Hochbahn-Chef: In absehbarer Zeit keine Privat-Autos mehr in der Innenstadt

Hochbahn-Chef Falk rechnet damit, dass es künftig keinen Privatwagenverkehr mehr in der Hamburger Innenstadt geben wird. Sharing-Angebote werden demnach dominieren.
Christian Hinkelmann
Hochbahn-Chef Henrik Falk zur überpünktlichen Fertigstellung der U4-Verlängerung: "Wir lieben es, wenn alles nach Plan läuft!"
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Hochbahn-Chef Henrik Falk geht davon aus, dass es in absehbarer Zeit keinen Verkehr mit Privatwagen mehr in der Hamburger Innenstadt geben wird.

„Es wird sich bis 2030 ein Sharing-Biotop bilden, eine Mischung aus dem klassischen ÖPNV mit einer viel engeren Taktung und den neuen Mobilitätsangeboten: Car2go und Moia sind erst der Anfang“, sagte er in einem Podcast des Hamburger Abendblatts.

Seiner Meinung nach wird das eigene Auto in Zukunft überflüssig. „Es wird für jede Lebenssituation ein ÖPNV-Angebot geben, man kann alles über sein Handy buchen – und das Wort Fahrplan existiert nicht mehr“, so der Verkehrsmanager weiter.

Neue Mobilitätsdienstleister dürfen nicht zu mehr Verkehr führen

Gleichzeitig warnte er davor, dass neue Mobilitätsdienstleister, die in Zukunft auf den Markt drängen werden, zu mehr Straßenverkehr führen. „Das kann man in Nordamerika sehen, wo die Menschen heute für Wege, die sie früher zu Fuß gemacht haben, Uber nutzen“, so Falk. „Das kann ja nicht das Ziel sein. Wir müssen mit weniger Fahrzeugen mehr Mobilität erzeugen.“

Autonomes Fahren soll nicht zu großen Personaleinsparungen führen

Außerdem bezweifelt der Hochbahn-Chef, dass autonomes Fahren in Zukunft zu starken Personaleinsparungen in seinem Unternehmen führen könnte. „Gerade im ÖPNV spielt der Faktor Mensch eine wichtige Rolle. Der Fahrer …

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Hochbahn-Chef: In absehbarer Zeit keine Privat-Autos mehr in der Innenstadt“

Wunschdenken des Hochbahnchefs: keine Autos in der Innenstadt. Dann werden die Menschen schon umsteigen. Wenn man sieht, wie häufig Busse am Stadtrand ausfallen – nicht etwa weil Sie im Stau stecken, sondern weil Fahrer fehlen -, dann wird der Umstieg nicht gelingen. Der Metrobus 3 – eigentlich eine hervorragende Linie – fällt im Osdorfer Born oft aus. Und die Busbeschleunigung durch Grüne Welle an den Ampeln ist grauenhaft schlecht programmiert.

Ich mache das jetzt schon so: Ich fahre mit meinem Auto nicht mehr in die Innenstadt. Wie, da gibt es Läden die Geld verdienen wollen? Tut mir leid für die. Aber ich kann in meinem Heimatbezirk auch gut Einkaufen und ansonsten gibt es genug Läden, die mir den Kram zuschicken. Wenn man für den Handel in der Innenstadt keine Kunden möchte, akzeptiere ich das natürlich. Zumal es genug andere Angebote gibt. Zum Glück wird niemand zu etwas gezwungen.

Ist eine längst überholte Ansicht. Ansonsten müssten die Mieten und Umsätze in Mönckeberg- und Spitalerstraße ja im Keller sein. Sind sie aber nicht und der Grund ist recht einfach.

Alltägliche Dinge kaufen Leute entweder bei der dichtesten Möglichkeit oder kombinieren es bspw. mit dem Arbeitsweg. In ein teures Parkhaus in der vollen City fährt niemand, um einen Supermarkt aufzusuchen.

Die Leute strömen aber in die City, weil das Shoppen für sie ein Erlebnis ist. Sprich, vielleicht ein, zwei Geschäfte gezielt aufsuchen, dann irgendwo einen Café trinken und spontan noch andere Händler aufsuchen. Um Brot und Butter geht es dort nicht, sondern meist hochpreisige Produkte, die man vor Ort auch ansehen und ausprobieren möchte.

Ist ja auch nicht verwunderlich. Ohne viel Lärm und Gestank ist die Aufenthaltsqualität viel höher. Funktioniert in vielen Großstädten Europas auch hervorragend und die Aufwertung durch autofreie Zonen sorgte zugleich für mehr Umsatz.

Ich kann dem Shopping absolut nichts abgewinnen, aber man sollte das eigene Konsumverhalten nicht als Maßstab aller Dinge sehen, sondern sich Fakten und Untersuchungen hierzu mal ansehen. Und die Einzelhandelsverbände geben da regelmäßig umfangreiche Studien in Auftrag.

Anders ist es in Mittelzentren, die davon leben, dass Leute aus dem Umland kommen, da es bei ihnen keine entsprechenden Geschäfte (mehr) gibt. Aber das hat mit Flaniermeilen in Hamburg, München, Berlin oder Düsseldorf nicht viel am Hut.

Aber kaufen Sie sich ruhig einen maßgeschneiderten Anzug einer soliden Marke im Internet oder auf Neuwerk.

Da durch den Hamburger Fetischismus wirklich alles über den Hauptbahnhof zu schicken viele Verbindungen mit dem HVV eine Stunde und mehr brauchen, statt mit dem Auto zwanzig Minuten wird das wohl leider nix.

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