Egal, ob am äußersten Stadtrand oder in der City: Man muss nie länger als 5 Minuten warten, bis eine Bahn, ein Bus oder ein autonomes Shuttle angefahren kommt.
Das war in den vergangenen Jahren das zentrale Verkehrswende-Versprechen des Hamburger Senats: der „Hamburg-Takt“. Erfunden von der SPD.
Bis 2030 sollte vor allem der öffentliche Nahverkehr dazu massiv ausgebaut werden: Angebotsoffensiven, dichtere Takte, 600 neue Bushaltestellen und bis zu 10.000 autonom fahrende Shuttles – so der Plan, den Bürgermeister Peter Tschentscher im Dezember 2019 persönlich vorstellte. „Wir versprechen, wir planen, wir liefern“, verkündet…









10 Antworten auf „Hamburg-Takt vor dem Aus: Wie ein zentrales Versprechen der Verkehrswende zerfällt“
Die Grafik zu den Fortschritten ist echt super. Vielen Dank dafür. 🙂
Was ich mich aber frage: sind Bus und Bahn wirklich voller als vor Corona? Angebotsausweitungen gab es nach 2019 ja einige, auch wenn nichts davon für sich der große Wurf war. Aber wenn die Fahrgastzahlen auf dem Niveau von 2019 sind und die Kapazitäten erhöht wurden, müsste es eigentlich etwas leerer sein, wenn ich nicht auf dem Schlauch stehe. Aber leider hört man wenig über die Besetzungsgrade von Bus und Bahn. Kann natürlich auch sein, dass andere Effekte diese Vermutung verpulverisieren, z.B. Ausfälle, Verlangsamungen, Beachpartybusse.
Aus meiner Sicht kommt das auch nicht überraschend. Herr Tschentscher bzw. die SPD, hat schon immer verkehrspolitische Ziele verkündet, die dann nicht eingehalten wurden. Wie war das vor Jahrzehnten mit der U-Bahn nach Osdorf und z.B. dem Busbeschleunigungsprogramm? In der Verkehrspolitik hat die spd leider kein zuverlässiges Händchen und Pech mit Versprechungen. Leider haben die zuständigen Senator*innen nicht immer die Möglichkeit hier mäßigend zu wirken.
Tja, überrascht kann man da leider nicht sein. Und noch einmal bekräftigt: Anjes Tjarks ist eine Fehlbesetzung; auch hier ist er nicht präsent bzw. hält es offenbar nicht einmal für nötig, sich zu äußern.
Man kann generell ja darüber streiten, ob das 5-Minuten-Ziel überhaupt überall in Hamburg sinnvoll ist – die Stadt ist nun einmal relativ groß und hat auch Bereiche, in denen nur wenige Menschen wohnen. Dass man jedoch nach sieben Jahren so wenig Fortschritte gemacht hat insgesamt, ist wirklich peinlich. Warum die U1 z.b zwischen Ochsenzoll nochnnicht zwischen 06:00 und 22:00 im Fünf Minuten Takt fährt, ist nicht zu erklären. (Die Bahnen sind eigentlich immer voll nach meinem EIndruck außer vielleicht am Sonntag zwischen Ochsenzoll und Wandsbek Markt)
Hinzu kommt noch der Klimaentscheid: Auch hier hat man bisher nichts darüber gehört, wie die Verkehrspolitik entsprechend angepasst werden soll, damit die dort formulierten Ziele erreicht werden können. Dafür wird für Olympia geworben, das in Hamburg unpopulär ist. Die Umweltsenatorin hält Pressekonferenzen ab über die Situation eines verwirrten und verirrten Wolfes; muss es nicht auch ihr Anliegen sein, daß die Leute auf den ÖPNV umsteigen. Ich bin öfter im südöstlichen Afrika unterwegs und da ist der Besuch von Hyänen und auch Löwen in den Dörfen normal. Wenn da der Bürgermeister jedesmal eine Pressekonferenz abhalten würde, dann käme er zu nichts anderem mehr (Hyänen (naja nicht wirklich) aber Löwen sind erheblich gefährlicher als ein Wolf).
Ein wahres Wort von Ihnen: Ein Fünfminutentakt ist sicherlich nicht überall in Hamburg sinnvoll. Und ich füge hinzu: … wenn die Busse teilweise bereits im Zwanzigminutentakt fast leer umherfahren.
Sie schreiben, dass Sie öfter im südöstlichen Afrika bei den Löwen und Hyänen unterwegs seien. Ich gehe davon aus, dass Sie dort nicht mit Muskelkraft hinschwimmen werden. Daher bei allem Respekt: Wie passt es zusammen, dass Sie sich über versäumte Klimaziele in Hamburg und „Blecheimer“ echauffieren, jedoch durch Ihre Fernreisen einen CO2-Ausstoß jenseits von Gut und Böse verursachen?
Ich bezahle dafür (CO2 Ausstoß) aber ja richtig viel zu wenig. Ich finde die Reisen immer noch viel zu billig und daher viel zu attraktiv für viel zuviele. Ich kann ja niemanden am Autofahren hindern, aber ich kann es so unattraktiv machen, daß möglichst wenige sich das überhaupt noch leisten wollen oder auch können. Wenn man 10 EURO pro liter zahlen müßte, dann würde der Flug nach Kapstadt z.b. 6000 EURO kosten oder auch. die Fahrt mit dem Auto (in Hamburg) unbezahlbar sein. Dies würde zu einer Reduzieung der entsprechenden Transportleistungen führen und darum geht es. Das Problem mit der autoorientierten Autopolitik in Hamburg ist doch, daß das Auto immer noch eine viel zu attraktive Alternative darstellt: Ein Bsp: In Fünfwerder haben die Leute sicherlich meist noch ein Auto. Es fahren zwar Busse dort allerdings zu selten. Hier wäre eine Taktverdichtung angezeigt gerade abends als am Wochenende. Und bei einem Literpreis von 10 EURO würden die Leute umsteigen sei es auf E-Mobilität (für die Umwelt) oder gleich ganz aufs Fahrrad oder ÖPNV (für eine lebenswertere Stadt). Fahren Sie morgens einmal um 04:00 durch die Stadt im Sommer mit dem Fahrrad, dann merken auch Sie wieviel mehr Lebensqualität da ist allein durch den Umstand, das dieser sinnlose und schädliche Autoverkehr kaum vorhanden ist.
Das Fliegen ist in der Tat viel zu billig. Und die Billigflieger haben das Problem noch verschärft, weil dadurch neue Märkte (Fluggäste) generiert worden sind.
Allein die Flugpreise zu erhöhen, wäre zwar wirksam, aber nicht gerecht, weil es die Reichen bevorzugen würde.
Da sollte man doch lieber den CO2-Ausstoß pro Person kontingentieren. Dann hätte man die Wahl, zwei Jahre lang jeweils 10.000 km allein durch Hamburg mit dem Auto zu fahren oder einmal eine Flugreise nach Südafrika und zurück zu unternehmen.
Das Beste wäre natürlich, beides zu unterlassen und trotzdem Bäume pflanzen zu lassen.
Kleine Frage zum Verständnis, da zwar sogar die Hafenfähren in der Übersicht auftauchen, aber keine Regionalbahnen:
Haben die für den „Hamburg-Takt“ Zuständigen (>hvv, Senat …) auch Einfluss auf die Einbeziehung der RB81 in den „Hamburg-Takt“? Auftraggeberin für diese ist ja die S-Bahn Hamburg GmbH, und nicht z.B. Nah-SH.
Oder ist die RB81 da generell „außen vor“, und warum?
Erneut: Ein 10-min-Takt auf der S2 mit Langzügen (und ein 20-min-Takt nach Aumühle) erscheint mir deutlich vernünftiger als der im Hamburg-Takt langfristig vorgesehene 5-min-Takt. Warum sollte ein ganztägiger 10-min-Takt auf der S2 nicht reichen, wenn er für S4 reichen soll? Und selbst auf der S5 bis Quickborn ist außerhalb der HVZ nur ein 20-min-Takt vorgesehen (was mir wenig sinnvoll erscheint).
Und auch die Einführung einer S6 (oder eines gleichartigen S5-Verstärkers auf Hamburger Gebiet) sollte überdacht werden. Vielleicht wäre eine Stärken der S5 im Abschnitt Buxtehude-Stellingen (mit generellen Langzügen für die Fahrten Neugraben-Elbgaustraße) das realistischere Konzept, um die Betriebskosten zu senken und die Pünktlichkeit im zentralen Bereich der S-Bahn zu erhöhen.
Ohne Hamburg-Takt ist die Verkehrswende tot:
Autofahrer steigen nur um, wenn der ÖPNV auf den tangentialen Verbindungen viel schneller wird als heute. Dort muss man mehrfach umsteigen und dabei jedes Mal viel zu lange warten. Der ÖPNV wird auf Schneckentempo ausgebremst und Auto und Rad sind doppelt so schnell! Schnellbahnen müssen im Stadtgebeit mindestens alle fünf Minuten fahren. 20er Takt nach Aumühle ist nur Werbung für das Auto.
Das Verlängern und Kürzen der S5 funktioniert bei kurzen Takten leider nicht. Darum wurde es aufgegeben.
„Schnellbahnen müssen im Stadtgebeit mindestens alle fünf Minuten fahren.“
Leider werden gewisse Schnellbahnen in Hamburg von vornherein nur mit einem maximal möglichen 10-Minuten-Takt geplant.