Geplante S4 nach Bad Oldesloe soll Fahrgastzahl verdreifachen

Mit der geplanten S-Bahn nach Bad Oldesloe sollen sich die Fahrgastzahlen auf der Strecke verdreifachen. An diesen Stationen erwartet Hamburg die meisten Zuwächse.
S4-Sonderzug in Hamburg-Rahlstedt
S4-Sonderzug in Hamburg-Rahlstedt

Wenn die lang geplante S-Bahnlinie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe im kommenden Jahrzehnt tatsächlich Wirklichkeit werden sollte, könnte sie viele Pendler neu auf die Schiene holen.

Der Hamburger Senat geht davon aus, dass sich die Zahl der Fahrgäste im Vergleich zur heutigen Regionalbahnlinie RB81, die durch die S4 ersetzt werden soll, fast verdreifachen wird.

Das geht aus einer Senatsantwort auf Anfrage des SPD-Verkehrspolitikers Ole-Thorben Buschhüter hervor, die NahverkehrHAMBURG vorliegt.

Fahrgastzahl soll von täglich 24.500 auf 72.000 steigen

Demnach wurden in den Zügen der verspätungsanfälligen RB81 (siehe hier) im vergangenen Jahr werktäglich rund 24.500 Fahrgäste transportiert. Nach Inbetriebnahme der S4 rechnet der Senat mit werktäglich rund 72.000 Passagieren.

Die meisten neuen Fahrgäste werden in Wandsbek erwartet

Die größten Fahrgastzuwächse erwartet der rot-grüne Senat in Wandsbek: Derzeit steigen am Bahnhof Wandsbek werktäglich rund 1.500 Menschen ein und aus. Mit dem Bau der S4 soll die Station geschlossen und durch zwei neue S-Bahn-Haltstellen an der Claudiusstraße und an der Bovestraße ersetzt werden. Dort werden zusammengenommen täglich 12.000 Fahrgäste prognostiziert – also achtmal so viel wie bish…

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21 Antworten auf „Geplante S4 nach Bad Oldesloe soll Fahrgastzahl verdreifachen“

“…sollen fast alle Haltestellen Bahnsteigdächer bekommen, die allerdings mit meist nur 42 Metern Länge recht kurz ausfallen werden.”

Deshalb spreche ich dem Senat den Willen ab, wirklich(!) die Autofahrer von der Straße zu bekommen. Der Komfort eines Verkehrsmittels hängt eben von diesen ´Details´ab. Wie ich schon einmal geschrieben hatte: die Haltestellen sind der Eingangsbereich in das System ÖPNV. Wenn man hier schon sein Desinteresse am Beförderungsfall so offensichtlich äußert, braucht man sich letztendlich nicht über die Entscheidungen der Menschen wundern. Will man endlich etwas anders machen als früher (wie ja behauptet wird – aber das wird ja immer und immer wieder behauptet), dann sollten alle Stationen(!) vollständig, also zu 100%(!) überdacht sein!

Liebe Politiker aller Parteien, wenn euch nicht bewusst ist, was ich damit meine: schaut in euren Limousinen (ob Benz, BMW, Audi oder Tesla) einmal nach oben. Selbst die Cabrios in euren privaten Fuhrpark haben für Regen ein dauerhaft verschließbares Dach. Dann wird man nicht nass. Würde sich der Pöbel auch wünschen. Na ja. bevor hier jemand protestiert: die Untertanen sind bescheiden. Sie wären ja froh, wenn überhaupt etwas fahren würde.

P.S. Bitte nicht als Kritik, sondern nur als Hinweis verstehen, wie wir uns über die Sprache selbst belügen bzw. durch geschickte Formulierungen von verantwortlichen Stellen belogen werden: wenn schon eine geplante S4 die Fahrgastzahlen nach Bad Oldesloe verdreifachen soll (ach, die Politiker sind in ihrer Sprache immer so präzise), dann bin ich mal gespannt, um wie viel eine wirklich gebaute S4 die Fahrgastzahlen eben wirklich explodieren lassen wird.

Alle Stationen vollständig überdacht? Bis jetzt sind im ganzen Netz (ohne Tunnelstationen) keine zehn Stationen vollständig überdacht und das reicht völlig. Sogar am Berliner Tor und an der Holstenstraße reicht das Bahnsteigdach nicht über die volle Zuglänge und die Stationen werden gut genutzt. Es sollte natürlich kein kleines Alibidächlein sein wie am Mittleren Landweg, aber 40 Meter Dach wie in Klein Flottbek sind für eine Station wie Am Pulverhof völlig ausreichend.

Hallo Kalkfalke,
ich hatte mich nicht dazu geäußert, welche Dachlängen ´ausreichend´ sind. Nach heutigen Maßstäben, wo es um die Abwägung von Baukosten gegen ´nur´die einigermaßen akzeptable Verwahrung von idealistisch ertränkten ´Hardcore ÖPNV-Nutzern´ (man möge die sarkastische Wortwahl entschuldigen) oder Personen die absolut keine Alternative haben geht, sehe ich Ihren Einwand ebenso.
Aber es geht mir hier keinesfalls nur um diese ´Beförderungsfälle´, sondern die Gewinnung von wirklichen Fahrgästen. Dazu gehören eben gerade auch Eigenheimbesitzer, die durchaus Abwägen können, ob sie sich z.B. das mit dem kurzen Dach antun, oder sich lieber in den vertrauten BMW setzen. Gerade im direkten Umfeld Klein Flottbek gurken doch diejenigen herum, die nicht die höchste Citymaut von der Benutzung ihrer Gefährte abbringen könnte.
Entweder wird Komfort auf allen Stationen geliefert oder der Schuss geht absolut nach hinten los. Jeder hier sollte doch wissen, dass sich das jeweilige kurze Dach immer nicht an der Stelle befindet, wo man gerade aussteigen muss (es sei denn der Beförderungsfall hat artig alle Dachgegebenheiten auswendig gelernt).
Und wenn ich zu meinem Lieblingsthema dem Klimawandel komme, sehe ich überhaupt keine Gründe mehr. Nach offizieller Verlautbarung fahren wir in Zukunft alle(!) ÖPNV oder wir werden alle sterben (oder so; ich bin da nur begrenzt noch im Thema). Um unser aller Tod abzuwenden sollte doch wohl keine(!) Summe zu Hoch sein.
Verzeihen Sie erneut meinen sarkastischen Ton, jedoch beobachte ich mit Argusaugen, ob nun wirkliche(!) Taten folgen, weil das mit dem Klimawandel entgegen meiner ´Meinung´doch korrekt ist, oder ob mit irgendwelchen Wolkenkuckucksheimen die Menschen für eine notwendige, doch begrenzte Zeit noch hingehalten werden, bis sie dann nicht einmal den Hauch irgend einer Alternative haben, weil sie sich von einem Trojanischen Pferd auf allen Ebenen haben blenden lassen und nicht auf die gefährlichen Strukturen hinter der Fassade geachtet haben, weil dieses doch so sympathisch rüber kommt. Und es doch, wie damals, alle sagen.

Die wundersame Fahrgastvermehrung auf der S4 Ost Strecke ist allein dem Rechentrick geschuldet, dass damit der Nutzen-Kosten-Faktor >1 erreicht werden soll. Dieser wurde angesichts der massiv gestiegenen Kosten für das S4 Projekt unterschritten, aber ein Faktor >1 ist Voraussetzung für die Mitfinanzierung des Bundes mit Mitteln aus dem Schienenwegeausbaugesetz. Inwieweit die Mogelpackung trägt, die vermutlich nicht durch seriöse Fahrgastanalysen unterlegt ist, wird sich zeigen. Denn die Begeisterung der Nutzer für die S4 wird sich angesichts deutlich längerer Fahrtzeiten und unbequemrer Sitze in der S-Bahn im Vergleich zur RB in Grenzen halten. Schwachstelle des S4 KOnzeptess ist ferner, dass die geplante Endstation Diebsteich, aufgrund der dort nur zweigleisig geplanten S-Bahnanlage, mit Kehrgleis für massive Verspätungen sorgen wird.

Ihre wolkigen Vermutungen in allen Ehren! Aber haben Sie denn wenigstens alternative und umsetzbare Ideen parat? Nee, ne? Dann:
Sechs, setzen.

Die Vermutung widerspricht den Erfahrungen der S3 nach Stade. Dort gilt dasselbe wie für die S4 – die Sitze der S-Bahn sind unbequemer und die Fahrzeit ist länger. Dennoch sind die Fahrgastzahlen durch die Umstellung auf die S-Bahn enorm gewachsen – weil nämlich der dichtere Takt und die Umsteigefreie Verbindung diese Nachteile mehr als ausgleicht.

Kommt noch hinzu: Durch die Verdichtungen in der Hauptverkehrszeit muss ein Pendler mit der S4 beim Verpassen eines Zuges auf Hamburger Gebiet nur 10 Minuten warten. Statt heute deutlich mehr z.B. auch wegen Unregelmäßigkeiten.

Lieber Josef,
das bringt alles gar nichts, denn ein Meinungsaustausch ist definitiv nicht erwünscht. Es geht ihm nur um das Absetzen seiner immer gleichen Ideologie. (Der Name der bewussten Haltestelle fiel ja wieder in seinem Beitrag.) Und die “Einwände” gegen die S4 sind auch immer die gleichen aufgewärmten, aber eben bereits widerlegten. Macht nichts, ist halt Realitätsverweigerung. Es gibt zwar hier im Forum noch mehr dieser S4-Feinde, er ist nur der hartnäckigste und beratungsresistentste. Klar, wenn man so eine tolle S-Bahn-Anbindung wie in Altona hat, macht man sich nicht die Mühe, sich in unsere Ostwandsbeker ÖPNV-Nöte hineinzuversetzen. Und selbst die von ihm präferierte Stadtbahn würde er niemals als Alternative auf unseren bereiten und geraden Wandsbeker Straßen begrüßen, sondern nur als quietschende “Rumpelbahn” in den engen Gassen seiner Mottenburg. 😉

Hallo HVV-Kritiker,
wie bewerten sie denn die Haltestellenlagen bei der neuen Strecke?
Und haben diese immer zwei Zugänge an den Bahsteigenden, um optimal zu erschließen?

Das sind ja die Inkompetenzklassiker in Hamburg und auch eine wesentliche Anti-Qualität im ÖPNV dieser Stadt.
Muss immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich zB an der Station Wandsbeker Chaussee vorbeikomme – wie kann man nur so schlecht planen (gewollt haben)?!

Freue mich aber für Wandsbek, dass sie die S4 bekommt.
Hamburg braucht noch viel mehr Bahnen (egal ob Tram, U- oder S-Bahn) bei fast gleicher Anzahl(!) an Bussen.

Hallo ÖPNV-Nutzer,
freue mich, dass Sie sich wegen der S4 freuen!
Klar, die Haltestellenlagen sind nicht alle optimal, zum einen natürlich durch die Strecke vorgegeben, die eben zu größeren Teilen an Gewerbegebieten vorbei fährt. Zum anderen – da hatte ich mal eine Diskussion mit dem User Wandsbeker – kann leider bei der jetzigen Planung keine Haltestelle zwischen Bovestr. und Holstenhofweg angelegt werden, da genau in diesem Bereich der Systemwechsel (stromloser Abschnitt, der mit Schwung durchfahren werden muss) hinkommen soll. Da hatte ich mit der S-Bahn GmbH kommuniziert und den Vorschlag unterbreitet, den Systemwechsel hinter den Bf. Rahlstedt zu verlegen, auch damit eine Verstärker-S41 mit Gleichstromzügen fahren könnte. Das wurde jedoch abgelehnt.
Was die Bahnsteigzugänge, aber auch die Bahnsteigdächer betrifft: Da bin ich schon fast genügsam geworden, nur damit die S4 überhaupt kommt. Klar wären alle nur möglichen Zugänge optimal, die die Örtlichkeit hergeben könnte. Bei Tonndorf wäre mein Wunsch natürlich, neben dem jetzigen Ausgang noch je einen zum Sonnenweg und zur Tonndorfer Hauptstr., genau zwischen den Bahnbrücken der beiden Richtungsgleise, zu bekommen. Wird aber nicht geschehen. Ich vermute auch, dass hängt unter anderem mit der typisch hamburgischen “Abgangskontrolle” zusammen. Z.B. Wandsbeker Chaussee, wo ich mich auch immer über den fehlenden Ausgang zur Brücke Pappelallee ärgere: Wo soll denn da der Sperrbereich hin, auf dem sich dann der ganze Cordon zur Kontrolle aufstellt? Auf den Bürgersteig? Deshalb wird es wohl auch keinen – noch so sinnvollen – Abgang von der Schuman-Brücke zur Haltestelle Claudiusstr. geben. Auch in diesem Punkt stellt sich der Hamburger ÖPNV wieder selbst ein Bein.

Es geht doch nur um Stimmungsmache. Solche Parolen kann man als Unwissender immer heraushauen: ” Inwieweit die Mogelpackung trägt, die vermutlich nicht durch seriöse Fahrgastanalysen unterlegt ist, wird sich zeigen.”

Man weiß etwas nicht, nimmt die Nichtexistenz an und sieht es dann als Fakt, um zu wettern. Damit ist Prellbock ja schon mehrmals auf die Klappe gefallen, aber eine andere Taktik will man sich wohl nicht gönnen. Dass sämtliche Erkenntnis, wie die hier genannte S3 nach Stade, diese Küchentischpsychologie widerlegen, wird man nicht zur Kenntnis nehmen und wird sich auch nicht dazu äußern, da man keinen Dialog anstrebt.

Falsch – die Fahrgastzahlen werden ziemlich schnell um einiges hoeher liegen als geplant. Schaut mal nur auf die anderen Neubaustrecken in Hamburg (Norderstedt, Muemmelmannsberg, Harburger S-Bahn) – bei allen war das genau so. Und auch die anderen S- und U-Bahn-Strecken haben viel hoehere Fahrgastzahlen.

Claudiusstrasse und Bovestrasse (wo es sehr viele Busumsteiger geben wird) werden sicher nicht weniger Fahrgaeste haben als z.B. Langenhorn-Nord und Kiwittsmoor! Und Rahlstedt nur so viel/wenig wie Berne? Ahrensburg viel weniger als Ochsenzoll oder Garstedt, und (viel) weniger als halb so viel wie Norderstedt??

Lieber Herr Hinkelmann,
könnten Sie bitte – wenn verfügbar – hier auch die Prognosen für die anderen Haltestellen hineinschreiben. Mich interessiert u.a. die für “meine” Haltestelle Tonndorf.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal so deutlich sagen muss, aber die SPD gehört aus der Verantwortung gedrängt. Aber der nächste Bürgermeister ist wohl eh grün.
Merkt denn bei denen keiner mehr irgendwas? Der Ankündigungsbürgermeister verspricht die tollsten Sachen, die niemals kommen, obwohl angeblich alle zur S4 stehen gibt es bis heute keine Unterschriften. Aber auf den alten Haltestellen steht man wenigstens nicht im Regen, wie auf den neuen dann. Wenn ein 42 Meter Dach schon als „Upgrade“ durchgeht, zeigt das doch wie desolat Hamburgs Verkehrspolitik ist. Und dazu werden dann noch die Preise erhöht. Und am Rand von Hamburg zahlt man mit der Preiserhöhung den 3,5 Minuten Takt der U-Bahn während man 30 Minuten Takt (wenn’s gut läuft) mit der RB 81 hat.

Das absurdeste ist aber, dass die SPD nicht begreift, dass solch eine Politik der Grund ist, warum sie in der deutschen Politik nur noch Steigbügelhalter sein wird.

Die Arroganz und Ignoranz von Herrn Buschhüter, darauf angesprochen setzt dem ganzen nur die Krone auf. Der glaubt nach wie vor, die SPD wäre toll.

Ich freue mich wahnsinnig auf die Bürgerschaftswahl und die inhaltslosen Gesichter aus dem Kurt Schumacher Haus bei der ersten Prognose.

Liebe Leser,

die Zahlen der Pendler sind nicht hinterlegt. Aber nichts gegen die S4, Die wir ja durch die TEN-Güterstrecke auf der gleichen Trasse finanziert, Denn die Finanzierung der S4 ist davon abhängig, dass Stadt und Land Hamburg auf der gleichen Trasse 300 (!!) Güterzüge mit 800 Meter Länge pro Tag zulässt. Super – oder?

Ausrufezeichen machen Zahlenbehauptungen nicht besser.

Woher auch immer sie die Zahl nehmen halten wir mal fest:

-Nichts ist schlecht am Güterverkehr auf der Schiene. Wehren sie sich auch so sehr gegen LKW Verkehr durch die Stadt? Natürlich nicht.

-Durch den Ausbau wird massiv in Lärmschutz investiert.

-Ohne den Ausbau wird der Güterverkehr genauso ansteigen, aber ohne verbesserten Lärmschutz.

-Sie sind von der Spezies NIMBY. Sie sind das schrecklichste, was die Gesellschaft zu bieten hat. Sie geben vor etwas für die Allgemeinheit tun zu wollen, sind aber einfach nur ein bigotter Egoist, den es mir stört, dass es den eigenen Hinterhof betrifft. Die Hinterhöfe der anderen sind Ihnen egal,
Ebenso, wie die anderen zur Arbeit kommen.

Seien Sie doch wenigstens so ehrlich und geben das zu.

Sehr geehrter Herr Dr. Munz,

ich gehe einmal davon aus, dass Sie, wenn Sie in die City fahren, ihren eigenen Wagen benutzen. Falls ich mich irre, können Sie mich gern korrigieren.
Ich wohne in Tonndorf und fahre bewusst mit dem ÖPNV zur Arbeit, dass heißt für mich hauptsächlich mit der Regionalbahn RB81, und kann Ihnen versichern, dass die Zustände auf dieser Linie zum Teil katastrophal sind. Das hängt maßgeblich damit zusammen, dass sich die RB81 die beiden Streckengleise mit dem schnellfahrenden Verkehr (EC, ICE, RE) und dem Güterverkehr teilen muss. Die RB81 ist dann das letzte Glied in der Prioritätenkette. Wenn also ein Engpass ist, ist es die RB81 die entweder ausfällt oder warten muss. Das Gleiche trifft auf den Fahrzeugeinsatz zu: Nicht nur bei Schäden am Material der RB, sondern auch wenn an anderen “höherwertigen” Zügen etwas nicht verfügbar oder schadhaft ist, fallen unsere Bahnen aus. Denn das Lok- und Wagenmaterial der RB81 wird dann für eben diese Züge verwendet, und das nicht nur in unserer Relation, sondern auch z.B. Richtung Kiel und Flensburg bei schadhaften Twindexx-Triebzügen. Wir Pendler aus Stormarn, Rahlstedt, Tonndorf und Wandsbek sind dann die, die dafür “bluten” müssen. Es gibt Züge, auf die man sich prinzipiell nicht mehr verlassen kann und die man deshalb meiden sollte: z.B. 8:30 Uhr ab Tonndorf.
Das sind nur allein die fast schon regelmäßigen Störungssituationen auf dieser Linie. Dazu kommt die bezogen auf den Hamburger Schienennahverkersstandard schon generell schlechtere Grundstruktur: Aufgrund des gemischten Betriebs und der fehlenden Verbindung in das S-Bahn-Netz kann nur ein völlig unattraktiver Halbstundentakt angeboten werden, der zwar werktags in den Hauptverkehrszeiten mit unregelmäßig verkehrenden Verstärkerzügen etwas aufgebessert wird. Von einen für Hamburger Verhältnisse normalen 10- oder gar 5-Minuten-Takt kann gar keine Rede sein, und der wäre auch unter diesen technischen Voraussetzungen gar nicht möglich.

Um eine Schienenanbindung unserer Region zu erreichen, die der normalen S-Bahn-Erschließung anderer Hamburger Bereiche entspricht und die auch eine Verbindung mit anderen S-Bahn-Zielen ermöglicht, ist der Neubau von zwei getrennten Gleisen für diesen S-Bahn-Verkehr zwingend notwendig. Diese Trennung der Verkehre ist nichts anderes, als das, was es schon seit Jahrzehnten Richtung Bergedorf, Pinneberg und Neugraben gibt.

Zum Thema Güterverkehr kann ich nur auf die Antwort von Christian P. verweisen. Außerdem: Durch die neu einzuhaltenden Standards beim Bau werden bedeutend bessere Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt, als sie bei den drei von mir oben genannten Strecken je bestanden haben.

Ganz persönlich möchte ich Ihnen sagen, dass es ein riesengroßer Egoismus ist, wie zwei Vereine von Leuten, die keine Veränderung in ihrem Umfeld möchten, die ganzen tagein-tagaus geplagten Pendlerinnen und Pendler auf der Linie RB81 in “Geiselhaft” nehmen, Leute, die gern auch einmal eine bessere Nahverkehrsanbindung haben möchten, die sonst in Hamburg normal ist.

Da diese Frage vor kurzem im Bahninfo-Forum gestellt wurde: Die Unterführung Hammer Straße ist nicht extra für die S4 vorbereitet worden, zumindest nicht sichtbar. (Ich könnte mir aber auch nicht vorstellen, welche “unsichtbaren” Vorbereitungen denkbar wären.)
Dass heißt, nördlich der jetzigen Bahnbrücke – dort wo die S4-Gleise hin kämen – :
– ist weder die Straßensohle abgesenkt (steigt ganz normal an, wie in anderen Bereichen)
– noch sind am oberen Abschluss des Trogs Aussparungen für die Brückenauflage (anders als im Bereich der RB81-Brücke)
– noch sind bisher irgend welche Ausbaggerungen für die künftigen Brückenwiderlager vorgenommen worden, obwohl jetzt noch Baustelleneinrichtung besteht.

Wenn über die fertige Unterführung die S4-Brücke gelegt werden sollte, dann müsste diese extrem hoch gelagert werden (um den oberen Abschluss des Trogs zu überwinden), was aber bedeuten würde, dass auch das Gefälle zwischen dem eng beieinander liegendem Planum der Bestandsgleise und dem der S4-Gleise sehr steil ausfallen müsste.

Zusammenfassend ist deshalb zu sagen, dass offensichtlich der Bau der S4 keine Berücksichtigung bei diesem Bauwerk gefunden hat, obwohl während der Bauzeit ständig über die S4 geredet wurde.
Mal sehen, was aus dieser Ankündigung wird…

Heute stand im “Wochenblatt” auch die Zahl für Tonndorf: Dort werden durch die S4 7500 Fahrgäste anstelle der heutigen 1800 werktags erwartet.

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