Dass der Hamburger Hauptbahnhof völlig überlastet ist und dringend erweitert werden muss, ist seit mehr als zehn Jahre klar. Mit täglich rund 550.000 Fahrgästen ist er der meistgenutzte Bahnhof Deutschlands. Nur der Gare du Nord in Paris hat europaweit noch höhere Passagierzahlen.
Und wie der ausgebaute Hauptbahnhof in Zukunft aussehen soll, steht auch bereits fest: Die historische Halle mit ihrer Spannweite von mehr als 70 Metern soll im Süden durch einen quer zu den Gleisen stehenden Anbau erweitert werden – mit einer riesigen Glas-Stahl-Konstruktion, die die gesamte Steintorbrücke überspannen wird. Die Straße soll in Zukunft zu einer Kommunaltrasse werden, auf der nur noch Busse und Taxis fahren dürfen.
Auf der Ostseite soll ein Teil des Hachmannplatzes mit einer neuen „Markthalle“ überbaut werden, die die Eingänge zu Wandelhalle und Südsteg miteinander verbindet. So sehen es die Entwürfe des Büros bof Architekten aus Hamburg und des Berliner Landschaftsarchitekten hutterreimann vor, die Ende 2021 aus 30 eingereichten Ideen zum Sieger eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs ernannt wurden.


Die Jury war prominent besetzt mit Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks, Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt, Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und leitenden Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Bahn.
Auch das Pariser Büro fbcc unter der Leitung von Hans-Michael Földeak zusammen mit ihren Partnern SSF und AREP hatte sich an dem Wettbewerb beteiligt. Der Entwurf war allerdings schon in der ersten Runde vom Preisgericht aussortiert worden; das Büro hatte bewusst zentrale Anforderungen der Ausschreibung nicht eingehalten.
So sehen die Entwürfe des Pariser Architekturbüros aus
Im NAHVERKEHR HAMBURG-Interview spricht der Architekt über die Gründe, über die Anforderungen an Bahnhöfe der Zukunft, über Nutzerzentrierung und Agilität bei der Verkehrsplanung, wieso der Ausbau des Hauptbahnhofs in seinen Augen nicht ganzheitlich genug geplant ist und warum es sich lohnt, seine Alternative zum Siegerentwurf doch noch einmal genauer anzuschauen.
NAHVERKEHR HAMBURG: Wieso haben Sie die Kriterien des Wettbewerbs bei Ihrer Einreichung ignoriert?
Hans-Michael Földeak: Weil sie im Widerspruch standen zu den funktionalen und städtebaulichen Kriterien,…
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