Händler fordern Ende des Busverkehrs in der Mönckebergstraße

Wichtige HVV-Verbindung in die City oder Ärgernis? Händler in der Mönckebergstraße fordern ein Ende des Busverkehrs in der Einkaufsmeile - mit einem Hintergedanken.
Christian Hinkelmann
Zwei Hochbahn-Busse überholen sich in der Mönckebergstraße
Zwei Hochbahn-Busse überholen sich in der Mönckebergstraße in Hamburg
Foto: Christian Hinkelmann

In Hamburg wird seit einigen Jahren diskutiert, ob der HVV-Linienbusverkehr in der Mönckebergstraße reduziert oder sogar ganz aus der verkehrsberuhigten Straße herausgenommen werden soll (siehe hier).

Wenige Monate vor der nächsten Bürgerschaftswahl gibt es nun neue Forderungen – und die kommen vom Einzelhandel in der Einkaufsmeile. Wenn die vielen Stadtbusse in andere Bereiche verlegt würden, entstünde Raum für neue Fußgängerbereiche, Grünflächen sowie Außengastronomie“, erklärte City-Managerin Brigitte Engler gestern laut NDR.

Ländler fordern Ringlinie um Innenstadtkern

Demnach würden täglich mehr als 1.100 Linienbusse, Lieferverkehr und Taxis durch die Einkaufsstraße fahren. Ein unbeschwertes Flanieren sei häufig nicht mehr möglich. Als Alternative schlägt die Initiativ dem Bericht zufolge eine neue Ringbuslinie um den Innenstadtkern herum oder eine Führung der Buslinien durch die parallele Steinstraße vor.

Hintergrund und Anlass für die Idee ist dem Bericht zufolge die geplante Sanierung der U3 unter der Mönckebergstraße. Die U-Bahn-Strecke muss voraussichtlich ab dem kommenden Jahr mindestens ein Jahr lang voll gesperrt werden (siehe hier).

Händler hoffen ohne Busse auf kürzere U-Bahn-Bauarbeiten

Die Händler in der Einkaufsmeile erhoffen sich laut NDR, dass mit einer zusätzlichen Stilllegung des Busverkehrs in dem Straßenzug die U-Bahn-Bauarbeiten vor den Ladengeschäften und Restaurants we…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Prof. Dr. Carsten Gertz von der Technischen Universität Hamburg über Mobilität von Geringverdienern.

„Das Fahrrad spielt im Alltag armer Menschen kaum eine Rolle“

Wie kann die Politik Mobilität in Hamburg sozialer machen? Warum fahren Geringverdiener so wenig Fahrrad und ist das 9-Euro-Ticket für finanziell arme Menschen wirklich eine gute Lösung? Teil 2 unseres Interviews mit Prof. Carsten Gertz von der TU über unsoziale Mobilität und Maßnahmen dagegen.

Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke.

Auf diesen Hamburger S-Bahnlinien könnten in Zukunft XXL-Züge fahren

Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke im Interview darüber, auf welchen zusätzlichen S-Bahn-Strecken in Zukunft längere Züge möglich wären, was deren Einsatz einschränkt und warum die künftige neue S-Bahn-Strecke nach Kaltenkirchen von der Linie S21 und nicht mit der Linie S3 befahren werden soll.

Wurde vor der Verschrottung gerettet: Ein ausrangierter S-Bahn-Wagen hängt im Hamburger Hafen am Kran.

Hier hängt eine alte Hamburger S-Bahn in der Luft

Bahn rettet alten S-Bahn-Wagen vor der Verschrottung und lässt ihn auf der Straße nach Eilbek transportieren. Dort soll er als rollendes Infozentrum für die S4 werben. So lief der Transport ab.

19 Antworten auf „Händler fordern Ende des Busverkehrs in der Mönckebergstraße“

Ich auch!
Haupt-fuckin’-sache BUSSE!

Und dann benennen wir die Stadt um*: Hambus!

*) inspiriert von den ganzen Elb-Präfixen, die dieser Stadt erst diese Individualität geben und nur so strotzen vor Einfallsreichtum und Innovationsgeist – ganz wie der ÖPNV dieser Stadt!!!

Wenn schon Busse durch die Mö, dann sollte man die Menschen nicht künstlich von deren Benutzung fernhalten. Schnellbuszuschlag ==> Abzockzuschlag.

Nanana!

Hamburg hat doch schon so dermaßen krass niedrige Ticketpreise – da darf man für das “Opfer” des Deckungsgrades die Hand aufhalten.

Das Geld, das im Haushalt dann fehlen würde, müßte ja sonst anderswo abgezogen; damit würden bspw. in Lokstedt keine Straßensanierungen mehr möglich.
Wer würde das wollen?

In Bremen fährt die Straßenbahn 2 und 3 am Rathaus und andere Bereiche der Geschäftsstraße durch und das klappt. In der Adventszeit sichern wegen der erhöhten Besucherzahl Mitarbeiter des Verkehrsbetriebe mit Glocken die Durchfahrt der Staßenbahnen bzw. das kein Fußgänger gegen eine Straßenbahn kommt.

Bremen ist so ziemlich das beschissenste Beispiel für eine veraltete Straßenbahn. Nur Düsseldorf konnte da (vor dem Werhahn-Tunnel) mithalten.

Bremen ist ein sehr gelungenes Beispiel für eine moderne Straßenbahn, die sich problemlos in eine Fußgängerzone einfügt. Glücklicherweise war Bremen zu arm, um die Straßenbahn in den 70er und 80er Jahren für viel Geld unter der Erde zu vergraben. Heute ist man sehr froh darüber, diesen Klotz nicht am Bein zu haben.

Die Argumentation, die Busse für eine kürzere Bauzeit aus der Mö zu verbannen, empfinde ich von den Händlern erstaunlich kurzsichtig, denn diese bringen ihnen die Kundschaft vor die Ladentür.

Die Bremer Straßenbahn ist langsam, kapazitiv zu knapp, sehr eingeschränkt barrierefrei und erlaubt keine Taktverdichtung. Damit ist sie am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Sie wird bereits heute dem Bedarf nicht gerecht und ist nicht zukunftstauglich. Ich kenne niemanden, der darüber froh ist.
Nur die Grünen freuen sich, weil ein schlechter ÖPNV ein Argument für das Fahrrad ist. Darum soll er auch schlecht bleiben.

Meine Güte, jetzt ist die Bremer Straßenbahn nicht nur veraltet, sondern auch langsam, kapazitativ zu knapp usw.

Also, dann mal Butter bei die Fische (wie man so in Bremen zu sagen pflegt):
Warum ist die Straßenbahn veraltet? Die Fahrzeuge können es ja nicht sein, denn die ältesten sind von 1992/1993 (abgesehen von den Museumsfahrzeugen).

Busse raus aus der Mö? Ab 20 Uhr wird die Straße dann total tot sein. Man sollte zumindest die 3 und die 6/17 belassen.
Ich persönlich finde mich durch die Radfahrer sowie Taxen viel mehr belästigt.

Als Gegenmaßnahme zum allabendlichen Aussterben der Mö bietet sich eher umfangreiche Gastronomie an als die Durchfahrt von Bussen bestimmter Linien. Oder?

@ JOSEF Ich weiß nicht, ob Sie überhaupt aus Hamburg kommen. Die Mönckebergstraße ist nicht gerade eine schöne Straße, die sich für Gastronomie besonders eignet. Hier sind Kontor- und Kaufhäuser mit den üblichen Filialisten. Eine eher abweisend-kalte Straße.

Die Lange Reihe in St. Georg ist hingegen eine vollkommen lebendige Straße mit viel Gastronomie und trotzdem fahren zwei Buslinien mit täglich 20.000 Leuten durch.

Straßenbahn auf Mö wieder einführen…
Vor allem die hochbelastene Metrobuslinie 5 zur Tramlinie 2 weiter entwickeln lassen. Ist viel attraktiver als E-Busse, da man sonst wie im Käfig sitzt. Dann wird auf Edmund-Siemers-Allee viel weniger Staus geben und so kann man diese Straße zurückbauen und einen Grünstreifen anlegen. Wenn es soweit sein wird, gibt es neue Probleme: Hamburg wird immer attraktiver und das Wohnen immer teurer! Eines Tages gibt es keine Studenten an der Uni mehr, da das Leben in Hamburg unbezahlbar geworden ist.

An den Adventssamstagen ist die Mönkebergstraße doch bereits eine reine Fußgängerzone. Und die Erde dreht sich immer noch und niemand hat was vermisst. Der einzige Grund warum man nicht die Steinstraße für die Busse nutzt: Der heilige Autoverkehr soll dort auf keinen Fall eingeschränkt werden.

Da ich die Mö nicht nur mit Bussen, sondern auch noch mit Autos und Rumpelbahn (und da stimme ich sogar einem bekannten Streiter zu, die rumpelte wirklich) kenne, ist zwar die Vorstellung zunächst befremdlich, zumal die Busse und Haltestellen ja auch nicht gerade leer sind, aber wie im Rathausquartier gilt: einmal Professionell ausprobieren und bewerten. Und wie z.B. in München seit je her zu sehen ist, geht so etwas.
Ob das jedoch zusammen mit einer Worstcase Baustelle ein toller Einfall bzw. eine gute Grundlage für eine objektive Beurteilung ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn es ne doofe Idee ist, werden wir es von den Händlern als erstes und am lautesten erfahren.

Busse brauchen nicht direkt durch die Mönckebergstraße fahren. Die Anbindung runrum ist völlig ausreichend. Auch während der U-Bahn Sperrung.
Vielmehr sollte man darüber nachdenken, die Straße zum einem komfortablen Radweg umzubauen.

Warum die Bauarbeiten allerdings ohne Busse schneller vorangehen sollen, erschließt sich mir nicht.

Mönckeberstraße als Fußgängerzone: Busse kreuzen vielleicht, aber fahren sonst auf den Parallelstraßen. Wo ist das Problem? Das seit vielen Jahrzehnten entspannt funktionierende Konzept gibt es ja schon lange auch anderswo.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.