Hamburger Senat hinkt beim Radwegebau eigenen Zielen hinterher

Der rot-grüne Senat hinkt beim Ausbau der Fahrradwege in Hamburg seinen eigenen Zielen offenbar hinterher: Die Velorouten werden nicht bis 2020 fertig, der Radwegebau ist langsamer als geplant.
Sehr schmaler Fahrradweg in der Hoheluftchaussee in Hamburg
Sehr schmaler Fahrradweg in der Hoheluftchaussee in Hamburg

Hamburg investiert derzeit so viel Geld in den Ausbau des Radverkehrs, wie noch nie: 15 Millionen Euro wurden allein im vergangenen Jahr in den Bau der Fahrrradinfrastruktur investiert. Dazu kommen weitere 4,9 Millionen Euro, mit denen Bike-and-Ride-Stationen, das StadtRad-Verleihsystem sowie der Winterdienst auf Radwegen gefördert werden.

Das geht aus einer Senatsantwort auf eine entsprechende Anfrage des Grünen-Verkehrspolitikers Martin Bill hervor (Drucksache 21-14690). Insgesamt investiert die Stadt damit pro Einwohner 10,56 Euro in den Fahrradverkehr, wie Bürgerschaftsabgeordnete vorrechnet.

2016 lagen die Investitionen für den Ausbau der Radwege noch bei 13,2 Millionen Euro, 3,4 Millionen Euro flossen in das StadtRad-System, Bike-and-Ride sowie den Winterdienst. Insgesamt also 16,7 Millionen Euro.

Velorouten in Hamburg werden wohl nicht bis 2020 fertig

Trotzdem hinkt der rot-grüne Senat seinen ambitionierten Zielen beim Ausbau der Fahrradwege aber offenbar deutlich hinterher.

So soll sich die im Koalitionsvertrag bis zum Jahr 2020 versprochene Fertigstellung der 14 Velorouten verzögern. “Wir werden die Routen überwiegend ausgebaut haben. Einzelne Teilbereiche verzögern sich wegen langer Planungsphasen, der abgestimmten Baustellenkoordinierung und des Grunderwerbs”, erklärte Hamburg Radverkehrskoordinatorin in d…

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13 Antworten auf „Hamburger Senat hinkt beim Radwegebau eigenen Zielen hinterher“

Die Hamburger Verkehrsplaner scheinen sich der Verantwortung nicht bewusst zu sein. Jeden Tag kommt es zu Konflikten durch schlecht ausgelegte Fahrrad und Fußwege. Bei einer Vielzahl von Autofahrer entsteht ein verzerrtes Bild zugunsten des PKW’s, zu sehen an dem “Nur mal eben, ganz Kurz, parke ich auf dem Fuß oder Radweg, kommt doch gerade keiner” oder das allzu knappe Überholen, welches nachweislich auch begünstigt wird durch die knappe Auslegung der Schutzstreifen. Oder die Rotlichtverstöße oder letztens gelesen, die Fahrerflucht bei Unfall, auch da liegen die Autofahrer klar vorne, aber die Radler werden überproportional beschuldigt. (Beides ist inakzeptable, keine Frage).
Nach einer relativ steilen Brücke über die U1 habe letztens ein neues Umlaufgitter umfahren müssen, wer das so plant und aufstellt, ist noch nie Fahrrad gefahren, mit Kinderanhänger oder Lastenrad nahezu unpassierbar, auch schiebend.
Ich hoffe Hamburg bekommt ebenfalls ein Mobilitätsgesetz nach Berliner Vorbild und die Stadtplaner suchen verstärkt die Kommunikation mit all denen, die jeden Tag durch diese Stadt laufen und Radfahren.
Gerne könnte auch mal jemand Grüne Wellen für die PKW,s berechnen, unsere Gesundheit würde es uns danken.

Die Grüne Welle klingt in der Theorie schön und gut, aber funktioniert in der Praxis nicht. Dazu müssten die Fahrzeuge nach geltendem Tempolimit als ein Pulk losfahren. Aber da manch einer mit überhöhter Geschwindigkeit Staumanöver auslöst, während andere aufgrund der Parkplatzsuche schleichen, haut das nicht hin. Da erzielt man selbst mit dem Zufallsprinzip in der LSA-Schaltung bessere Ergebnisse als mit exakt ermittelten Werten. Da wird man eher mit V2x-Schnittstellen den anfangs assistierten und eines Tages vollautonomen Fahrzeugen eine entsprechende Regelung finden, die ein Mix aus verkehrsabhängiger LSA-Schaltung und Temporegulierung der Fz sein wird. Am Ende bringt es aber auch wenig, den Pkw-Verkehr attraktiver zu machen.

Es muss ja auch nicht alles neugebaut werden. Allein die Reparatur bestehender Radwege würde für die Radler schon viel bringen, denn häufig gleichen auch Radwege an viel befahrenden Straßen reinen Holperpisten. Bestes Beispiel fafür ist der Radweg längs der Max-Brauer-Allee ab Goetheallee. Da wechselt der Belag des Radweges 5-mal auf 200m und aufgewölbte Gehwegplatten/Steine stellen eine echte Unfallgefahr dar. Eine Durchgangsstraße in diesem Zustand wäre schon längst gesperrt worden. Und eine Neuasphaltierung bestehender Radwege kostet weder die Welt, noch ist dafür ein riesig langer Planungsvorlauf nötig. In Hamburg wird immer ewig geplant, und dann kommt oft Unsinniges dabei heraus, wie die teure Fahrradstraße längs des Westufers der Alster. Im Gegensatz dazu herrscht in anderen Städten mehr Pragmatismus und es werden auch Lösungen umgesetzt, die nicht 100% allen Kriterien entsprechen, die es aber vorrübergehend tun!

Gibt es in der Maxbrauer-Allee Radwege – insbesondere unten in Altona, da fahre ich nur auf der Fahrbahn.
Darum bin ich auch dafür, endlich die Fahrbahnen zu sanieren. Da sind bspw die Elbvororte eine Katastrophe.
Und wenn Sie einmal verlotterte Radwege sehen wollen, fahren Sie in den Kreis Pinneberg. Da zerbröseln selbst im Sommer frisch asphaltierte schon wieder

Um das mal auf Denglisch zu sagen, wenn die inputs (HH “investiert derzeit so viel Geld in den Ausbau des Radverkehrs wie noch nie”) mehr zu nehmen als die Outputs (HH “hinkt beim Radwegebau eigenen Zielen hinterher”) dann koennte man schon mal fragen ob es an abnehmender Effizienz liegt?

Waer villeicht mal eine Nachfrage wert, wieviel hat der Senat in den letzten 20 Jahren pro Jahr fuer neue Radwege und fuer Radwegumbauten ausgegeben, und wie viele Meter wurden jedes Jahr neu-/umgebaut?

Bei den Zahlen man muss, dass das Geld, das hier als Radfahrförderung angegeben wird, zur Überplanung und für Baumaßnahmen verwendet wird, von denen alle Verkehrsteilnehmern profitieren, bis hin zu neuen Parkständen für Kfz. In aller Regel findet nämlich eine Grundsanierung des gesamten Straßenquerschnitts statt. In vielen Fällen gehen dann selbst auf den sog. Velorouten Abwägungen zugunsten des Kfz-Verkehrs, insbesondere zugunsten des ruhenden Kfz-Verkehrs (Stichwort Parkdruck). Weitere Beispiele finden sich ja oben im Artikel.

Von daher halte ich 10,56 € pro Kopf für Radfahrförderung für deutlich zu hoch gegriffen.

Der fehlende Mut des rot-grünen Senat hat einen wenig bekannten Widerpart: Es kommen oftmals erhebliche Widerstände gegen radfahrfokussierte Verkehrsplanungen für Velorouten selbst in Tempo-30-Zonen aus der Verkehrsdirektion, der für Straßenplanung zuständigen Polizeiabteilung, sowie aus den jeweils zuständigen Polizeikommissariaten. In dem mehr als 400.000 Einwohner großen Wandsbek gibt es bis heute keinen Meter Fahrradstraße, obwohl es diverse Strecken gäbe, die in Frage kommen.

Die Verkehrsdirektion und die zuständigen Polizeikommissariate scheinen es sich – mal mehr, mal weniger – zur Aufgabe gemacht zu haben, nicht nur die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu bedenken, sondern – ohne politisches Mandat – weiter am Modell der autogerechten Stadt festzuhalten. Planungen werden hier offenbar grundsätzlich zunächst am status quo und an den Interessen des Kfz-Verkehrs ausgerichtet. Fahrspuren für Kfz bleiben in der Regel so ausgelegt, dass die Spitzenbelastung zur Hauptverkehrszeit im Fokus steht. Aufstellflächen für Radfahrer keineswegs.
Kreuzungen werden auf die maximale Durchlassmenge von Kfz optimiert. Radler (und Fußgänger) dürfen auch mal doppelt und dreifach an Bettelampeln mit teils unzulässig langer Wartezeit warten.

Warum komme ich mir immer mehr vor wie im kommunistischen China – da haben alle ein Rad und wollen trotzdem ein Auto und hier im neuen Deutschland – alle die ein Auto haben , sollen durch ein Rad ersetzt werden…einziger Unterschied , in China darf man beides haben, in neuen Deutschland widerum, nur noch das Rad. Komme mir wie vor 100 Jahren – wo noch Masse arm und Arbeit auch nicht bezahlt wurde….

Was sagt der ADFC eigentlich dazu wie auch zu den Radruepel und nicht zu vergessen der längst überfälligen Kennzeichnungspflicht ??? Wer gleiche Rechte einfordert, sollte auch gleiche Pflichten haben ….aber da ist der ADFC nicht einfordernd , sondern taub und blind. Nahverkehrhamburg kann das gerne mal selbst “checken” ….

Na, das beschränkt sich auch nicht nur auf das Thema Mobilität, überall immer mehr Vorschriften, immer mehr Gängelung von Menschen die für sich etwas anderes als das politisch Korrekte bevorzugen, immer weniger Freiheit und nur noch geheuchelte Mitbestimmung. Die sogenannte Demokratie hat einen ganz tiefroten Anstrich bekommen. Man schaue sich doch nur einmal das Thema Dieselfahrverbot an, jahrelang die angeblich saubersten Fahrzeuge, dann kommt so eine dubios finanzierte Lobbygruppe wie die DUH (u.a Toyota!) und treibt angeblich die Politik (gegründet von grünen Trittin-Vertrauten) zu unser aller Bestem vor sich her, aber raus kommt eine knallharte Enteignung von Dieselfahrern, da die Restwerte der Autos ins Bodenlose fallen. Das wird auch beim ÖPNV und beim Fahrrad so weitergehen. Erst wird es analog zu GEZ eine Zwangsabgabe für ÖPNV entweder je Arbeitsplatz (siehe Wien) oder direkt je Haushalt/Volljährigem oder beides geben, natürlich mit jährlicher Anpassung. Zusätzlich werden Fahrverbote für Pkw weiter ausgeweitet, Parkgebühren, Kraftstoffsteuern usw. drastisch erhöht, der Kauf von (e)Bikes aus Steuermitteln gefördert und ähnliches mehr. Schlussendlich wird Pkw-fahren eine Angelegenheit weniger Priviligierter. Aber Deutschland allein rettet das Weltklima, ganz bestimmt.

Oh mein Gott! Herzlichen Glückwunsch sie sind heute der 10.000. Internet-Kommentator, der eine Rote/Kommunistische Verschwörung hinter allem wittert. Gut, dass es noch Menschen gibt, die sich zudem gegen das Diktat der P.C. stellt.

Öhm, welche Freiheit vermissen Sie denn? Mitmenschen zu vergiften?

Wenn man selbst auf die Hochglanzbroschüren der Autolobby und ihren Freunden im BMVI (bzw. damals BMVBS) hereingefallen ist und sich einreden ließ, “sauberste Fahrzeuge” vor sich zu haben, dann kann man sich darüber im Nachhinein vor lauter Naivität und fehlender Reflexion ärgern — aber die Schuld haben doch nicht andere, sondern man selbst. Eigenverantwortung ist bei den freien Bürger mit ihrer freien Fahrt wohl fehl am Platze.

Das Problem sind auch nicht die Kläger — in HH u.a. Privatpersonen –, sondern dass gegen geltendes Recht über Jahre verstoßen wurde und das Nichthandeln der Regierungen (inkl. grüner Beteiligung in vielen Ländern) letztendlich zum Ablauf diverser Fristen führte und es nun keine kurzfristigen Möglichkeiten mehr gibt. Aber Glückwunsch für den Aluhut und dem postfaktischem Stammtischgeblubber. (Hoffentlich war das nun politisch inkorrekt nun und sorgt daher für keine geplatzte Hutschnur)

@ Verkehrsgeiz & Wilhelm
In welcher Welt leben Sie denn? Muss man da Aluhütchen tragen? Vorsicht vor chinesischen e-Rikschas, denn die verbreiten Chemtrails, die aber nur bei enteigneten Dieselfahrern wirken! (pssst, aber nicht weitersagen)
“tiefrote Hamburger SPD” – das ist der Witz des Jahres!
Aber manche mögen’s ja lieber blau. (Ich eigentlich nur als Farb-Alternative für S-Bahn-Wagen. 😉 )

Wozu genau überhaupt Radwege?

Die Kombination aus Befolgung der ungenau “Verkehrs-” genannten, jedoch nur auf speziell den motorisierten Verkehr ausgerichteten Regeln und dazu der kaum den eigenen legalen Vorschriften und Maßstäben entsprechenden “Fahrrad-Infratruktur”, auch welcher Begriff blanker Hohn ist, führt zu bspw. 17 Konflikten auf einer 2,0km messenden Strecke zwischen Klosterstern und Rentzelstraße – ich habe die Radwegparker, Blindabbieger, Blindfußgänger, Hunde und derer Flexleinen, unartikuliert bremsende, rechts blinkende und doch links einscherende und wieder zurücklenkende und gasgebende Parkplatzsucher gezählt. In etwa fünf Minuten. Diese Konflikte habe ich nicht, wenn ich mir meinen Weg selbst bahne. Wenn ich dort fahre, wo es paßt, wo es sich ergibt, ist meine Lebenserwartung um ein 17faches höher, nur auf 2km Strecke. Wenn Du denkst, es paßt nicht mehr, kommt irgendwo ne Lücke her – und ist die Lücke noch so klein, mein Vorderrad paßt immer rein.

Ich habe vor kurzem die Schlagzeilen durchgezählt. von den 19 dem Motorverkehr geopferten Radfahrern bis da in diesem Jahr waren 18 den Regeln gefolgt und nun unselbstverursacht tot. Die einzige überlebende war zugleich die einzige Rot-Radlerin.

“Verkehrsregeln” sind wegen und für Autofahrer gemacht worden. Autoverkehr tötet grob übern Daumen alle zwei Stunden einen Menschen in Deutschland. Wieviele unter Fahrrädern totgefahrenen gibt es in den Statistiken?

Anders gefragt: Warum wird bei der Concorde vorgeheuchelt, sie sei zu unsicher, sobald EIN Vogel runtergekommen ist – aber Autoverkehr wird weiterhin so gefördert?

Ich kann gar nicht so viel essen.

Radwege dienen eben auch heute noch primär dem Zweck, die Fahrbahnen fahrradfrei zu halten, getreu dem alten Nazi-Motto anläßlich der olympischen Spiele 1936:

“Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.”

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