Hamburgs S-Bahnen werden wieder etwas unpünktlicher

Neues Liniennetz sollte S-Bahnen pünktlicher machen. Das hat anfangs auch funktioniert, doch inzwischen nehmen die Verspätungen tendenziell wieder zu. Zwei Linien fallen dabei besonders auf.
Christian Hinkelmann
S-Bahn-Zug im Hamburger Hauptbahnhof.
S-Bahn-Zug im Hamburger Hauptbahnhof.

Seit gut anderthalb Jahren fahren die Hamburger S-Bahnen in einem neuen Liniennetz: Zum Fahrplanwechsel Ende 2023 sind die Liniennummern S11, S21 und S31 verschwunden, neu hinzugekommen ist die S5.

Weniger Linien, neue Laufwege und weniger Zugkreuzungen am Hauptbahnhof und in Altona sollten das gesamte Netz insgesamt stabiler und pünktlicher machen, so das Ziel.

Tatsächlich hatten sich die Erwartungen anfangs erfüllt. Der Hamburger S-Bahn-Verkehr ist direkt nach der Umstellung deutlich seltener zu spät gewesen. Die Pünktlichkeitsquote, zu der alle Fahrten gezählt werden, die weniger als drei Minuten verspätet waren, sprang von 91,7 Prozent im November 2023 auf 94,5 Prozent im Januar 2024. In den folgenden sieben Monaten lag der Wert sogar dauerhaft über 96 Prozent, was für Hamburger S-Bahn-Verhältnisse ein seltener Traumwert ist.

Pünktlichkeitstrend zeigt leicht nach unten

Doch die guten Werte waren nicht von langer Dauer. Seit Mitte vergangenen Jahre…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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7 Antworten auf „Hamburgs S-Bahnen werden wieder etwas unpünktlicher“

Hallo Herr Hinkelmann, woher kommen denn diese Zahlen? Sowohl die DB SBahn Seiten als auch die HVV App zeigen viele Verspätungen schon gar nicht mehr an. Das der Zug nicht kommt, sieht man erst am Bahnhof.

Hallo,

die Zahlen stammen die Zahlen vom HVV, die der Verbund auf seiner Website monatlich veröffentlicht.

Beste Grüße

Christian Hinkelmann

Ja, eine S-Bahn ist schon ein schwieriges Konstrukt. Diese soll Menschen von weit draußen in die Stadt bringen und zurück. Gleichzeitig soll sie innerstädtischen Verkehr aufnehmen. Und dann teilt sie sich auch noch die Gleise mit dem Regional-, Fern- und Güterverkehr. Das kann ja nicht gutgehen!

Der westliche Teil von Berlin musste nach der Teilung voll auf die U-Bahn setzen. Das war ein Glücksfall für die Stadt. Wir Hamburger können zwar dankbar sein, dass uns das Schicksal einer Teilung nicht widerfahren war, aber müssen nun auch mit der S-Bahn als zweite Säule des Nahverkehrs leben.

Es steht jedem frei, seinen Wohnort bzw. den Stadtteil selbst auszuwählen. Das gilt auch für Tonndorfer.

„Es steht jedem frei, seinen Wohnort bzw. den Stadtteil selbst auszuwählen.“
Nicht ihr Ernst? Ist Fräulein Tochter vielleicht die reinkarnationierte Marie Antoinette?
Ich hoffe der Autor hat keinen entscheidenden Posten im ÖPNV.
Der ÖPNV muss allen, egal wo sie wohnen bzw. sich wohnen leisten können, zuverlässig zu Verfügung stehen.

Es tut mir leid, das schreiben zu müssen, aber für mich als Tonndorfer sind das alles Luxusdiskussionen.
Es ist doch egal, ob es 93,3, 94,2, 94,9 oder 96 Prozent sind. Das sind alles Traumwerte, zumal, wenn man bedenkt, dass hier schon mehr als 3 Minuten als verspätet gelten, und nicht, wie bei der Regionalbahn, erst ab 5 Minuten.
Ich weiß, dass ich mit meiner Meinung hier sicher wieder auf Protest bei Leuten stoßen werde, die in Stadtteilen wohnen, in denen es eine Rundumversorgung mit Schnellbahnen gibt, und die mit „gutem Gewissen“ ohne Auto leben können.
Vermutlich kommt als Begründung: Aber die Hochbahn! Dann halte ich dagegen mit: Aber die RB81!
Vom Takt rede ich da schon gar nicht erst.

so lange die S4 nicht fahren kann, weil im Osten von Hamburg eine Schnellbahninfrastruktur erst gebaut werden muss , ist es auch schwierig zu vergleichen. Dass die Deutsche Bahn auf der jetztigen Strecke nach Lübeck zwar große Baustellenflächen aufgerissen hat aber praktisch nicht baut (man vergleiche das nur einmal mit der Bautätigkeit bei der U5 wo es praktisch monatlich auch optisch einen Fortschritt zu konstatieren gibt) und es in der Folge halt zu Zugstreichungen kommt muss, ist ja nur ein weiterer Skandal. Und da die Politik nicht einschreiten will, wird sich an all dem auch nichts ändern.

Nicht nur bei der U5. Auch bei der S5-Verlängerung geht es kräftig voran. Ich komme zwar in dieser Ecke nicht vorbei, aber was in der Zeitschrift HN&HB jedes Quartal davon berichtet wird, ist schon beeindruckend. Wenn ich dagegen meine mickrigen Beiträge darin zur S4 sehe… Langsam macht mir das auch keinen Spaß mehr, immer wieder die gleichen Fotoszenen der wenigen Stellen zu zeigen, an denen noch irgendwie gearbeitet wird. Ohne großem Baufortschritt. Für die letzte Ausgabe wollte ich eigentlich gar keinen Beitrag schreiben, erst auf Anfrage hin bin ich dann zur Baustelle gegangen. Gut, das einzige Interessante waren die neuen Fundamente an der Bovestraße.

Hallo Herr Hinkelmann,
die Angaben, die die DB zur RB81 für Ihren Newsletter liefert, sind unvollständig. Schon letzten Freitag fielen sämtliche Verstärker aus, heute schon wieder. Vermutlich war das auch an den Werktagen dazwischen so. Am Berliner Tor besteht wegen dem Brückenbau Eingleisigkeit. Und wer muss wieder darunter leiden?

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