Gemietete Züge und verlängerte S-Bahn-Linien: Das verrät Hamburgs neues Olympia-Verkehrskonzept

Kurz vor dem Olympia-Referendum hat Hamburgs Senat sein Mobilitätskonzept konkretisiert. Doch beim wohl wichtigsten Thema bleibt das Papier auffallend schweigsam – und andere Ideen dürften in der Praxis schwer umsetzbar sein.
Christian Hinkelmann
So stellt sich der Hamburger Senat die Olympischen Spiele an den Landungsbrücken vor. (Foto: Moka Studio)
So stellt sich der Hamburger Senat die Olympischen Spiele an den Landungsbrücken vor. (Foto: Moka Studio)

In wenigen Tagen stimmt Hamburg darüber ab, ob sich die Stadt für Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Kurz vor der Abstimmung hat der Hamburger Senat sein Mobilitätskonzept nachgeschärft. Nachdem die Innenbehörde Mitte März nur ein dünnes 21-Seiten-Papier vorgelegt hatte, wurde in den vergangenen Tagen auf der städtischen Olympia-Website noch ein detaillierteres Konzept ergänzt.

Mit knapp 60 Seiten ist es in vielen Punkten ausführlicher, liegt aber weit hinter dem 400-Seiten-Mammutwerk zurück, das die Stadt bei ihrer letzten Olympiabewerbung 2015 ausgearbeitet hatte.

Erarbeitet wurde das Olympia-Mobilitätskonzept von drei Verkehrsbüros – shp Verkehrsplanung aus Hannover, KCW aus Berlin und SBI Beratende Ingenieure aus Hamburg.

In dem neuen Papier stecken neben den vielen bereits bekannten Projekten einige Überraschungen, die neu sind. NAHVERKEHR HAMBURG erklärt sie und zeigt auf, wie realistisch sie überhaupt sind.

Zehn Millionen Gäste in Hamburg erwartet

Sollte Hamburg den Olympia-Zuschlag bekommen, erwartet der Senat während der Spiele rund zehn Millionen zusätzliche Menschen in der Stadt – das Fünffache der eigenen Einwohnerzahl. Eine Menschenmenge in dieser Größenordnung ist in Hamburg noch nie zusätzlich innerhalb weniger Wochen angekommen.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zählte Hamburg knapp acht Millionen Gäste – über das gesamte Jahr verteilt.

An Spitzentagen erwarten die Autorinnen und Autoren des Mobilitätskonzepts täglich knapp 800.000 zusätzliche Olympia-Gäste in der Stadt – an einem Tag also so viele Gäste, wie im vergangenen Jahr im gesamten Juli in der Stadt waren.

Auf Schienen und Straßen kommt also eine nie dagewesene Mehrbelastung zu. Die Hauptlast soll der öffentliche Nahverkehr tragen – und…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Gemietete Züge und verlängerte S-Bahn-Linien: Das verrät Hamburgs neues Olympia-Verkehrskonzept“

Als verantwortungsbewusster Bürger muss man jetzt gegen Olympia stimmen – um Hamburg die Blamage zu ersparen, wenn der An- und Abreiseverkehr zu und von den Stadien, der fundamental von der S-Bahn nach Stellingen abhängt, erwartungsgemäß zusammenbricht. Zurzeit ist nicht ein annähernd regulärer Betrieb gegeben – weder auf der Regionalbahn, noch auf der S-Bahn. Pendler in den/aus dem Kreis Pinneberg können ein tägliches Klagelied davon singen.
Warum sollte sich das auf einmal ändern?

Irgendwie funktioniert der Link zum ausführlichen Mobilitätskonzept nicht. Da kommt nur die 21-Seiten-Version.

Ich hätte mich gerne davon überzeugt, ob da wirklich die S6, wie von Herrn Jung behauptet, fehlt.

Was die Nutzung von Altona-Alt betrifft, der liegt ja nun wirklich weit weg von Sportstätten und olympischen Dorf.

Wieder sind teure externe Planungsbüros beschäftigt worden und haben ein mageres Papier produziert, welches die Behörde hätte auch selber erstellten können (oder mangelt es dort an Fachleuten?). Insgesamt überhaupt kein überzeugendes Konzept! Interessant ist, ws fehlt: Die S6, die das Olympische Dorf an den SPNV anbinden soll. Wurde diese klammheimlich beerdigt? Ein Konzept für eine gleistechnische Erweiterung des Hbf. gibt es auch nicht, obwohl es durchaus interssante Vorschläge gibt, die man auch mit kleinem Budget umsetzten könnte. Ferner wird geschwiegen zum zweigleisigen Ausbau der Güterumgehungsbahn für den Regionalverkehr oder die S-Bahn, als Bestandteil eines S-Bahnringes um Hamburg, welcher signifikant den Hauptbahnhof entlasten könnte. Gleiches gilt für den Altonaer Bahnhof. Diebsteich wird bekanntermaßen ein Engpass, der die Kapazität des Bahnverkehrs in Hamburg massiv einschränken wird. Eine Verknüpfung mit den Bussystem ist dort aus Platzgründen nicht möglich. Daher bleibt nur eins: den Altonaer Bahnhof als Olympia-Empfangsbahnhof auszubauen. Geschwiegen wird auch zum Bau eines Straßenbahnnetzes in Hamburg. Dies allein wir in der Lage sein, die Besuchermassen statt der Busse zu tranportieren. Und Straßenbahnen von anderen Verkehrsbereiben anzumieten dürfte durchaus möglich sein. Fazit: Ein dünnes Konzept, welches interessanterweise erst eine Woche vor Ende der Abstimmung veröffentlicht wird, damit möglichst wenige die Zeit haben sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Und als Krönung wird der Hyperloop wieder aus der Versenkung hervorgeholt! Zusammenfassend: Aufgabenstgellung verfehlt.

Lieber Herr Jung,
wie im Artikel erwähnt, schauen wir hier nur auf die Punkte, die im längeren Mobilitätskonzept neu hinzugekommen sind – im Vergleich zum Kurzkonzept, über das wir bereits berichtet hatten. Die S6 ist bereits dort enthalten und wurde von uns damals behandelt, daher taucht sie in diesem Update nicht noch einmal auf.

Beste Grüße
Christian Hinkelmann

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