Hochbahn bereitet sich auf neue U-Bahn-Baureihe in Hamburg vor

Die Hochbahn stellt die Weichen für die nächste U-Bahn-Generation. Mit einer EU-Bekanntmachung sondiert das Unternehmen derzeit den Fahrzeugmarkt. Die neuen Züge sollen frühestens ab 2019 in Hamburg fahren können. Eine Grundsatzentscheidung über einen Bau gibt es aber noch nicht.
Christian Hinkelmann
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 auf der Linie U3 an den Landungsbrücken in Hamburg mit Bewegungsunschärfe
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 auf der Linie U3 an den Landungsbrücken in Hamburg mit Bewegungsunschärfe

Die Auslieferung der neuen U-Bahn-Züge vom Typ DT5 läuft zwar noch – aber die Hochbahn bereitet sich schon auf die nächste Fahrzeuggeneration vor und sucht jetzt mithilfe einer EU-weiten Bekanntmachung nach generell geeigneten Herstellern.

„Dabei handelt es sich um eine Sondierung des Fahrzeugmarktes, um einen ersten Überblick zu bekommen“, so Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum auf NahverkehrHAMBURG-Anfrage. Eine konkrete neue Baureihe mit endgültig festgelegten Parametern lasse sich daraus aber noch nicht ableiten.

Dementsprechend offen sind auch die Fahrzeugvorgaben in der EU-Bekanntmachung formuliert. Ein grobes Bild der gewünschten zukünftigen U-Bahnen zeichnet sich dort aber dennoch ab:

  • Es sollen 40 bis 80 Züge beschafft werden – mit einer Option auf bis zu ca. 80 weitere Fahrzeuge.
  • Die Fahrzeuge sollen voraussichtlich 40 Meter lang werden – möglicherweise könnten auch zusätzliche 80 Meter-Züge dazu kommen. Daraus sollen bis zu 120 Meter lange Fahrgastzüge gebildet werden.
  • Die U-Bahnen sollen für einen konventionellen Betrieb mit Fahrer gebaut werden. Allerdings sollen sie auch für einen möglichen späteren halbautomatischen Fahrbetrieb (der Computer bremst und beschleunigt, der Fahrer überwacht den Ablauf) vorgerüstet werden.
  • Die neuen Fahrzeuge sollen Übergänge zwischen den einzelnen Wagen haben und optional mit einer Klimaanlage ausgerüstet werden.
  • Die neuen U-Bahn-Züge sollen ab 2019 in Hamburg zugelassen werden und fahre…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Symbolbild: Blockierte Bushaltestelle in Hamburg.

Best-of: Wo Falschparker Hamburgs Busverkehr ständig im Weg stehen

Tausende Male blockierten falsch geparkte Autos im Jahr 2023 Haltestellen und Busspuren. Exklusive Datenanalysen von NAHVERKEHR HAMBURG zeigen erstmals, welche Orte besonders betroffen sind – und einige der Hotspots überraschen. Welche Folgen hat das für Fahrgäste, und wie könnten die Probleme gelöst werden?

Weihnachtsstimmung und HVV-Busse am Hamburger Rathausmarkt.

Wo man ohne Auto kaum zum Weihnachtsmarkt kommt

Wie lang Menschen in und Hamburg zum nächsten Weihnachtsmarkt brauchen, unterscheidet sich je nach Wohnort sehr. Mobilitätsarmut gibt es selbst in der reichen Millionenmetropole. Hunderttausende Menschen verzichten deshalb unfreiwillig auf Wege im Alltag, wie eine exklusive Auswertung zeigt.

Endstation: Mecklenburgische Seenplatte. Die letzten Vertreter der Hamburger U-Bahn-Baureihe DT3 warten auf einem Güterbahnhof in Malchow auf ihre Verschrottung.

Best-of: Hier enden Hamburgs alte U-Bahnen in Mecklenburg

Seltener Anblick: Mehrere alte Hamburger U-Bahn-Züge waren vor zwei Jahren auf eigenen Rädern an die Mecklenburgische Seenplatte gerollt – durch Wiesen und Felder. Es war ihre letzte Reise. Sie wurden dort verschrottet. NAHVERKEHR HAMBURG zeigt 30 einzigartige Bilder von der Aktion und vom Transport dorthin.

2 Antworten auf „Hochbahn bereitet sich auf neue U-Bahn-Baureihe in Hamburg vor“

Der Sinn hinter dem DT6 ist nicht nur eine technische Fortentwicklung, sondern auch, dass diese Fahrzeuge speziell für die U1, U2 und U4 ausgelegt werden sollen. Der DT5 ist am besten auf der U3 einsetzbar.

Andererseits ist der Hauptaspekt, dass das neue Fahrzeug sowohl den bisher bekannten Betriebstyp unterstützt als auch das fahrerunterstützte Fahren (bzw. leicht umgerüstet werden kann!). Das heißt wohl auch, dass es bei den DT5 zwischen den ersten und den letzten Fahrzeugen wohl keine so großen Veränderungen geben wird, wie beim DT4. Außerdem ist auch die Fahrgastraumklimatisierung nicht mehr vorausgesetzt, da hat man wohl dazugelernt (und sie ist auf der U2/U4 auch gar nicht erforderlich!). Und eines noch: Alle „Fehler“, die mit dem aktuellen Innenraumdesign begangen wurden, können nun vermieden werden. Da ist bspw. das Haltestangenproblem zu benennen.

So ganz verstehe ich es nicht…. Warum soll eine neue U-Bahnreihe entwickelt werden? Der DT-5 ist doch gerade ganz neu. Eigentlich sollte man sich die Entwicklungskosten sparen und lieber auf den DT-5 setzen. Es sei denn, dass es mit dem DT-5 so große Probleme gibt, dass man dieser Reihe kein Vertrauen mehr schenkt…. Weiß dazu jemand mehr?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner