Hochbahn will Busflotte massiv vergrößern – für 260 Mio. Euro

Immer mehr Menschen in Hamburg fahren mit Bussen und U-Bahnen. Allein im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 435 Millionen Fahrten – 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Jetzt will die Hochbahn ihre Busflotte für 260 Millionen Euro massiv aufrüsten.
Christian Hinkelmann
Busbeschleunigung: Vorfahrt für die Metrobuslinie M5 in Hamburg
Vorfahrt für einen Doppelgelenkbus der Linie M5 an der Hamburger Universität. Durch eine neue Ampelvorrangschaltung bekommen die Busse hier bevorzugt Grünlicht.

Und wieder hat der Öffentliche Nahverkehr in Hamburg eine neue Rekordmarke geknackt. 435 Millionen Fahrgastfahrten hat die Hochbahn nach voraussichtlichen Zahlen im vergangenen Jahr verzeichnet – 20 Millionen mehr, als noch im Vorjahr. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

Rechnet man die Zuwächse in vollbesetzte XXL-Busse um, käme man auf eine 3.500 Kilometer lange Busschlange, die von Hamburg bis weit in die Türkei hinein reichen würde.

In den kommenden Jahren geht die Hochbahn von weiter stark steigenden Fahrgastzahlen aus und rechnet mit bis zu 575 Millionen Passagieren im Jahr 2020. Deswegen will das städtische Unternehmen die Busflotte nun massiv ausbauen und um ein knappes Viertel vergrößern.

“Der Bus wird als Verkehrsmittel immer beliebter. Deshalb tun wir alles dafür, um dieses System für die Kunden so komfortabel wie möglich zu machen, und reagieren mit deutlich mehr Kapazität auf die rasant steigende Nachfrage“, sagte Hochbahnchef Günter Elste im Hamburger Abendblatt.

Bis 2020 sollen nach den Hochbahn-Plänen statt 753 künftig 922 Busse auf Hamburgs Straßen unterwegs sein. Gleichzeitig wird die Zahl der Gelenkbusse dem Zeitungsbericht zufolge von 161 auf 398 steigen. Außerdem will das Unternehmen die Flotte der 25 Meter langen XXL-Busse von derz…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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12 Antworten auf „Hochbahn will Busflotte massiv vergrößern – für 260 Mio. Euro“

Und noch eins.
Modal Split ÖPNV Anteil:

HH 19 %
Berlin 30 %
München 40 %

Was soll das Gequatsche von Scholz, Elste + Co, dass der HVV so toll ist. Die Zuwächse kommen zum großen Teil von der HVV Gebietserweiterung. Die Straßen sind doch weiterhin voller Autos.

Herr Scholz hat immer noch nichts verstanden. In einem Interview in der Welt am Sonntag sagte er Folgendes:

Welt am Sonntag: Nur eine Stadtbahn wollen Sie nicht.

Scholz: Eine Stadtbahn würde die Straßen und Stadtviertel komplett zerschneiden. Die Stadtbahn wäre ein völlig neues Verkehrssystem und würde sich erst ab einer Streckenlänge von 42 Kilometern rechnen. Im Übrigen würde der Bau massivste Belästigungen über Jahre nach sich ziehen.

Ich denke, eine Kommentierung hierzu erübrigt sich.

“Der Bus wird als Verkehrsmittel immer beliebter.”

1. Gibts denn realistische Alternativen?
a) Das S- und U-Bahnnetz ist so dicht und geeignet wie ein zerfetztes Nudelsieb.
b) Die Haltestellen haben meist nur einen(!) Erschließungszugang – dabei haben nicht nur Würste zwei Enden.

2. Busfahren ist so ziemlich die unkomfortabelste Fahrzeugform des ÖPNV.

3. Da die Busse leider dennoch das Rückgrat in HH bilden, d.h. die Nr.1 sind: Sie sind so schlecht ausgestattet – schonmal in München im Bus (dort nur die Nr.4) gefahren?
a) Da gibts wenigstens Fahrgastinfos im Fahrzeug, die über eine 80er-Jahre-LED-Zeile hinausgehen…
b) Und man zahlt NICHT beim Fahrer – damit dieser sich seinem Fokus, den Bus zu fahren nachkommen kann. So soll wohl der Bus schneller unterwegs sein…(da kommen aber nur schlaue Leute drauf)

Vielleicht sollte sich Olaf Scholz, der behauptet, dass die Kapazitäten im Busbereich ausreichend sind für Hamburg, mal eine Monatskarte gönnen und täglich mit dem Bus zur Arbeit fahren. Wäre interessant zu wissen, ob seine Meinung zum Bus immer noch gleich wäre.
Günter Elste könnte, das von ihm als beliebt gepriesene Verkehrsmittel Bus auch gleich mal testen.
Immer nur zu erzählen alles sei bestens, ohne wirklich die Realität getestet zu haben, ist unglaubwürdig. Herr Elste ist genauso wenig Bus in seinem Leben gefahren wie Herr Scholz – die Wette gilt!

Auch in Berlin kommen Busse, Trams, U-Bahnen und nicht zuletzt die marode S-Bahn regelmäßig zu spät (oder eben auch gar nicht), eine Aussage, sie würden alle “immer” pünktlich sein, halte ich für übertrieben, und zu Ihrem Argument, daß man doch – wenn man Busse nicht mag – die U-Bahn nehmen soll: ja, an sich haben Sie recht, das wird in Hamburg nur deshalb schwierig, weil es in vielen belebten und bevölkerungsreichen Stadtteilen eben keine U-Bahn-Anbindung gibt und wohl auch niemals mehr geben wird. Busse sind da keine Alternative; warum, das wurde hier denke ich bestens, oft genug und verständlich erklärt. Es geht um Schienenanbindung, weil diese effizienter und kraftvoller ist, als ein Bus, und da folgt nach der U-Bahn nun mal die Stadt-/Straßenbahn. Machen Sie nicht den Fehler und setzen Sie einen überfüllten Bus mit einer vollen Straßenbahn einfach gleich; hier gibt es große Unterschiede, denn bei einem sauber aufgebautem und gut organisiertem Stadtbahnsystem, kommt es gar nicht erst zu überfüllten Zügen. Ich habe als Beispiel schon einmal Bremen und die Linie 3 während des Weihnachtsmarkts genannt. Man unterschätzt das Fassungsvermögen und die wirklich sehr große Kapazität eine Straßenbahn gerne – diese hat mit der eines Busses kaum noch was zu tun.

Es ist wirklich komisch! In Berlin, wo doppelt soviele Menschen leben und der Individualverkehr nicht
wesentlich geringer ist, als in Hamburg, kommen alle Verkehrsmittel, die Busse und auch die U-Bahn
immer pünktlich und ohne nennenswerte Verspätungen! Warum alles hier in der “schönsten Stadt der Welt”?
regelmäßig verspätung hat, erschließt sich mir nicht und kann auch nicht mit einfachen Schuldzuweisungen
beantwortet werden.
Wenn die Busse überfüllt sind, dann sollten die Taktzeiten radikal reduziert werden und die Fahrzeuge müssen
durch größere ersetzt werden. Und wer keine vollen Busse mag, sollte die U-Bahn nehmen, denn die kennt
keine Staus und keine langwierigen Ampeln! Niemand wird gezwungen,einen Bus zu nehmen,wenn er zu
voll ist. Und eine Übervolle Stadtbahn ist genauso nervig wie der Bus!
Was aber richtig ist, Hamburg kann, wenn es gerne Welstadt sein möchte, vieles von anderen Großstädten
lernen, d.h. Sauberkeit,Pünktlichkeit,Anschlußsicherheit an andere Verkehrsmittel,kürzung der Taktzeiten
und ein gesundes Verhältnis von Preis und Leistung.

Kurz und nur in eine Richtung gedacht halt: mehr Fahrgäste muß automatisch bedeuten, daß die Busse beliebter geworden sind; daß die Menschen z.B. mehr oder minder gezwungen sind, die Busse zu nutzen, weil es zum Teil keine besseren Alternative in Form von eben z.B. einer Straßen/Stadt, S- oder U-Bahn gibt und weil viele das Autofahren wohl auch nervt und zu teuer geworden ist, daran wird pauschal nicht gedacht bzw. sicher wird dieser Gedanke als Schwarzmalerei und als viel zu pessimistisch gedacht angesehen. Mal gucken, wie lange dat allet noch gutgehen tut…

Wenn Günter Elste davon spricht, dass der Bus in Hamburg immer beliebter werde, kann ich ihm nur einen feinen Sinn für Ironie unterstellen. Oder sollte es doch Zynismus sein?

Tatsache ist doch, dass vielen Hamburgerinnen und Hamburgern aufgrund der Verkehrspolitik dieses und der Vorgängersenate nichts anderes übrig bleibt, als den unbeliebten Bus zu benutzen.

Auch ich halte die Aussage “Der Bus als Verkehrsmittel wird immer beliebter” für verwegen. Solange große und bevölkerungsreiche Stadtteile von schienengebundenen Nahverkehrsmitteln abgeschnittsn sind, fahren die Leute halt mit dem Bus…
Busfahren an sich wird in Hamburg immer unbeliebter: Pünktkltlichkeit, Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit nehmen stetig ab, egal, was Herr Elste und andere gebetsmühlenartig verkünden.

Wo sollen die zusätzlichen Busse den fahren? Im Hauptverkehr stehen sie jetzt schon im Stau. Die Pünktlichkeit wird dadurch auch nicht verbessert.
Neue XXL-Busse mit den gleichen Problemen? Scheinbar funktioniert das mit den einfachen Gelenkbussen ja recht gut. Also: Mehr technisch einfachere Busse in einer dichteren Taktfolge.

Oder noch besser: Stellt die überlasteten Metrobuslinien auf eine Stadtbahn mit viel mehr Kapazität um und setzt auf den anderen Linien nur solche Bustypen ein, die auch funktionieren.

Tja, so wie es auf Hamburgs Straßen zugeht, kann man wirklich bald von einer Busschlange sprechen. Takt und Fahrplan spielen doch schon längst keine Rolle mehr. Und wenn ein Bus pünktlich kommt – dann ist es jener, der eigentlich schon einen Takt früher hätte fahren sollen.
Wir sehen, dass die Prognosen der Verkehrsplaner wieder einmal zutreffen, während die Versprechen der Politik (“das modernste Bussystem Europas”) nicht einmal im Ansatz zu begründen sind. Oder erwartet jemand, dass durch einen massiven Zuwachs des Straßenverkehrs dieser plötzlich flüssiger läuft?

Dass der Bus angeblich immer beliebter wird, dürfte eher den Mangel an Alternativen bedeuten. Wer kann, fährt Bahn. Aber Bahn fahren können viele nicht. Und während wir zuletzt von den störanfälligen XXL-Bussen gelesen haben, die man lieber abschaffen will, wird jetzt über eine weitere Beschaffung nachgedacht. Welches Problem man damit lösen will, bleibt unklar, denn auch ein langer Bus unterliegt den Behinderungen des Straßenverkehrs – und dieses lautet: laaaaangsam.

Der Bus wird als Verkehrsmittel immer beliebter? Bestimmt nicht in Hamburg, wo man als Fahrgast regelmäßig in überfüllten, überhitzten Bussen bei ruckartigem Anfahren und Bremsen durcheinandergeworfen wird – zu Preisen, die in keinem Verhältnis zur Dienstleistung stehen – und durch Falschparker oder eben vollkommen überfüllte Straßen dann genauso im Stau steht wie der Individualverkehr.

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