Google-Maps: Kauf von digitalen HVV-Tickets wird schneller

HVV-Ticketkauf ist ab sofort aus der Routenanzeige in Google-Maps heraus möglich. So funktionierts, das sind im Praxistest die Tücken und dieses Feature ist demnächst noch geplant.
Christian Hinkelmann
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 an der Haltestelle Landungsbrücken
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 an der Haltestelle Landungsbrücken

Kleiner Button – große Wirkung: Der digitale Weg zum HVV-Ticket ist für viele Menschen ab sofort ein bisschen kürzer – zumindest, wenn man sich auf seinem Smartphone gern den Weg von Google Maps weisen lässt und sich spontan für eine Fahrt mit dem HVV entscheidet. Wer dort eine Route in Hamburg und Umgebung auswählt und als Transportmittel den öffentlichen Nahverkehr auswählt, findet in der Verbindungsübersicht neuerdings ein Logo der HVV Switch-App.

Mit einem Klick darauf wird man direkt in die Switch-App vom HVV weiterleitet und bekommt dort das passende Ticket für die Route angezeigt, das sich dann auch sofort kaufen lässt – vorausgesetzt, man hat diese App auf dem Smartphone installiert. Auch die Buchung eines passenden Moia-Shuttles ist auf diesem Weg direkt möglich.

Neue Funktion erspart Klicks und doppelte Tipperei

Bisher mussten Menschen, die ihre Routen verkehrsmittelunabhängig mit Google Maps planen, nach der Routenauskunft händisch in die HVV-App oder Switch-App wechseln, dort Start und Zielort noch einmal neu eingeben und dann das passende Ticket auswählen. Eine nervige Prozedur, die unnötig viele Klicks und Doppeleingaben gekostet hat.

Nach Angaben des Verkehrsverbunds ist diese neue Verzahnung eines ÖPNV-Features in Google Maps bisher einmalig. „Route auswählen und ohne Tarifkenntnis direkt das richtige HVV-Ticket kaufen, so leicht kann es gehen“, freut sich HVV-Chef Lutz Aigner.

Die Integration von Mobilitätsdiensten in die Routenvorschläge von Google Maps ist allerdings grundsätzlich nicht ganz neu. Bereits seit einigen Monaten werden in der Maps-App beispielsweise E-Scooter von Lime, oder Fahrmöglichkeiten mit Shuttles und Taxis von Free Now und Uber angeboten. Auch hier wird mit einem Klick direkt auf die entsprechenden Apps der jeweiligen Anbieter weitergeleitet. Neu ist lediglich, dass mit dem HVV nun offenbar erstmals ein ÖPNV-Verbund so tief in Google Maps integriert ist.

Zielgruppe sind offenbar spontane Menschen

Federführend vorangetrieben wurde das neue Feature von der Hochbahn, die die HVV Switch-App zusammen der Hamburger Softwareschmiede Cellular entwickelt. Die Switch App ist quasi das digitale Versuchslabor des HVV (siehe hier), in dem der Verbund – abseits seiner klassischen und schon etwas betagteren HVV-App – neue…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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Eine Antwort auf „Google-Maps: Kauf von digitalen HVV-Tickets wird schneller“

Naja. Dass sich die HOCHBAHN keinen Kopf um U-Bahnen macht, ist nachvollziehbar. Außer vielleicht für unsere fachfremden Wutbürger, die noch nicht einmal den Nahverkehr von einem ICE oder Güterzug unterscheiden können. ?

Aber für die S-Bahn fände ich solche Daten schon interessant. Über die API von Google lassen sich ja hervorragende Analysen erstellen. Vermutlich gilt da der bewährte Spruch: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.“ ?

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