Hauptbahnhof: Bürgerschaft beschließt schnellen provisorischen Ausbau

Der Hamburger Hauptbahnhof soll in den nächsten Jahren provisorisch ausgebaut werden. Das hat die Bürgerschaft gestern beschlossen. Mitte 2019 soll ein erstes Zwischenfazit vorliegen.
Christian Hinkelmann
Blick auf die Südseite des Hamburger Hauptbahnhofs
Blick auf die Südseite des Hamburger Hauptbahnhofs
Foto: Christian Hinkelmann

Hamburg nimmt die Deutsche Bahnen mit ihrer Zusage, den Hauptbahnhof bis 2021 provisorisch auszubauen, beim Wort.

Die Bürgerschaft hat gestern einen rot-grünen Antrag beschlossen, der den Senat dazu auffordert, aufzupassen, dass die Bahn ihre Zusagen auch einhält.

Bis zum 30. Juni 2019 soll der Senat der Bürgerschaft konkrete Pläne der DB vorlegen, wie und wo die provisorischen Treppenabgänge von der Steintorbrücke zu den Bahnsteigen gebaut werden sollen. Außerdem soll die Bürgerschaft auch über alle weiteren kurzfristigen Ausbaumaßnahmen informiert werden.

Bürgerschaft fordert schnelle Finanzverhandlungen über S4

Zudem fordern SPD und Grüne in dem Antrag, dass sich Hamburg, Schleswig-Holstein und der Bund schnellstmöglich über die Finanzierung der neuen S-Bahnlinie S4 einigen, die den Regionalverkehr nach Bad Oldesloe und Elmshorn ersetzen und somit für zusätzliche freie Kapazitäten an den Fernbahnsteigen im Hamburger Hauptbahnhof sorgen soll.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Bund die S4 im Bundesverkehrswegeplan priorisiert und damit eine konkrete Finanzierung in Aussicht gestellt.

Darüber hinaus fordert Rot-Grün in dem Antrag, dass der Senat auf die Deutsche Bahn einwirkt, möglichst schnell mit der Planung für einen zusätzlichen Fernbah…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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13 Antworten auf „Hauptbahnhof: Bürgerschaft beschließt schnellen provisorischen Ausbau“

Ich beneide diesen Blog keineswegs. Wir alle sind an konstruktiven Lösungen und Verbesserungen im Nahverkehr interessiert. Sowohl Leser als auch Blogbetreiber und dennoch ist dieser gezwungen diesen Kasperkram zu veröffentlichen, da die Verantwortlichen wirklichen Sinn für Humor beweisen.

Ich fasse mal meine Informationen zusammen: Da wir ja alle zuviel CO2 verbrauchen sollen, werden alle Kfz Nutzer mit Fahrverboten überhäuft. Da es jedoch weiterhin vollkommen ok ist, möglichst weit entfernt von seinem Arbeitsplatz zu wohnen und sehr sehr viel einzukaufen, werden diese wohl den Nahverkehr als Alternative nutzen müssen.

Der Migrationspakt wurde beschlossen und egal wie man dazu steht, hat das wohl zur Folge, dass eine ganze Reihe von Menschen in Zukunft den Weg nach Hamburg finden. Da sie ja auch keine Autos nutzen dürfen, werden auch sie den Weg in den öffentlichen Nahverkehr finden.

Hamburg findet es vollkommen in Ordnung mit unzählige Veranstaltungen und der schon unbeugsamen Absicht zu mehr Kreuzfahrten immer mehr Touristen in die Stadt zu locken. Natürlich dürfen die auch keine Autos nutzen.

Seit Jahrzehnten (!!!) fährt der Hamburger Nahverkehr insbesondere der Hamburger Hauptbahnhof sowieso weit, weit über dem Limit. Und jetzt kommt´s: der schnelle provisorische (!) Ausbau ist beschlossen.

All die obigen aufgeführten Anforderungen, würden nur über den Daumen gepeilt eine Kapazitätserweiterung zumindest um das Doppelte (um nur die bestehenden Probleme endlich zu lösen), wohl eher um das vier bis fünffache erfordern (wenn man die gemachten Probleme und Anforderungen der Zukunft meistern will). Wohl gemerkt sowohl im Gesamtsystem aber auch und gerade am Hauptbahnhof. Wo das aber rein physikalisch überhaupt stattfinden soll, verschließt sich vollkommen meiner Logik.

Nun beschäftigen wir uns mit dem raschen provisorischen Ausbau. Hauptsache dann später mit schön vielen neuen Läden…

Frage sowohl an den Blogbetreiber, als auch die Mitleser: Beim Lesen dieser Beschäftigungstherapie empfinde ich langsam schwerwiegende Schmerzen, da sie eine Beleidigung für jeden Intellekt sind.
Wohlgemerkt geht die Kritik hier keineswegs an den Überbringer dieser Nachrichten also den Blogbetreiber.
Nur frage ich mich langsam, wie nur ein einziges Prozent Wahlbeteiligung bei solchen kruden Zukunftsvisionen zustande kommt und ob wir alle wirklich ernsthaft kontrollieren, dass die Besserwisser (Politiker), denen wir hinterherdackeln überhaupt einen Plan oder eine konstruktive Lösung vorweisen können oder nur an der ewigen Schaffung neuer unlösbarer Probleme und utopischer Anforderungen für uns (!) interessiert sind. Immer im Hinterkopf behaltend, dass ausnahmslos ALLE oben aufgeführten Probleme und Anforderungen allein Folge zuvor getroffener politischer Entscheidungen sind.

Ich danke dem Blogbetreiber ausdrücklich, dass er mit scheinbar unermüdlichem Elan immer wieder dieses verkehrspolitische Kasperletheater an die Öffentlichkeit zerrt und dem geneigten Leser die Wahrheit damit schonungslos vor Augen führt. Die konzentrierte Darstellung dieser Meldungen auf dieser Seite spricht Bände. Hier entlarven sich die Kaiser ohne Kleider von ganz allein – ohne, dass der Autor dabei irgendwas kommentieren oder einordnen muss. Herrliche Realsatire und mein alltägliches Plaisir.
Dem Autor gilt mein aufrichtiger Dank! Verkehrspolitische Aufklärung a it’s best!

Als täglicher Nutzer des Hauptbahnhofes bin ich überglücklich über diese Nachricht.
Im Jahre 2009 wurde ja erstmals die Kapazitätsengpässe am Hauptbahnhof der weitern Öffentlichkeit benannt. Nunmehr – nach neun Jahren Vorlauf – werden die konkreten Planungen beginnen. Das ist eine gute Sache für Hamburg.

Wenn man Hamburg für die Bauzeit an Nordkorea angliedert, kann man all diese nervigen Schutzvorschriften bestimmt außer Kraft setzen. Auch meckernde Fahrgäste werden dann einfach mundtot gemacht und der große Führer kümmert sich persönlich darum. Wäre dann egal, ob irgendwo mal was runterfällt oder Menschen zu Schaden kommen oder der Bahnhof mitten in der Weihnachtszeit voll gesperrt würde…

Man kann leider erst bauen, wenn alle Bauarbeiten rund um den Bahnhof koordiniert sind – dazu gehören auch S4 und U5! Beide sind noch nicht beschlossen, aber die Arbeiten dafür müssen baulogistisch in den Gesamtzeitplan eingepasst werden. Der Bahnhof muss auch die ganze Bauzeit über weiter voll funktionsfähig bleiben!

Ja, Ladengeschäfte, damit es sich rechnet – wie Stuttgart 21 …..!!!!! Wenn das liest: Provisorischer Ausbau, Kommunaltrasse, (wo wird der Verkehr der jetzt über die Steintorbrücke fährt geleitet). Provisorisch bis bis 2021 , richtig 2030 (Baubeginn oder der Fertigstellung ?) Öffnen der Halle nach Süden – die steht unter Denkmalschutz – schon vergessen ?? Wenn man das alles liest schaudert es mich. Man sollte einmal richtig planen (im ICE Tempo- nicht RB) bis ende 2019 fertig, Baubeginn 2020 alles komplett fertig bis längstens 2025. Wenn das Deutsche Firmen nicht können, sollte man sich Weltweit umsehen, es gibt Länder die können das.

Hier ein Zitat vom User Lokstedter von anderer Stelle, das aber auch hier höchst passend ist:
“Übrigens: Satzzeichen sind keine Herdentiere. Sie machen eine Aussage auch nicht ausrufender, sondern ausufernder. Oder um Genosse Pratchett zu zitieren: „‚Multiple exclamation marks,‘ he went on shaking his head, ‚are a sure sign of a diseased mind.’“

So sei es.

Tja, das Thema “überlasteter Bahnhof” wird uns ein paar Jährchen nach dem Umbau wieder dejavuen 🙂
Spätestens dann, wenn der Besucherstrom der Geschäfte der “Steintorbrücken-Passage” und die der “Hachmannplatz-Passage” wieder den Umsteigeverkehr blockieren wird. Besonders bei der letztgenannten “Passage” wird es lustig werden für die Umsteiger von der Fernbahn zur U1 und U3. Da ist der (Kunst-)Blumenladen heute dort nichts dagegen!
Tja, in Hamburg will man partout nichts dazu lernen…

Richtig. Der Südsteg sollte komplett von Ladengeschäften befreit werden. Die Idee, die Südseite aufzumachen hat seinen Reiz. Dort an der Außenseite könnten die Läden sein. Vom Steintordamm und der Altmannbrücke Treppen nach unten zu bauen könnte auch was bringen.

Um eine neue S4 und S32 aufzunehmen müsste der Hauptbahnhof schon um 2 Gleise erweitert werden. Zu oft schon wartet die S21 oder S31 auf Einfahrt in den Hbf. Nur… wohin mit den Gleisen?

In Stuttgart und München wurde unter dem Hauptbahnhof für die S-Bahn eine neue zweigleisige Station angelegt. In Stuttgart fahren da 6 Außenlinien im Takt 15, in München 7 Außenäste, einige im Takt 20, einige im Takt 10. Zugfolge: München ca. 2 Minuten, Stuttgart 2,5 Minuten. Anschließend je ein mehrere km langer Tunnel mit mehreren Stationen, vergleichbar dem Citytunnel in Hamburg.

Also sollte man diese ALTERNATIVE durchüberlegen:

1. Verzicht auf die letztlich mehrere Milliarden teure U5.
Das Geld verwenden für S-Bahn Tiefbahnhof am Hauptbahnhof
mit 2 Gleisen und 4 Bahnsteigkanten für getrennten Ein- und Ausstieg.
Das ist die “Spanische Lösung” – wie in München am Hauptbhf,
das bringt kürzere Aufenthaltszeiten bei dem hier starken Fahrgastwechsel
und erhöht das Kapazitätslimit für das ganze Netz.

2. Statt U5:
Bramfeld und Lirup mit der S-Bahn anschließen.

3. Und natürlich:
Leistungsfähige Niederflur-Straßenbahn (wie Berlin, München, Budapest. )
oder
Hochflur-Stadtbahn (wie Hannover, Stuttgart, Düsseldorf, Ruhrgebiet)
da führen, wo das busnetz stark belastet ist.

Gesamtbetrachtung:
Dann kommt man insgesamt schneller
zu einer für die Fahrgäste besseren Lösung.
Und die ist zudem noch billiger als die U5.
Denn die U5 kostet realistisch am Ende fünf Milliarden Euro
(Deshalb ist dae die U5 – ha ha, ha!)
Und ist erst in 50 Jahren fertig.
Jede Million weniger
und jedes Jahr früher wäre eine schöne Überraschung.

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