Es ist das zentrale Leistungsversprechen an die gebeutelten Fahrgäste im Zusammenhang mit der Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin: 170 Ersatzbusse sollen während der neunmonatigen Vollsperrung die ausfallenden Züge kompensieren – zwar langsamer, aber verlässlich.
Die DB spricht vom „größten Ersatzverkehr aller Zeiten“. Doch auf einer Online-Karte der Deutschen Bahn, auf der die aktuellen Standorte der Busse angezeigt werden, sind deutlich weniger Fahrzeuge zu sehen. Das hat eine Nachzählung von NAHVERKEHR HAMBURG ergeben. Wie die Deutsche Bahn dies erklärt, warum so wenig Menschen die Ersatzbusse nutzen und wie HVV und NAH.SH die Qualität des Ersatzverkehrs kontrollieren, lesen Sie hier.
Die Diskrepanz zwischen dem Versprechen und der Echtzeitkarte auf der Website der Deutschen Bahn ist erheblich. Lediglich rund 110 statt der zugesagten 170 Ersatzbusse zählte NAHVERKEHR HAMBURG dort bei einer Stichprobe am Mittwochmorgen im Berufsverkehr. Bei weiteren Stichproben am Dienstagabend und Mittwochvormittag lag die Zahl der gezählten Fahrzeuge sogar nur bei unter 90. Das entspricht einer Lücke von fast 35 bzw. 47 Prozent zu der offiziell kommunizierten Flottengröße.
Fehlende Busse und technische Pannen: Die Erklärung der Bahn
Sind tatsächlich deutlich weniger Ersatzbusse auf den Straßen unterwegs als vor der Generalsanierung zugesagt?
„Nein“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf NAHVERKEHR HAMBURG-Nachfrage und beteuert: „Seit Freitagmorgen sind mehr als 170 Busse unterwegs.“ Ihre Erklärung: Die auf der Online-Karte fehlenden Busse …








5 Antworten auf „Generalsanierung: Bahnkarte zeigt weniger Ersatzbusse als angekündigt“
Warum können zwischen Bergedorf und HBF nicht auch Pendelzüge mit Oberleitung fahren? Wird dieser Teil der Strecke auch saniert?
> Hoffen wir, dass auch die Diesel-Doppelstockzüge zwischen Lübeck und Bad Kleinen zuverlässig und mit ausreichend Plätzen verkehren.
Ein wiederholter Blick auf bahn.expert offenbart: Naja. Man hat die Linie leider mit <10 Minuten Standzeit auf beiden Endpunkten geplant, so dass sich einmal eingefangene Verspätung auf der eingleisigen Strecke schön aufschaukelt. Mit den ICs dazwischen ist, so mein Eindruck, die Kapazität auch gut auf Kante genähnt.
Problematischer scheint übrigens die neue Linie RE85 (Schwerin Güstrow Berlin) zu sein. Die hat durchgehend Verspätung nicht unter 30 Minuten.
Ja, die ganzen Versäumnisse der letzten Jahr(zehnt)e, nicht nur beim S4-Bau.
Gerade die beiden Strecken, die gegenwärtig für die Umleitung benötigt werden, wurden im VDE Programm sehr abgespeckt. Beim VDE 1 wurde ja nicht nur die Elektrifizierung dieses Abschnittes ausgeklammert, auch der zweigleisige Ausbau HRO – RDG West und Velgast-HST wurde nicht realisiert.
Auch zwischen Uelzen und Stendal hätte es schon längst einen durchgehend zweigleisigen Ausbau geben müssen. Und eine vernünftige Anbindung der „Amerikalinie“ an beiden Enden, die nicht so wirkt, wie „diese Strecke müssen wir auch noch irgendwie zwischen den Hauptlinien unterbringen, und wenn kreuz und quer über irgendwelche Weichen gerumpelt werden muss“.
Genauso wenig, wie die DB den SEV störungsfrei organisieren kann, ist sie in der Lage präzise anzugeben, was, wann, wo saniert wird, und ob man nicht, da jetzt kein ETCS zum Einbau kommt, die Sperrpause deutlich verkürzen könnte, um insbesondere sie SPNV-Strecken im Großraum Hamburg und Berlin vielleicht schon nach wenigen Wochen wieder freigeben kann. Diese Fragen kann man der DB nicht oft genug stellen!
Etwas scheint ja auch bei der DB diesmal zu klappen: Ich war schon erstaunt, dass der RE8 zumindest heute im Berufsverkehr mit drei gekoppelten Einheiten fährt. Das war ausnahmsweise mal eine gute Entscheidung, dass damals die DB über ihren Schatten gesprungen ist und die schönen und zuverlässigen Stadler Kiss Fahrzeuge geordert hatte und nicht nochmal die Twindexx-Trallala.
Hoffen wir, dass auch die Diesel-Doppelstockzüge zwischen Lübeck und Bad Kleinen zuverlässig und mit ausreichend Plätzen verkehren.