Hamburg baut Bahn- und Busverkehr für 400 Millionen Euro aus

Drei neue Bahnhöfe, Depots und Werkstätten: Der Hamburger Nahverkehr wird derzeit für 400 Millionen Euro so stark ausgebaut wie seit Jahren nicht mehr. Ein Überblick.
Von Christian Hinkelmann
Bauarbeiten am neuen U-Bahnhof Oldenfelde an der U1 in Hamburg
Bauarbeiten am neuen U-Bahnhof Oldenfelde an der U1 in Hamburg

Das Bahn- und Busnetz in Hamburg wird derzeit so kräftig ausgebaut wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.

Bis Ende kommenden Jahres sollen sieben große Projekte mit einem Gesamtvolumen von 400 Millionen Euro fertig werden – darunter drei komplett neue Bahnstationen.

U4-Verlängerung zu den Elbbrücken

Das mit Abstand größte laufende Projekt ist die Verlängerung der U4 um 1,3 Kilometer in der HafenCity. In knapp neun Monaten soll die neue Strecke mit ihrem markanten Endbahnhof an den Elbbrücken in Betrieb gehen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: Die Gleise sind bereits verlegt, Signale installiert. Aktuell läuft der Innenausbau der Haltestelle “Elbbrücken”, die mit ihrem riesigen und bis zu 16 Meter hohen Glasdach eine neue Landmarke in der östlichen HafenCity darstellt.

Die Treppenaufhänge werden verkleidet sowie Geländer und Beleuchtung installiert. In den nächsten Monaten sollen noch Aufzüge, Ladenlokale und Verkleidungen hinzukommen. Die Zeit drängt: Schon im Novembe…

Auch interessant

Fahrkartenautomaten im HVV.

HVV will Fahrpreise ab Januar erhöhen – und führt neues Homeoffice-Ticket ein

Auch wenn die Mobilitätswende den ÖPNV attraktiver machen soll: Der HVV will zum Jahreswechsel schon wieder seine ohnehin teuren Preise weiter erhöhen. So sehen die neuen Preise für alle Tickets im Detail aus. Außerdem hat der Verbund ein neues Angebot für Menschen im Homeoffice gestartet, das sich allerdings längst nicht für jeden lohnt.

16 Antworten auf „Hamburg baut Bahn- und Busverkehr für 400 Millionen Euro aus“

Es waere ja schoen, wenn mit ähnlicher Geschwindigkeit die seit ueber 10 Jahren geförderte und nun auch beschlossene S-Bahn-Station Ottensen gebaut würde! Aber da werden wir noch bis 2020 und länger auf eine fertigstellung warten dürfen. Und die sehr teure und aufwendige Station Elbbruecken hätte man besser in Veddel errichtet, weil dort die Verknüpfung mit der S-Bahn einen wesentlich höheren Verkehrsnutzen erbracht hätte. Und zu guter letzt: eine Bahnsteighalle wie an den Elbbruecken würde auch einem modernisierten fern- und Regionalbahnhof Altona gut zu Gesicht stehen und wäre billiger als der Bahnhofsneubau im Nirgendwo am Diebsteich!

Ein U/S-Umsteigebahnhof auf der Veddel anstatt nördlich der Elbbrücken macht ja nun wirklich gar keinen Sinn. Zwar könnte man auf der Veddel direkt in die Buslinien der Elbinsel (13, 34, 154…) umsteigen, aber dafür müsste man eine zig-Millionen teure neue U-Bahn-Elbbrücke und weitere Kilometer U-Bahn-Gleise bauen. Erreicht wäre dadurch nichts: die Veddel ist bereits durch die S-Bahn komplett fußläufig an das Schnellbahnnetz angeschlossen. Außerdem müsste zur Erschließung der in Bau befindlichen östlichen Hafencity dann eine andere, vielleicht geringfügig günstiger gelegene U-Bahn-Station gebaut werden, z. B. etwas nordwestlich der Station Elbbrücken. Um nicht in den zu steilen Anstieg vom Tunnel zur Elbbrücke zu gelangen, müsste diese Station vermutlich noch im Tunnel (allenfalls im Trog) und damit wesentlich aufwändiger als die oberirdische Station Elbbrücken gebaut werden. Sparen würde man sich nur den Bau des neuen S-Bahn-Haltepunktes…

@Michael Jung. Auch mit futuristischem Glasdach bliebe Altona ein Sackbahnhof, den kein Bahn-Ingenieur wegen der umständlichen Ab- und Zuführung der Züge haben will.

@ Laurentius: der Kopfbahnhof Altona hat eine wichtige Pufferfunktion zur betriebliche Stabilisierung des Fern- und Regional-Bahnverkehrs in Hamburg, die Diebsteich nicht erfüllen kann, Der Engpass im Hamburger Bahnnetz ist nicht Altona, sondern die 2-gleisige Verbindungsbahn und der Hauptbahnhof. Und am Kieler Kopfbahnhof hat die DB AG auch eine neue schöne Halle errichtet. Eine solche würde den auf der oberirdischen Seite heruntergekommen Bahnhof Altona deutlich aufwerten. Zudem ist der Bahnhof das Herz des Stadtteils und ohne Herz leidet auch der Stadtteil Altona Ottensen, da müssen die rein betriebswirtschaftlichen Gewinnüberlegungen der DB AG hinter zurückstehen.

Wie viele Meter und Stufen müssen denn im neuen Bahnhof Elbbrücken zum Umsteigen überwunden werden? Umstieg oder Hürdenlauf? Für mich bleiben die Verkehrsprojekte in Hamburg teurer Mist, auch Diebsteich gehört dazu. Innovationen gleich Null.

@ Michael Jung. Ein Sackbahnhof hat lediglich dort seine Berechtigung, wo sein Bau aus topografischen Gegebenheiten unumgänglich ist oder am Ende einer Stichstrecke. Beides trifft für den, wie Sie schreiben, “heruntergekommenen Bahnhof Altona” nicht zu. Freuen wir uns also auf den praktischen Durchgangsbahnhof Diebsteich!

Sie machen sich das aber sehr sehr einfach und wiederholen nach meiner Meinung eine falsche Theorie.
Ich kenne kein europäisches Land, dass so einen wichtigen Kopfbahnhof wie den in Altona killen würde.
An diesem Bahnhof hängen fünf große Stadtteile und 5.000 Wohnungen mit 15.000 BewohnerInnen kommen bald dazu.
Und wenn ihre Theorie stimmen würde, dürfte es in Deutschland, Schweiz, Frankreich zig große Kopfbahnhöfe nicht geben.
Frankfurt, München, mehrere in Paris und Basel und Zürich und es könnten zig weitere aufgezählt werden.
Aber gerade Basel und Zürich sind sehr modern ausgebaut worden und funktionieren.
Zürich benutzen täglich fast 500.000 Menschen.
Und ein Bahnhof muss da sein, wo die Menschen einer Stadt leben und arbeiten.
Diebsteich braucht einen besseren S-Bahnhof und mehr Busanbindungen, aber keinen Fernbahnhof.
Auch „Harry-Fließen“ will keinen ICE Anschluss und der Friedhof erst recht nicht.
Aber 19 Buslinien und viele S-Bahnlinien haben jetzt einen Fernbahnhof, den brauchen sie weiterhin.
Nach ihrer Theorie würde es dann so aussehen: Die S3 pendelt dann nur zwischen diesen Buslinien und S-Bahnen sowie dem Diebsteich –Fernbahnhof. Gute Nacht in der S3, die ist ja jetzt schon proppenvoll.
Und dann sind da ja auch noch die Nachtfernzüge und die Autoreisezüge, und die werden mehr!
Die ÖBB will weitere Nachtlinien ab Altona starten.
Dann kommt der neue HKX dazu.
Diebsteich mit dem Auto anfahren, nicht erwünscht.
Parkplätze nicht vorgesehen.

Das schöne an über mehrere Jahre kummulierten Zahlen ist, dass
– diese schön hohe Werte ergeben
– und mehrere Jahre verwendet werden können. (Und dann der Eindruck entsteht, jedes Jahr wird so viel investiert)

Im Übrigen sind wir (!) es, die das Geld investieren.
Depots weitgehend über Fahrpreise, die Haltestellen über Bundessteuern (Regionalisierungsmittel), die für ÖPNV zweckgebunden (!) Hamburger zur Verfügung gestellt werden – das Geld muss also für ÖPNV ausgegeben werden
Lediglich ein Teil der Verlängerung zu den Elbbrücken wird vielleicht über Grundstückserlöse mitfinanziert.

Eine Entwicklung des Hamburger Senates, den ÖPNV besonders zu unterstützen, erkenne ich nicht.

Ja.
Ich finde es ohnehin eine bodenlose Unverschämtheit, dass der Nord-, Ost- und Südhamburger Pöbel einfach so per S-Bahn ins schöne Altona fahren kann.
Ich ware für einen beschrankten Umstieg mit Personenkontrollen.

Olaf, tu was! Oder Frank!
Beweist einmal mehr eure unermessliche Kompetenz!

Vielleicht schafft es Hamburg von dem gefühlten Dritte-Welt-ÖPNV-Standard noch eine Klasse zu sinken – sie quasi neu zu definieren!

Und überhaupt – ich verlange noch öfter und noch länger im Bus stehend im Stau zu verbringen!

Das ist das sprichwörtliche “Understatement” der Hamburger, sie toppen mühelos die Minusleistung aller CSU-Bundesverkehrsminister und reden noch nicht einmal darüber!

Über die neue U-Bahn-Waschanlage an der Legienstraße freue ich mich besonders, hoffentlich läuft sie im Dauerbetrieb! Die DT4-Züge der U2 sind so was von bräunlich-schmuddelig …

Auf den Punkt gebracht. Auch S21 (Stuttgart) wurde geplant, als noch bei jedem durchgehenden Zug Lokwechsel erforderlich waren. Auch dort hätte man mit vergleichsweise gerngen Investitionen in den vorhandenen Kopfbahnhof viel zukunftsicheres erreichen können. In Altona wären trotzdem Flächen für neue Quartiere abgefallen.

@A.Müller-Goldenstedt. Für die 5 Stadtteile um den Bahnhof Altona herum gibt’s nach wie vor verschiedene S-Bahn-Linien, die niemand “killen” will. Wer nicht in Altona, Dammtor, der Innenstadt (wer tut das schon?) oder Harburg wohnt, hat auch keinen Fernbahnhof vor der Nase. Wozu zählen Sie 5 Sackbahnhöfe auf? Ich kann Ihnen hunderte Durchgangsbahnhöfe nennen, die ihre Aufgaben bestens bewältigen.

@Laurentius. Verstehe ich etwas falsch oder kann ich nicht lesen, A.Müller-Goldenstedt hat nicht geschrieben das jemand verschiedene S-Bahn-Linien wie sie schreiben “killen” wollen. Der Kopfbahnhof soll verschwinden oder habe ich etwas falsch verstanden. Übrigens.
Es gibt genügend Bewohner die in St. Georg wohnen, (wer tut das schon, wie sie schreiben).
Abends ein Glas Wein trinken und dann in den Zug einsteigen ohne Sorgen das die S-Bahn, U-Bahn usw. Verspätung hat, der Bahnverkehr könnte herrlich sein bei einen nahen zentralen Bahnhof.
Logisch, dass sie hunderte Durchgangsbahnhöfe benennen können, stellen sie sich mal vor es würde hauptsächlich nur Sackbahnhöfe geben.
Diebsteich kann nur funktionieren wenn der Bus Terminal und die S-1 zum Diebsteich verlegt werden, der Friedhof verschwindet damit dort eine Bebauung entstehen kann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.