Handel in Kellinghusen sammelt Unterschriften für Bahn

Die zuletzt sehr verhaltenen Signale aus Kiel zur geplanten Reaktivierung der Bahnstrecke Wrist-Kellinghusen, sorgen in der Region für Aktionismus. Der Kaufmännische Verein Kellinghusen (KVK) sammelt jetzt Unterschriften für das Projekt.
Christian Hinkelmann
Stillgelegter Bahnhof mit alter Bahnsteigkante in Kellinghusen in Schleswig-Holstein
Stillgelegter Bahnhof mit alter Bahnsteigkante in Kellinghusen in Schleswig-Holstein

Die Resonanz sei enorm, berichtet die Norddeutsche Rundschau. Demnach wolle der Verband der Landesregierung deutlich machen, wie hoch die Akzeptanz vor Ort sei. „Endlich einmal ein Projekt, bei dem 98 Prozent der Bevölkerung dahinter stehen, sonst ist es immer anders herum“, betonte KVK-Vorstandsmitglied Ralf Sievers gegenüber der Zeitung.

Vorstandskollege Martin Dethlefsen sieht in der geplanten direkten Bahnverbindung zwischen Kellinghusen und Hamburg-Altona mit stündlich verkehrenden Zügen die große Chance, näher an den Hamburger Speckgürtel heranzurücken. „Die Städte boomen, das Land blutet aus, da kommen Kosten in ungeahnter Höhe auf uns zu. Vor diesem Hintergrund ist die errechnete Investitionssumme von gut sechs Millionen Euro für Schienenreaktivierung sehr vernünftig angelegtes Geld“, so Dethlefsen zur Norddeutschen Rundschau.

Dem Zeitungsbericht zufolge haben die Kellinghusener Kaufleute inzwischen auch bei der Handwerkskammer und dem Unternehmensverband Westküste Alarm geschlagen.

Unterdessen hat die Ratsversammlung in Kellinghusen beschlossen, einen Arbeitskreis für die Bahn-Reaktivierung zu gründen. Ziel des Gremiums soll laut Norddeutscher Rundschau sein, dass sich die Stadt an die Spitze…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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3 Antworten auf „Handel in Kellinghusen sammelt Unterschriften für Bahn“

Alle reden von Elektromobilität. Wäre da nicht eine elektrische Bahn nach Wrist und weiter ein gutes Zeichen.
Allerdings verstehe ich die Zurückhaltung in SH schon in gewisser Weise, soll doch das Land mit dem Geld seiner Bürger allenthalben Bahnen (siehe S 4) nicht zuletzt zu Gunsten Hamburgs bauen, während sich die SPD in Hamburg erst einmal von der elektromobilen Straßenbahn verabschiedet hat und allen Krampflösungen zum Trotz de fakto mit irrem Geld Platz für Dieselöl verbrennende Omnibusse schafft. Es wäre gut, wenn SH die sinnvollen Netzergänzungen incl. Stadtbahn Kiel (und Lübeck mit Hilfe Schwerins?)im Schienennetz, insbesondere dem elektromobilen schaffen würde. Belehrungen aus Hamburg braucht SH allerdings nicht.

Ob die Zustimmung wirklich so groß ist, wie es hier dargestellt werden soll ist doch wohl fraglich. Man kann lediglich FÜR die Bahn unterschreiben? Wenn nun 1000 Leute für die Bahn sind, heißt es im Umkehrschluss für mich, dass 7000 Kellinghusener dagegen sind oder sich enthalten, sie nur keine Möglichkeit hatten dieses Preis zu tun. 8 Miollionen Euro (ohne Brücke – mit Brücke und Anschluss in der Stadt über 10 Mio) aus zu geben, weil ein 2 km entfernter, gut zu erreichender Bahnhof nicht ausreicht? Für mich ist DAS Verschwendung von Geldern, da es genügend Verkehrsprojekte, wo das Geld besser angelegt wäre …
Aber wie Frau Herdejürgen so schön bei der Einwohnerversammlung sagte, „Kellinghusen solle sich über die Bahn freuen, sonst bekommt jemand anderes das Geld“ … Wir sind uns doch alle selbst die Nächsten!

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