Haltestelle Brunsberg: Busbuchten weg – PKW-Parkplätze her

Nach dem kleinen Auftakt im vergangenen Herbst stehen in diesem Jahr gleich vier große Umbauprojekte im Rahmen der Busbeschleunigung an – darunter die Umgestaltung der Haltestelle Brunsberg südlich des Siemerplatzes. Hier sollen die Busbuchten verschwinden und neue PKW-Parkplätze entstehen.
Christian Hinkelmann
Bauarbeiten für Busbeschleunigungsprogramm in Hamburg
Bauarbeiten an einer Busspur am Bezirksamt Eimsbüttel in Hamburg

Die Arbeiten für das Busbeschleunigungsprogramm des Senats laufen entlang der Metrobuslinie M5 auf vollen Touren. An der Gärtnerstraße nimmt die geplante neue Umsteigehaltestelle langsam konkrete Formen an, an der Staatsbibliothek sind sogar nur noch Restarbeiten nötig.

Im Laufe des Jahres soll dann der Umbau der Großkreuzungen „Kollaustraße/Niendorfer Straße“, „Siemersplatz“ und „Grindelallee/Hallerstraße“ beginnen. Außerdem wird im Herbst die Haltestelle „Brunsberg“ südlich des Siemerplatzes umgebaut und verlängert.

NahverkehrHAMBURG erklärt, was dort – nach vorläufigen Plänen – im Detail geplant ist.

Baubeginn: Zweite Jahreshälfte 2013
Bauende: Drei Monate nach Baubeginn

Die aktuelle Situation:

  • Die Haltestelle „Brunsberg“ liegt am vierspurigen Lokstedter Steindamm (30.000 Fahrzeuge/Tag) zwischen den Stationen „Veilchenweg“ und „Siemersplatz“. Busspuren sind nicht vorhanden. Die Haltestelle wird im Norden von der abzweigenden Straße Brunsberg und im Süden vom Behrkampsweg begrenzt.
  • Die Haltestelle wird tagsüber im 5-Minuten-Takt von der Metrobuslinie M5 mit Doppelgelenkbusse und nachts von der Nachtbuslinie 604 bedient.
  • Die Busse halten in beiden Fahrtrichtungen in Busbuchten am Straßenrand, die zwischen 75 und 130 Meter lang sind und im Bereich mehrerer Grundstückszufahrten liegen.

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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7 Antworten auf „Haltestelle Brunsberg: Busbuchten weg – PKW-Parkplätze her“

@Matze:
Nutzer des ÖPNV finanzieren Strassen genauso wie Autofahrer … über den Kauf von Fahrscheinen, womit es den Verkehrsunternehmen möglich ist, ein Angebot anzubieten.
Denn: Busse sind genauso wie PKWs kraftfahrzeug- und mineralölsteuerpflichtig.

Abgesehen davon ist die Beschleunigung der 5 auch in meinen Augen nicht zielführend, da für den vorhandenen Beförderungsbedarf ein leistungsfähiges Schienenverkehrsmittel (AKA Stadtbahn) sinnvoll ist. EIne Aufwertung des Straßenraumes (Rasengleis anstatt Asphaltbahnen) würde zudem eine städtebauliche Aufwertung ergeben.

Diese Pläne sind einfach nur teuer und unsinnig. Bushaltebuchten zurückzubauen führt zur Behinderung des PKW-Verkehrs, zu Staus und damit zu Behinderungen der nachfolgenden Busse. Warum lassen sich die Autofahrer, die im Gegensatz zu den Nutzern des ÖPNV die Straßen finanzieren, so etwas bloß gefallen. Steuergeldverschwendung auf höchstem Niveau!

„Busbuchten weg“
Warum denkt eigentlich jeder das die Busse nur mit Verspätung fahren?
Auch wenn es selten vorkommt ist es doch oftmals zu beobachten das die Fahrer in einer Busbucht länger halten als nötig, weil sie bis zu einer Minute zu früh sind.
Wenn jetzt die Busbuchten aufgehoben werden, bleibt den Fahrern doch nichts weiter übrig als den fließenden Verkehr zu blockieren (was den folgenden PKW-Fahrern sicher keine Freude bereitet und Agrssionen aufbaut) oder er fährt einfach zu früh ab und dann fühlen sich die Fahrgäste genauso wie die PKW-Fahrer.
Meine Erfahrungen mit den Hamburgern PKW-Fahrern ist der, das sie – bis auf wenige Ausnahmen – immer Rücksicht auf einen einfahrenden Bus nehmen, so das die Zeiteinspahrung sehr gering sein wird.
Nun, ob diese paar Minuten es wert sind die Agressionen im Straßenverkehr erheblich zu steigern und das recht gute Verhältniss PKW – Bus zu zerstöhren, kann ich mir einfach nicht vorstellen.
Es währe sicher von Vorteil wenn einmal jemand die Fahrer fragen würde, er wird sich sicher wundern das es in der Praxis irgendwie anders läuft als auf dem Zettel am Schreibtisch.
Gruß
Ernst

Auch wenn ich den bisher vorgestellten Umbauplänen einige positive Aspekte abgewinnen konnte, so finde ich hat man es an dieser Haltestelle so richtig verbockt: 75 bzw. 130m lange Busbuchten werden auf 60 Meter Haltestellen „verlängert“ und neue Parkplätze geschaffen. Anstatt den Restverkehr in südlicher Fahrtrichtung mit einer Kaphaltestelle auszubremsen, hätte man der Fußgängerampel eine Ansteuerung durch den Bus mit Bevorrechtigung einbauen können, damit der Bus ungehindert aus seiner Bucht ausfahren kann.
In wiefern die vom Bus angeforderte Grünphase mit Haltestellen jeweils hinter den Kreuzungen in der Praxis funktioniert, wird sich zeigen.

Tja, wenn die Politik nichts zu bieten hat, wird eben marketingtechnisch jedes noch so klitzekleine Alltagsgeschäft zum zukunftsweisenden Großprojekt hochstilisiert. Das wird ne geile Hamburger ÖPNV-Zukunft, wenn alle drei Monate mal ne Bushaltestelle umgebaut wird…

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