Hamburg will Bestellfrist für neue S-Bahn-Fahrzeuge verlängern

Bis Ende November muss Hamburg für die künftigen S-Bahnlinien nach Bad Oldesloe und Kaltenkirchen die Fahrzeuge bestellen. Jetzt wird über eine Fristverlängerung verhandelt.
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Eine Hamburger S-Bahn der neuen Baureihe 490 an einem regnerischen Abend am Bahnhof Diebsteich

Hamburg hat ein Problem: In spätestens vier Wochen muss die Stadt verbindlich bis zu 74 neue S-Bahn-Fahrzeuge bestellen, die unter anderem für die geplanten Strecken nach Bad Oldesloe, Kaltenkirchen und Elmshorn gedacht sind.

Dann läuft nämlich die verbindliche Bestellfrist inklusive Preisgarantie aus, die Hamburg, Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn im Jahr 2013 ausgehandelt hatten.

Da aber bis jetzt weder für den Bau der neuen Linie S4 nach Bad Oldesloe und Elmshorn, noch für die S21 nach Kaltenkirchen finale politische Beschlüsse vorliegen, sind der Stadt bei der Fahrzeugbestellung derzeit die Hände gebunden.

Verhandlungen zur Verlängerung der Bestellfrist laufen

Aus diesem Grund wollen Hamburg und Schleswig-Holstein die Bestellfrist, die in diesem Jahr schon einmal um mehrere Monate verschoben wurde, abermals verlängern. Das hat die Hamburger Verkehrsbehörde auf NahverkehrHAMBURG-Nachfrage bestätigt. Demnach laufen derzeit entsprechende Verhandlungen zwischen den beiden Ländern und der Deutschen Bahn.

Um wie viele Monate die Bestellfrist verschoben werden soll, teilt die Behörde auf Nachfrage nicht mit. Auch ist noch offen, wie viele Fahrzeuge tatsächlich bestellt werden sollen.

Bestelloption umfasst bis zu 74 S-Bahn-Fahrzeuge

Laut S-Bahn-Verkehrsvertrag umfasst die Bestelloption 20 Zweisytemfahrzeuge der Baureihe 490.2 für die geplante S21 nach Kaltenkirc…

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16 Antworten auf „Hamburg will Bestellfrist für neue S-Bahn-Fahrzeuge verlängern“

Bestellen! Im Zweifelsfall kommen die neuen Fahrzeuge im bestehenden Netz zum Einsatz (bis die S4 schliesslich da ist) und können Kapazität, Takt und Komfort erhöhen.

Soviel Dummheit und Inkompetenz auf politischer Ebene ist schon nicht mehr zu ertragen und tut schon echt weh.
Als Politiker sollte man schon in der Lage sein auch Entscheidungen zu treffen. Aber offensichtlich kann es die Politik in Hamburg und Schleswig-Holstein nicht. Schade eigentlich, dass die Politiker einzelnd nicht in Regress genommen werden können, für nicht getroffene oder fehl getroffene Entscheidungen.

Es ist seit langem klar, dass die S-Bahn nach Kaltenkirchen, Bad Oldesloe und Elmshorn nötig ist und die Fahrzeuge entsprechend benötigt werden. Selbst wenn die entsprechende Netzerweiterung erst in einigen Jahren kommen wird, tut es der S-Bahn Hamburg durchaus gut, auch eine entsprechende Reserve vorhalten zu können um eventuelle Engpässe zu puffern. Wohin die Knappheit an Fahrzeugen führen kann, wurde in der Vergangenheit ja schließlich mehrfach bewiesen.

Das ist einmal mehr typisch, besonders in unseren Tagen! Man erlebt ähnliches auch in kleinem Rahmen, vor allem bei Behörden und verschiedenen Institutionen. Bloss keine Risiken eingehen, bloss nichts verantworten müssen. Im Zweifel muss man immer erst einen nächst höheren in der Hierarchie fragen.

Bevor eine Bestellfrist für neue Fahrzeuge ausgehandelt wird, sollte man das Bauvorhaben in trockenen Tüchern haben. Jeder, der einen Umzug hinter sich hat, kennt dieses Gemengelage aus sich überschneidenden Schritten, um ans Ziel zu gelangen. Aber viele von uns schaffen es, dies alles umzusetzen. Nicht schon alte Wohnung kündigen, wenn man die neue noch nicht sicher hat!

Aber was machen die Verkehrspolitiker!

Die Unfähigkeit der gewählten Volksvertreter im Sinne des Gemeinwohls zu verhandeln und zu beschließen und der daraus resultierende Stillstand in diesem Land ist einfach erschreckend.

Es zeigt sich aufs Neue dass man die wertvollen Assets der S-Bahn nicht in den Händen der Deutschen Bahn belassen darf. Sie gehören in die Hände einer öffentlichen Fahrzeugbereitstellungsgesellschaft, die die Fahrzeuge dann an einen aus einer Ausschreibung hervorgegangenen Betreiber vermietet. Das Konzept funktioniert in Niedersachsen mit der LNVG, die das Rollmaterial für die metromzüge vorhält einwandfrei.

Ein ähnliches Model war ja schon einmal für Hamburg angedacht.

Aber man sollte auch ehrlich sein, wer soll denn diese Fahrzeuge außer ein Betreiber für Hamburg mieten? Sie sind für Hamburg zugeschnitten und so oder so würden sie gebraucht werden oder eingesetzt und hat wenig mit dem Betreiber zu tun.

Beim Metronom ist es egal, da könnte man Material befristet an andere Betreiber vermieten, es müsste nur entsprechend neu beklebt werden.

Das Modell ist nicht angedacht, sondern wird umgesetzt.

Die Bahn hat den neuen Verkehrsvertrag bekommen u.a. unter der Voraussetzung, dass sie
1) die jetzt gekaufte Anzahl Züge beschafft und
2) Diese nach Ende des Verkehrsvertrages an die Stadt Hamburg gehen.

Und dann hat Hamburg überhaupt die Chance, für die S-Bahn eine echte Ausschreibung zu machen.

Letztendlich betrifft der Kauf aber genau die bereits gekaufte Charge und die Frage was man mit den zusätzlichen Zügen macht bleibt bestehen.

Hier aber hilft das nichts!
Die Verzögerung kommt durch die Angsthasen in der Politik. Dies trauen sich auch nicht, mal einigen Blockade-NIMBYs das Wort zum Sonntag zu sagen: In Ellerau wird die Die Wohnungsnot von Hamburg gesteigert.

Ich fasse es nicht!
(…auch auf die Gefahr der Wiederholung zu Kommentaren anderer User hin…)

Da steht fest,
– dass diese Strecken gebaut werden,
– dass in den nächsten Jahren die S32 betrieben wird,
– dass tendenziell dichtere Takte gefahren werden könnten (Stichwort “automatisches Fahren”)
– dass bei Betrieb der S32 gleichzeitig nicht mehr vollständig S3-Langzüge verkehren können
– dass wegen des schlechteren Taktes die S4 möglichst als Langzug fahren soll
– dass auch die BR474 nicht “jünger wird”
– dass – ach was…
Und dann ist unseren Politikern immer noch nicht klar, dass die Bestellung der zusätzlichen Triebzüge jetzt! sofort! erfolgen muss!

Der Clou ist ja noch, dass der Senat sogar extra dafür (Schnellbahnbau und Fahrzeugbeschaffung) ein hochgelobtes Ansparprogramm aufgelegt hat, mit jährlichen Einzahlraten.

Wollen die Senatsparteien jetzt nach der billigen Geiz-ist-geil-Methode arbeiten? Die wird dann aber richtig teuer. Das müsste eigentlich inzwischen jede/r wissen: “Schnäppchen gekauft (hier: BR490 nicht gekauft) – doppelt bezahlt (hier: Folgen wurden bereits hier schon mehrfach genannt).”

Das ist einfach nur grob fahrlässig! (und dumm und inkompetent) …oder… (Langsam beschleicht mich der Gedanke, dass attraktiver ÖPNV von entscheidenden Leuten in Hamburg wirklich nicht gewollt ist.)

Wenn die Politiker unfähig sind, diese Züge zu bestellen, dann kann man mit eingesparten Geld neue Straßenbahn in HH bauen… ;-)))

Das wäre dann eine Alternative. Wenn die S4 rein an der Dödelei der politischen Entscheider die Wandse runter gehen sollte, dann kann ja mein hier schon mehrfach vorgestelltes Stadtbahnkonzept für Wandsbek zum Tragen kommen. Das schreibe ich hier als Diplominhaber eines seinerzeitigen erfolgreichen, unaufgeregten MINT-Studiums.

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