Gigantomanie im Gleisdreieck: Hamburgs geplanter Riesen-Betriebshof, der nie gebaut wurde

Fast jeder kennt den Geisterbahnsteig am U-Bahnhof Sengelmannstraße. Doch der ist nur ein Teil einer viel spektakuläreren Geschichte. Schon 1925 plante die Hochbahn hier einen gigantischen U-Bahn-Betriebshof mit 24 Gleisen. Woran das Riesenprojekt scheiterte.
Christian Hinkelmann
Hier am Bahnhof Sengelmannstraße war einst der größte U-Bahn-Betriebshof der Hochbahn geplant. Er wurde aber nie gebaut. Aktuell läuft hier der Bau der neuen U-Bahnlinie U5. (Foto: Christian Hinkelmann)
Hier am Bahnhof Sengelmannstraße war einst der größte U-Bahn-Betriebshof der Hochbahn geplant. Er wurde aber nie gebaut. Aktuell läuft hier der Bau der neuen U-Bahnlinie U5. (Foto: Christian Hinkelmann)

Viele Hamburgerinnen und Hamburger kennen den ungenutzten Geisterbahnsteig am U-Bahnhof Sengelmannstraße. Einst sollte von dort eine U-Bahnlinie über Altona bis nach Lurup und Osdorf abfahren, wegen der Ölkrise wurde daraus aber nichts. Erst jetzt bekommen Teile dieser Vorleistung mit dem Bau der U5 doch noch einen Nutzen – mehr als ein halbes Jahrhundert später.

Doch die wahre Geschichte hinter diesem Bahnhof, der in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag feiert, ist noch viel spektakulärer. Schon vor 100 Jahren plante die Hochbahn dort einen gigantischen U-Bahn-Betriebshof mit 24 Gleisen für mehrere hundert U-Bahn-Wagen.

NAHVERKEHR HAMBURG erzählt die vergessene Geschichte dieses Riesenprojekts und erklärt, warum es letztlich scheiterte und welche stummen Zeugen bis heute daran erinnern.

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Wir schreiben das Jahr 1924. Der Erste Weltkrieg und die anschließenden Krisenjahre waren überstanden. Die legendären Goldenen Zwanziger begannen. Und alle flogen auf die modernen, neuen Hochbahnen, die seit einigen Jahren durch die Hansestadt fuhren. Groß, schnell, effizient und weltstädtisch.

Die Euphorie war riesig. Die Vorortbahn nach Poppenbüttel war fertig. Und man erwartete, dass die Restarbeiten an den Hochbahnstrecken nach Ochsenzoll, Ohlstedt und Großhansdorf schnell fertiggestellt sein würden.

Und daher hatte man große Träume für die erwarteten Boom-Jahre: Mehr Strecken, mehr FahrgÃ…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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