Hamburger S-Bahn stellt ersten modernisierten Zug vor

S-Bahn-Fahrgäste bekommen ab sofort mehr Komfort: seit heute fährt ein rundum modernisierter S-Bahnzug der Baureihe 474 im Hamburger Netz, bei dem erstmals alle Wagen durchgehend begehbar sind. Bis 2021 sollen alle weiteren Züge dieser Baureihe ebenfalls umgebaut werden.
Von Christian Hinkelmann
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Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 474 fährt aus dem Bahnhof Elbgaustraße heraus

Hamburg hat ab sofort eine “neue” S-Bahn: Die Deutsche Bahn hat heute einen ersten rundum modernisierten Zug der Baureihe 474 vorgestellt, der sich deutlich von der bisherigen Flotte unterscheidet: Der S-Bahnzug ist nämlich erstmals durchgehend vom ersten bis zum letzten Wagen begehbar und bietet den Fahrgästen so ein größeres Sicherheitsgefühl.

Außerdem wurden ein modernes Fahrgastinformationssystem und ein Fahrgastfernsehen eingebaut. Auf die Installation einer zwischenzeitlich angedachten Klimaanlage hat die Deutsche Bahn dagegen verzichtet.

Der heute vorgestellte Redesign-Prototyp wurde im Wesentlichen bereits im Jahr 2011 erstellt und der Öffentlichkeit damals unter dem Namen “ET 474 Plus” präsentiert. Allerdings schaffte es das Fahrzeug nie in den Fahrgastbetrieb. Das wird jetzt anders: Laut Bahn soll der Zug ab sofort im Hamburger S-Bahnnetz eingesetzt werden.

Bis zum Jahr 2021 sollen alle weiteren 111 S-Bahnen der Baureihe 474 sukzessiv umgebaut werden – das schreibt der neue Verkehrsvertrag zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Hamburg vor, der ab Dezember 2018 gilt. 70 Millionen Euro kostet das Modernisierungsprogramm.

S-Bahn-Hamburg-Chef Kay Uwe Arnecke: “Dank der Unterstützung des Senats und dem neuen Verkehrsvertrag bis 2033 können wir mit den modernisierten Fahrzeugen die Attraktivität der S-Bahn in Hamburg …

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23 Antworten auf „Hamburger S-Bahn stellt ersten modernisierten Zug vor“

Herrjemine ! Schon wieder weniger Sitzplätze ! Unsere Bahnen sind sind bald NUR noch für Rollstuhlfahrer, Kinderkarren, usw. “Normale” Fahrgäste sollen bitte alle stehen.

Noch weniger Sitzplätze, immer noch keine Klimaanlage, nicht einmal Armlehnen. Wo man jetzt noch durch den Wagen sehen kann, wird demnächst mit Werbung beklebt sein. Dafür Fahrpreiserhöhungen und P&R-Gebühren.

@S Barthel: Mit Klimaanlage wird der Zug zu schwer und bekommt keine Zulassung beim Bundesamt mehr! Das Desaster gab es schon beim 474plus, dort musst die Anlage anscheinend wieder ausgebaut werden.

Die Fahrradmitnahme war bisher suboptimal und bleibt es wohl auch: Die Einzel-Haltestange im Eingangsbereich ist unpraktisch, da kann man kein Fahrrad anlehnen. Teilweise fehlt sie sogar ganz. Und wenn man ein Rad vor die hochgeklappten Sitze stellt blockiert man 4 Sitze. Und wenn da schon jemand sitzt, geht das ohne Gepöbel garnicht. Das ist bei der U-Bahn deutlich besser gelöst. Hier hätten sie mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Ansonsten sehe ich nicht viel neues außer den Durchgängen (dafür gehen auch mind. 2 Sitze flöte) und dem Lastenbereich (weniger Sitze).

Und was soll das Fahrgastinformationssystem außer die nä. Station anzuzeigen? Noch mehr Werbefläche wie in der U-Bahn?

Klimaanlagen sind Energieverschwendung. Der Verzicht ist absolut zu begrüßen! Zudem frage ich mich, ob die Stromversorgung der S-Bahn eine Ausrüstung aller Wagen mit Klimaanlage packen würde. Andere Regionen habe da sehr kostspielige Erfahrungen machen müssen, z.B. musste im Londoner Raum erheblich in die Unterwerke investiert werden.

oh, toll, dann können ja jetzt auch mehr züge für die s11 und s2 eingesetzt und das angebot zeitlich erweitert werden. bislang wurde ja immer argumentiert, es gäbe nicht genug züge.
… sieht doch gut aus ….

Bekommen die Züge denn auch von außen ein neues und nettes Farbdesign oder sind sie immer noch in diesem hässlichen “Verkehrsrot” lackiert?
Und wann wird auf den Kernstrecken (S1 Ohlsdorf – Altona — S21 Elbgaustraße – Bergedorf — S31 Elbgaustraße – Neugraben) endlich der ganztägige 5-Minuten-Takt zu den Hauptverkehrszeiten von 06:00 Uhr bis 21:00 Uhr eingeführt?

Dann können wir langsam mal darüber sprechen ob die Hamburger S-Bahn kundenfreundlich und -orientiert denkt und arbeitet.

Harte Sitze, keine Armlehnen, keine Toiletten. – Wer mal von Stade nach Pinneberg gefahren ist, sehnt sich die alten Regionalbahnen zurück.

Mogelpackung! Der Zug hat außer den Übergängen und einer etwas anderen Sitzanordnung überhaupt nichts neues. Noch nicht einmal das angebliche neue Fahrgastinformationssystem ist zu finden. Wer nicht zufällig in Richtung einer der Übergänge schaut, könnte die umgebauten mit den alten Zügen verwechseln.

Die Klimaanlage ist ja vielleicht nicht so wichtig (obwohl ich im Sommer oft schon in Zügen mit militanten Luftklappenschließern geschwitzt habe), aber das hier überhaupt als neu zu verkaufen und eine Pressemitteilung dafür herauszugeben, das kann sich auch nur die Bahn trauen.

@Langstreckenfahrer: Wer von Stade nach Pinneberg mit der S-Bahn fährt macht was falsch. Von Stade nach Hauptbahnhof mit dem Metronom und von dort mit der Nordbahn nach Pinneberg ist nicht nur bequemer sondern auch 15 min schneller trotz 11 Minuten Pause zum Umsteigen.

Natürlich kann man die Strecke auch auf der S-Bahn fahren, aber die ist nun mal primär für Kurzstrecke ausgelegt. Warum Platz für Toiletten vergeuden wenn die meisten Leute weniger als 45min. am Stück mit der S-Bahn fahren?

Aber lieber Langstreckenfahrer, dann können sie doch auch bequem mi einmal umsteigen, auch mit der metronom fahren. oder nicht? zumal es mit der regio bahn schneller und bequemer geht. incl. armlehne.

@HVV-Fan:
Wenn es denn exakt die Relation Stade-Pinneberg wäre. Wenn man erst eine Station hinter Stade zusteigen und schon in Halstenbek aussteigen muss, sehen die Alternativen ziemlich mau aus. Woanders fahren S-Bahnen auch mit Toiletten. Warum nicht in Hamburg? Harte Sitze und fehlende Armlehnen sind schon auf viel kürzeren Strecken unbequem.

Die Reduzierung der Sitzplatzzahl ist sehr negativ! Wann sieht man schon mal Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer in der Bahn – so gut wie nie. Durchgänge wären überhaupt nicht nötig gewesen – in amerikanischen Filmen sieht man immer, wie gerade durch die die Gangster kommen! Und es ist mehr Ruhe in einem kleineren Abteil.
Eine klare Verschlechterung der Züge. Sofort Umbauten stoppen!
Hoffentlich haben sie jetzt wenigstens wieder weichere Sitze drin.

@ HVV-Fan: Ja klar ist NBE/ME bequemer und zu vielen Uhrzeiten auch 10-15 Minuten schneller. Aber manchmal hat man nur die Wahl zwischen 30 Minuten am Stader Bahnhof zu stehen und auf den Metronom zu warten, oder eben mit der SBahn zu fahren um dann eben effektiv 15-20 Minuten früher in Pinneberg zu sein. Ich fahre alle paar Wochen von Pinneberg nach Stade und zurück, ich kenne das sehr wohl.

Und glaube mir, ich würde manchmal sehr gerne lieber mit NBE/ME fahren, da mir inzwischen die besoffenen Idioten in der SBahn auf den Sack gehen. Ich würde gerne 10 EUR für meine Monatskarte mehr zahlen, wenn die Deutsche Bahn hier mal durchgreift und knallhart die Idioten sofort rauswerfen würde. Aber das ist ein anderes Thema.

Finde die Durchgänge super! Sicher gibt es noch vieles was besser gemacht werde könnte. Beispielsweise würde ich Handschlaufen im Bereich der Klappsitze für die stehenden Fahrgäste begrüßen!

Sehr geehrtes nahverkehrHAMBURG Team,

auch wenn ich Ihre sehr informative, sehr gut recherchierte und fantastischen Beiträge sehr schätze bin ich von diesem Beitrag etwas enttäuscht. Haben Sie sich den Zug genau angeschaut? Ich bin gestern damit, zufällig, gefahren und außer dem Übergängen und einer zum Teil anderen Sitzanordnung, sowie einigen Kleinigkeiten, hat sich nichts geändert. Die Klimaanlage kann man sich schenken, gerade wenn sie nicht zur Zulassung des Zuges führt. Aber es gbt noch nicht einmal das Fahrgastinformationssystem, außer den alten – standard – Anzeigen.
Es ist im wahrsten Sinne des Worter ein ET474KnauserZugPlus, bei dem die Bahn mit viel Augenwischerei hantiert. Schade. Ich hätt mich diesbezüglich über einen kritischeren Beitrag von Ihnen gefreut. Nichtsdestotrotz gefällt mir diese Seite per se sehr!

Viele Grüße,
Felipe

Die Klimaanlagen wurden neben den stark steigenden Energiekosten auch aufgrund ihres Gewichts wieder ausgebaut. Auf einigen Strecken hätte man, u.a. aufgrund von Brücken, nicht fahren können, weil sie Achslast die Richtwerte überschritten hätte.

Ansonsten: Wieso regt man sich auf (“Mogelpackung”), weil sich nicht viel ändert? Es ist halt ein Zug und kein neues Verkehrssystem. Dass es weniger Sitzplätze gibt, mag bedauerlich sein, aber ist auch nachvollziehbar. In Hamburg waren S-Bahnen (und vor allem U-Bahnen, aber das ist eine andere Baustelle) viel zu großzügig dimensioniert. So einen Luxus kannte man aus keiner vergleichbaren Metropole in Europa; in Nordamerika oder Asien sowieso nicht. Ein Sitzplatz benötigt halt mehr Fläche als ein Stehplatz. Da die Streckenlänge des Durchschnittsfahrers aber auch abnimmt, ist das nicht weiter tragisch. Von Spitzenzeiten abgesehen, wird man eh stets einen Sitzplatz finden. Und man kann ja nicht Züge, die an manchen Tagen 24 Stunden fahren, für ein, zwei Stunden werktags (und das nur auf kleinen Abschnitten) ausrichten. Genauso plant man Autobahnen nicht so, dass zum Ferienbeginn keine Staus entstehen können. Da muss man Kosten und Nutzen halt abwägen.

@ phoenixgucker: Hmm, ich kann jetzt nur von der S3 sprechen, da ich die anderen Linien so gut wie nie benötige, aber die S3 ist zwischen Elbgaustraße und Neugraben eigentlich zu fast jeder Tageszeit relativ voll (zwischen HBf und Harburg eigentlich immer ganz voll). Da wird eigentlich nur unterschieden zwischen Viehtransporter und verdammt, schon wieder kein Sitzplatz.

@Stefan:

Alle paar Wochen? Dann frage ich mich, was das soll. Man kann auch eine halbe Stunde früher los oder fährr der angepeilte Zug um 5:30? D: Und für Sie war die Linie gar nicht gedacht, das wirde schon erleutert.

Ich hatte nie so wirklich Probleme mit dem Komfort. Ich sitze überall auch über längere Strecken ganz gut. Selbst auf den Hartsitzen der Hochbahn. Bin wohl deswegem generell außen vor.

S-Bahnen sind aber trotzdem S-Bahnen, die werden nicht die Regiositze der Regionalzüge kriegen. Überdies sind die sitze der S-Bahn schon leicht gepolstert per Metallfederung. Ich spüre schon eine leichte Komfortsteigerung.

Also lassen Sie die Kirche im Dorf. Ich muss heulen, was manch einer für Ansprüche hat…

Nun zur S-Bahn. Ich finde es schön, dass die doch noch rauskommen. Schade, das Fahrgastinformationssystem mit Monitorenfällt weg und die neue Matrix für die Front wird natürlich auch nicht realisiert. Naja, das Ziel sehe ich so oder so und ich hatte solche Monitore in anderen Verkehrsmitteln nie so gebraucht (bin ein Nachrichtenboykottierer, also wenns darim geht, dass in China mal wieder ein Sack Reis umfällt ^^)

Die Klimaanlage ist jetzt kein so großes Manko. Klar, im Sommer werde ich versuchen, den regionalexpress zu nehmen, aber wo in Hamburg eh kein Wetter so richtig richtig ist… Hamburger Wedder halt, fällt’s nicht so ins Gewicht…

Und die wegfallenden Sitzplatze sind jetzt nicht soo das Problem, dafür muss es nirgends einen Fünfminutentakt für die S21 geben. Würde auch gar nicht in Zukunft klappen, denn wenn S32 und S4 dazukommen, sind am Hauptbahnhof die Gleiskapazitäten bei einer Zugfolgezeit von 2 Minuten maximal ausgeschöpft. Für mehr müssten neue Gleise gebaut werden…

Davon ab, dass das schon Anspruchsdenken ist, in den meisten Fällen kriegt man auf der S21 einen Sitzplatz und wenn nicht… Stehen ist auch kein Untergang 😉

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