Was war diese Woche im Hamburger Verkehrssektor wichtig? Hier fassen wir für Sie die relevantesten Nachrichten zusammen, damit Sie den Überblick behalten und Zeit sparen.
Fahren im Knoten Hamburg bald weniger Nahverkehrszüge?
In dieser Woche gab es gleich zwei Entwicklungen, die für HVV-Fahrgäste Anlass zur Sorge sein müssen: Eine davon war am Donnerstag ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Es könnte den Schienennahverkehr deutlich verteuern.
Die Richter haben entschieden, dass die bisherigen Preisregeln für die Nutzung der Schienen in Deutschland nicht mit EU-Recht vereinbar sind. Bisher wurden die Kosten im Regionalverkehr durch eine gesetzliche Preisbremse bewusst niedrig gehalten.
Künftig könnten auf die Verkehrsunternehmen Mehrkosten in Milliardenhöhe zukommen. Verbände warnen, dass dadurch Verbindungen gestrichen oder Ticketpreise steigen könnten, im Extremfall um bis zu 20 Prozent weniger Angebot.
Die andere Entwicklung ist eine aktuelle Aussage von DB-Infrastruktur-Chef Philipp Nagl. Er hält eine höhere Pünktlichkeit im deutschen Bahnverkehr nur für möglich, wenn das Angebot reduziert wird. Weniger Z…









14 Antworten auf „Fahren im Knoten Hamburg bald weniger Nahverkehrszüge?“
Wenn sonst nicht hilft die Länder daran zu hindern immer mehr Züge in den schon lange überlasteten Knoten Hamburg zu „pressen“ (und zuletzt auch noch zusätzlich die Regionalbahn von Wrist zum Hbf. zu führen) dann vielleicht der Wegfall der Trassenpreisbremse. Vernunft hilft selten – aber Geld hilft oft! Leider wird man aber wieder irgendwann in der Nacht Züge streichen wenn das Netz sowieso schon schwächer belastet ist. Ideen sind hier ja schon reichlich diskutiert worden: In der Hauptverkehrszeit könnte helfen die konsequente Ausnutzung maximaler Zuglängen (RE 8 zeigt mit 12 Wagen Zügen was da geht), Flügelung in Elmshorn statt separater Fahrten zum Hbf. (ach, da sind die Bahnsteige im Hbf. zu kurz und Flügelung im Berufsverkehr ist ein weiterer betrieblicher Fixpunkt!?) oder vernünftiger Anteil wenig nutzbarer 1. Klasse (fast 1/4 der Zuglänge beim RE7!). Leider steht da oft die zu kurzen oder sogar verkürzten(?) Bahnsteiglängen oder die falsch dimensionierten Fahrzeuge im Wege. Auch die Fahrgäste könnten ihren Anteil leisten und nicht nur in der Nähe der Ausstiegstreppe ihres Zielbahnhofs einzusteigen!
Es wird offenbar höchste Zeit, dass sich die Stadtbahn-Befürworter in Kiel zusammentun und gemeinsam hoffentlich schlagkräftig agieren und gute Überzeugungsarbeit leisten. Die Straßenbahngegner sind in ihrem Auftreten meist sehr professionell, mit modernen und gut aufgebauten Websites und gut organisierter Kommunikation. Das hat man z.B. auch in Regensburg, Wiesbaden und Aachen gesehen, wo die Gegner die von den Städten geplante und beschlossene Einführung der Tram letztlich erfolgreich zu Fall gebracht haben. Die Widerstände kommen nicht von den regelmäßigen ÖPNV-Nutzern, sondern von eingefleischten Autofahrern, die um „ihren“ Straßenraum fürchten und bei ihren Aktionen gegen die Tram schweres Geschütz auffahren. Gerne wird dann, oft in populistischer Manier, mit fachlich und sachlich nicht immer richtigen Behauptungen gearbeitet. Besonders beliebt ist das Kostenargument, wobei man sich gerne auf die Baukosten fokussiert, dabei die eigentlich nicht der Tram anzulastenden Kosten für die im Zuge der Baumaßnahmen durchgeführten Sanierungen von Versorgungsleitungen, Abwasserkanälen, Fuß- und Radwegen usw. einfach mit einrechnet, gleichzeitig aber gerne außer acht lässt, dass beim Vergleich der Betriebskosten Tram / Bus die Straßenbahn günstiger ist. Überall dort, wo in den letzten Jahren neue Straßenbahnsysteme eingeführt wurden, wurden sie von der Bevölkerung begeistert angenommen und haben immer die Erwartungen übertroffen, in nordischer Nachbarschaft z.B. in Aarhus, in Odense und jüngst in Kopenhagen. Bezüglich Kiel stellt man sich aber die Frage, warum die Planungsphase so unendlich lange dauert und warum man erst 2031 mit dem Bau beginnen will, obwohl die Planfeststellung kurz bevor steht. Solche Projekte müssen deutlich schneller realisiert werden, und zwar nicht nur, um inflationsbedingte Kostensteigerungen im Griff zu behalten, sondern besonders auch im Sinne der Akzeptanz.
Zu dem Streichen von Regionalzugverbindungen:
Ich denke nicht, dass davon die Hauptberufszeiten betroffen wären. Aber zu den Randzeiten und an Wochenenden fahren die Züge relativ leer. Es muss nicht sonntags von morgens um sieben bis abends um elf halbstündlich ein Zug von Hamburg nach Lübeck und zurück fahren. Stündlich wie früher würde auch locker reichen. Das gilt auch für den Samstagnachmittag und die Abendstunden montags bis freitags. Und das soll nur ein Beispiel von vielen sein.
Es geht ja nicht darum, dass überflüssige Züge in den Randzeiten gestrichen werden sollen. Das wäre ärgerlich genug, denn auch die sind meiner Erfahrung nach teilweise überraschend gut gefüllt.
Stattdessen sollen Züge gestrichen werden, um den Betrieb zu stabilisieren und das ist vor allem in der HVZ nötig, aber natürlich der völlig falsche Weg. Kein Mensch würde bei Stau drauf kommen weniger Autoverkehr zu fordern, sondern eher mehr Spuren, Umgehungsstraßen etc.
„Dafür ist der komplette Bahnverkehr an der Sternbrücke noch bis Ende des Monats gesperrt.“
Also der Regional- und Fernverkehr fährt seit heute wieder normal über die Verbindungsbahn. Nur die Sperrung der S-Bahn soll bis Ende des Monats bleiben.
Hallo Herr Boehlke,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Das ist korrekt. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.
Beste Grüße
Christian Hinkelmann
@Matthias Hartge
Ich befürworte die Beibehaltung der ersten Klasse im Regionalverkehr. Meine Geschäftsreisen in ganz Deutschland per Bahn umfassen oftmals Fahrten im Regionalverkehr. Bei Gesamtreisezeiten von vier Stunden und mehr gibt es nur wenig, was unattraktiver ist als lange Fahrten in der zweiten Klasse im Regionalverkehr, insbesondere zu Stoßzeiten. Geschäftsreisen, die bis auf kurze U- und S-Bahn-Fahrten komplett mit der ersten Klasse erfolgen, sind so viel weniger anstrengend!
Okay, den Punkt sehe ich ein. Allerdings haben die Twindexx auf den RE7/ 70 in zwei von vier Wagen ein ganzes Oberdeck als 1. Klasse. Glaube bei den KISS nach Lübeck ist es ähnlich. Das sind grob über den Daumen 20-25 % Ersteklasseanteil und völlig überdimensioniert. Ein halbes Oberdeck pro vier Wagen dürfte völlig ausreichend sein 🙂
Heute will eine Taskforce des Bundesverkehrsministeriums 22 Maßnahmen für eine kurzfristige Verbesserung des täglichen Bahnbetriebs vorschlagen. : Wenn man sieht, wie die Situation bei den Gleisen 10-14 am Hamburger HBF jetzt schon ist, wäre eine weitere Reduzierung kompletter Irrsinn. Die Politik endlich mehr Geld für den ÖPNV als für Autobahnen ausgeben. Ein Gebiet, in dem sich gerade die SPD profilieren könnte.
Die Stradtbahn nach Kiel könnte durch die Vergabe der olympischen Spiele an München (Hamburg wird da auf der Verliererseite schon in der Voraussscheidung stehen) erheblich beschleunigt werden. Warum allerdings auch die U5 (die soll ja eh bis 2040 fertig sein (HOHOHO) diesen zusätzlichen Push benötigt, verstehe ich nicht so ganz? Und warum hat die S4 nichts davon? Wohnen im größten Hamburger Stadteil nach Einwohnern, Rahlstedt, keine Olympiabesucher? Für die S6 würde das allerdings zutreffen ins Wissenschaftscenter (Schütze uns vor diesen unseligen Anglizismen. Durch solche Begriffe wird erscheint man nicht internationaler, sondern nur provinzieller!) Zur Sternbrücke: Tja man sieht ja jetzt schon, was das für ein Ungetüm wird und „Dank“ des ADAC wird eh alles sehr schön autoorientiert bleiben, Wetten? Dabei gab es doch archtektonisch viel filigranerere Lösungen. In Duvenstedt, Otmarschen, Blankenese oder auch anderen Stammorten der SPD Oberen hätte es eine solche ästhetische Scheusslichkeit nicht gegeben.
Moin zusammen,
ein kleiner Bericht zum gestrigen Streik aus „Ostwandsbeker“ Sicht:
Das Wichtigste zuerst: Die RB81 fuhr ohne Probleme und ohne Einschränkungen sowohl in der Früh- als auch der Spät-HVZ.
Ich hatte jeweils bewusst Ahrensburger Verstärkerzüge gewählt und nicht den halbstündigen Grundtakt. Diese Verstärker waren kaum anders gefüllt, als zu „normalen“ Tagen, früh vielleicht etwas mehr als sonst. Aber es waren auch Sitzreihen frei und wer allein fuhr, hatte u.U. auch eine Vierersitzgruppe für sich. Am späten Nachmittag waren auch Vierersitzgruppe komplett leer.
Dagegen die S-Bahn: Vom Hbf musste ich zu den Landungsbrücken (ansonsten St. Pauli). Gegen 8:15 Uhr fuhr gerade ein S3-Langzug ab, die Füllstandsanzeige dazu konnte ich aber nicht mehr erkennen. Als Nächstes folgte in 1 Minute eine S1, die mit 6 komplett roten Wagen angezeigt wurde. Entsprechend eng standen die Menschen in den Gängen und im Türbereich. Als alle Aussteiger die Bahn verlassen hatten, war sie zwar noch gut besetzt, es gab aber auch schon wieder freie Sitzplätze. Stadthausbrücke wurde der Zug schon ausschließlich mit 6 grünen Wagen angezeigt und ich hätte sogar einen Fensterplatz bekommen können.
Nachmittags erwischte ich Landungsbrücken eine S5, die vielleicht etwas stärker gefüllt war als sonst. Am Hbf hatte ich bis zur Abfahrt meiner RB81 bewusst die ostwärts fahrenden S-Bahnen beobachtet. Und auch da ist mir aufgefallen, dass es gerade die S1 war, die am stärksten belegt war.
Das deckt sich alles mit meiner Erfahrung, die ich an jenem Streiktag im Februar machte, an dem ich früh einen Termin am Wandsbeker Markt hatte und glücklicherweise die Busse (Linie 9) fuhren, aber nicht die U-Bahnen. Damals gab es eine regelrechte „Völkerwanderung“ vom Wandsbeker Markt zur S-Bahn-Station Wandsbeker Chaussee. Der Bahnsteig war voll, die S-Bahn kam schon so voll an, dass nicht alle mitkamen und es diese in Ostasien üblichen „Türpresser“ benötigt hätte. Das Gleiche Hasselbrook und Landwehr. Erst Berliner Tor wurde es weniger eng und Hbf hatte ich einen Vorwärts-Fensterplatz bekommen.
Selbst an Hochbahn-Streiktagen wird die RB81 nicht als Alternative gesehen oder nicht einmal überhaupt wahrgenommen. Alles presst sich in die einzig verbliebene Schnellbahnlinie in unserem Bezirk.
Dass unsere Straßen (z.B. die ehemalige B75) gestern unendlich voll waren, muss ich nicht extra erwähnen.
Wandsbek hat eindeutig ein „Schnellbahn-Problem“.
Wie soll die RB81 auch eine Alternative für durch den Streik „gestrandete“ U-Bahn-Nutzer sein wenn sie nicht durch Gebiete führt die eine U-Bahn haben? Mit der RB81 ist es wie mit der S2, S3 oder S5: wer in ihrer Nähe wohnt (z.B. Tonndorf) wird sie entweder nutzen oder nicht. Wer sie nicht nutzt wird mangels Alternativen wohl gar nicht mit ÖPNV fahren sondern die Strecke mit Auto, Fahrrad etc. zurücklegen.
Nur die S1 führt im Osten von Hamburg durch Gebiete die auch eine U-Bahn Anbindung haben und ist für gestrandete U-Bahn-Fahrer einfach zu erreichen. Dementsprechend voll ist sie. Vielleicht wäre es ein wenig anders wenn es für die RB81 den Haltepunkt Wandsbek noch geben würde, dann hätte man einen einfacheren Umstieg von Wandsbek Markt aus (da muss man aber auch erst einmal hinkommen wenn die Busse nicht fahren). Hasselbrook ist von Wandsbek Markt aus gesehen doppelt so weit entfernt wie Wandsbeker Chaussee, klar das da kaum jemand hingeht.
Die einzige interessante Frage wäre hier wie Leute die in Hasselbrook oder Landwehr einsteigen (Nähe zu U1,U2 und U4) sich hier zwischen S-Bahn und RB81 entscheiden. Da dürfte dann aber auch eine Rolle spielen wie die Reise ab HBF weitergehen soll, da macht es einen Unterschied ob man in der S-Bahnstation landet (besser für Citytunnel/Verbindungsbahn) oder in der Halle (besser Richtung Harburg oder Bergedorf).
Es gab ja nicht nur gestrandete U-Bahn-Fahrgäste. Die meisten, die betroffen waren, sind Menschen, die sonst mit Bussen zur U-Bahn oder generell mit einer Buslinie fahren.
Bei uns im Bezirk muss leider das meiste mit Bussen abgewickelt werden, eben in Ermangelung eines wirklichen Schnellbahnnetzes. Und diese Busse wurden gestern ebenfalls bestreikt. Für diese Menschen wäre die RB81 eine potenzielle Ausweichmöglichkeit, gerade auch als Ersatz für die vielen ab Rahlstedt fahrenden Xpress-Busse, die aufgrund unserer ÖPNV-Struktur notwendig sind.
Ja, auf die seit mehr als 4 Jahren schmerzlich fehlende Station Wandsbek hatte ich hier kürzlich hingewiesen. Sowohl für Busreisende mit Ziel Wandsbek Markt, als auch als U-Bahn-Ersatz für Weiterfahrende.
So, so, der Senat möchte also im Rahmen der erhofften Olympiade bis 2040 U5 und S6 fertigstellen. Dabei handelt es sich nur um eine reine Absichtserklärung. Das heißt dann wohl, dass ohne die Olympiade eine Fertigstellung der beiden Strecken bis 2040 illusorisch wäre. Oder wurde diese Abhängigkeit von der Olympiade nur aus wahlkampftaktischen Gründen vor dem Referendum Ende Mai konstruiert? Na ja, das Referendum wird ohnehin pro Olympia ausfallen, denn es werden wohl vorwiegend nur die Sportenthusiasten zur Wahl gehen. Dem großen Rest der Bürger dürfte es ziemlich egal sein.
Kürzungen im Nahverkehr wären aus Passagiersicht eine Katastrophe. Die Züge platzen sowieso aus allen Nähten. Egal ob Richtung Bremen, Lüneburg, Elmshorn oder Lübeck… Sollte es zu einer Reduktion von Fahrten kommen, müsste wenigstens alles dafür getan werden, dass die maximalen Zuglängen ausgeschöpft werden. Der Metronom braucht nicht mit 6 Wagen irgendwo anzukommen, wenn eigentlich auch 7 oder vielleicht sogar 8 möglich sind. Und die dreiteiligen KISS nach Lübeck sind auch nicht zu wenig. Zudem sollte man dringend über eine Abschaffung der 1. Klasse nachdenken. Die ist eine völlige Platzverschwendung und wird praktisch überhaupt nicht genutzt, während sich davor die Fahrgäste auf den Treppen und in den Gängen stapeln.