Hochbahn plant eine Art Elektro-Sammeltaxis für Hamburg

Die Hochbahn und VW planen eine Art intelligentes Sammeltaxi, das per App gerufen werden kann und Fahrtanfragen unterschiedlicher Personen bündelt. Start ist 2018.
Der neue Shuttle-Dienst von MOIA und Hochbahn soll 2018 in Hamburg starten
Der neue Shuttle-Dienst von MOIA und Hochbahn soll 2018 in Hamburg starten
Foto: Hochbahn

Die Hochbahn und die VW-Tochter MOIA planen ein neues Mobilitätsangebot für Hamburg: Elektro-Shuttles mit einem Fahrer, die Platz für bis zu sechs Passagiere bieten.

Kunden sollen diese Shuttles per App bestellen können. Ein Algorithmus bündelt dabei verschiedene Anfragen von Personen, die in die gleiche Richtung wollen und errechnet daraus eine optimale Route mit individuellen Abhol- und Ankunftszeiten, heißt es in einer Mitteilung.

Der Service ist also eine Art intelligentes Sammeltaxi.

Ziel ist es, mehrere Autofahrten in einer Fahrt zu bündeln und die Straßen zu entlasten. Untersuchungen zeigen laut Hochbahn, dass private Pkw in Metropolen wie Hamburg im Durchschnitt über 95 Prozent der Zeit (rund 23 Stunden pro Tag) nicht genutzt werden. Hier soll der neue Dienst künftig eine Alternative bieten, damit die Kunden nicht auf den privaten Pkw zurückgreifen müssen.

Das neue Angebot soll in das Switchh-System von HVV und Hochbahn integriert werden und wird damit vermutlich auch in der HVV-Verbindungsauskunft als Alternative zu Bahnen, Bussen, Fähren, StadtRad, Carsharing und Taxi angezeigt.

Das neue Mobilitätsangebot in Hamburg wird laut Hochbahn vollständig von MOIA finanziert und mit eigenen Fahrzeugen und eigenen Fahrern betrieben. MOIA entwickelt dafür aktuell ein neues Fahrzeugmodell, das vollelektrisch und damit emissionsfrei fahren wird.

Schon im kommenden Jahr soll ein erster Testlauf starten. Anschließend ist ein R…

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15 Antworten auf „Hochbahn plant eine Art Elektro-Sammeltaxis für Hamburg“

Das System mag für Kleinstädte wie Buchholz oder Winsen gut geeignet sein – oder im Stadtrandbereich. Aber im inneren Bereich einer Großstadt ist so ein System eher unsinnig. Ich habe das Gefühl, die Hochbahn neigt dazu, sich irgendwie zu verzetteln. Ich denke, die haben doch schon mit ihren E-Bussen und dem E-Ticketing genung zu tun.

Volle Zustimmung.

Im vorstädtischen Bereich (außerhalb Ring 2 oder 3) könnte ich mir dieses System sehr gut als Erweiterung des Abendverkehrs vorstellen.
Bei mir fährt Werktags der letzte Bus gegen 20:00 Uhr (Fußweg ca. 5 Minuten) zum alternativen Metrobus ist der Weg erheblich weiter (ca. 20 Minuten). In solchen Bereichen könnte mit diesen Fahrzeugen das Angebot deutlich verbessert werden. Ganztägig könnte ich mir auch Verbindungen vorstellen, die sonst von keiner Linie bedient wird. Z.B. “Niendorf Markt – Eidelstedt” (Jetzt nur mit Umwegen über Schnelsen oder Hagenbeck). Ähnliche Lücken im Liniennetz kenne ich auch von meiner alten Wohnung bei Bergedorf.
Vielleicht sind damit auch Einsparungen möglich wenn schwach genutzte Busse bereits früher ihren Liniendienst einstellen.

Wichtigste Voraussetzung, die im Artikel nicht beschrieben wurde: Alles zum HVV-Tarif OHNE Zuschlag!

In Kaltenkirchen gibt es ein Stadtbus, der morgens bis zum Abend fährt und am Samstag bis zum frühen Nachmittag auf zwei festen Routen. Leider ist dieser Bus (hat zwar eine Liniennummer im HVV) nicht im HVV integriert und man muss extra eine Fahrkarte oder eine Abo kaufen, was dann in Kombination alles teurer macht. So ein Modell würde statt des Stadtbus (wird von den Stadtwerken betrieben) sinn machen. Dann wäre die P + R Plätze an der AKN in der Woche nicht immer fast oder komplett ausgelastet.

Also ein Angebot wie Uber Pool, mit dem Uber in San Francisco trotz massiver Subventionen tiefrote Zahlen geschrieben hat?

Klingt interessant und sehr praktisch für unterversorgte Gegenden wie den Hafen oder so manchen Stadtrandbereich. Mal sehen wie dann die Umsetzung funktioniert. Wenn diese Verbindungen in der HVV-Auskunft tatsächlich wahrheitsgemäß auftauchen, wäre damit einiges gewonnen.

Aber eine Sache mag ich anmerken: “emissionsfrei” sind Elektrofahrzeuge nicht.

Schon mal davon gehört, dass Wasser mittels Kohlestrom den Berg rauf gepumt wird um dann bei Bedarf den Berg runter zu fliessen und ein total ökologisches Wasserkraftwerk zu bedienen ???

Ökostrom ist doch echt “noch ein Witz”, solange er nicht direkt vom Windbauern um die Ecke kommt… 🙂

Elektrofahrzeuge sind emmissionsfrei, wenn von dem Abrieb der Reifen, Bremsen usw abgesehen wird.
Die Herstellung des Kraftstoff ist dagegen nicht emmisionsfrei.
Beim Vergleich der Emmissionen wird die Herstellung und der Transport des Kraftstoff allerdings auch bei Verbrennungsmotoren nicht bewertet, wobei der Stromtransport dann schon wieder emmissionsfrei ist.

Elektrisch fahren bietet aber die Chance zu entscheiden, ob man emissionsfrei fahren möchte. Je nachdem, woher man seine Energie bezieht.

Anders als andere Kommentatoren sehe ich diese Idee sehr positiv, denn “Ridesharing”, also das Teilen/Bündeln von Fahrten (mehrere Personen fahren mit einem Fahrzeug in dieselbe Richtung bzw. zum selben Ziel), ist das einzige mir bekannte Konzept, dass die Flexibilität von PKW mit einer höheren Auslastung dieser PKW verbindet. Und das ist in allen Verkehrsräumen sinnvoll, im ländlichen und gerade auch im völlig verstopften Straßenraum der Großstadt.

Was als Mitfahrgelegenheit und als Fahrgemeinschaft bisher ein recht unbeachtetes Nischendasein führt, kann mit einer breit genutzten elektronischen Vernetzung über Apps zu einer echten Entlastung von Straßen und Umwelt führen: Je mehr Personen in einem Fahrzeug sitzen, desto weniger Fahrzeuge werden bei identischer Beförderungsleistung benötigt. Im Prinzip verbindet man die Vorteile des ÖPNV mit der Flexibilität und dem Komfort von PKW.

Ob der PKW von einem professionellen Anbieter mit einem professionellen Fahrer (Taxi) kommt oder von einem der privaten PKW-Nutzer gestellt und gesteuert wird (beide werden durch elektronisch abgerechnete Beiträge der Mitfahrer entgolten), ist dabei fast egal (die Variante mit dem privaten PKW ist vermutlich noch eine Ecke ökologischer): Auf jeden Fall sitzen im Durchschnitt mehr Menschen im PKW, und dadurch sind weniger PKW notwendig, im rollenden wie im ruhenden Verkehr.

Die Datenbasis dieser Fahrten kann dann, zusammen mit einer steigenden Akzeptanz von geteilten Fahrten, zu einer Rückkopplung mit dem ÖPNV führen: Wenn jeden Morgen 500 Menschen um 7:30 Uhr von Ahrensburg in die City fahren, dann kann man die (per App gezielt erfasst und gebündelt) sehr wohnortnah in ein großes Fahrzeug (ich denke an einen Bus…) bündeln und damit stau- und stressvermeidend und ohne Parkplatznerverei punktgenau in der Nähe des Arbeitsplatzes absetzen… Das Konzept lässt sich noch weiterdenken.

Ich bin also, bei allem WissenmAhnen um die Fehler und Widerstände, die auch diese sinnvolle Neuerung noch durchmachen müssen wird, sehr dafür, dass wir die PKW-Nutzer durch intelligente Vernetzung endlich wieder dahin bekommen, wo sie eigentlich hingehören: In dichter besetzte Fahrzeuge, die Stau, Emissionen und Parkplatzstress reduzieren…

Der Artikel ist grob irreführend, denn die entscheidende Tatsache wird dem Leser vorenthalten, nämlich dass die 6-sitzigen MOIA-Busse ab 2021 vollständig automatisiert fahren sollen, also FAHRERLOS!

Außerdem wird dem interessierten Leser verschwiegen, dass für 2021 die Anschaffung von 1.000 Fahrzeugen geplant ist. Es ist also nicht „ein Regelbetrieb mit rund 200 Fahrzeugen in Hamburg geplant“, sondern zunächst nur ein PROBE-Bebetrieb (mit Fahrern), um die Vermittlung der Fahrzeuge zu testen und zu optimieren, bis – voraussichtlich 2021 – bewußte 1.000 autonomen Fahrzeuge ausgeliefert werden.

Unter der Voraussetzung, dass die durchschnittliche Fahrt 10 km lang ist (die durchschnittliche Taxitour war 2008 in HH 6,6 km lang) und das 6-sitzige Fahrzeug im Schnitt mit 2,5 Personen besetzt ist, und dass das Fahrzeuge 1/3 der Zeit rumstehen (um auf Fahrgäste zu warten oder um Leerfahrten durchführen), kann ein Fahrzeug in 20 Stunden Betriebszeit 13,3 Std. lang bei dem normalem innerstädtischem Tempo von 20 km/h am Tag 266,6 km besetzt zurücklegen und dabei im Schnitt 2,5 Personen befördern, d.h. 666,7 besetzte Platz-Kilometer leisten. Da die durchschnittliche Entfernung mit 10 km angenommen wurde, kann 1 Fahrzeug demnach am Tag 66 Personen befördern und 1.000Fahrzeuge emnach ca. 66.000 Personen am Tag, die dann kreuz und quer durch die Stadt fahren, zu einem Preis der ungefähr auf HVV-Niveau liegen wird!

Setzt man die Fahrzeuge jedoch dazu ein, um die Erreichbarkeit von U- und S-Bahnhöfen in den Außenbezirken zu verbessern, wie von einigen Lesern hier bereits vorgeschlagen, dann würden sich die durchschnittliche Fahrt erheblich verkürzen, auf – sagen wir mal – 2,5 km. Dann könnten 1.000 Fahrzeuge nicht 66.000 pax/Tag, sondern rund ¼ Mio. Fahrgäste zu den Bahnhöfen fahren (zum Vergleich: U- u. S-Bahnen haben am Tag 1,4 Mio Fahrgäste).

Der Artikel geht auch nicht auf die Möglichkeit ein, unrentable Buslinien durch die neuen Mobilitätsdienste zu ersetzen. Das bedeutet im Klartext, als dass sich der ÖPNV künftig in Richtung auf schwarze Zahlen zubewegt. Damit bekommt die Politik die Möglichkeit entweder die ÖPNV-Subventionen zu kürzen oder die Preise zu senken.

Ich bin dafür die Preise auf der Schiene zu senken, die eingesparten Subventionen bei den Bussen der Schiene zukommen zu lassen und träume von einem sehr niedrigen Einheitstarif, um insbesondere die weiten Fahrten mit dem MIV (oder mit den neuen Mobilitätsdiensten) auf die Schiene zu locken. Wenn die Erreichbarkeit der Bahnhöfe künftig nicht mehr das Problem ist, dann bietet es sich an, kleine und kleinste Bahnhöfe zu schließen, um die Reisezeiten auf der Schiene zu verkürzen. Dadurch sind pro Zug mehr Umläufe möglich, was zugl. eine Kapazitätserhöhung bedeutet, die erforderlich sein wird, wenn künftig tausende von kleinen, fahrerlosen Minibussen der Schiene neue Fahrgäste zuschaufeln.

Diese Entwicklung nicht zu sehen, ist das Eine. Der Öffentlichkeit die wichtigen Informationen darüber vorzuenthalten, das Andere.

/hjm 6.3.2018

Bitte beachten Sie das Erscheinungsdatum des Artikels (Juni 2017)! Zu diesem Zeitpunkt war die Informationen, dass bis 2021 bis zu 1.000 selbstfahrende Fahrzeuge in Hamburg eingesetzt werden sollen, noch nicht bekannt. Bewusst verschwiegen wird auf dieser Website ganz sicher nichts 😉

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