Hamburg baut 40 neue StadtRad-Mietstationen

Hamburg baut sein StadtRad-Mietsystem deutlich aus. Im kommenden Jahr sollen 40 neue Mietrad-Stationen in der Hansestadt gebaut werden. Dabei wird erstmals auch der Hamburger Süden angeschlossen.
Von Christian Hinkelmann
Terminal der StadtRad-Mietstation am Rathaus in Hamburg
Terminal der StadtRad-Mietstation am Rathaus in Hamburg

Wenige Monate vor der nächsten Bürgerschaftswahl hat der Hamburger SPD-Senat einen Ausbau des StadtRad-Systems angekündigt. Im kommenden Jahr sollen 40 neue Mietstationen hinzukommen – vor allem in Gebieten, die bislang noch nicht an das System angeschlossen sind.

Das teilte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) gestern mit. Demnach sind allein in Harburg 12 Stationen geplant. Außerdem wird es künftig auch StadtRad-Stationen in Bahrenfeld und Barmbek-Nord geben. Dazu kommen weitere Standorte in Othmarschen, Lokstedt, Eppendorf, Dulsberg, Bramfeld, Wandsbek, Hamm und im Osterbrookviertel.

Außerdem sollen laut Horch auch Lücken im bestehenden Bedienungsgebiet geschlossen werden. Dazu gehören zum Beispiel neue StadtRad-Stationen in der Osterstraße, am U-Bahnhof Feldstraße, an der Mundsburger Brücke sowie an der Kreuzung Grindelallee/Hallerstraße.

Die Zahl der Mieträder soll gleichzeitig um 500 aufgestockt werden.

Laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts sollen die Bauarbeiten für die neuen Stationen Anfang kommenden Jahres im Hamburger Süden beginnen. Die Stadt erhöht dafür ihre jährlichen Zuschüsse für das StadtRad-System um rund 460.000 Euro auf dann 2,1 Millionen Euro.

Das im Jahr 2009 eingeführte StadtRad-Verleihsystem wird im Auftrag der…

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6 Antworten auf „Hamburg baut 40 neue StadtRad-Mietstationen“

Finde ich sehr gut. Nutze das System sehr häufig. Ich wohne Nähe U Saarlandstraße und es war bisher doch immer recht ärgerlich, dass man zwar prima Richtung Innenstadt kommt mit den Rädern, aber alles was nordöstlich der Linie S1 von Wandsbeker Chaussee bis Barmbek im Prinzip nicht für die Stadträder nutzbar ist, weil es da kaum noch Stationen gibt.
Wenn jetzt Dulsberg, Bramfeld, Wandsbek angeschlossen werden sollen, wird sich das ja hoffentlich demnächst ändern 🙂

Man merkt sehr deutlich, dass im Februar Bürgerschaftswahlen sind. Jetzt werden die Geschenke verteilt! Und nach der Wahl versinkt der Senat dann wahrscheinlich wieder in den verkehrspolitischen Dornröschenschlaf. Wenn die Einrichtung von StadtRad-Stationen ernst gemeint sein soll, dann sind 40 neue bei weitem nicht genug. Dann muss man auch in die Randgebiete und dann muss man auch konsequent die Infrastruktur schaffen oder wieder verkehrssicher herstellen…

Neue Stadt Rad Stationen sind immer gut, nur müssen diese Fahrräder richtig gewartet werde und nicht, wie sooft defekt oder nicht voll funktionsfähig. Weiterhin vermisse ich Stadt Rad Stationen in den Bereichen
Planten und Blomen, höhe Fernsehturm/Verbindungsbahn oder im Univiertel, DKRZ – Chemie – Zoologisches Museum. Weiterhin müsste es viel mehr Stationen mit einer ausreichenden Anzahl von Rädern geben.
Die Randbezirke werden wieder vergessen und hinzu kommt der desolate Zustand der Fahrradwege.
Hamburg hat hier noch sehr viel nachzuholen, leider will man hier immer alles neu erfinden, statt die Ideen und Konzepte anderer europäischen Großstädte zu übernehmen …………..

Ich finde es unglaublich, was für eine Erwartungshaltung ihr hier an einen weitestgehend kostenlosen Dienst habt. Alle Leute, die ich kenne und Stadtrad benutzen, tun das ohne dafür bisher einen einzigen Cent bezahlt zu haben, bis auf die 5€ Anmeldegebühr, die aber direkt als Ausleihgutschrift dem Konto zugeschrieben werden.
Ich lehne mich jetzt möglicherweise weit aus dem Fenster, aber ich vermute ganz stark, dass kaum jemand mehr als 30 Minuten mit dem Rad unterwegs ist, dementsprechend die Dinger größtenteils kostenlos genutzt werden. Man braucht innerhalb Hamburgs selten länger als 30 Minuten von Station zu Station. Und braucht man doch mal eine längere Strecke, werden die meisten wohl zwischendurch Fahrrad tauschen, um nicht zahlen zu müssen.
Unterm Strich: Das Angebot ist für den Kunden nahezu kostenlos, und daran gemessen extrem gut ausgebaut und zuverlässig. Die Fahrräder fahren gut, funktionieren in den meisten Fällen, und man hat in weiten Teilen der Stadt keine 300-500 Meter Gehweg bis zur nächsten Station -> http://www.abendblatt.de/bin/scr-134233151.pdf
Ich finde es ehrlich gesagt fast schon unverschämt, wie trotz dieser Umstände gemeckert wird. Ich könnte das Gemecker halbwegs verstehen, wenn man pro Monat 20€ dafür zahlen würde. Aber der Großteil der Nutzer gibt dafür pro Monat vermutlich maximal einstellige Eurobeträge für aus, wenn überhaupt.
Diese Erwartungshaltung und das Gemecker kann ich unter den Umständen absolut nicht nachvollziehen. Hier wird einem im Prinzip etwas geschenkt, und trotzdem sind die Leute unzufrieden und über einen weiteren Ausbau wird nur gemeckert.
Eure beiden Kommentare enthalten keinen Funken Lob oder Dankbarkeit. Für mich unfassbar.

@ Arne Witte:
So ist das wohl leider. Fast alle größeren Projekte sind davon betroffen (Busbeschleunigung, Stadtbahn…). Meckern kann jeder. Und hier im Internet geht das sowieso ganz leicht von der Hand.

Schade eigentlich, denn das verzerrt die Wirklichkeit. Und so werden Diskussionen losgetreten, die dazu führen, dass sich gar nix bewegt. Und damit steht sich die Demokratie dann selbst im Wege.

Verständlich, wenn Projektteams die Öffentlichkeit aus genau diesem Grund NICHT einbeziehen (was sie aber trotzdem tun sollten).

Das Mecker-Gen war in HH schon immer weit verbreitet. Man pöbelt halt gerne.
Insgesamt ist das Stadtrad-System in Hamburg das (angeblich) erfolgreichste seiner Art innerhalb Europas. (s. auch http://www.hamburgsofort.de)
Es mag ja sein, dass man in vielen anderen Städten besser Rad fahren kann, aber man muß auch mal die Kirche im Dorf lassen. Auch zB Kopenhagen hat Radspuren nicht dort, wo schlicht kein Platz ist. In HH will man am liebsten eine Spur dem MIV wegnehmen und das ist eben fast nirgends angemessen. In Kopenhagen ist es übrigens mitnichten so, dass man überall auf der Fahrbahn fährt. Hier hat man an Hauptverkehrsstraßen auch hauptsächlich Radwege, die neben der Straße verlaufen. Auch in vielen Städten Hollands ist das so.. Diese Radwege sind sicherlich i.d.R. breiter und qualitativ besser, aber auch der MIV fließt dort gut, weil man eben trotzdem noch genug Platz für 3-spurige Fahrbahnen hat. Das ist in vielen Städten in Deutschland eben NICHT so, weil die Häuserzeilen direkt an der Straße stehen und keinen Ausbau ermöglichen. Insgesamt ist es in Kopenhagen-so mein persönlicher Eindruck- wesentlich besinnlicher, als zB in unseren Städten. Hier passt man besser aufeinander auf, die Autos fahren langsam und umsichtig, aber auch die Radfahrer halten sich dort deutlich besser an die Verkehrsregeln und fahren ebenfalls verhältnismäßig langsam. Hier hat man eben schon viel besser verstanden, dass es so am besten funktioniert.
Zwar hat man auch meines Erachtens in HH zu spät begonnen, den Radverkehr angemessen zu fördern, aber man hat ja nun auch parteiübergreifend die Meinung, dass das jetzt anders werden soll.

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