Hochbahn und VHH wollen in diesem Jahr 115 Elektrobusse in Betrieb nehmen

Nachdem der Ausbau der Elektro-Flotten bei den beiden Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr nur langsam vorankam, soll in diesem Jahr geklotzt werden. Diese Fahrzeuge werden erwartet.
Christian Hinkelmann
Ein eCitaro von Mercedes-Benz für die VHH in Hamburg
Ein eCitaro von Mercedes-Benz für die VHH in Hamburg
Foto: Daimler AG

Seit Anfang 2020 dürfen die HVV-Unternehmen in Hamburg nur noch lokal emissionsfreie Linienbusse kaufen – also beispielsweise Fahrzeuge mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb. Das ist die politische Vorgabe des rot-grünen Senats.

Doch auch, wenn seitdem inzwischen mehr als ein Jahr vergangen ist, sind solche Fahrzeuge auf Hamburgs Straßen noch immer sehr selten, wie aktuelle Zahlen von der Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) zeigen.

Demnach hat die Hochbahn zum Stichtag am 31.12.2020 in ihrer aktiven Busflotte 1.059 Linienbusse mit Dieselantrieb gehabt. Die Zahl der reinen Elektrobusse lag dagegen nur bei 40 Fahrzeugen – allesamt Solobusse, also ohne Gelenk in der Mitte. Dazu kamen noch zwei Batterie-Gelenkbusse mit Brennstoffzelle als Reichweitenverlängerer. Das geht aus einer Senatsantwort auf Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Stephan Gamm hervor (siehe hier). Damit liegt der Anteil der lokal emissionsfreien Busse an der Gesamtflotte der Hochbahn bei unter 4 Prozent.

Nur leicht besser sah es zum vergangenen Jahreswechsel bei der VHH aus: Dort gab es laut Senatsantwort zum Stichtag am 31.12.2020 insgesamt 622 Dieselbusse und 40 Elektrobusse. Damit liegt der Anteil der E-Fahrzeuge bei rund 6 Prozent.

Insgesam…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Eine Regionalbahn auf Fehmarn

Personalnot im Norden: 1.228 Zugausfälle in einem Monat

NAHVERKEHR HAMBURG-Datenrecherche zeigt, dass im Juni täglich 41 Züge in Schleswig-Holstein ausgefallen sind – meist, weil nicht genug Personal da war. Eine Strecke stach dabei besonders negativ hervor. Das sind die Hintergründe und das sagen Bahn und Auftraggeber dazu.

700 dieser E-Leihräder werden Anfang August auf Hamburgs Straßen kommen.

Hamburg bekommt rund 2.000 neue E-Leihfahrräder

Seit gestern gibt es ein neues Fahrrad-Leihangebot auf den Straßen Hamburgs: Das estnische Unternehmen Bolt startete mit E-Bikes nördlich der Elbe, und auch das Berliner Unternehmen Tier kündigte an, Anfang August mit 700 E-Leihrädern in die Hansestadt zu kommen.

Wenn es aktuelle und unvorhersehbare Störungen im HVV gibt, müssen sich Fahrgäste die Infos mühsam selbst im Internet zusammensammeln - wie beispielsweise bei Twitter.

HVV-Störungen: Wer meldet was? Und wo?

Die aktuelle Großstörung bei der S-Bahn an den Elbbrücken macht deutlich: Im HVV fehlt eine klare und zentrale Kommunikationsstrategie, wenn es bei Bahn und Bus nicht rund läuft. Stattdessen köchelt jedes Unternehmen sein eigenes Süppchen. Fahrgäste müssen sich die Informationen im Netz mühsam selbst zusammensuchen. Eine Übersicht, wer was wo meldet.

5 Antworten auf „Hochbahn und VHH wollen in diesem Jahr 115 Elektrobusse in Betrieb nehmen“

Bei uns in Tonndorf sind eindeutig die VHH der Vorreiter. Während ich bei der Hochbahn immer nur Dieselbusse sehe, fahren die VHH auf der Linie 29 fast ausschließlich mit einem “elexity”. Ganz selten steht da mal ein Dieselbus.

Ein sehr interessanter Artikel – vielen Dank. Bleibt bei mir einzig die Frage was aus der Präsentation der MAN E-Busse wurde. In dem Artikel werden 3 Hersteller erwähnt die die Hochbahn beliefern sollen, jedoch nicht welche (und auf den ersten Blick kann ich diese Info auch nicht in dem verlinkten früheren Artikel finden). Ist MAN neben den eCitaros und Solaris der dritte Anbieter? Bis dato habe ich jedenfalls keinen MAN E-Bus gesehen.

Batteriegetriebene Elektrobusse sind der beste Weg den ÖPNV komplett unwirtschaftlich zu machen! Um die gleiche Tageslaufleistung zu erreichen, braucht man für einen Dieselbus 2 Elektrobusse. Diese sind auch noch zweimal so teuer wie ein Dieselbus! Also die Kosten vervierfachen sich. Die Fahrgäste werden diese Form der Elektromobilität mit höheren Ticketpreisen bezahlen. Dabei gibt es eine technisch seit Jahrzehnten erprobte und bewährte Form der Elektromobilität in Form von O-Bussen (in der Schweiz und Osteuropa weit verbreitet) und natürlich die Straßenbahn. Alles von der Stange ohne Kinderkrankheiten zu kaufen, können 24 Stunden/Tag im Einsatz sein, haben ein hohen Beschleinigungsvermögen und die Laufleistung sinkt bei Kälte nicht drastisch ab.

Hallo Herr Jung, die Behauptung, dass die Laufleistung von E-Bussen nur halb so hoch wie bei Dieselbussen sei, ist zumindest auf die Hochbahn und die VHH bezogen falsch. Schauen Sie einmal in die oben verlinkten Senatsdrucksachen. Dort sind die durchschnittlichen Laufleistungen von E-Bussen und Dieselbussen in beiden Unternehmen aufgeführt – sortiert nach jährlicher und monatlichen Durchschnittswerten.

Die ersten eCitaros der VHH sind eine volle Enttäuschung.

Nicht nur gibt es noch weniger Sitzplätze, sondern die Reihen sind auch noch spürbar enger, sodass man nicht mal mehr ein A4-Blatt (geschweige denn eine Zeitung) lesen kann. Beleibte Menschen passen gar nicht mehr in die Reihen und auch mit einem dicken Rucksack sieht es schlecht aus.

Dazu kommt, dass die VHH (wohl aus Designgründen) im Schoßbereich Fenster eingebaut hat. Einen Nutzen haben die für Fahrgäste natürlich nicht, aber dafür ist es in Herbst und Winter kalt am Po.

Hoffentlich ändert sich das bei den nächsten Bestellungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie finden Sie eigentlich unsere Wochenrückblicke?

Lesen Sie diese Rubrik regelmäßig? Was finden Sie daran gut oder schlecht? Ihre Meinung interessiert uns! Wir haben fünf kurze Fragen an Sie. Es dauert nur wenige Sekunden.