Grüne wollen bis zu 130 Kilometer Stadtbahn in Hamburg

Nach CDU und SPD haben jetzt auch Hamburgs Grüne einen Vorschlag zum Ausbau des Schienennahverkehrs in den kommenden Jahrzehnten vorgelegt. Sie schlagen ein bis zu 130 Kilometer langes Stadtbahnnetz vor. Grob geschätzte Kosten: 2,6 Milliarden Euro.
Christian Hinkelmann
Stadtbahn aus Bremen in 2010 zur Ausstellung in Hamburg
Eine Stadtbahn aus Bremen im Juni 2010 als Ausstellungsstück auf dem Jungfernstieg in Hamburg

Nach den U-Bahn-Wünschen der SPD (32 Km / bis zu 3,8 Mrd. €) und den Stadtbahn-Plänen der CDU (93 Km / bis zu 2,7 Mrd. €) haben jetzt auch Hamburgs Grüne einen Vorschlag vorgelegt, wie der Schienennahverkehr in den kommenden Jahrzehnten ausgebaut werden könnte.

Insgesamt will die Partei ein rund 130 Kilometer langes Stadtbahnnetz bauen, das bei grob geschätzten Kosten von 20 Millionen Euro pro Kilometer nach eigenen Angaben rund 2,6 Milliarden Euro kosten soll.

Das Netz soll aus vier Linien bestehen und die stark belasteten Metrobuslinien 5, 13, 20 und 25 ersetzen. Damit wollen die Grünen Osdorf, Lurup, Bahrenfeld, Lokstedt, Steilshoop, Bramfeld, Jenfeld und die Uhlenhorst ans Schienennetz anbinden. Außerdem ist ein Sprung über die Elbe bis nach Harburg und Sinstorf geplant.

Laut Grünen-Verkehrsexperte Till Steffen soll von diesem Gesamtnetz aber erst einmal nur ein Teil gebaut werden: „Idealerweise sollte eine Stadtbahn eine Länge von mindestens 50 Kilometern haben. Die würden wir in Hamburg in 10 bis 15 Jahren mit einer Investitionssumme von rund einer Milliarde Euro erreichen“, so Steffen. „Für den Anfang würde sich der Ersatz der Metrobuslinien 5 und 13 zwischen Niendorf Markt und Wilhelmsburg lohnen. Damit kämen wir auf eine benötigte Summe von 440 Mio. Euro bei 22 Kilometern.“

Nach den Worten von Steffen soll das Stadtbahn-Netz im Vergleich zu den U-Bahn-Plänen des Senats realistischere Dimensionen haben und mit Blick auf die kommend…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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