Hamburger Hochbahn fährt neuen Fahrgastrekord ein

Die Hochbahn hat einen neuen Fahrgastrekord aufgestellt: Nachdem die Zahlen in den zwei Jahren zuvor nur wenig gestiegen sind, nahmen sie in 2015 wieder deutlicher zu. Außerdem hat die Hochbahn ihre Pläne vorgestellt, wie sie den Nahverkehr in Hamburg digitalisieren will – mit WLAN, Live-Fahrplandaten und intelligenten E-Tickets.
Menschen steigen in U-Bahn an der Kellinghusenstraße in Hamburg
Menschen steigen in einen U-Bahn-Zug der Linie U3 am Umsteigebahnhof Kellinghusenstraße in Hamburg

Immer mehr Menschen fahren in Hamburg mit der U-Bahn und den Hochbahn-Bussen. Im vergangenen Jahr waren 434 Millionen Passagiere unterwegs – das sind 6,4 Millionen, bzw. 1,5 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Damit hat die Hochbahn nach eigenen Angaben einen neuen Fahrgastrekord erreicht, wie sie gestern auf einer Bilanzpressekonferenz verkündete.

Im vergangenen Jahr meldete das Unternehmen zwar noch 438 Millionen Passagiere, laut NDR wurde zwischenzeitlich aber die Berechnungsgrundlage geändert.

Das Defizit der Hochbahn ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen von 55,4 auf 60,2 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens ist das weniger als eigentlich geplant.

Der Kostendeckungsgrad ist in 2015 leicht gesunken – von 90 auf 89,6 Prozent. Im Jahr 2013 lag er noch bei 90,3 Prozent.

Der Grund dafür sind laut Hochbahn die derzeit hohen Investitionskosten. Allein 108 Millionen Euro hatte das Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr in die Beschaffung neuer U-Bahnzüge der Baureihe DT5 investiert, weitere Millionen flossen in neue Busbetriebshöfe und die Verlängerung der U-Bahnlinie U4 Richtung Elbbrücken.

Außerdem hat der neue Hochbahn-Chef Henrik Falk seine Digitalisierungspläne für Bahnen und Busse konkretisiert:

Das kostenlose WLAN, das bislang nur testweise in den Bussen der Metrobuslinie 5 sowie in den U-Bahn-Haltestellen Mönckebergstraße und Borgweg angeboten wird, soll flächendeckend ausgebaut werden. Nach zwei Monaten Testphase sollen die Kundenreaktionen und Zugriffszahlen bisla…

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13 Antworten auf „Hamburger Hochbahn fährt neuen Fahrgastrekord ein“

Und die Fahrpreise steigen analog zu den Fahrgastzahlen. Das Monatsabo kostet heute fast 25 Euro mehr als vor nur 10 Jahren.

Und trotz dieser steigenden Fahrgastzahlen sind auf den Linien die ich nutze seit Jahren keine Takterhöhungen oder Kapazitätserweiterungen erfolgt und man wird häufig wie Mastvieh transportiert. Die Linie 173 nach Bramfeld z.B. ist Abends auch nach 19 Uhr meist noch rammelvoll (da geht manchmal keine Maus mehr mit rein) – da hätte längst entweder ein 5 Minuten-Takt, oder aber Gelenkbusse bei 10 Minuten-Takt eingesetzt werden müssen. Oder man könnte die 166 bis 19:30 Uhr verlängern. Nichts davon geschieht. Fahrpreise steigen jährlich (auch wenn die Grünen an der (Mit-)Regierung sind, obwohl sie das in der Opposition immer heftig kritisieren!) und die Qualiät sinkt.

Es gibt viele Gründe in Hamburg auf den PKW zu verzichten . Aber keiner ist Digital .
Wenn ich lese . Der Fahrgast soll sich nicht mit dem Tarifsystem beschäftigen . Läuten bei mir alle Alarmglocken .
Wieviel Dinge wollen wir noch der digitalen Welt übergeben . Computer sollen uns sagen , wann die Milch leer ist und welche Fahrkarte wir kaufen . Am Monatsende weiß kein Mensch mehr wann er unterwegs war .
Es droht der gläserne Fahrgast . Wenn jede Fahrt aufgezeichnet wird .
Ich werde nicht auf meiner Analogen Monatskarte verzichten .

Ich würde viel lieber lesen: Hamburger Hochbahn fährt neuen Rekord bei der Anschaffung von neuen U-Bahn-Zügen ein und führt endlich den 3-Minuten-Takt von 6 bis 21 Uhr ein!

@Hamburguide:
Du sagst, es kommt zum gläsernen Fahrgast, aber man bekommt selbst nichts mit.
Ich bin zwar auch für Datenschutz, aber wenn alle Daten ausgewertet werden, kannst du mir nicht erzählen, dass es keine Möglichkeit gibt, diese Daten selbst auszuwerten…;)

Ich fahre also mit meinem Handy-Ticket von Duvenstedt nach Finkenwerder.
Checke beim Einstieg in den 276er ein, in WaGa treffe ich auf eine alte Freundin, mit der ich einen Kaffee trinke, ein paar Minuten klöne, fahre dann weiter mit der U3 bis Landungsbrücken, wo ich mir an der Brücke 10 (gleichnamiges Lokal) ein leckeres Fischbrötchen genehmige. Dann geht’s auf die Linie 62, das erste Schiff ist zu voll, denn ich will ja draußen sitzen, also nächster Dampfer.
In Finkwarder fällt mir ein, daß ich noch einen Einkauf vergessen habe, also ab in den REWE. Wegen Bauarbeiten gehe ich zu Fuß dorthin und danach geht es mit dem Bus weiter. Und das alles begreift das Ticketsystem? Whow!.
Wie wäre es denn wenn die Hochbahn erst mal damit anfangen würde eine “Wann kommt der Bus”-App zu entwickeln und daß die Digitalanzeigen an den Haltestellen nicht ständig ausfallen?
Die ganze PM sieht mehr sehr nach einer Rechtfertigung für Fahrpreiserhöhungen aus.

“Wir wollen die Chancen, die uns die Digitalisierung bietet, nutzen, um eine neue Mobilität auf die Beine zu stellen, die den Besitz eines eigenen Pkw perspektivisch überflüssig macht”

Vielleicht sollte HH bessere Querverbindungen einrichten. Dann könnten die Menschen auf das Auto verzichten. Ein E- Ticket System allein wird es nicht bringen.

Liegt der Modal Split für ÖPNV immer noch bei schwachen 19 %, trotz aller Fahrgastrekorde ?

Der ganze Internet -Quatsch schafft keine zusätzlichen Fahrgäste.
Was in Hamburg fehlt sind schnelle Querverbindungen.
In Berlin gibt es Expressbusse, die umsteigefrei schnelle Fahrten ermöglichen, ohne in die City (in Berlin auf die Ringbahn) zu müssen. Die Querverbindungen in Hamburg sind immer Besenwagen , die an jeder Milchkanne halten. Damit muss man in Hamburg oft über Hbf.
Extrem ist es z.B. Burgwedel Flughafen, oder Billstedt Poppenbütel.
Nützlich wäre eine Anzeige am Bahnhof, nicht online, das der nächste Zug in xx Minuten folgt. Es gibt z. B. Die wenigen Verstärker auf der U3 ab 17:00. Alle quetschen sich in den Regelzug, vor dem 5 Min Lücke waren, der Folgezug 2 min später ist nur zu 40% belegt.

Wenn die einzelnen, individuellen Fahrrouten auswertbar sind, dann kann ich daran nichts Schlechtes finden. Nur durch solche genauen Daten wird dann deutlich, wo neue Verbindungen oder Taktverdichtungen Sinn machen. Heute können die Verkehrsbetriebe nicht sagen wieviele Menschen jeden Morgen von der Mundsburg zur Hallerstrasse oder abends von der Christuskirche nach Wandsbek wollen. So ist das möglich. Ansonsten möchte ich alle Datenbedenkenträger daran erinnern, dass wir überall, auch offline, Spuren hinterlassen. Ob wir Besuch zum Frühstück haben, weiss unser Bäcker auch anhand der Brötchenmenge, die wir kaufen – ganz ohne App.

Querverbindungen : Warum versucht niemand ansatzweise mal einen Pv auf die Güterumgehungsbahn zu bringen ?
West-Ost-Fahrer sind morgens die ärmsten Schweine und abends umgekehrt wenn der HSV verliert oder Helene Fischer singt. Trotz Busbeschleunigung verbringen die ihr Leben auf der Kollaustrasse im 22 oder 39er.

Digital : Warum …verdammt noch mal erscheint bei der HVV-App. M.HVV immer Altengörs statt Altona wenn ich Altxxx eingebe ? Ich habe garantiert nix was gegen die alte Heimat von ‘Bauer Piepenbrink’ (+) aber fahre nicht so oft dorthin wie zu dem anderen Standort.
Ich schliesse mich meinen Vorschreibern an : Bevor man sich auf den Internet-Quatsch konzentriert erst mal seine Schularbeiten machen.
Ein “Django” wie ich ‘hat nicht nur seine Monatskarte’ (uralter Witz) sondern auch seine Flatrate beim besten Netzbetreiber – funzt immer – und da entscheide ich selber “ob Nachbar mithört” oder nicht. Kostenloses WLAN interessiert mich nicht.

@ Josef
Auch ohne Bäcker, Amazon, Netflix, Telefonanbieter, Bank – deine Mitmenschen, Kollegen, Freunde, Nachbarn kennen dich teilweise besser als du selbst. Das war schon immer so und wird immer so bleiben solange wir menschliche Wesen sind. German Angst? No thanks!

@ Hans Streck:
Wenn das immer so war und sich nicht ändern wird, brauchen wir ja keine Angst zu haben. Es sei denn, die Zeiten ändern sich mal wieder und wir bekommen eine so wunderbare Regierung wie 1933. Dann können Sie meinswegen weiter gegen alle “Datenbedenkenträger” schimpfen. Ich bin dann hoffentlich weit weg.

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