Geplante Vorortbahn Rendsburg nimmt nächste Hürde

Die geplante Reaktivierung einer verwaisten Bahnstrecke innerhalb Rendsburgs hat die nächste Hürde genommen. Der Bauausschuss der Stadt hat der weiteren Projektplanung zugestimmt. Zudem wurde bekannt, dass Rendsburg für die Wiederherstellung und den späteren Betrieb der Strecke fast keinen Cent zahlen muss.
Christian Hinkelmann
Sonderzug auf einer stillgelegten Bahnstrecke in Rendsburg in Schleswig-Holstein
Sonderzug auf einer stillgelegten Bahnstrecke in Rendsburg in Schleswig-Holstein mit provisorischem Bahnsteig

Das Land will sie, die Stadtverwaltung war bisher unentschieden und die unmittelbaren Anwohner sind dagegen. Die geplante Reaktivierung einer innerstädtischen Bahnstrecke in Rendsburg ist umstritten. Doch nun ist Bewegung in die Sache gekommen. Der städtische Bauausschuss hat vor wenigen Tagen ein Angebot des Landes angenommen, nicht nur die Reaktivierung der Bahngleise zu planen, sondern gleich auch die Vorplanung für städtische Verknüpfungsanlagen an den künftigen Haltestellen (Fahrradständer, Parkplätze, Zuwegungen, etc.) zu übernehmen – und zwar auf Landeskosten. Das erklärte ein Stadtsprecher gegenüber NahverkehrHAMBURG.

Außerdem wurde inzwischen bekannt, dass Rendsburg die Reaktivierung und den späteren Betrieb der Strecke quasi geschenkt bekommt. Sämtliche Kosten für Gleise, Bahnsteige und Bahnübergänge würden vom künftigen Betreiber der Strecke übernommen werden, heißt es in einer Mitteilung der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft LVS an die Rendsburger Verwaltung. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Stadt das in ihrem Besitz befindliche Eisenbahngleis an den künftigen Streckenbetreiber verkaufe.

Rendsburg müsste dann nur Feinplanung und Bau von Fahrradständern, Parkplätzen und Zuwegen an den künftigen Haltestellen bezahlen. Aber auch hier kann die Stadt die Kosten drücken. Die Detailplanung, die laut LVS zwischen 35.000 und 70.000 Euro kosten wird, könnte Rendsburg zum Beispiel aus dem Verkauf der Bahnstrecke finanzieren und an den Baukosten der Anlagen würde sich das Land wiederum mit bis zu 75 Prozent beteiligen, heißt es von der LVS. Lediglich den Unterhalt der Parkplätze und Zuwege müsste die Stadt alle…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Diese Brücke hinter dem S-Bahn-Zug darf nicht mehr befahren werden - Ausfädelung der Bahnstrecke nach Diebsteich am S-Bahnhof Holstenstraße. (Foto: Christian Hinkelmann)

Holstenstraße: S-Bahn bleibt noch lange gestört

Marode Brücke an der Holstenstraße muss laut Bahn abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dass die DB dazu keinerlei Zeitplan nennt, lässt wenig Gutes erwarten.

Abgeschaltet wegen Erfolglosigkeit: HVV Any. (Foto: Christian Hinkelmann)

HVV Any: Warum das automatische Ticket wirklich sterben musste

Der HVV nennt das Deutschlandticket als Grund. Doch Daten zeigen: Woanders boomen ähnliche Systeme. Das waren die eigentlichen Hintergründe für das Ende von HVV Any und deswegen wurden durch eine bestimmte Technik-Wahl möglicherweise Millionen verschwendet.

3 Antworten auf „Geplante Vorortbahn Rendsburg nimmt nächste Hürde“

Wenn man die Strecke elektrifiziert und möglicherweise noch eine Kilometer verlängert, könnte man doch die Frage stellen, ob man die Strecke eigenständig betreibt oder nicht gleich die aus Kiel kommenden Stadtbahnen bis Fockbek weiterfahren läßt. Das wäre ein Gewinn für alle Beteiligten, Betreiber wie Kunden.

Ist eigentlich auch über eine Verlängerung um einen witeren Kilometer bis Fockbek nachgedacht worden? Das würde doch Sinn machen und auch zeittechnisch machbar sein!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner