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Flughafen-S-Bahn: Fahrgastzahl hat sich seit Eröffnung verdoppelt

Im Jahr 2018 hat die Flughafen-S-Bahn 8 Millionen Passagiere transportiert und die ursprünglichen Prognosen weit übertroffen. So reisen die Hamburger am häufigsten zum Airport an.
Christian Hinkelmann
Ein Hamburger S-Bahn-Zug steht am Flughafenbahnhof (Airport)
Ein Hamburger S-Bahn-Zug steht am Flughafenbahnhof (Airport)

Die vor elf Jahren eröffnete S-Bahn-Strecke zum Hamburger Flughafen hat einen weiteren Passagierrekord geknackt: Seit Eröffnung hat sich die Fahrgastzahl verdoppelt. Wurden im ersten vollständigen Betriebsjahr (2009) noch 4,1 Millionen Fahrgäste zwischen Ohlsdorf und dem Flughafen gezählt, waren es im Jahr 2018 insgesamt 8 Millionen Passagiere (aktuellere Zahlen gibt es nicht).

Das geht aus einer Senatsantwort auf eine gemeinsame Anfrage der SPD-Abgeordneten Dorothee Martin und Ole Thorben Buschhüter, sowie dem Grünen-Politiker Martin Bill hervor (siehe hier).

Vor dem Bau der S-Bahn-Strecke, im Jahr 1996, waren die Planer noch von 3,5 Millionen Passagieren ausgegangen. Diese Prognose wurde inzwischen mehr als verdoppelt.

S-Bahn ist meistgenutztes Verkehrsmittel zum Flughafen

Seit einigen Jahren ist die S-Bahn sogar das meistgenutzte Verkehrsmittel auf dem Weg zum Hamburger Flughafen. 28,9 Prozent aller Fluggäste haben im Jahr 2018 für ihre Anreise laut Senat die S-Bahn genutzt.

26,7 Prozent der Flugpassagiere haben sich per Auto zum Airport bringen lassen, 25,5 Prozent sind mit dem Taxi angereist. Der Anteil der Menschen, die mit dem eigenen Auto zum Flughafen fahren und ihren Wagen dort während der gesamten Reisedauer parken, liegt demnach nur bei 6 Prozent.

Carsharing spielt eine immer kleinere Rolle

Nur 3,6 Prozent der Flughafen-Gäste reisten im Jahr 2018 per Carsharing oder mit einem Mietwagen an. Das ist weniger als noch im Jahr 2017. Damals lag der Wert noch bei 4,7 Prozent (

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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10 Antworten auf „Flughafen-S-Bahn: Fahrgastzahl hat sich seit Eröffnung verdoppelt“

Vermutlich ließe sich die Zahl der S-Bahn-Fahrgäste zum Flughafen nochmal deutlich steigern, wenn der Anschluss von der U1 endlich verbessert werden würde. Seit Bestehen der Flughafen-S-Bahn ist der Anschluss schlechtestmöglich, und zwar fährt die S-Bahn ab, kurz nachdem die U-Bahn von Süden eintrifft. Zu Fuß ist der lange Umsteigeweg nicht schnell genug zu bewältigen, schon gar nicht mit Gepäck. Dadurch entstehen meist 10-11 Minuten Wartezeit, bei schlechtem oder kaltem Wetter entsprechend unkomfortabel. Das verschlechtert die Gesamtfahrtzeit und den Komfort ganz erheblich, so dass vermutlich viele potentielle Fahrgäste andere Verkehrsmittel bevorzugen. MOIA fährt ja z.B. auch zum Flughafen. Die HVV-App zeigt nun nur 8 Minuten planmäßige Umsteigezeit an, vielleicht wurde hier inzwischen geringfügig verbessert, aber komfortabel ist es dennoch nicht.

Wir wissen alle, dass ein Modal Split Anteil von 30 Prozent bei Flughafen-Anbindungen echt nix dickes ist! Wer dann noch genauer guckt und neben den 17 Millionen Abflüge und Ankünften noch auf die 15.000 am Flughafen arbeitenden Menschen guckt (Lufthansa Technik und der Flughafen selbst sind längst nicht alles), dann werden die Verdopplungs-Lobgesänge lächerlich und klar, dass Hamburg auch hier deutlich hinter seinen Möglichkeiten bleibt. I’m sorry.

PS: Auch wenn die Senatoren seit längerem offiziell parteilos sind, „gemanagt“ wird der Verkehrsbereich innerhalb der Behörde seit 10 Jahren von der SPD.

Etwas Essig in den S-Bahnwein:
Es fliegen allein 5,5 Millionen Menschen ab Hamburg nach München, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Stuttgart. Der Hit mit 1,7 Millionen Menschen ab Flughafen Hamburg nach München.
Ein Verkehrswende hin zur Schiene ist zwar die tolle S-Bahn zum Flufhafen, aber interessanter wären bessere Angebote am Tag und in der Nacht ab Kopfbahnhof Altona zum Kopfbahnhof München.
Der Flug nach München produziert 10x mehr Co2 als die Bahnfahrt.
Dem Nahverklehr Hamburg ein gutes neues Jahr und weiterhin interessante und kritische Berichte!

Oder endlich mehr Interkontinentalflüge ab Hamburg, denn die meisten Fluggäste fliegen vermutlich nicht nach München um München zu besuchen, sondern um dort in Langstreckenflüge umzusteigen. Und dabei wünscht man sich auch nicht unbedingt vorher noch eine Odyssee im Tag- oder Nachtzug mit hoher Wahrscheinlichkeit, durch Böschungsbrände oder Signalstörungen den Flug zu verpassen. Langstreckenflüge ab Hamburg wären deshalb auch ein Beitrag zum Klimaschutz, auch wenn das zunächst widersinnig klingt, denn sie helfen Inlandsflüge zu reduzieren.

Der Erfolg der Flughafen-S-Bahn ist ein glänzender Beweis für die These, dass ein brauchbares Angebot sich die Nachfrage selber schafft!
Daher wären alle Schnellbahnprojekte in Hamburg in der Umsetzung zu kategorisieren, wo können mit geringstem Aufwand und in kürzester Zeit die schnellsten Passagierzuwächse erreicht werden. Bei einer solchen Betrachtung müsste eine U-4-Verlängerung über die Elbe nach Wilhelmsburg und eine S32 von Diebsteich über die Arenen und das DESY nach Osdorf/Schenefeld ganz oben auf der Agenda stehen, dagegen eine Zick-Zack-Catch-All U-Bahn wie die U 5 ganz unten. Und fahrgastfeindliche Projekte wie die Schließung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona müssen von der Vorhabensliste gestrichen werden.

„Daher wären alle Schnellbahnprojekte in Hamburg in der Umsetzung zu kategorisieren, wo können mit geringstem Aufwand und in kürzester Zeit die schnellsten Passagierzuwächse erreicht werden.“

Das wird doch schon gemacht, denn dieses Jahr geht’s los mit dem Bau der S4. Und Sie glauben gar nicht, wie schnell die Züge voll werden, wenn erst einmal ein verlässlicher, dichter Takt bis in die Innenstadt angeboten wird. 🙂

Wenn da nur nicht das Problem wäre, dass dann nur noch ein Vollzug der S-Bahn in 10 Minuten nach Poppenbüttel fahren würde. Das reicht heute schon nicht mit 1,5 Vollzügen pro 10 Minuten.

Na, wenn das kein Grund ist endlich das lästige An- und Abkoppeln in Ohlsdorf abzuschaffen… und nur noch Vollzüge zum Airport fahren zu lassen…
… und dann auch mal über den Tellerrand hinausschauen und über die Verlängerung der S1 z.B. nach Pinneberg nachdenken (Ringlinie). Das wäre der große Wurf und die SPD hätte endlich mal wieder etwas Sinnvolles auf die Beine gebracht… nicht wahr Freunde der Busspuren und des Aussitzens. 😉

Denn das ewige Schulterklopfen über die „gelungene“ S-Bahn wirkt inzwischen inflationär.

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