielen Busfahrgäste weiterkommen. Wo Busse nicht diese herausgehobene Stelle einnehmen müssen, denkt man eben auch nicht primär an einen Ersatz für diese z.B. an Streiktagen.

Konstruktiv-kritischer Journalismus vs. Meckern. Ich respektiere und lese sehr gern Ihre und die Berichte Ihrer Kollegen. Engagiert, interessant und angemessen kritisch. Aber, die Geister die ich rief. Wenn ich die Kommentare so lese, versteht so mancher Leser Ihre Berichte als Einladung zu immergleicher Meckerei. Entweder ist der Verkehrssenator zu blöde (natürlich mit elaborierten Worten vorgebracht), die Deutsche Bahn sowieso zu wenig bis nichts in der Lage, Altona nahezu siamesisch an den Sackbahnhof gebunden und Wandsbek und alles drumrum quasi vom ÖPNV abgehängt. Alles höchstens Teilrealitäten. Ich bin bei Fräulein Tochter. Heben Sie doch regelmäßiger das Positive hervor. Für die Mehrheit der Nutzer funktioniert der Hamburger ÖPNV. Das finde ich hier zu wenig wieder. Und mit der DB bin wenigstens ich aktuell anlässlich einer Reise nach Amsterdam sehr zufrieden und auch sonst läuft es gut, wenn ich die Bahn nutze. Besser geht immer. Werden Ihre positiven Berichte zahlreicher, werden einige Meckerkommentare sicher weniger; und ich hätte (noch) mehr Freude beim Lesen.

Kampfmittelsondierungen sagen überhaupt nichts aus. Im PFA 1 begannen sie, als gerade „die kleine rote Wasserpumpe“ abgeräumt wurde. (Die war für mich immer so das Symbol für die Kleingartenanlage im Gleisdreieck.) Und dann fanden diese immer noch 5 oder gar noch mehr Jahre später statt. Für einen meiner damaligen Artikel in der HN&HB hatte ich angenommen, dass das inzwischen ganz andere Arbeiten sind, aber es waren immer noch Kampfmittelsondierungen.
Bei dieser Nachricht handelt es sich also keineswegs um einen „Meilenstein“, genau so wenig, wie bei der mit der Festlegung der Generalsanierung auf 2. Halbjahr 2028. Auch zum Fahrplanwechsel 2028/29 wird die S4 nicht fertig sein. Die S5 nach „KaKi“ wird mit großem Abstand gewinnen. Vielleicht ist ja auch noch die U1 von „NoMi“ nach „NoNo“ eher fertig, und die S6 nach Olympia!!! dazu. 😁

PS: Dem Busfahrer und den betroffenen Fahrgästen wünsche ich gute Genesung.

Übrigens: Herrlicher Aprilscherz im Bahninfo-Forum, nur leider im falschen Thread. Dort wo sich selten jemand hin verirrt. (Und selbst einer der Wenigen, die sich dorthin verirren, hat den 1. April nicht erkannt…)😊

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