Futuristischer Bus macht Geheim-Testfahrt in Hamburg

Besuch aus der Zukunft in Hamburg: Ein futuristischer Bus hat am vergangenen Mittwoch in Hamburg geheime Testfahrten auf den Metrobuslinien 3 und 15 gemacht. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein wollten das Fahrverhalten testen. Ab dem kommenden Frühjahr werden zwei optisch ähnliche Busse regelmäßig auf der M3 fahren – vollkommen elektrisch.
Von Christian Hinkelmann
Elektro-Gelenkbus der VHH
Neuer Elektro-Gelenkbus der VHH

Nanu? Fahrgäste auf der Metrobuslinie M3 dürften sich am vergangenen Mittwoch verwundert die Augen gerieben haben. Ein futuristischer Bus, der eher an eine moderne Straßenbahn erinnert, steuerte mehrere Haltestellen auf der Linie an: Offensichtlich Testfahrten der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH).

Was ist das für ein Bus?

“Es ist ein gasbetriebener Bus der belgischen Herstellers Van Hool”, so VHH-Sprecher Martin Beckmann zu NahverkehrHAMBURG. “Das fabrikneue Fahrzeug war auf der Durchreise nach Schweden und hat einen kurzen Zwischenstopp in Hamburg eingelegt. Es ähnelt optisch den beiden bestellten elektrischen Batteriebussen, die wir bei Van Hool bestellt haben”.

Bei den Testfahrten auf der Metrobuslinie 3 – dem späteren Einsatzgebiet der E-Busse – sowie der M15 ging es laut Beckmann vor allem um das Fahrverhalten sowie um das Anfahren der Bushaltestellen, die bereits mit speziellen Bordsteinen ausgerüstet sind (“Kasseler Sonderbord”) und ein niveaugleiches Einsteigen in die neuen Busse ermöglichen sollen.

Weitere Testfahrten sind vorerst nicht geplant.

Die VHH werden eines der ersten Verkehrsunternehmen im Hamburger Raum sein, das rein mit Batteriekraft angetriebene Elektro-Gelenkbusse einsetzen wird. Die Fahrzeuge mit dem futuristischen Look befinden sich derzeit bei Van H…

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19 Antworten auf „Futuristischer Bus macht Geheim-Testfahrt in Hamburg“

Wieder einmal ist Hamburgs Nahverkehr europaweit Innovationsführer. Ein 20 m langes Fahrzeug, das komplett elektrisch betrieben wird. Wer hat das sonst schon?

Stylischer Bus!!! Die Hamburger erleben eine mal ganz andere Busgenneration in Hamburg. So kommt man zur Stadtbahn ganz ohne Schienen und Oberleitung die quer über die Straßen hängen man braucht einfach nur die Busspuren der Metrobus-linien. Wird VHH und Hochbahn noch mehr dieser Fahrzeuge dieser Art als die bestellten beiden Busse für die kommenden Jahre bestellen?

Dann braucht man auch die Doppelgelenkbusse nicht mehr.

Hamburg hat das modernste und umweltfreundliche Busnetz in Europa das macht sie auch einzigartig.

@Innovaor,

ein 20 m langes Nahverkehrsmittel, das ausschließlich elektrisch betrieben wird, ist bei den meisten Straßenbahnbetrieben unterwegs und nennt sich Straßenbahn. So auch iIn der benachbarten Hansestadt Bremen.

Auch die meisten U-Bahnen, S-Bahn und Regionalbahnen in Hamburg sind zumeist länger als 20 m und elektrisch angestrieben.

Welch Innovation in Hamburg !

@ifra:

Was Bremen hat, wird für uns Hamburger nicht gut genug sein. Ich denke, wir haben schon die richtigen Strategen am Werk. Wir bauen uns bis 2050 eine schöne neue U-Bahn und bis dahin kriegen wir so eine Straßenbahn auch ohne Gleise hin. Und wenn das etwas mehr kostet oder etwas viel mehr, weil nur wir das haben und alle anderen einfach Schienen legen, dann zeigt das doch im Prinzip nur, wie innovationsstark die schönste Stadt der Welt ist. Warum einfach, wenn es auch schwer geht? Würde man immer nur den leichtesten Weg gehen, würde die Menschheit noch immer auf den Bäumen sitzen.

Ich hoffe, die Kommentare waren nicht wirklich ernst gemeint… Ansonsten:

@Der Innovator
In Braunschweig fahren elektrisch betrieben Solo- und Gelenkbusse bereits seit Längerem im Fahrgastbetrieb auf der M19 und M29.

@Bio-Welt
20 m Bus gegen 75 m Stadtbahn – was meinen Sie, was sinnvoller ist auf stark belasteten Linien? Das Fahrverhalten eines Schienenfahrzeugs erreichen Sie ebenfalls nicht mit einem Bus, ganz zu schweigen von der Akzeptanz unter den Fahrgästen. Hamburg ist außerdem (noch) weit davon entfernt, das modernste und umweltfreundlichste Bussystem Europas zu betreiben. Die Entwicklungen gehen sicher in die richtige Richtung, aber das ist in anderen Städte auch der Fall (teils mit einem Standard, den man in Hamburg grade erst entwickelt und als große Innovation verkauft). Und wie schon geschrieben: In Braunschweig fahren bereits Elektrobusse im Linienbetrieb; die Stadt Oldenburg hat eine riesige Flotte an Erdgasbussen; in Hannover sind sämtliche Stadtbahnlinien durchbeschleunigt, die Buslinien 121 wird ausschließlich mit Hybrid-Bussen betrieben, demnächst kommen rein elektrische Betriebe Busse auf der 100 und 200 zum Einsatz, usw. usf…

Das Design allein macht nichts modern. Batteriebetrieb taugt nicht wirklich für den Großeinsatz und ein Kapazitätsproblem löst man damit erst recht nicht. Was wird also besser? Gar nichts!

@ifra @kevin Schmidt: don’t feed the troll 😉

Finde es sehr amüsant, dass es Leute gibt die denken, dass ein Bus die Leistungsfähigkeit einer Stadtbahn erreichen kann nur weil der Bus so ähnlich aussieht wie eine Bahn. Oh man… :’-)

Ich wär so gern eine Straßenbahn, bin aber nur ein kleiner, kurzer, rappeliger Bus.

Aber weil die Leute immer noch von der Lösung aller Probleme mit einer neuen U-Bahnlinie irgendwann träumen, darf ich trotzdem zu Euch und mich als Heilsbringer feiern lassen – Verrückte Welt….

Der Bus war auf den Weg nach Schweden . Ich denke Ziel Malmö .
In der Schönen am Öresund , findet man ein wirklich modernes Bussystem . Im Citybereich werden seit Jahren überwiegend Gas- Busse eingesetzt . Auch der getestete Van Hool. dreht schon seit einiger Zeit seine Runden .
Hamburg hat leider einen großen Nachholbedarf . Schön wenn wir wenigstens bei Strombussen den Anschluss behalten .

Um eines kommen wir aber nicht herum . Endlich Gelder in die Hand zu nehmen . Um neue U- Bahnlinien zu bauen .
Mit Linienbussen an unseren großen ÖPNV Problemen rumzudoktern . Dafür fehlt die Zeit .

Gruß vom Hamburguide

Es gibt wohl gar kein Nahverkehrsthema mehr, das die Stadtbahnfundis nicht mit ihrem Frust zu schreddern versuchen und sich in Zynismus verlieren statt sachliche Fakten aufzubringen. Traurig, aber wer’s braucht, der braucht’s.

Glaubt denn irgendwer, dass man U- und S-Bahnen nie mehr ausbauen muss, wenn eine Stadtbahn eingeführt wird? Oder dass jeder Bus, egal wie wenig nachgefragt eine Linie für einen Solobus ist, mit einer 75-Meter-Stadtbahn ersetzt wird? Naja, was soll’s. Gut jedenfalls, dass die Politik nun verkehrsträgerübergreifend handelt, erfolgreiche Konzepte anderer, vergleichbarer Städte in Erwägung zieht und neue Technologien ausprobiert, um die Verkehre (inkl. Bedarfen der Barrierefreiheit) nachhaltiger und flüssiger abzuwickeln. Nur rummaulen und gar nichts machen, führt uns dahin, was wir durch das letzte Jahrzehnt an Stillstand schon kannten. Dadurch wird nichts besser.

@kuddel:

Wenn Sie sich die bisherigen Kommentare ansehen, werden Sie feststellen, dass vor allem die Befürworter der Stadtbahn hier sachliche Argumente vorweisen konnten und sich nicht in realitätsfremder Euphorie verloren haben.

Und wenn man selber keine Fakten kennt, dass stellt man wohl völlig unsinnige Behauptungen auf und regt sich im Anschluss darüber auf, wie unsinnig die eben geäußerte Behauptung war, um damit zu suggerieren, dass die Behauptung von anderen kommt?

Mir ist nicht bekannt, dass jemals jemand behauptet hat, dass beim Bau einer Stadtbahn das U- und S-Bahn-Netz nie wieder erweitert werden muss. Genauso hat wohl auch nie jemand behauptet, dass jede Buslinie durch eine Stadtbahn ersetzt werden soll.

Hamburg braucht eine Stadtbahn genau für das, wofür dieses Verkehrsmittel am besten geeignet ist: Als leistungsfähige Ergänzung zum Stadtschnellbahnnetz, vor allem dort, wo Busse hoffnungslos überlastet sind.

Und zum Thema „erfolgreiche Konzepte vergleichbarer Städte in Erwägung ziehen“: Praktisch jede Stadt, die ein Schnellbahnnetz besitzt, betreibt als Ergänzung ein Straßen- oder Stadtbahnsystem, eben vor allem dort, wo die erwarteten Fahrgastzahlen den Bau einer U-Bahn nicht rechtfertigen, eine Buslinie aber trotzdem deutlich überlastet wäre.

Das erwähnte erfolgreiche Konzept, das andere Städte seit nunmehr 25 Jahren zum nachhaltigeren und flüssigeren Abwickeln des Verkehrs einsetzen, heißt nämlich ganz einfach: Moderne, besonders trassierte Niederflur-Stadtbahn.

Das „gar nichts machen“ hat seit 40 Jahren vor allem zu einem geführt, nämlich dass Hamburg mit 18% nur einen extrem geringen ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr vorweisen kann, verglichen mit anderen Millionenstädten.

Eine Stadtbahn ist für eine Stadt wie Hamburg weder ein Ersatz für U- oder S-Bahnen, noch ein Allheilmittel für jede Buslinie. Aber eine notwendige Ergänzung dort, wo weder Busse, noch Stadtschnellbahnen eine sinnvolle Lösung darstellen.

Die Stadtbahn kann, wie in Hannover, auch mit 25-m-Einheiten bedient werden. Da können dann bei Bedarf bis zu drei und auf entsprechend ausgebauten Strecken mit Sondergenehmigung im Messeverkehr sogar vier Fahrzeuge gekoppelt werden.

Oder Stuttgart, auf den meisten Linien fahren knapp 40 m lange Doppeltriebwagen, die auf drei stark nachgefragten Linien tagsüber zu knapp 80 m langen Doppelzügen gekoppelt werden. Diese entsprechen von der Leistungsfähigkeit den Zügen der U3 ! Man hat dieunterirdischen Haltestellen in Stuttgart sogar gleich 120 m lang gebaut, so dass man in fernerer Zukunft sogar Züge aus drei einheiten fahren kann. diese hätten dann die Kapazität wie bei den anderen Hamburger U-Bahn-Linien.

Die 75 m sind nur die obere Grenze nach der BO-Strab, kürzer geht immer.

Liebe Busfreunde. Bitte nicht ganz so euphorisch!

Einerseits ist es ja eine Tatsache, dass fast alle Großstädte in den entwickelten Industrieländern einen anderen Weg einschlagen als Hamburg. Anders gesagt, mit dem Anti-Straßenbahn-Dogma steht Hamburg fast allein da.

Andererseits wurden die Van-Hool-Doppelgelenkbusse vor 8 Jahren total gefeiert. Heute möchte man sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Dieser Hersteller ist bei mir nicht in besonders guter Erinnerung.

Es ist immer gut, über den Tellerrand der eigenen Stadtgrenzen hinauszuschauen. Dies hat nichts mit Fundamentalismus zu tun.

Mir ist völlig egal ob ein Bus “stylisch” ist oder nicht. Hauptsache nicht so eine Bus-Mißgeburt wie die sauteuren, schlappen, knarzenden, unbequemen Hybrid-Solo-Volvos mit ihren lächerlichen 29 Sitzplätzen und fast ohne Blickmöglichkeit in Fahrtrichtung durch die Scheibe und wo die Tür manchmal nicht aufgeht mangels “Saft”.
Und wenn sich eine Gelegenheit ergibt ein neues Fahrzeug vor Ort zu testen sollte man dies nutzen. Der M3 ist eine gute Teststrecke. Viel Stop und Go (Strese, City) aber auch längere Strecken ohne Halt nordwestlich der Trabrennbahn. Aber Van Hool ? Will die Hochbahn nicht ihre “Hools” loswerden ?

Die erneute Straßenbahndiskussion hier zu diesem Thema verstehe ich nicht. Das Ding ist in Hamburg tot. Mausetot.

@Jens R: Es ist sinnlos einfach nur administrative Grenzen von urbanen Räumen herauszupicken. Wir können auch einfach den Stadtrand Hamburgs wegschnippen bzw. an Schleswig-Holstein und Niedersachsen abtreten. Voila: höhere Dichte (Einwohner pro Quadratkilometer), höherer ÖPNV-Anteil, kürzere Wege… aber am eigentlichen Verkehr in der Stadt ändert sich durch solche Tricks rein gar nichts.

Die Stadtbahn bringt halt keine Vorteile, da sie in Hamburg aus Platzgründen kaum mehr Personen befördern könnte als ein XXL-Bus. Wenn letztere nun hoffnungslos überfordert sind, wäre es eine Stadtbahn in wenigen Jahren auch und neue U- und S-Bahnen werden so oder so fällig. Und genau das lehnen die Stadtbahnfundamentalisten ja prinzipiell ab. Einfach mal die Diskussionen anschauen, ob hier in der Kommentarspalte oder auf Facebook, wenn es um U5, S21, S4 etc. geht. Sofort kommt das Geschreie, dass eine Stadtbahn doch günstiger und schneller zu realisieren sei. Und letzteres ist schon mal falsch, während bei ersterem ignoriert wird, dass eine U-Bahn ums vielfache leistungsstärker ist (Geschwindigkeit, Beförderungskapazität, Unabhängigkeit bzw. Zuverlässigkeit, …). Belastete Busstrecken wie M4, M5 und M6 mit einer Stadtbahn zu ersetzen, wäre einfach nur töricht, während es für den Stadtrand gar keinen Bedarf gibt, da dort zu wenige Menschen im Einzugsgebiet leben und die Fahrt zu lange dauern würde, um eine attraktive Alternative zum Pkw darzustellen.

Das einzige, wo eine Stadtbahn halbwegs sinnvoll sein könnte, wären Tangentialverbindungen, z.B. in Form des früher geplanten Alsterhalbrings (falls zugezogener Nichthamburger: einfach mal googlen und den ersten Link zu Wikipedia anklicken). Aber ein, zwei isolierte Strecken haben keine Netzeffekte und sind extrem unwirtschaftlich. In den wenigsten Städten erzielen Stadtbahnen über 50% ihrer Kosten, während U- und S-Bahn bei guten 90% liegen. Dann doch lieber günstige, innovative Busse für Zu- und Abbringer zum SPNV-Netz. Dann muss man auch nicht das Stadtgefüge mit eigenen Straßenbahntrassen extrem zerschneiden.

An die, die es einfach nicht kapieren wollen: DAS ist die Zukunft, nämlich vollektrische Fahrzeuge! Und diese Witzbolde, die etwas von Straßenbahn faseln: Die ist zwar auch elektrisch betrieben, jedoch nicht autonom, also nicht vom Stromnetz unabhängig, da direkt vom Strom abhängig!

@ Steve G

Man stelle sich vor: Ein “vollektrischer” Bus ist auch “vom Strom abhängig!”
Akku-Trams gibts übrigens auch und zwar schon lange.

@Kuddel:

Das Phänomen, das eine Stadt zu Rand hin weniger dicht besiedelt ist, existiert übrigens in den meisten Städten. Trotzdem weisen andere Millionenstädte höheren ÖV-Anteil auf, auch wenn man nur die Innenstädte vergleicht.
Aber diese Statistiken sind nur Symptom dessen, was jeder täglich in der realen Welt beobachten kann. Dass viele Teile der Stadt ohne schienengebundenen Nahverkehr auskommen müssen sorgt einerseits für hoffnungslos überlastete Straßen, genau wie für ein völlig überlastetes Bussystem. Auch der Ausbau der Metrobuslinien kann daran nichts wesentlich ändern, wie die M5 klar zeigt.
Der Bundesländerindex Mobilität von 2014/2015, der die Nachhaltigkeit der Mobilitätskonzepte bewertet, sieht Hamburg übrigens auf dem letzten Platz.
Die Probleme und den dringenden Handlungsbedarf kann man also wohl kaum mit geschönten Statistiken übertünchen.

Die Behauptung, dass eine Straßenbahn keine Vorteile gegenüber Doppelgelenkbussen bietet, ist schlicht falsch. Die Kapazität der Linie M5 liegt bei 2.160 Fahrgästen pro Stunde und Richtung im Querschnitt, bei einer Straßenbahn wären es mindestens 3.900. Zudem ist der sogenannte Nonius-Effekt, der unter anderem für die Pulkbildung sorgt, bei Straßenbahnen deutlich kleiner. Sie haben also nicht nur eine größere Kapazität, sondern sind auch schneller und zuverlässiger. Diese höhere Qualität führt übrigens auch zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei einem Zuwachs von 80%, die Hochbahn rechnet mit einem Zuwachs von bis zu 140% bei der Umstellung von Bus auf Straßenbahn.

Trotzdem sieht jedes vernünftige Verkehrskonzept die Straßenbahn immer als Ergänzung zu U-, S-Bahn und Bus. Jemand der behauptet, dass U4, S4 oder S21 nicht nötig sind, wenn Hamburg eine Straßenbahn baut, ist wohl genauso für diese Einschätzung qualifiziert, wie jemand, der glaubt, dass Hamburg nur mit Stadtschnellbahnen und Bussen auskommt. Eine moderne Straßenbahn in Hamburg war von Anfang an vor allem für die Tangenten und als Ergänzung der Schnellbahnen gedacht.

Jedes Verkehrsmittel, egal ob Bus, Straßenbahn oder U- und S-Bahn, hat einen Anwendungsbereich, indem genau dieses Verkehrsmittel das am besten geeignete und wirtschaftlichste ist.
Auch die U- und S-Bahnen in Hamburg benötigen ein gewisses Verkehrsaufkommen, um wirtschaftlich zu arbeiten und diesen hohen Kostendeckungsgrad zu erreichen. Es gibt im Stadtverkehr nicht nur die beiden Extreme, dass entweder der Bau einer U-Bahn nötig ist oder eine Buslinie ausreicht. Nur weil eine Buslinie überlastet ist, heißt das lange nicht, dass das Verkehrsaufkommen gleich für den Bau einer U- oder S-Bahn reicht. Es sollte eigentlich nicht zu schwer sein, diese einfache Tatsache zu begreifen.

Eine Straßenbahn ist vor allem dort als Ergänzung sinnvoll, wo die Voraussetzungen für eine U-Bahn nicht erfüllt ist, eine Buslinie aber trotzdem nicht die nötige Kapazität aufweist. (Ein Ansatz der sich übrigens hundertfach in der ganzen Welt als erfolgreich erwiesen hat.)
Und selbst dort, wo die Voraussetzungen für den Bau einer U-Bahn formal gegeben sind, profitieren die Menschen wohl eher von einem realisierten Kompromiss, als von einem Luftschloss, dass seit über 40 Jahren leere Versprechung ist und spätestens bei einer erfolgreichen Olympiabewerbung mit Ansage wieder in den Sand gesetzt wird.

Und zum Thema „das Stadtgefüge zerschneiden“: Vielleicht einfach mal die Augen aufmachen und nicht jeden Unsinn nachplappern. Dank der Trassierungsmerkmale moderner Straßenbahnen, wie zum Beispiel Rasengleis und Haltestellen in Straßenmitte, fügen sich diese problemlos in den Straßenraum ein und bieten bessere Möglichkeiten für Fußgänger die entsprechenden Straßen zu überqueren. Und wenn man sich mal die Stahl- und Betonbarrikaden in der Straßenmitte der Busspuren entlang der M5 oder generell den Verkehr auf Hamburgs Hauptstraßen ansieht, ist das Argument, dass Straßenbahntrassen das Stadtgefüge noch mehr zerschneiden würden, ein bisschen lächerlich.

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